Sonnenschein CoA - Ich will MEIN Leben zurück

  • Hallo Koda,

    für mich war es so eine erleichterung, als xy tatsächlich ins krankenhaus ging, - aufgenommen wurde - und da erst mal blieb. und sich andere kümmerten. / der rest lag bei ihm, und nur bei ihm.

    So fühle ich mich gerade. Da ich eh schon immer fast alles alleine gemacht habe und er zusätzlich die letzten Monate kaum daheim war, fehlt jetzt nicht wirklich was. Statt dessen braucht sich niemand mehr Sorgen zu machen, in welchem Zustand er Heim kommt oder enttäuscht zu sein, dass er Absprachen nicht eingehalten hat. Wir sind zur Ruhe gekommen.

    Trotzdem wird täglich nach dem Vater gefragt und angerufen. Und für Sonntag ist ein Besuch bei ihm geplant. Sie genießen die Ruhe, aber vermissen ihn auch sehr.

  • Hallo Ino,

    danke der Nachfrage.

    Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Er ist jetzt seit 5 Wochen in der Klinik. Er wird aber nicht wegen Sucht behandelt, sondern in erster Linie wegen Depression. Das hat mich verunsichert und ich musste lange drauf rumdenken. Wir telefonieren mittlerweile täglich und 1x die Woche fahre ich ihn mit den Kindern besuchen. Zwischendurch habe ich das Gefühl, dass sich alles bessert. Ganz langsam. Er hat inzwischen fast 10 Kilo zugenommen und versucht seine Fitness auf Vordermann zu bringen. Heute habe ich zum ersten Mal wieder etwas an gewohnter Attraktivität wahrgenommen. Und dann gibt es andererseits am Telefon Kommentare, die mich zutiefst verunsichern und dann sofort wieder alle Lampen angegeben und alle Vorhänge zugehen. Auch ertappe ich ihn immer noch immer wieder beim Lügen. Und dann sind ihm die Konsequenzen seines Absturzes noch nicht voll Bewusst. Ich würde mich zutiefst schämen und im Boden versinken, bei dem was er anderen mit seinem Handeln angetan hat. Statt dessen stellt er Forderungen und sieht nicht, dass ihm mehr entgegen gekommen wird, als notwendig.

    Dann gibt es Tage wo ich über die verlorene Liebe Trauer. An anderen Tagen bin ich nur wütend, weil ich auf der beruflichen Ebene immer wieder mit seinem Fehlverhalten der letzten 2 Jahre konfrontiert bin. Das ist manchmal kaum auszuhalten. Dann bin ich wütend darüber, was er mir angetan hat und das er jetzt in seiner rosa Blase in der Klinik sitzt und ich mich dem allen stellen muss. Dann die vielen Fragen von Freunde, Nachbarn, Verwandten, Bekannten, Kunden und Geschäftspartnern. Die meiste Zeit bin ich entspannt und müde. Ich lebe mein Leben mit den Kindern. Bei uns ist Ruhe eingekehrt und niemand muss sich mehr Sorgen machen oder Angst haben. Der einzige Schatten der über uns schwebt ist die Ungewissheit. Wird er die Zeit in der Klinik bis zum Ende ausschöpfen oder vorher abbrechen? Was ist, wenn er wieder Heim kommt? Bei uns ist seit seinem Klinikeinzug alles auf Stillstand umgestellt. Inzwischen wurde er gekündigt, was vieles schwieriger machen wird.

    Ich hänge irgendwie in der Luft. Ich kann es nicht beschreiben.

  • Und dann sind ihm die Konsequenzen seines Absturzes noch nicht voll Bewusst. Ich würde mich zutiefst schämen und im Boden versinken, bei dem was er anderen mit seinem Handeln angetan hat. Statt dessen stellt er Forderungen und sieht nicht, dass ihm mehr entgegen gekommen wird, als notwendig.

    Liebe Sonnenschein

    Mein ExPartner hat auch vor 8 Jahren den Führerschein verloren und zwar für eine lange Zeit. Mit der Busse hätten wir fast schon einen Kleinwagen kaufen können. Ich war bereits schwanger, aber wer weiss vielleicht wär ich trotzdem geblieben-habe ja immer wieder gehofft.

    Es ist eine schreckliche Erfahrung. Mein ExPartner durfte dann 2 Jahre nichts trinken, seine Einstellung aber war aus meiner Sicht unverändert. "Das kann halt passieren, saublöd gelaufen" etc. Darum hat er nach 2 Jahren Abstinenz auch gleich wieder angefangen zu trinken. Und es folgten noch viele weitere Probleme. Ich hoffe dein Partner übernimmt noch Verantwortung. Denn ohne dass der Süchtige Verantwortung übernimmt wird er immer wieder in die Opferrolle schlüpfen und schön weitertrinken. Hör auf dein Bauchgefühl es zeigt dir den richtigen Weg. Und lass dir von Niemandem deine Zukunft versauen. Ich wünsche dir viel Glück und schicke dir ganz viel Trost.

