Hallo zusammen,
ich habe nun die ungeliebteste Zeit des Jahres hinter mir, den ganz grossen Frühjahrsputz, alles wieder startklar machen für die Saison. Jetzt ist alles wieder schick, und es sind auch die ersten Gäste da. Erst zwei, beide für mehrere Wochen. Es werden dieses Jahr nie viele Gäste da sein, da ich keine Werbung geschaltet hatte für diesen Sommer.
Mit dem Alkohol läuft es gut, ich befinde mich in einer etwas seltsamen Situation: meine "Geschäftspartner" die seit meiner Rückkehr aus der Klinik auch keinen Alkohol mehr trinken, ziehen das (zu meinem Erstaunen) weiter durch, auch wenn Gäste hier sind. Und sie gehen damit offensiver um als ich. Ich hatte mich darauf vorbereitet, bei Nachfrage zu sagen, dass ich keinen Alkohol trinke, und von mir aus können sie auch wissen, warum.
Dazu ist es bisher nicht gekommen, weil der eine "Geschäftspartner" von sich aus immer gleich sagt: "Wir trinken keinen Alkohol mehr, aber wenn ihr wollt, können wir natürlich was für euch besorgen." Und nun traut sich irgendwie niemand mehr, Alkohol zu trinken. Besorgte Blicke huschen gleich zu mir, wenn auch nur im Entferntesten darüber gesprochen wird, z.B. mal in die Kneipe gegenüber zu gehen: "um...etwas zu trinken." als würde ich auf der Stelle zu Staub zerfallen, wenn ich bloss das Wort "Bier" höre...
Das ist mir nun auch etwas unangenehm, bloss weil ich keinen Alkohol mehr trinke, möchte ich das nicht meiner Umwelt überstülpen. Ich sehe das ähnlich wie Hera in einem andern Faden geschrieben hat
Entspannung - Belohnung - Auszeit ... wird halt bei vielen mit Alkohol verbunden. Sie dürfen das auch, weil sie damit umgehen können. Ich kann das nicht (mehr).
Und nun schwanke ich etwas, einerseits ist es für mich natürlich bequem, wenn es hier weiterhin keinen Alkohol gibt. Anderseits finde ich ich es einen ganz falschen Weg, meine Abstinenz zu schützen, indem andere geradezu eingeschüchtert und in die Heimlichkeit getrieben werden. Dass die Welt um mich nicht trocken wird, nur weil ich es geworden bin, muss ich schon aushalten können.
Und wieder anderseits, mag ich ihnen nun auch nicht hinterherlaufen, und sagen: "ihr dürft schon trinken, es kann schon Wein/Bier besorgt werden."
Seltsame Situation.