Hallo, ich bin 42 Jahre und war 8 Jahre mit einem Quartalstrinker zusammen. Immer wenn ich zu meiner Familie in die Heimat gefahren bin, hat er sich tagelang betrunken. Manchmal auch ,wenn ich vor Ort war. Bei heftigen Streitigkeiten. Zumindest hatte ich immer das Gefühl, es sei meine Schuld, dass er trinkt- weil es eben so oft während meiner Abwesenheit passierte. Nun hat er sich Knall auf Fall, ohne große Erklärungen von mir getrennt und es sind 3 Wochen vergangen und er trinkt keinen Schluck Alkohol. Normalerweise hätte er sich innerhalb unserer Beziehung sofort betrunken, sobald ich das Haus verlassen habe. Nun nagen noch größere Schuldgefühle an mir, dass er nur deshalb getrunken hat, weil ich eben öfter in meiner Heimat war. Ich bin vor 8 Jahren für ihn in eine andere Stadt gezogen. Hat jemand Erfahrungen mit solchen Umständen? Kann es sein, dass er jetzt nicht mehr trinken muss und sich befreiter fühlt? Er hat mir noch vor ein paar Wochen gesagt, dass er mich liebt und wir haben Weihnachten mit unseren Familien geplant...Nun sagt er ,dass er sich nicht wertgeschätzt gefühlt hat und deshalb so eine Trennung im Affekt herbeigeführt hat. Er hat immer nur betrunken mich beschimpft und vergangene Streitigkeiten hochgehalten. Immer wenn ich danach mit ihm reden wollte -nüchtern- hat er gemeint, dass ihm alles leid tut und nichts ernst gemeint sei. Er hatte betrunken auch öfter mal Schluss gemacht und danach beteuert, dass ich seine große Liebe bin. Er ist mir fast 8 Jahre hinterher gelaufen, bis wir zusammen gekommen sind. Ich bin völlig am Boden zerstört und hätte nie gedacht, dass er sich trennt....vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Liebe Grüße
Felicitas<> - Partner, Quartalstrinker hat sich nach 8 Jahren getrennt und ist plötzlich trocken
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Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Felicitas!
Wenn jemand einen Grund zum Saufen sucht, dann findet er ihn. Ob es das schöne oder schlechte Wetter ist, ob der Partner da ist oder nicht anwesend ist, etc.
Du als Angehörige bist in keinem Fall schuld, nur der Alkoholiker setzt sich das Glas an den Mund.
Momentan hast Du Liebeskummer, der wirklich nicht schön ist. Aber vielleicht sollte es so sein. Wer weiß, wie sich die Beziehung noch weiter entwickelt hätte. Alles hat seine zwei Seiten.
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Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Felicitas!
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neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.
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Immer wenn ich zu meiner Familie in die Heimat gefahren bin, hat er sich tagelang betrunken.
Kann ich gut nachvollziehen. In der Zeit, in der ich alleine in meiner Wohnung war, habe ich es auch gut laufen lassen. Ich wusste ja, dass ich an diesem Abend mit niemandem mehr sprechen muss und es keiner merkt.
Ich benutze "niemandem" und "keiner". Das bedeutet, dass es nicht um eine bestimmte Person ging. Ich musste trinken und sah dann keinen Grund es zu stoppen, wenn ich alleine war. Wer dann da war, war eigentlich egal. Also hat das nichts mit Dir zu tun.
Ansonsten hatte ich dann immer Job und später auch Familie. Das hat mich immer eingebremst. Weil ich weiter funktionieren musste. Natürlich hätte ich lieber rund um die Uhr getrunken.
Da er wohl Quartalstrinker ist, wie Du schreibst, macht er gerade eine Trinkpause. Die wird nicht ewig gehen.
Eine Trennung tut weh. Aber stell Dir mal vor, wie schön eine Beziehung sein muss, in der nicht ständig die Angst da ist, dass sich Dein Partner volllaufen lässt.
Das war jetzt die ehrliche Sicht von mir, einem Alkoholiker. Ich wünsche Dir noch einen guten Austausch hier.