  • Hallo Sonnenschein,

    Es freut mich, dass du dich gemeldet hast. Deine Gedanken kann ich nachvollziehen. Ich hoffe, du bleibst bei dir und findest weiterhin Kraft, um dir und den Kindern helfen zu können.
    Die Ungewissheit empfinde ich als eine schwierige Situation, möchtest du, dass er wieder nach Hause kommt? Liebe Grüße Ino

  • Hallo Ino,

    möchtest du, dass er wieder nach Hause kommt?

    Im Moment, ganz klar nein. Auch die Kinder wollen das nicht. Das haben sie schon ganz klar geäußert. Erst wenn er entlassen wird und nicht, wenn er vorzeitig abbricht hat meine Große gesagt.

    Über alles andere denke ich gerade bewusst nicht nach. Es gibt gerade so viele Variablen, dass ich nichts planen kann.

    Wie geht es dir so? Was gibt es neues?

  • Liebe Sonnenschein,

    Ich hoffe, dein Mann lässt sich dann helfen.
    Bei uns ist sehr durchwachsen. Mein Mann hat den Kontakt mit mir und unserer Tochter abgebrochen. Ihr geht es dabei nicht gut und ich probiere ihr zu helfen, die Situation nicht auf sich zu beziehen. Na ja, schwierig. Wie soll sie es nicht persönlich nehmen! Ich bin ziemlich überfordert mit dem ganzen.
    Wie es ihm geht und wo er ist, weiß ich nicht. Verrückt.
    Ich schaue für mich weiter, so gut wie es geht alles organisiert zu bekommen, nach Prioritäten.
    Liebe Grüße Ino

  • Was genau soll sich durch diesen Klinikaufenthalt denn ändern?Auch wenn er bis zum Ende in der Klinik "durchhält", heißt das doch gar nichts, Sonnenschein, zumal er sich ja, wie Du schreibst, nicht einmal wegen seiner Sucht behandeln lässt, sondern "nur" wegen Depression.

    Und er belügt dich immer noch, stellt schon wieder Forderungen....Und Ihr genießt die Ruhe ohne ihn....

    Was will dir das sagen?

  • Hallo Ino,

    schön, dass es euch soweit gut geht. Das mit deiner Tochter tut mir leid. Ich wünsche dir viel Kraft für deine Tochter. In solchen Situationen habe ich meinen Kindern immer gesagt, dass ich immer für sie da bin und sie sich immer darauf verlassen können, egal was passiert. Das hat ihnen Sicherheit gegeben und dafür sind sie mir dankbar und geben ganz viel Liebe zurück. Du schaffst das. Ich drück dich.

  • Hallo Rennschnecke,

    Was genau soll sich durch diesen Klinikaufenthalt denn ändern?Auch wenn er bis zum Ende in der Klinik "durchhält", heißt das doch gar nichts, Sonnenschein, zumal er sich ja, wie Du schreibst, nicht einmal wegen seiner Sucht behandeln lässt, sondern "nur" wegen Depression.

    Was soll sich ändern? Er soll sich wieder finden und sein Leben leben wollen und können. Vielleicht hab ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Er lässt sich nicht „nur“ wegen Depression behandeln. Das haben die Ärzte so eingestuft. Sie wissen von dem Alkohol und Drogenproblem und er war zwischdurch für eine Woche auf der Suchtstation. Die Ärzte schätzen das anders ein. Auch auf der jetzigen Station muss er regelmäßig und unregelmäßig Blut und Urin abgeben und bei Verdacht pusten. Das wird also nicht komplett vernachlässigt. Mit „Durchhalten“ meinte ich, dass er alles bereitwillig mitmacht. Zimmer teilen mit Fremden und bestimmte Ausgangssperren. Das wäre für mich auch echt schwer so ohne Privatsphäre. Fakt ist, die Ärzte sehen sein Hauptproblem in einer schweren Depression mit Burnout. Daraus resultiert der Alkoholismus, riskante Lebenweisen und Essstörung.

    Und er belügt dich immer noch, stellt schon wieder Forderungen....Und Ihr genießt die Ruhe ohne ihn....

    Er lügt und erzählt Geschichten, wie er es oft getan hat, um sich im besseren Licht dazustellen. Aber ich durchschaue ihn, das ist der Unterschied zu früher. Und ich möchte keinen Geschichtenerzähler mehr.

    Mir gegenüber ist er sehr reumütig und bettelt um eine weitere Chance. Aber Geschäftspartner hat er enttäuscht und geschädigt und das kann er noch nicht begreifen. Da fühlt er sich ungerecht behandeln und stellt Forderungen auf. Das wird ihm noch schmerzhaft bewusst werden müssen. Aber das hat nichts mit mir zutun.

