Korli - Co Abhängig

  • Hallo Korli,

    ich lese ab und an bei dir mit. Heute will ich was dazu schreiben.

    Ich denke das ganze als Co ist ein Prozess um gesund zu werden.

    Dieser Prozess funktioniert nicht von heut auf morgen. Jeder benötigt andere Mechanismen und Zeit dafür.

    Aber, du hast meines Erachtens einen großen Vorteil, euch verbinden keine Kinder. Dass heißt, wenn du nicht möchtest musst du keinen Kontakt aufrecht erhalten.

    Du entscheidest! Und am besten nur, womit es dir gut geht. Klar einfach ist auch so eine Teennung nicht. Aber das bleiben und hoffen ist es genausowenig.

    Liebe Grüße Petra

  • Sie schreibt eh nix mehr also wäre es auch egal nicht zu blockieren.

    Dann ist aber auch vollkommen OK, sie zu blockieren, denn sie merkt es ja eh nicht.

    Ist es nicht zu hart jemanden zu blockieren?

    Jemanden zu blockieren, ist genauso hart, wie mit jemandem Schluss zu machen. Natürlich ist es hart, aber solche Entscheidungen sind legitim: Man muss nicht mit jemandem zusammenbleiben (und schon gar nicht an jemandem ewig hängen, der sowieso kein Interesse mehr an einem hat), wenn einem der- oder diejenige nicht gut tut. Deine langfristigen Interessen für Dein Leben (und davon hast Du nur eins, nota bene) sid genauso legitim wie ihre für ihr Leben. Solange diese beiden Interessenlagen kompatibel sind, kannst Du Deine natürlich immer problemlos hintanstellen, aber wenn sie krass kollidieren, ist es legitim, Deine zu priorisieren - was sie ja schon längst tut. Du bist genauso viel wert wie sie!

    Reicht es nicht wenn ich mich in meinem Inneren von allem loslöse?

    Das ist ein bisschen wie bei einer Heirat, nur natürlich genau umgekehrt: Eigentlich ändert sich ja danach nichts, man lebt eben einfach weiter zusammen wie auch schon vorher. Und doch ändert sich emotional eine Welt durch so einen symbolischen Akt. Hier: Man lebt nicht mehr nur getrennt weiter wie bisher.

    Meine Erfahrung: Es hilft kolossal beim Loslösen, alles zu löschen, alles zu kappen, was einen noch mit der anderen verbindet. Was sie darüber denkt, ist bei diesem Stand der Dinge, doch nun wirklich vollkommen egal.

  • Hab mal eine Frage an Euch.

    Ist es Alkoholikern egal wenn es eine Trennung in der Partnerschaft gibt? Oder ist totale Ignoranz eine Bestrafung für mich dass ich Schluß gemacht hab?

    Oder betäuben die Ihre Gefühle mit dem Alk?

    Ihr schreibt mir viel und denkt über meine Situation nach.

    Danke Euch allen

  • Ich war es ja alles selber mit Schuld dass es soweit gekommen ist.


    Was genau meinst du mit ‚dass es soweit gekommen ist‘?
    Und warum denkst du, dass du selber mit Schuld bist?

    Reicht es nicht wenn ich mich in meinem Inneren von allem loslöse?

    Das wird dir am Besten gelingen, wenn du mal mehr an dich denkst.

    Ich habe nicht den Eindruck, dass du dich innerlich von allem löst. Deine Gedanken sind viel zu sehr in der Vergangenheit und bei ihr.

    Es kostet sehr viel Mut neue Wege zu gehen und bei sich zu bleiben. Emotional bin ich ziemlich am Boden, das merke ich.

    Natürlich ist auch Mut erforderlich, um neue Wege zu gehen. Aber erstmal ist es notwendig, den alten Weg zu verlassen…..zumindest erstmal im Kopf.

    Eine Trennung tut (fast) immer weh.
    Schau auf dich, schau nach vorn. Dein weiteres Leben findet ohne sie statt. Das ist jetzt deine neue Welt, in der du lernen musst, dich zurechtzufinden.

