Bergdohle - Fliege, mein Vogel

  • Eine Trennung ist nicht das Ende , sie ist der Anfang von etwas Neuem. Und ja, alles Neue macht erstmal Angst. Alles, was nur im Kopf stattfindet, bremst. Aber jedes kleine Teil, das du dir selbst erarbeitest, jede Fähigkeit, die du dir zurückholst, bringt Sicherheit.

    Es gibt Hilfe, bei allem, was dir bevorsteht. Und nur weil du jahrelang auf diesen einen Mann fixiert warst, heißt das nicht, dass andere das nicht auch könnten.

    Ich habe eines in meinem Leben gelernt: Tun. Einfach anfangen und tun , Stück für Stück. Da, wo es klemmt, Hilfe holen. Da, wo es etwas braucht, sich informieren.

    Und stell dir mal die Frage . Was wiegt schwerer – das Leid in der Partnerschaft oder die Aussicht, alles selbst in den Griff zu bekommen?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Liebe Bergdohle,

    wirklch bewunderungswürdig ifinde ich, dass Du trotz der langen Jahre der auch finnziellen Abhängigkeit den Mut hast, auszubrechen, eigene Wege zu gehen und jetzt alles daran setzt, auf eigenen Beinen zu stehen. Dafür hast Du allen Respekt verdient! Ich wünsche Dir alles Gute für das Vorstellungsgespräch - Du schaffst das! Und selbst falls es heute aus irgendeinem Grund nicht klappen sollte, wird sich bald eine nächste Gelegenheit auftun. Gerade im Gastrobereich werden doch überall Leute gesucht.

    Liebe Grüße

  • Danke Dir lieber Hartmut für Dein Mut zusprechen. Zurück will ich auf gar keinen Fall mehr. Ich habe das Päckchen wohl aus meiner Kindheit, dass ich immer das Gefühl habe ich bin dumm und alle anderen machen er besser, sind intelligenter, fähiger etc.

    Und ich sollte mir viel eher meine Erfolgserlebnisse in Erinnerung rufen und seien sie auch noch so klein und "lächerlich" in den Augen andere Menschen.

    ch habe eines in meinem Leben gelernt: Tun. Einfach anfangen und tun , Stück für Stück.

    Zumindest das habe ich umgesetzt, als ich die Trennung erreicht habe. Eigentlich schon mal ein riesen Schritt.

    Danke Dir und liebe Grüße!

  • Du schaffst das! Und selbst falls es heute aus irgendeinem Grund nicht klappen sollte, wird sich bald eine nächste Gelegenheit auftun. Gerade im Gastrobereich werden doch überall Leute gesucht.

    1000 Dank liebe EllaDrei . Und schon wieder muss ich heulen, weil ich so dankbar bin, dass es Menschen da draußen gibt, die mir Mut zusprechen.

    Liebe Grüße!

  • moin meine liebe

    das ist ein problem das sich bei so gut wie allen trennungen ergibt. ist doch normal das jeder seinen aufgabenbereich hat in dem der andere nicht rumfuhrwerkt, mein partner macht auch den ganzen zahlungskram allein. viele köche verderben den brei, ist doch so. ich stehe eh auf dem standpunkt das den haushalt führen und kinder aufziehen nicht weniger wichtig ist als einer arbeit nachzugehen die geld in die kasse bringt. ich kann mit der aktuellen idiologie nichts anfangen die beide partner in eine steuerpflichtige arbeit zwingt um gleichwertig zu sein. als wenn nur arbeit zählt die besteuert wird, naja für gewisse leute ist das ja auch so. ich finde es hat was von ausbeutung, aber egal.

    wenn es durch die trennung finanziell eng wird hast du zb das recht auf wohngeld und und und informier dich da mal. und auch bei den ganzen steuern und versicherungen gibt es hilfen. da haben die caritativen vereine der kirchen oftmals hilfsangebote und beratungsstellen. ich finde es wie gesagt irgendwo normal das man in der partnerschaft nicht alle themen genau kennt, dafür hat man doch ne partnerschaft, ansonsten wäre es ne wg wo jeder sich dann um seins kümmert.

    das du nu nicht so richtig klar kommst und erst mal den wald vor lauter bäumen nicht siehst ist auch klar. einfach ist auch anders aber das wirst du hin bekommen. sortier dich mal in ruhe. braucht eben alles seine zeit.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich finde es sehr mutig und wertvoll, dass Du das hier aufschreibst, Bergdohle, mit der Situation, unabhängig von der Sucht Deines Mannes, bist Du bestimmt nicht allein, und auch da kann Deine Selbsthilfegruppe für Dich da sein.

