Perdita - Leben, Teil II

  • Hallo zusammen,

    ich habe nun die ungeliebteste Zeit des Jahres hinter mir, den ganz grossen Frühjahrsputz, alles wieder startklar machen für die Saison. Jetzt ist alles wieder schick, und es sind auch die ersten Gäste da. Erst zwei, beide für mehrere Wochen. Es werden dieses Jahr nie viele Gäste da sein, da ich keine Werbung geschaltet hatte für diesen Sommer.

    Mit dem Alkohol läuft es gut, ich befinde mich in einer etwas seltsamen Situation: meine "Geschäftspartner" die seit meiner Rückkehr aus der Klinik auch keinen Alkohol mehr trinken, ziehen das (zu meinem Erstaunen) weiter durch, auch wenn Gäste hier sind. Und sie gehen damit offensiver um als ich. Ich hatte mich darauf vorbereitet, bei Nachfrage zu sagen, dass ich keinen Alkohol trinke, und von mir aus können sie auch wissen, warum.

    Dazu ist es bisher nicht gekommen, weil der eine "Geschäftspartner" von sich aus immer gleich sagt: "Wir trinken keinen Alkohol mehr, aber wenn ihr wollt, können wir natürlich was für euch besorgen." Und nun traut sich irgendwie niemand mehr, Alkohol zu trinken. Besorgte Blicke huschen gleich zu mir, wenn auch nur im Entferntesten darüber gesprochen wird, z.B. mal in die Kneipe gegenüber zu gehen: "um...etwas zu trinken." als würde ich auf der Stelle zu Staub zerfallen, wenn ich bloss das Wort "Bier" höre...

    Das ist mir nun auch etwas unangenehm, bloss weil ich keinen Alkohol mehr trinke, möchte ich das nicht meiner Umwelt überstülpen. Ich sehe das ähnlich wie Hera in einem andern Faden geschrieben hat

    Entspannung - Belohnung - Auszeit ... wird halt bei vielen mit Alkohol verbunden. Sie dürfen das auch, weil sie damit umgehen können. Ich kann das nicht (mehr).


    Und nun schwanke ich etwas, einerseits ist es für mich natürlich bequem, wenn es hier weiterhin keinen Alkohol gibt. Anderseits finde ich ich es einen ganz falschen Weg, meine Abstinenz zu schützen, indem andere geradezu eingeschüchtert und in die Heimlichkeit getrieben werden. Dass die Welt um mich nicht trocken wird, nur weil ich es geworden bin, muss ich schon aushalten können.

    Und wieder anderseits, mag ich ihnen nun auch nicht hinterherlaufen, und sagen: "ihr dürft schon trinken, es kann schon Wein/Bier besorgt werden."

    Seltsame Situation.

  • Hi Perdita,

    ich hatte und habe auch schon Situationen in denen mich Menschen aus meinem Umfeld gefühlt "schützen" wollten und wollen. Ich habe in diesen Fällen das Gespräch gesucht und explizit deutlich gemacht, dass ich alleine die Verantwortung für meine Nüchternheit trage. Dass sie mich, wenn sie wollen, gerne unterstützen können, aber das davon nichts für mich abhängt. Und seitdem ist es für mich okay. Jetzt gibt es in der großen Hausgemeinschaft, in der ich wohne, weiterhin keine leichte Verfügbarkeit von Alkohol. Einige Veranstaltungen sind alkoholfrei. Und Teile meines Umfeldes sind bewusster, was Alkohol angeht. Das alles zusammen finde ich gut, aber davon hängt meine Nüchternheit nicht ab.

    Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Menschen unsicher sind, wie sie sich jetzt bezüglich Alkoholkonsum mir gegenüber verhalten sollen. Wäre ich an Ihrer Stelle wäre ich das ziemlich sicher auch. Aber solange sie mich nicht zum Mitkonsumieren auffordern oder in einer Situation vor mir konsumieren, auch wenn ich sie bitte dies nicht zu tun ist für mich alles gut.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo Kazik,

    ich denke, ich werde heute oder morgen auch ein Gespräch darüber suchen, ich muss mich noch etwas sortieren, was ich denn genau sagen möchte. Aber dieses hier

    Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Menschen unsicher sind, wie sie sich jetzt bezüglich Alkoholkonsum mir gegenüber verhalten sollen.

    stelle ich hier auch fest. Und ich möchte diese doofe Situation auch auflösen, dass alle so vorsichtig um das Thema rumschleichen find ich nicht gut. Vorallem weil es mir ja nichts ausmacht wenn sie Bescheid wissen, und wenn klare Regeln kommuniziert werden, kann man sich dran halten und die Sache ist klar und schwebt nicht so unausgesprochen ständig in der Luft.

    Dass der Weg aus dieser Situation nur über ein Gespräch führen kann, war mir insgeheim bewusst, aber danke hast du das nochmal angestossen. Klare Kommunikation ist eine Tätigkeit in der ich mich noch üben muss, ich neige zum Aussitzen und in mich hinein fressen, es ist Teil meiner Trockenarbeit, dieses Verhalten zu ändern.

  • Die Situation/Geschäftsmodell bei Dir habe ich noch nicht völlig verstanden. Kann mir aber gut vorstellen, dass es ein komisches Gefühl auslöst, wenn das Umfeld ganz freiwillig und unaufgefordert ein "feindfreies" Feld und Verhalten zu meinen Gunsten schafft. Würde es höchstwahrscheinlich als latente Bemutterung (=Bevormundung) empfinden und wohl auch paradoxe Gedanken (Widerstand) entwickeln. Andererseits bietet diese "Maßnahme" aber gerade in der gegenwärtig noch etwas wackligen Deiner Stabilisierungphase eine deutliche Verbesserung des Umfelds für Dich. Fast entsteht der Eindruck, Deine Partner haben die Lage besser erfasst als Du selbst? Zumal Du ja Deine Thematik offenbar nicht offen angesprochen hast.

    Entscheidend ist und bleibt DEINE eigene Selbstsicherheit und Souveränität im Umgang mit dem trockenen Leben und speziell mit dem allgegenwärtigen Alkohol. Das wächst, gedeiht und stabilisiert sich mit der Zeit, es braucht Geduld, Beharrlichkeit, Selbstdisziplin. Und auch offene klare Kommunikation... insofern ist so ein offenes Gespräch bestimmt sinnvoll. Ein alkoholfreies Umfeld besonders jetzt, für diese Saison könnte aber für Dich nur förderlich sein - insofern würde ich nicht zu viele "Andererseits" betrachten, sondern ganz egoistisch Deinen Vorteil in den nächsten Monaten.

  • Vielleicht hat Deine Abstinenz sie auch einfach nur angeregt, ihr eigenes vielleicht schon kritisches Trinkverhalten zu überdenken und es ganz gut zu finden, auf diese Weise selbst weniger (nur in deiner Abwesenheit) zu trinken?

    Hab ich auch völlig unerwartet und ohne jeden Missionierungsversuch bei mehreren Leuten in meinem engem Umfeld erlebt. Freut mich für sie, reißt mich aber nicht aus meiner Mitte, ihr Ding, hab genug mit mir zu tun.

    Oder sie haben einfach kein Problem mit Alkohol, dann haben sie auch keins ohne....

    Leidtun müssen sie dir jedenfalls nicht, denn auch für sie wäre jeder Schluck Gift. Aber Sprechen ist immer gut, vor allem mit klarem Kopf ...

  • Mir geht es gerade nicht gut. Ich wurde vor ca zwei Stunden so richtig und völlig überraschend von Suchtdruck durchgeschüttelt.

    Ich hatte heute den ganzen Tag so eine Art Pavillon im Garten schön gemacht. Geräumt, geputzt, gewaschen, neuer Tisch rein, es sollte mein neuer Ort für Abends werden, die Abendsonne scheint da so schön rein. Ich war den ganzen Tag beschwingt und hab mich gefreut, da abends dann zu sitzen und lesen, zeichnen, schreiben, hatte schon angefangen Papier und Stifte hinzubringen und setzte mich für einen kurzen Augenblick hin. Meinen schönen neuen Ort bewundern.