    Du hattest irgendwas geschrieben, dass sie sich für den Alkohol und gegen dich entschieden hat (oder so ähnlich).
    Da habe ich lange drauf rumgedacht. Ich bin Alkoholiker und bin der festen Überzeugung, dass kein Alkoholiker sich gegen den Partner entscheidet, wenn er immer weiter trinkt und nicht vom Alkohol wegkommt.,
    Alkoholiker sind süchtig nach Alkohol, sie können nicht mit dem Alkohol trinken aufhören, wenn sie nicht verstehen, dass sie Alkoholiker sind und sich nicht helfen lassen wollen. Und selbst, wenn sie erkennen, dass sie Alkoholiker sind und sich helfen lassen wollen, schaffen es die wenigsten, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Das ist der Krankheit geschuldet und hat erstmal mit dir gar nix zu tun. Eine bewusste Entscheidung gegen dich ist das bestimmt nicht.

    Wenn es dir hilft, sie zu blockieren, dann tu es. Abstand ist auf jeden Fall eine gute Wahl.

    Bei dir habe ich nach wie vor den Eindruck, dass du die Hoffnung noch nicht aufgegeben hast.
    Du wirst nie Einfluss auf das Trinkverhalten eines Alkoholikers nehmen können. Er befindet sich in einer Suchtspirale, die immer nur nach unten führt, wenn er selbst den Ausgang nicht findet. Er zieht alles und jeden in seinem Umfeld irgendwann in diese Spirale mit rein.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Wer sind denn „diese Menschen“? Meinst Du damit Alkoholiker? Das liest sich sehr abwertend.

    Und was sollen „diese Menschen“ Euch (wer genau ist „uns“??) angetan haben? Sich falsch verhalten oder jemanden verletzt haben?

    Das wären dann Eigenschaften, die es bei jedem Nichtalkoholiker auch geben kann. Genau so wie es Alkoholiker gibt, die niemanden verletzt haben oder sich falsch verhalten haben.

    Oder Co-Abhängige, die andere verletzen oder sich falsch verhalten.

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Ich war noch nicht bei dir, aber ich spreche mal frei von der Leber weg.

    Nun lese ich die ganze Zeit bei dir und sehe nichts, was du unversucht lässt, um irgendwie eine Antwort zu finden, warum und wieso es so ist. Du drehst dich wie ein Kreisel im Kreis und steigst nicht aus der Situation aus.

    Es gibt nur eine Erklärung: Es ist die Sucht, die sie steuert, und die EX hat keine Lust mehr, sich mit dir zu beschäftigen. Es ist ja nicht verboten, zu trinken und den Partner abzuschießen.

    So wie du dich auf Speed-Datings herumtreibst und es als Abwechslung ansiehst, was schon fragwürdig ist, denn derjenige, der auf Speed-Dating geht, erwartet ja auch etwas. Egal. Wollen wir nicht den Moralapostel heraushängen.

    Weißt du, ich war nasser Alkoholiker und habe alles hinter mir gelassen, was mir lieb und teuer war. Ich habe mir jemanden gesucht, der mit gesoffen hat und nicht ständig herummeckerte.

    Gefühle spielen in der Sucht keine Rolle. Sie werde entweder weggesoffen oder schön gesoffen.

    Auf deine Fragen gibt es keine Antwort, die dir gefällt oder dir das Gefühl des Liebeskummers nimmt. Es gibt nur eines:

    Kümmere dich um dich selbst, und mit der Zeit wird auch der größte Liebeskummer nachlassen.

    Zu hart geschrieben?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Nein Hartmut. Nicht zu hart geschrieben. Ich bin froh wenn Du mir ein offenes Feedback gibst.

    Du hast recht, ich habe versucht ihr zu helfen obwohl sie keine Hilfe wollte. Ich hab versucht mich in etwas einzumischen was alleinig ihre Sache ist. Sie hat das Recht zu trinken wenn sie das will und ich muss nicht dabeibleiben.

    Es tut nur eben unendlich weh wenn man jemanden liebt das zu sehen.

    Ist gut dass Du klare Worte an mich richtest, danke

  • Zum Prozess der Verarbeitunh gehört auch meine eigenen Fehler zu sehen.

    Vor und nach der 1. Reha bin ich hinter ihr hrrgedackelt. Hab gerochen, gesucht, es gab andauernd Misstrauen. Leider lag ich oft richtig. In der 5. Woche während der Reha hat sie begonnen zu trinken.

    Danach wieder kontrolliert ich verstehe dass niemand so leben kann. Das Versteckspiel wurde immer heftiger. Ich habe viel zu oft und lange diskutiert und meine Sorge geäußert.

    Ich bin mir sicher dass die Trennung die ich eingeläutet habe eine Befreiung für sie ist.

    Niemand mehr der unangenehme Fragen stellt , kontrolliert usw.

    Es hat für mich lange gedauert zu verstehen dass ich mich in ihr Leben eingemischt habe.

