Pinguin - Co - Abhängig (vermutlich) Mutter, Ehefrau usw. Weiß einfach nicht mehr weiter.

  • Hallo Pinguin,

    alle, die wir dir hier geschrieben haben und schreiben teilen dir ja nur eigene Erfahrungen mit. Und bestimmt merkst du selbst schon, dass du ganz anders hinsehen kannst. Das ist der Sinn unseres Austausches. Das heißt aber nicht, dass du sooofort alles für dich hinschmeißen musst. Nach meiner eigenen Erfahrung geht das ganz oft nicht von heute auf morgen. Wichtig ist nur, nicht stehen zu bleiben.

    Und ja ich weiß, ich soll einfach mehr arbeiten gehen. Aber das schaffe ich psychisch gerade nicht.

    Das ist doch dann einfach Fakt, du schaffst momentan nicht mehr.

    Heute fange ich mit wenigen Stunden wieder nach einem Jahr zu arbeiten an.

    Das zählt! Du bewegst dich und das ist gut.

    Ich habe mit meinem ersten Mann in einer superschönen Eigentumswohnung gelebt. Über 20 Jahre lang. Ich hab da viel Liebe reingesteckt um sie schön zu machen. Meine Kinder sind da groß geworden. Ich kann mir deine Gedanken und Gefühle ganz gut vorstellen.

    Und auch die Hoffnung, das nicht aufgeben zu müssen, die Hoffnung, dass er endlich " normal" wird und aufhört mit der Trinkerei. Und ich kenne die Angst, es finanziell nicht zu schaffen, überfordert zu sein mit der Verantwortung für mich selbst.

    Leider erfüllt sich diese Hoffnung nur, wenn der Abhängige aus eigenem Antrieb und voller Ernst was ändert und sich auf den trockenen Weg macht. Das ist einfach Fakt. Und als Angehörige kannst du hoffen und warten und die Zeit vergehen lassen... oder dich für dich selbst auf den Weg machen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich sitz hier Grad heulend und kann nicht mehr. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Mein Sohn kommt in 20 Minuten heim und ich bin komplett überfordert. Mir wird das alles zu viel. Wieso kann man nicht einfach klar in seinen Entscheidungen sein. Ich glaube wenn ich ehrlich bin, würde ich die Situation verlassen, wenn ich keine Kinder hätte. Aber ich Versuche irgendwie zwanghaft an dieser Familie festzuhalten. NOCH bekommen meine Kinder es ja noch nicht mit. Naja außer, dass er schnell müde ist oder schnarcht oder so.... ;(

  • Wann der Punkt erreicht ist, spürt jeder ganz individuell - ich glaube du hast aber grade deinen Punkt für dich erreicht, an dem du nicht mehr so weiter machen willst.

    Es muss nicht gewaltvoll enden, da ist auch jede Situation anders.

    Bei mir war der persönliche Punkt erreicht, als mein Ex mich in den Fokus bekam, wo zuvor noch seine Familie, Freunde, Bekannten ... standen. Er hatte immer ein Aggressionsproblem, aber nie gegen mich.Aber an dem Tag änderte sich das "urplötzlich". Völlig betrunken am helligten Tag und außer Rand und Band beschimpfte, drohte und beleidigte er mich aufs Übelste in der Öffentlichkeit, wo jedoch meine Bekannten anwesend waren und alle samt richtig Angst vor ihn bekamen. Aus der Situation kam ich raus, konnte noch entkommen und er ging. Aber darauf hin blieb sein Verhalten, er blieb mir gegenüber aggressiv und vorallem wenn ich dann noch ein Wort zum Konsum sagte, stand er vor mir und wären nicht andere dabei gewesen, hätte ich mich nicht geschützt, wäre er auf mich los gegangen, so wie schon bei anderen Personen in seinem Umfeld. Da ist die Rede von mehrfacher, schwerer körperlicher Verletzung immer unter Alkohol. Mein Ex sprach auch von Trennung, aber tat es nie und sah diese auch über Jahre nicht ein, was bei mir zu Stalking und weiteren Gewaltausbrüchen durch und von ihm führten. Und natürlich einer Flut aus Vorwürfen, Drohungen mir gegenüber, Selbstmordandrohungen, Erpressung und übelster Nachrede. Da wurde ein einst geliebter Mensch zu einem fölligem Monster, vor dem man persönlich echt Angst bekommt und sich stark schützen muss. Die Sucht hat ihn vollkommen im Griff und ich hätte damals die Beziehung beenden müssen, als er erstmals aggressiv (in Verbindung mit Alkohol) wurde. Ich konnte es aber erst, als er mich persönlich angriff. Ich hätte auf mein Bauchgefühl und mein Umfeld hören sollen und bin leider durch mein Ignorieren und Verschönigen, Probleme klein reden in die Co-Falle geraten, die in meinem Fall wirklich gefährlich wurde.