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Kann ich gut nachvollziehen. In der Zeit, in der ich alleine in meiner Wohnung war, habe ich es auch gut laufen lassen. Ich wusste ja, dass ich an diesem Abend mit niemandem mehr sprechen muss und es keiner merkt.
Ich benutze "niemandem" und "keiner". Das bedeutet, dass es nicht um eine bestimmte Person ging. Ich musste trinken und sah dann keinen Grund es zu stoppen, wenn ich alleine war. Wer dann da war, war eigentlich egal. Also hat das nichts mit Dir zu tun.
Ansonsten hatte ich dann immer Job und später auch Familie. Das hat mich immer eingebremst. Weil ich weiter funktionieren musste. Natürlich hätte ich lieber rund um die Uhr getrunken.
Da er wohl Quartalstrinker ist, wie Du schreibst, macht er gerade eine Trinkpause. Die wird nicht ewig gehen.
Eine Trennung tut weh. Aber stell Dir mal vor, wie schön eine Beziehung sein muss, in der nicht ständig die Angst da ist, dass sich Dein Partner volllaufen lässt.
Das war jetzt die ehrliche Sicht von mir, einem Alkoholiker. Ich wünsche Dir noch einen guten Austausch hier.
Hallo Alex, vielen Dank für deine Sicht. Kannst du mir vielleicht erklären, warum er nun nach der Trennung ,wenn er allein ist, nicht trinken muss- jedoch in unserer Beziehung immer,sobald ich weg gefahren bin?
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Woher weißt du, daß er dich nicht anlügt? Vielleicht säuft er jeden Tag. Vielleicht macht er gerade eine Trinkpause, um sich selbst oder anderen irgendwas zu beweisen.
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Linde hat es auf den Punkt gebracht.
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Und wenn er die Trennung morgen bereut und rückgängig machen wollte: Würdest Du ihn mit Kusshand zurücknehmen?
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Woher weißt du, daß er dich nicht anlügt? Vielleicht säuft er jeden Tag. Vielleicht macht er gerade eine Trinkpause, um sich selbst oder anderen irgendwas zu beweisen.
Wir haben täglich Kontakt und ich kann sofort erkennen aus jedem Wort ,ob er trinkt oder nicht. Ja er macht sicherlich eine Trinkpause. Ich verstehe nur nicht, warum er es jetzt ohne mich schafft und in unserer Beziehung nicht. Das gibt mir ein absolutes Schuldgefühl
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Und wenn er die Trennung morgen bereut und rückgängig machen wollte: Würdest Du ihn mit Kusshand zurücknehmen?
Nicht mit Kusshand. Er macht gerade eine Therapie, wo er lernt, auf seine Gefühle zu hören und den Kontakt zu ihnen herzustellen. Er kann nicht gut seine Gefühle und Bedürfnisse äußern und fühlt sich oft wenig wertgeschätzt. Er sagt einmal, dass jetzt überhaupt erst eine Welt mit mir denkbar würde, weil er gerad erst lernt, seine Gefühl, Wünsche und Bedürfniss auszudrücken und den nächsten Tag wirkt er wie befreit und das es eine gute Entscheidung war. Er meldet sich täglich und auf die Frage, wann ich mit dem Transporter alle meine Dinge abholen kann, reagiert er sehr verhalten und meint, er schickt mir gern ein paar Sachen. Alles müsse ich ja noch nicht abholen..er fährt 3 h an einen unserer Lieblingsorte um eine halbe Stunde dort zu sein und dann wieder 3 h zu fahren. Jeden Abend fährt er zu einer Aussicht,wo wir immer spazieren waren.gibt es jemanden, der ähnliches durch hat? Sowohl auf Partner als auch auf Quartalstrinker-Seite?
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er fährt 3 h an einen unserer Lieblingsorte um eine halbe Stunde dort zu sein und dann wieder 3 h zu fahren. Jeden Abend fährt er zu einer Aussicht,wo wir immer spazieren waren
Er kann Dir viel erzählen, Felicitas! Wer hat 6,5 Stunden am Tag Zeit über, vor allem wenn er Alkohol trinkt?