  • Real betrachtet war diese Dauerbelastung für beide zu viel.

    Ich in meinem Kontrollwahn und sie am Verheimlichen.

    Das macht beide krank und ist Gift für eine Beziehung auf Augenhöhe.

    Ich habe immer wieder gehört sie wie ein Kind zu behandeln und das hat gestimmt.

  • Zum Prozess der Verarbeitunh gehört auch meine eigenen Fehler zu sehen.

    Nein, das gehört nicht dazu, wenn es sich um einen Partner handelt, der trinkt. Deswegen kannst du getrost deine Gedanken dazu in die Tonne treten. Es gibt nur abhaken, alles andere folgt. Und hör auf, für SIE zu denken.

    Eine Frage, die ich mir auch stelle: Gab es eine Zeit, als du mitgetrunken hast oder trinkst du selbst auch?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ist es nicht zu hart jemanden zu blockieren? Ich habe da meine Werte für mich. Ich war es ja alles selber mit Schuld dass es soweit gekommen ist. Reicht es nicht wenn ich mich in meinem Inneren von allem loslöse?

    Hi Korli, ich wollte auf deine Frage(n) noch mal eingehen. Ich finde du hast JEDES Recht sie zu blockieren. Ihr Verhalten während eures Zusammenseins hat dich verletzt, enttäuscht, die Tragweite, also Auswirkungen auf dich kannst ja nur du ermessen, aber deine Posts klingen, als hättest du eigentlich die Schn.... gestrichen voll. Du hängst allerdings emotional auch tief drin, und deine Fragen zielen darauf ab, ob es nicht doch irgend wie irgendeine Möglichkeit gibt sie zurückzubekommen.

    Kannst du ja auch jederzeit, sowiesie jederzeit trinken kann. Der Sucht folgen macht extrem unfrei, aber es befriedigt ja auch ein existentielles Bedürfnis, sonst wärs ja auch nicht so schwer. Ich sehe das Blockieren in erster Linie als Selbstschutz. Was sie damit macht ist völlig egal, aber dir gibst du einen Rahmen, in dem du wieder zur Ruhe kommen kannst.

    Was hast du für Werte? Die Frage ist doch wichtig, relevanter auch als die Schuldfrage (die schickt dich bloss im Kreis herum), aber was uns wichtig erscheint, ist das was uns handeln lässt, so empfinde ich das. Schuld ist eher ein Wertesystem das von außen kommt, das Wertesystem was mir meine Eltern mitgegeben haben war ein extrem starres Korsett, ich habe deswegen auch immer wieder mit Schuldfragen zu kämpfen, (oder fühle mich verantwortlich an Stellen, wo ich es gar nicht muss).

    Was ist dir wichtig, für dich? Bei der Frage taucht sie doch gar nicht auf, denn da gehts um dich. Bei der Schuldfrage hingegen, gehts um Versagen, oder was weiss ich noch alles. So ein paar Gedanken zum Abend.

  • Achso und deine andere Frage: Reicht es nicht wenn du dich innerlich löst? Das Innere braucht ein Außen, eine Form. Wie ein gebrochenes Bein, was geschient wird, damit es gut wieder zusammenwachsen kann.

  • Hallo,

    Heute früh wäre ich fast rückfällig geworden und hätte meine Ex angeschrieben.

    Gott sei Dank hab ich an all die vielen Kommentare hier gedacht und dann wars weg.

    Es wäre echt sinnlos und dumm Kontakt zu suchen.

    Was mir noch fehlt ist die komplette Loslösung von ihr mental.

    Ich hab mir gedacht wozu denn und wieder ins Hamsterrad einsteigen? Es wäre nichts anders als vor mehr als 3 Wochen. Wie habt ihr es geschafft Eure Hoffnung zu begraben?

    Danke Euch!

  • Hallo Hartmuth,

    Austausch ist recht schwierig.

    Hab viele Bekannte aber wegen Umzug vor kurzem hier keine ausser Arbeitskollegen.

    Da ist mein Vertrauen mich zu outen nicht da. Bin in Führungsposition.

    Selbstfürsorge kann ich machen.

    Gestern war ich mit einem Freund essen, hab aber nur kurz gesprochen, dass ich mich getrennt habe. Wollte ihn nach längerem nicht damit zuschütten.

    Er hat selber aktuell andere Beziehungsprobleme.

    Akzeptanz meinst Du wie die Alanon es sagen. Dinge hinnehmen die ich nicht ändern kann..?

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!