    Aber auch ohne Gewaltausbrüche wird der Punkt natürlich erreicht an dem es nicht mehr geht. Und Gewalt ist immer ein absolutes No Go, was du niemals bis zu dem Punkt wo sie ausbricht ertragen solltest!!!! Wenn du Angst vor sowas durch deinen Patrner hast, dann geh bitte sofort!

    Du musst für dich den Punkt selbst spüren, aber wenn du ihn spürst, dann tu was, werde aktiv! Das ist so wichtig und nein, du wirst es nicht bereuen, wenn du aus der Co Abhängigkeit rauskommst, das ist eine wirkliche Befreiung.

    Einmal editiert, zuletzt von Lila77 (1. Oktober 2024 um 13:10)

  • Hallo Pinguin,

    also meine Kinder sind ähnlich alt wie deine (auch Grundschule und Kindergarten) und ich bin vor ein paar Monaten ausgezogen (zu nahen Verwandten). Das ist nicht komfortabel und hat alles auch Schattenseiten, aber für mich ist es absolut keine Option zurück zu gehen. Ich wünschte, ich hätte diesen Schritt schon früher getan, als die Kinder noch kleiner waren. Also aus Sicht der Kinder ist es nie gut, auf einen späteren Zeitpunkt zu warten. Sie und auch du gewöhnt euch an diesen verrückten, unguten Zustand und empfindet es zunehmend als normal. Die Kinder sowieso, sie kennen es ja nicht anders. Aber sie bekommen „es“ durchaus mit - aber sie können es nicht einordnen, warum der Papa so schnell überfordert, gereizt, müde etc. ist. Sondern beziehen alles auf sich.

  • Es ist wirklich ein Glück, dass du die Option hast, zu deinen Eltern zu gehen. Vielleicht wacht er davon ja doch auf und geht es ernsthaft an. Und wenn nicht, dann hast du einen großen wichtigen Schritt getan. Und mit räumlichen Abstand fällt es auch viel leichter, nicht mehr um ihn zu kreisen. Sondern sich auf dich und die Kinder zu konzentrieren. So ist meine Erfahrung zumindest.

  • Liebe Pinguin,

    Die Frage die sich doch stellt ist, auf was hoffst Du? Es wird keine Fee mit Zauberstab erscheinen.

    Du kannst keinen Menschen ändern, nur Dich selbst.

    Und sich sagen, er ist ja nicht gewalttätig, dann ist es auch nicht so schlimm, ist der absolut falsche Ansatz.

    Ich habe Gewalt durch meinen Ex Partner erfahren. Das willst Du nicht.

    Wichtig ist doch ob man "Gewalt" auch gegen sich selbst ausübt, wenn man selbst eine eigenen Bedürfnisse komplett ignoriert und die Verantwortung für ein eigenes glückliches Leben in die Hand und in die Verantwortung von jemand Anderen gibt.

    Fakt ist doch, dass Du so nicht mehr leben kannst und willst. Also was wären ersten mögliche Schritte für Dich?

    LG Momo

  • Mein Leben geht Grad einfach den Bach runter. Mir ist in den letzten Wochen 2 mal ein Klaps auf den Po bei meiner Tochter ausgerutscht. Nun hat sie im Kindi erzählt, dass Mama sie schlägt, wenn ich wütend bin. Und nein ich verprügel meine Kinder nicht. Ich weiß, dass die Klappe falsch waren. Die Leitung will, dass ich zu einem Gespräch kommen und hat (oder will) das Jugendamt einschalten.