Genauso kann er trinken, wenn er mit Dir aufgehört hat zu telefonieren.
Ich wollte mir auch immer einreden, dass ich mein Saufen kontrollieren kann. Aber nein, der Alkohol hat mich kontrolliert, ich musste jeden Tag/Abend saufen!
Möglich, dass er eine Trinkpause einlegt, aber das ist nicht sicher. Du weißt nur so viel, wie er Dir gegenüber zugibt.
auf die Frage, wann ich mit dem Transporter alle meine Dinge abholen kann, reagiert er sehr verhalten und meint, er schickt mir gern ein paar Sachen.
Eindeutig will er nicht, dass Du unangemeldet bei ihm vorbeikommst. Denn dann würdest Du bemerken, dass er schon getrunken hat. Das ist Taktik von ihm!
Genauso wie er zeitweise die Beziehung auf Eis legt und dann wieder auftaut.
Möchtest Du wirklich so eine On-off-Beziehung mit jemanden, bei dem Du Dir nie sicher sein kannst, was er wirklich will?
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Wir haben täglich Kontakt und ich kann sofort erkennen aus jedem Wort ,ob er trinkt oder nicht
Da solltest du sehr vorsichtig sein. Mein Ex hat mich gezielt immer so angerufen, dass er entweder noch nicht so viel getrunken hat bzw halbwegs nüchtern war, dass es nicht hörbar war, dass er getrunken hat.
Ein Alkoholiker hat leider meist jahrelange Erfahrungen im vertuschen/verheimlichen seiner Trinkgewohnheiten.
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Nein, ich weiß es zu 100 Prozent. Er schreibt mir früh und abends. Wenn er sich die Hucke voll trinkt, merke ich das sofort. Er ist kein Apiegel- sondern ein Rauschtrinker. Er trinkt nicht nur ein bisschen sondern 3 Flaschen Wein z.B. Er hätte mir niemals früh so normal schreiben können. Glaubt mir bitte, dass ich ganz genau weiß und spüre, ob er trinkt. Ein Quartalstrinker kann seinen Alkoholismus gar nicht verstecken, weil er aufgrund der rauen Mengen unkontrollierbar wird. Ein Quartalstrinker trinkt NICHT täglich. Er war definitiv 6,5 h unterwegs, denn er hat mir Fotos von seiner Reise gesendet
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Ist hier irgendjemand Quartalstrinker? Ich habe das Gefühl, dass der Unterschied zwischen Quartalstrinker und Spiegeltrinker nicht ganz klar ist. Seine Eltern sind gerade da und bringen mir ein paar Kisten mit meinen Habseligkeiten mit und er sagte, dass das doch erstmal ausreichen würde. Da geht es um kein Vertuschen.
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Ich glaube ja dass es nicht nur DEN Spiegeltrinker oder DEN Rauschtrinker gibt, weil ich meine,dass hier die Grenzen auch bei meinem Ex verwischt waren. Aber das können dir die trockenen Alkoholiker wahrscheinlich viel besser beantworten . Es ist nur eine Vermutung.
Ich verstehe total, dass du ihn so verteidigst, dass habe ich auch sehr lange gemacht. Ihn gedeckt, vieles vor anderen verheimlicht. Das ist deine Co Abhängigkeit.
Auch wenn hier grade alles gefühlt auf dich einprasselt, keiner will dir etwas böses und ihm schon gar nicht. Aber viele Geschichten/ Verhaltensweisen sind sich sehr ähnlich, dass merkst du, wenn du dich mal durch das Forum liest.
Im Grunde sind es nur die Erfahrungenberichte derer, die genau das schon erlebt haben.
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Ist hier irgendjemand Quartalstrinker? Ich habe das Gefühl, dass der Unterschied zwischen Quartalstrinker und Spiegeltrinker nicht ganz klar ist.