  • Liebe Sonnenschein,

    Mein Mann hat auch eine Depression diagnostiziert bekommen, und nimmt Medikamente hierzu. Sein Alkoholproblem ist auch bekannt. Ich hab mich immer wieder gefragt, was ist Ursache und was ist Wirkung. So wie ich es mitbekommen habe, begünstigen sich die Depressionen und das Alkoholismus gegenseitig. Umso wichtiger ist es, dass man nicht mehr trinkt (laienhaft ausgedrückt).

    Dicke Umarmung Ino

  • Hallo Ino,

    Wie geht es mir? Wahrscheinlich beschissen. Ich erwache gerade aus meiner Schockstarre, die jetzt gute 10 Tage mein Leben übernommen hat. Ich würde gerne Sturzbäche weinen und auf einen Boxsack einprügeln, aber ich kann nicht. Ich war auf der Hut und habe mir eure Warnungen immer wieder aufgerufen und trotzdem bin ich wieder in die Falle getappt. Ich wurde auf das niederträchtigste benutzt und belogen. Und ich war soooo blöd.

    Aber jetzt wird alles anders. Ich bin schwer verwundet, aber nicht tot. Und deshalb mach ich jetzt weiter. Ich gehe meinen Weg und lass mich nicht unterkriegen. Die Messer sind gewetzt und die Pläne geschmiedet. Nur mein blödes Herz blutet noch.

    Ich habe zwei so unfassbar tolle Töchter, denen ich weiter meine Stärke vorleben möchte, damit sie nicht die gleichen Fehler machen.

    Wie geht es dir Ino?

  • Hallo Sonnenschein,

    Oh, ich frage nicht nach Details, hört sich danach an, dass du keine Ruhe findest. Ich hoffe, du musst die Messer nicht benutzen. Wie geht es den Kindern?
    Bei mir - bleibe konsequent, kostet mich aber meine ganze Kraft und diese ist sogar zu wenig, um alles aufzufangen. Oft stehe ich vor der Herausforderung - wie reagiere ich normal in einer aufeinander Reihung nicht normalen Situationen. Ich wünschte es mir viel früher etwas unternommen zu haben….

    Liebe Grüße Ino

  • Hallo Ino,

    diese Gedanken kenn ich auch zugut. Aber das Universum hat mir in letzter Zeit auch immer wieder in die Karten gespielt. Es gab glückliche Zufälle oder Ereignisse, die so nicht gewesen wären, wenn ich nicht mit dem ganzen Mist den er uns hinterlassen hat, konfrontiert wäre. Oder nenn es Karma.
    Ich glaube manchmal, dass man einfach manche Wege erst gehen muss, bevor man weiter machen kann. Und diese Erlebnisse gehören dazu.
    Dabei wünsche ich mir nur Ruhe. Mal ein Tag an dem keine kleinen Bomben platzen.
    Den Kindern geht es soweit gut. Das letzte Ereignis hat sie hart getroffen und uns noch näher gebracht. Jetzt gibt es nur noch uns drei und nichts dazwischen.

  • Liebe Sonnenschein,

    Das denke ich auch sehr oft - früher war ich einfach nicht soweit, Ich lerne ziemlich viel über mich die letzten Monate und entdecke Schattenseiten. Es ist ein Prozess und irgendwie bin ich dankbar, dass ich ihn durchlaufe, weil es nur mit mir zu tun hat und somit tue ich mir etwas Gutes. Aber den ganzen Mist drumherum ist Fui 🙂 Und manchmal schwebe ich und möchte mich einfach nur erden. Möchte aufwachen, als ob alles nur ein böser Traum gewesen wäre, meine Familie küssen und das Leben genießen. Und dann wache ich auf, und stelle fest, ich habe nicht geträumt. Ich schaue mich im Spiegel, gebe mir Mut, küsse meine Tochter und der Tag beginnt.

    Dicke Umarmung Ino

  • Guten Morgen,

    ich muss mich kurz auslassen.

    Nachdem mein Mann nun seit 2 Wochen im Hotel ist und ich ihn nicht weiter beachte, hat er nun verstanden, dass es endgültig aus ist. Folglich erhalte ich seit gestern Nachmittag erst Liebesbekundungen und dann mit steigendem Pegel entsprechende Beschimpfungen wie schlimm und hinterhältig ist doch bin. Das ich ihn nur belogen habe und auf sein Geld aus bin. Das ich die Kinder entfremdet habe und er mir alles wegnehmen wird. Und ich ihn ja sowieso die ganze Zeit schon betrüge.

    Nichts davon ist wahr, das weiß ich, aber es tut trotzdem weh. Heute Nacht um 1:00 Uhr stand er dann plötzlich gut geölt in der Wohnung an meinem Bett weil er sehen wollte mit wem ich im Bett bin. Das ist mittlerweile soooo krank.

    Folglich hab ich heute Nacht kaum geschlafen und fühle mich hundeelend.

    Ich will das alles nicht mehr. Wann hört das auf? Muss ich wirklich erst warten bis jemand zu Schaden kommt?

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