    Und dann fing das an: "müsste jetzt noch ne Flasche Wein her, dann wärs richtig fein." Normalerweise ist meine Suchtstimme recht schwammig, irgendwas mit Alkohol, aber heute kamen auch gleich Bilder mitgeliefert und sie liess sich nicht zum schweigen bringen. "Ach scheiss doch drauf, lass uns mit wehenden Fahnen untergehen, der Dorfladen wäre noch geöffnet."

    Ich bin dann raus, hab was anderes gemacht, gegessen und viel Wasser getrunken. Der akute Suchtdruck ist vorbei, aber es bleibt eine Traurigkeit, dass dieser schöne Pavillon verbrannte Erde für mich ist. (Ich hatte mich da früher schonmal eingerichtet, damals natürlich mit Alkohol, aber da früher überall wo ich war auch das Weinglas war, hatte ich da kein Problem gesehen.)

  • Ich bin dann raus, hab was anderes gemacht, gegessen und viel Wasser getrunken. Der akute Suchtdruck ist vorbei

    Sehr gut, Perdita!!!

    Du hast es überstanden und weißt jetzt, dass Du den Suchtdruck bewältigen kannst.

    Diese Situationen werden im Laufe der Zeit immer weniger. Du hast automatisch richtig reagiert.

    Und morgen ist ein anderer Tag, da wirst Du bestimmt wieder Freude am Pavillon haben!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Herzlichen Glückwunsch zu 5️⃣ Monaten Abstinenz, darauf darfst du stolz sein.

    Ja, da hast du den früheren Trinkort heute den ganzen Tag nett hergerichtet und dann meldet sich das Suchthirn recht hinterhältig. Hattest du auf dem Schirm, dass das passieren könnte? und einen Plan wie du reagierst?
    Vlt. Hast du auch heute zu wenig getrunken oder warst am Schluss hungrig und müde.

    Auf alle Fälle hast du die Stimme des Suchthirns sofort erkannt und gehandelt.

    Ich kann nicht alles weglassen, was früher mit Alkohol verbunden war. Da müsste ich unseren Esstisch in ein anderes Zimmer stellen, denn an dem Tisch habe ich beim Abendessen immer mein Bier getrunken.

    Die Verknüpfung „schöner Ort“ & „Alkohol“ muss neu und anders erlebt werden. Das Neue muss das Alte überschreiben. Das ist ja gerade im ersten Jahr unsere ständige Aufgabe.
    Wie könntest du die Verknüpfung neu beschreiben? „schöner Ort“ & Freunde, „schöner Ort“ & Eisbecher……

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi Perdita,

    herzlichen Glückwunsch und Respekt zu 5 Monaten Nüchternheit. Stay strong.

    Und super, wie Du gestern den Suchtdruck gemeistert hast. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht bei Dir ja jetzt eine neue Saison mit Gästen los. Und dafür hast Du im Vorfeld scheinbar viel Arbeit gehabt, um alles auf Vordermann zu bringen. Und es ist Deine erste trockene Saison. Ich kann mir vorstellen, das Dein Suchtgedächtnis jetzt gerne mal aktiv wird. Die Frage ist, wie Du innerlich damit umgehst. Wenn mir das Suchtgedächtnis versucht einen Gedanken (an Alk) aufzudrängen, dann halte ich den nicht fest, ich konzentriere mich nicht auf ihn, sondern lasse ihn einfach kreisen. Und nach einer Weile geht er dann von alleine wieder weg.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo Robyn,

    mir geht es zur Zeit gut, danke der Nachfrage. Ich bin dazu übergegangen, bei jedem neuen Gast gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und zu sagen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. (ich muss da noch ein gesundes Gleichgewicht finden, zwischen rumdrucksen und mit der Tür ins Haus fallen :))

    Zu meinem Erstaunen ist das bisher für niemanden auch nur ansatzweise ein Problem: "Oh, ok, dann trinke ich einfach auch keinen Alkohol, ist sowieso gesünder." Theoretisch weiss ich zwar, dass ein Mensch der kein Problem mit Alk hat, auch keines ohne hat, aber als Alkoholikerin staune ich doch manchmal ein bisschen, wie vollkommen egal ihnen das ist, ob sie nun was trinken oder nicht.