Wie kommst du darauf? Der Unterschied ist bekannt, aber inwieweit hilft es dir, diesen zu kennen? Kann dieses Wissen darüber dich aus deiner leidlichen Lage befreien?
Zudem Saufen kein Verbrechen ist, und jeder, den es stört, kann seine eigenen Konsequenzen daraus ziehen. Oder macht es für dich selbst einen Unterschied, ob er sich quartalsweise oder jeden Tag besäuft?
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dass der Unterschied zwischen Quartalstrinker und Spiegeltrinker nicht ganz klar ist.
der muß auch nicht klar sein, denn Alkoholiker ist erst einmal Alkoholiker und der Weg aus der Sucht ist der gleiche.
Gutgläubigkeit in Verbindung mit einem nassen Alkoholiker kann ganz schön ins Auge gehen, weil wir Angehörige nur zu gern den Versprechen und Beteuerungen glauben und dabei nicht wahrnehmen, wie wir uns selbst mehr und mehr verstricken.
lg Morgenrot
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Genau, entscheidend fürs Suchthirn ist die Sucht, nicht die Art und Weise, wie die Sucht erworben wurde und ausgelebt wird.
Dass einem Quartalstrinker Trinkpausen leichter fallen als einem Pegeltrinker, liegt auf der Hand, macht ihn aber aber nicht zu einem besseren oder leichter therapierbaren Süchtigen.
Nimms mir nicht übel, aber was Du über Eure Beziehungsgeschichte schreibst, hört sich nach einer sehr ungesunden Verstrickung an, und da möchte er dich anscheinend drinne halten, indem er Dich einerseits wegstößt und Dir ein schlechtes Gewissen macht (Trennung, ohne Dich muss ich gar nicht trinken) und dich andererseits nicht loslässt ( weiterhin täglicher Kontakt, Heraufbeschwören guter Erinnerungen, Weigerung, Eure Sachen klar auseinanderzusortieren).
Und seine Eltern sehen dich vermutlich einfach als Krücke, ohne die er vollends abstürzt, und wollen dich ebenfalls nicht gehen lassen (was nicht ausschließt, dass sie dich auch mögen).
Ist ja schön, dass er Therapie macht, wird nur nicht viel bringen, solange er nur Trinkpausen macht und mit der Einstellung "warum ich gar nicht anders konnte, als zu trinken" daran geht .
Wie wäre es denn, wenn Du dir auch Hilfe suchst, nur für Dich? Um zu schauen, was Du von von Deinem Leben und einer Partnerschaft erwartest? Bisher geht es ja ( auch hier) nur um ihn ...
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der muß auch nicht klar sein, denn Alkoholiker ist erst einmal Alkoholiker und der Weg aus der Sucht ist der gleiche.
Gutgläubigkeit in Verbindung mit einem nassen Alkoholiker kann ganz schön ins Auge gehen, weil wir Angehörige nur zu gern den Versprechen und Beteuerungen glauben und dabei nicht wahrnehmen, wie wir uns selbst mehr und mehr verstricken.
lg Morgenrot
Er hält es mir nicht vor, dass er nun nicht mehr trinkt seit unserer Trennung. Ich bemerke es einfach und es irritiert und schmerzt mich, dass es jetzt seit 3 Wochen ohne Alkohol funktioniert. Vorher war es so, dass sobald ich weg gefahren bin in meine Heimat (1x pro Monat), er angefangen hat zu trinken spätestens am Abend und mehrere Tage. Deshalb wollte ich gern von einem Quartalstrinker wissen, ob das so sein kann. Das eine Beziehung einen so belastet, dass man trinkt. Andererseits ist es auch eigenartig, weil er ja aus Einsamkeit-> ich nicht da-> getrunken hat. Und nun durch das Schluss machen begibt er sich ja in totale Einsamkeit also genau das Gefühl, warum er immer getrunken hat
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Er macht gerade eine intensive Therapie und dort wird die ganze Vergangenheit bearbeitet und hervor geholt. Also anscheinend schafft er nun einen Absprung besser ohne mich 😔.
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