    Nur ein Rat: Es geht nicht nur darum, ob die Dich in der Klinik wollen. Genauso wichtig ist es, dass Du Dir die Arbeit dort gut vorstellen kannst.

    Schlaf am besten eine Nacht drüber und höre auf Dein Bauchgefühl. Viel Glück!

  • Liebe dorothea , vielen Dank für Deinen langen Text. Ich kann viel darin finden, was mich aufbaut. Und danke auch für die nützlichen Tipps. Auch Deine Ansichten zum Kinderaufziehen und Aufgaben teilen in einer Ehe/Partnerschaft haben mir das Gefühl gegeben nicht alles falsch gemacht zu haben. Ich muss auch sagen, ich war immer gerne zu Hause und für die Kinder da. Das bereue ich in keinster Weise. Diese Zeit ist für mich ein Schatz von unglaublichem Wert.

    Ich finde deine Beiträge immer sehr hilfreich. Du hast so einen entspannten, beruhigenden und unaufgeregten Blick auf die Dinge.

    das du nu nicht so richtig klar kommst und erst mal den wald vor lauter bäumen nicht siehst ist auch klar. einfach ist auch anders aber das wirst du hin bekommen. sortier dich mal in ruhe. braucht eben alles seine zeit.

    Ja,ist wohl so, dass sollte ich mir zugestehen anstatt mich selber kleinzumachen und zu demotivieren.

    Liebe Grüße!

  • Ich habe das Päckchen wohl aus meiner Kindheit, dass ich immer das Gefühl habe ich bin dumm und alle anderen machen er besser, sind intelligenter, fähiger etc.

    Andere haben dies und das Fähigkeiten, Selbstvertrauen, scheinbare Leichtigkeit. Aber das ist die Fernsicht. Niemand schaut ins Detail, wie sie es machen, welche Probleme sie mit sich tragen, welche Selbstzweifel sie nachts besuchen. Und sie schauen auch aus der Fernsicht und sagen sich eventuell schau dir an, was "Bergdohle" geschafft hat.

    Ich habe Besseres zu tun, als auf ander zu schauen , ich habe mich selbst. Deshalb lasse ich alle Päckchen aus der Kindheit liegen, denn die ist vorbei. Ich lasse mir nicht einreden, ich sei geprägt nicht hier, nicht jetzt. Ich brauche keine Begründungen mehr, warum ich etwas nicht tun will oder kann, was mich gehemmt lässt . Das waren für mich alles nur vorgeschobene Gründe.

    Und jedes „Aber“, das ich mir im Kopf setzte, bremste mich aus. Für mich war es immer ein verkleidetes Nein, etwas nicht umsetzen zu können.

    So, nun bin ich wieder weg. Alles Gute!

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Nun muss ich Dir noch schnell antworten, lieber Hartmut , bevor ich abdüse.

    Ich habe schon einiges von dir hier gelesen, was Du den trockenen Alkoholikern so antwortest. Und ich kann nur immer wieder sagen "WOW". Du haust immer so klare Ansagen und Statements raus.

    Ich habe Besseres zu tun, als auf ander zu schauen , ich habe mich selbst. Deshalb lasse ich alle Päckchen aus der Kindheit liegen, denn die ist vorbei. Ich lasse mir nicht einreden, ich sei geprägt nicht hier, nicht jetzt. Ich brauche keine Begründungen mehr, warum ich etwas nicht tun will oder kann, was mich gehemmt lässt . Das waren für mich alles nur vorgeschobene Gründe.

    Ich werde mir das was Du geschrieben hast in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen.

    Danke für Deine knallharte Sicht der Dinge.

    Liebe Grüße!