    Als würde ich sagen: "Oh, ok, dann esse ich die nächsten drei Wochen auch keine Nudeln."

    Ich werde die Tage das erste Mal abstinent in die Heimat fahren, für ein, zwei Wochen. Eine weitere Sache, die ich überschreiben muss in meinem Hirn. Das sind ca 15 Stunden Fahrt, "früher" habe ich immer eine Nacht irgendwo in einem Hotel übernachtet und da natürlich Wein getrunken, gegen Ende habe ich sogar zweimal übernachtet. Ich hatte mir selber die Geschichte erzählt, dass ich die Reise halt geniesse, und deswegen auch langsam machen kann.

    Rückblickend ist mir klar, dass die Zeitfenster pro Tag, in denen ich noch leidlich funktionierte zwischen Kater, Entzugserscheinungen wie Unruhe etc und erneuter Alkoholzufuhr immer kürzer wurden...

    Ich werde unterwegs entscheiden wie ich es mache, ob ich irgendwo übernachte, oder einfach am Stück fahre mit ein paar Nickerchen auf Raststätten. Eine Übernachtung wäre zwar eine normale Handlung, aber auch ein altes Muster.

  • Schön zu hören, dass es dir gut geht, auch in deinem beruflichen Umfeld.
    Die 15h Fahrt ist auch schon für Nicht-Alkoholiker eine Anstrengung
    Achte darauf, dass du dich nicht überforderst.
    Gute Reise.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Guten Morgen, ich möchte auch mal wieder ein Update geben. Mir geht es ziemlich gut, ich erlebe gerade meinen ersten nüchternen Sommer, und darüber kann ich mich immer wieder aufs neue freuen. Ich bin inzwischen zu einem Morgenmenschen geworden, eine Daseinsform, die mein früheres, verkatertes Ich geradezu verabscheut hat.

    Nun gehöre ich also auch zu diesen Morgenmenschen, und nicht nur das, der Tag hört auch nicht mehr um 16 Uhr mit dem ersten Bier auf, ich kann auch ausser Plan abends mit dem Auto irgendwohin fahren! Das sind so kleine Dinge, die für viele normal sind, ich merke daran aber immer mal wieder meine neue Lebensqualität.

    Aber natürlich ist auch bei mir sowas wie eine neue nüchterne Normalität eingekehrt, viele Verknüpfungen konnte ich schon überschreiben, Situationen die nicht oft vorkommen habe ich manche schon das zweite oder dritte Mal erlebt, beim ersten Mal dachte ich noch: "wie soll das denn gehen, ohne Alkohol?". (Es ging alles sehr gut auch ohne Alkohol, ich und die Reste von meinem nassen Denken schienen die einzigen zu sein, die sich darüber überhaupt Gedanken machten...)

    Die Lage mit den Gästen ist so ein Beispiel: ich hatte hier öfters von dem Glas Wein zum Abendessen geschrieben, das gerne getrunken wird. Wir bieten von uns aus einfach keinen Alkohol mehr an, es gibt Wasser, Säfte und Tee zum Abendessen, und wer Alkohol trinken möchte, muss sich selber drum kümmern. Ausser mir scheinen das alle normal zu finden. Das ist wohl diese "Restfeuchte" von der ich hier im Forum gelesen habe ;)

    Ich fühle mich nicht mehr so unsicher und wackelig auf meinen Beinen wie am Anfang, aber ich bin doch sehr froh, dass somit nicht nur mein Haus, sondern meine gesamte direkte Umgebung alkoholfrei ist. Ich gehe weiterhin kein Risiko ein und will ihn so weit wie möglich von mir weghalten. Weil ich mich zwar nicht mehr ganz so unsicher fühle, aber auch nicht ganz sicher, Risikovermeidung funktioniert gut für mich.