    Ich habe das Gefühl ich schaffe es nicht ohne meinen Mann. Er ist bei sowas immer ruhiger und selbstbewusster. Mein Selbstwertgefühl ist im Keller.

    Und dann denke ich, wenn ich zu meinen Eltern ziehen muss ich die Kinder rausnehmen und sie müssen sich neu in Schule und Kindi finden. Was ist wenn ich jetzt alle 1..2 Jahre umziehe ... Ich habe Angst die Kindheit der Kinder noch schwerer zu machen oder kaputt zu machen.

  • Hej liebe Pinguin

    Das geht nicht nur Dir so! Ich kann keine guten Ratschläge geben. Ich bin das schlechte Beispiel dafür, lange zu warten. Weil es eben "nur" Gereiztheit, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen sind. Es gab nie Körperliche Gewalt. Meine Therapeutin meint allerdings, das "Aussitzen" eines Partner in einer Beziehung sei auch eine Form von Gewalt.

    Derzeit bin ich auf Wohnungssuche.

    Du wirst den Zeitpunkt für Dich und die Kinder finden! Du hast therapeutische Unterstützung, scheinst reflektiert zu sein, hast uns hier..

    Nur nicht aufgeben! Stell Dir doch mal vor, wie Du in ein paar Jahren vllt hier im Forum den Neulingen von Deinem Weg berichtest! Dann wird das alles irgendwie Sinn machen!?

  • Schaffts Du es nicht ohne Deinen Mann oder wegen Deinem Mann?

    Es gibt ja einen Grund warum Du gerade so am Boden bist.

    Kannst Du Dir weitere Unterstützung holen, über Freunde, Familie?

    Hast Du Dir mal Gedanken über eine Mutter-Kind-Kur gemacht.

    Ich glaube Du musst a)dringend nach Hilfe fragen und b) Dich mal rausnehmen

    Bist Du schon beim Arzt?

    Kannst Du mal für ein/zwei Wochen zu Deinen Eltern?

    LG Momo

  • Du hast ja vollkommen Recht. Aber ich schaffe es noch nicht zu gehen.

  • Ich war 5 Wochen in Reha mit den Kids. Das tat mir auch sehr gut.

    Ich gehe wöchentlich in Therapie und beginne wieder Antidepressiva zum stabilisieren zu nehmen.

  • Ich hoffe, dass es endlich klick bei ihm gemacht hat, wobei ich selber glauben das geht wieder nur ein Zeitlang gut. Keine Ahnung auf was ich warte... Auf mein Leben, was ich mir aufgebaut habe.

  • Ich denke der Punkt ist erreicht, an dem du etwas ändern musst. Deinen Kindern rettest du die Kindheit, wenn du jetzt etwas änderst. Dir geht es nicht mehr gut und das was dir jetzt mit den Ämtern bevorsteht, benötigt dringend eine Veränderung eurer Situation, sonst kann sich das wirklich übel für dich und euch entwickeln.

    Für dich ist wichtig, das du aus dem ganzen Stress raus kommst und es nicht noch schlimmer wird. Deine Kinder bekommen alles mit wie du siehst und du bist jetzt in der Verantwortung das es euch gut geht und der akute Stress so schnell wie möglich aufhört.

    Und du schaffst das "alleine" - dein Mann macht doch rein gar nichts das sich was verbessert und lässt dich doch so oder so schon allein, auch wenn ihr unter einem Dach wohnt.

  • Ich denke der Punkt ist erreicht, an dem du etwas ändern musst. Deinen Kindern rettest du die Kindheit, wenn du jetzt etwas änderst. Dir geht es nicht mehr gut und das was dir jetzt mit den Ämtern bevorsteht, benötigt dringend eine Veränderung eurer Situation, sonst kann sich das wirklich übel für dich und euch entwickeln.