  • Das hört sich richtig gut an, Perdita, freut mich!

    Und ich beneide Dich, dass Du durch Deine Abstinenz zum Morgenmenschen geworden bist, kann ich von mir leider nicht behaupten - aber vielleicht warst Du es vor Deiner Sucht auch schon? Ich wohl nur vor der Pubertät 😉

  • Du hörst dich gut an. Freut mich sehr von dir zu hören und dass es dir gut geht, gerade weil dein Weg doch hier am Anfang sehr kritisch gesehen wurde.
    Solange mich die Restfeuchte nicht daran hindert, eine zufriedene Abstinenz zu leben, finde ich sie sogar ganz nützlich😉

    Weitherhin einen schönen „trockenen“ Sommer.

    Viele Grüsse, Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk,

    danke der Nachfrage, ich weiss nicht so genau, wie es mir geht. Es gibt Probleme mit dem A in der HALT-Regel, ich bin die ganze Zeit angry, und ich habe keine Ahnung warum. Diese ständige Gereiztheit ist ein Wesenszug den ich so nicht von mir kenne. Ich habe mich schon gefragt, rein hypothetisch, wenn das Leben ein Ponyhof wäre, was ich dann ändern würde? Es ist mir sehr wenig eingefallen, und nichts, das in der Grössenordnung meiner Unzufriedenheit liegt.

    Das Suchtgedächtnis hat das natürlich auch mitgekriegt, es ploppt in letzter Zeit öfter auf, aber bisher immer nur kurz und ich kann es ohne Diskussion wieder in seine Ecke schicken, wohin es sich dann auch wieder trollt.

    Aber ich merke schon, dass mein dünnes, gar löchriges, Nervenkostüm zur Gefahr werden könnte. Ich muss es unbedingt wieder flicken. Vorgestern hatte ich plötzlich die Idee, dass das die Wechseljahre sein könnten! Ich werde Ende Oktober wiedermal bei meinem Hausarzt sein, und dann auf jeden Fall mal meinen Hormonhaushalt checken lassen.

    Ansonsten geht es mir nämlich gut, meine Arbeit macht mir sehr viel Spass, man könnte sagen, es geht mir prima, bis irgendeine Banalität daher kommt, die mich völlig aus der Fassung bringt, und dann bin ich wieder stundenlang im Netz meiner Gereiztheit verstrickt. Ich verstehs wirklich nicht, was da los ist mit mir.

  • Hallo Perdita,

    gut dass du es hier aufgeschrieben hast.
    Du bist selbstreflektiert und erkennst die Gefahren, die schleichend heranwachsen.
    Diese Gereiztheit kenne ich natürlich aus meiner nassen Zeit, aber auch aus Situationen,
    in denen mir im Moment alles zuviel wird.

    bis irgendeine Banalität daher kommt, die mich völlig aus der Fassung bringt

    Dann reichen auch Kleinigkeiten um mich in schlechte Stimmung zu versetzen.

    Es hat immer eine Vorgeschichte, in der ich zuviel an mich ran gelassen habe, oder dass ich mir zuviel zugemutet habe.
    Eine Bestandsaufnahme hilft mir in solchen Situationen. Muss das jetzt wirklich auch noch sein oder hat es Zeit bis über(über)morgen,
    oder ist es einfach nur "nice to have".
    Es gab Situationen in denen ich mich vor lauter Energie regelrecht verzettelt habe. Das hat mich gestresst und unzufrieden gemacht.

    Ansonsten geht es mir nämlich gut, meine Arbeit macht mir sehr viel Spass, man könnte sagen, es geht mir prima,

    Positiver Stress kann sich auch zum Negativen wandeln, wenn er zum Selbstzweck geworden ist.
    Die Abstinenz bringt viel Freiheit und Energie zurück aber beides hat auch ihre Grenzen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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