    Für dich ist wichtig, das du aus dem ganzen Stress raus kommst und es nicht noch schlimmer wird. Deine Kinder bekommen alles mit wie du siehst und du bist jetzt in der Verantwortung das es euch gut geht und der akute Stress so schnell wie möglich aufhört.

    Und du schaffst das "alleine" - dein Mann macht doch rein gar nichts das sich was verbessert und lässt dich doch so oder so schon allein, auch wenn ihr unter einem Dach wohnt.

    Ich glaube du hast Recht. Ich habe nur unfassbare Angst vor der Zukunft. Hat jemand Erfahrungen mit Kindern wie es war umzuziehen... Wie es was in neuen Kindi und Schule zu gehen?

  • Hallo Pinguin,

    bisher habe ich bei Dir nur mitgelesen. Aber jetzt möchte in den Raum werfen, dass Du auch verlangen kannst, dass Dein Mann erstmal die gemeinsame Wohnung verlässt. Sich ein Zimmer nimmt, oder bei Freunden unterkommt, vielleicht für 3-4 Wochen erstmal. Wieso muss immer der Angehörige das Feld räumen, zumal auch noch Kinder involviert sind?

    Du kannst es nicht mehr ertragen, dass er alkoholisiert ist und sich dann auch noch mit den Kindern beschäftigt.

    Ein nasser Alkoholiker ist unberechenbar, darauf möchte ich nochmals hinweisen, aus eigener Erfahrung.

    Und Du bist mittlerweile mit den Nerven so am Ende, dass es sich auf Dein Verhältnis mit den Kleinen auswirkt.

    So kann es nicht weitergehen, meinst Du nicht auch?

    Aber eins nach dem anderen, in Deinem Tempo. Überlege Dir, was Du tun willst.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hi Pinguin,

    ich verstehe deinen Zwiespalt, aber ich fürchte, den richtigen Zeitpunkt findest nur du selbst. Ich war/bin 11 Jahre mit meinem Partner zusammen, von Anfang an hatte er ein Alkoholproblem, welches er in den ersten Jahren gut steuern konnte. Vor ca 6 Jahren sind wir zusammen gezogen, seit 2 Jahren kann er sein Alkoholproblem nicht mehr so gut steuern. Er hat sich mir gegenüber extrem verändert, war teilweise sehr gemein und kam nur noch zum Essen und Schlafen nach Hause. Gewalttätig war er nie, aber weh getan hat er mir trotzdem mit seinen Äußerungen und seinem Verhalten.

    Mein Partner hat mir immer wieder versprochen, er holt sich Hilfe, er ändert sich, er macht alles was ich will wenn ich nur bleibe etc. etc.
    Fakt ist, er trinkt immer noch - zwar dosierter, aber das Kernproblem ist noch da.
    Ich bin voll und ganz bei Elly, kann er für einen gewissen Zeitraum woanders schlafen, sodass er nur noch zu euch kommt, wenn er "nüchtern" ist ? Seinen Kindern zuliebe?

    Ich denke halt immer er bereut es immer. Er bemüht sich. Er hat sich schon in den letzten Jahren stark zum positiven geändert.

    Das wird vielleicht so sein, aber er ist suchtkrank. Mein Partner bereut auch vieles, ist mega lieb seit meinem Auszug , hat sich auch positiv verändert. Aber er trinkt immer noch weiter ...

    LG

    Zabou

  • Die Situation hatten wir 2023 vor Weihnachten. Er ist selber ausgezogen, zu seiner Mutter und wollte sich trennen. Nach einer Woche wollte er diese Situation nicht mehr, hat einen kalten Entzug gemacht und durfte dann wieder heim... Das hat dann ca 2..3 Monate gehalten.

    Im Juni oder Juli 2023 hatte ich ihn auch bereits für einen Monat rausgeschmissen und habe gesagt du musst selber gucken, wo du unterkommst. Dann hat er 2 möchte im Auto geschlafen und hat sich dch aufgerungen zu seiner Mutter zu gehen.

    Momentan ist es so, dass er einzelne Tage trocken schafft und dann wieder zur Flasche greift.

    Es ist ein auf und ab.

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