  • Liebe Bergdohle, wie bekannt kommen mir deine Zeilen vor…

    Während unsere Partner die finanzielle Sicherheit „geliefert“ haben, haben wir, ich, die Co, die emotionale, die Hausarbeit, das Familienmanagement unser Leben angepasst/angeglichen, gemanaged, die Folgen der Sucht versucht zu vertuschen, viel abgefedert, viel Energie in den falschen Kanal gesteckt… hab/en Freiraum ermöglicht dass Er arbeiten und ungestört die finanzielle Sicherheit „liefern“ kann…

    Zum Glück 🍀 habe ich ein neues Werkzeug, welches mir bei solch schwerwiegenden Selbstzweifeln hilft, den Blick etwas wertschätzender, wohlwollender auf unsere wertvolle unsichtbare Arbeit zu lenken …🙏👍 …


    LG, Simsalabim…

    Einmal editiert, zuletzt von Simsalabim (16. November 2025 um 11:37)

  • Zum Glück 🍀 habe ich ein neues Werkzeug, welches mir bei solch schwerwiegenden Selbstzweifeln hilft, den Blick etwas wertschätzender, wohlwollender auf unsere wertvolle unsichtbare Arbeit zu lenken

    Liebe Simsalabim , das stimmt. Wie auch dorothea geschrieben hat, ist auch unsere unermüdliche unbezahlte Arbeit, die wir für die Familie leisten und/oder geleistet haben, sehr wertvoll. Auch wenn in der heutigen Welt meist nur die Arbeit zählt, die Geld in die Kasse schwemmt. Danke Dir.

    Wenn ich deinen Forumsnamen lese, dann sehe ich immer Zauberfunken vor meinem geistigen Auge :).

    Liebe Grüße!

  • Genauso wichtig ist es, dass Du Dir die Arbeit dort gut vorstellen kannst.

    Liebe Rennschnecke , genauso ist es, deswegen habe ich mich immer nur dort beworben, wo schon mal mein Bauchgefühl sagte, dass könnte dort gut sein. Hatte heute 3 1/2 Stunden Probearbeiten und obwohl unheimlich viel Input plötzlich auf mich hereinprasselte (habe ja noch nie im Servicebrereich gearbeitet) hat mir die Arbeit sehr gut gefallen. Ich mag es, wenn es immer was zu tun gibt. Die Kollegen in der heutigen Schicht waren auch sehr nett und das Ambiente in dieser Privatklinik ist total schön. War schon mal ein guter erster Eindruck. So wie es auschaut würden sie mich nehmen ab 1, Januar. Aber es muss noch mit der Chefin abgestimmt werden. Also wahr ist es erst, wenn ich den Arbeitsvertrag unterschrieben habe. Aber ich hab schon mal das Gefühl mich nicht völlig blöd angestellt zu haben, was mir guttut. Nun gehe ich schlafen, denn morgen gehe ich wieder in meinen 50% Hauptjob, den ich glücklicherweise habe.

    Gute Nacht!

  • Liebe Bergdohle ,

    ich habe immer voll in Jobs gearbeitet, die im Allgemeinen als anspruchsvoll gelten. Aber das was ich bei weitem am krassesten fand war die Elternzeit. Was Menschen täglich leisten, die mehrere Kinder versorgen und einen Haushalt schmeißen wird komplett unterschätzt.

    Wer das geschafft hat wuppt auch ganz andere Jobs und das kann dir keiner nehmen!

    Nur Mut- du kannst viel mehr als du denkst.

  • Habe eine Frage an die unermüdlichen Moderatoren. Ich hätte gerne meinen Text von "Fragen über Fragen" in "Fliege, mein Vogel" geändert. Damit will ich mich weiterhin motivieren auf meiner aktuellen Flugbahn zu bleiben. Geht das?

  • Linde66 21. November 2025 um 17:38

    Hat den Titel des Themas von „Bergdohle - Fragen über Fragen“ zu „Bergdohle - Fliege, mein Vogel“ geändert.
  • Hallo, nun muss ich mal wieder was in eigener Sache loswerden. Ich habe es endlich nach Wochen seit dem Auszug meines Mannes geschafft meine Mutter davon in Kenntnis zu setzen. Meine Mutter weiß übrigens seit Jahren, dass mein Mann trinkt und das es mir schlecht dabei geht. Ich saß wieder mal bei ihr und hatte es satt Fragen zu meinem Mann ausweichend zu beantworten. Die Retoure kam promt. Erstmal hat meine Mutter nur meinen Mann bedauert: Oh, der Arme. Nun muss er selber kochen und waschen..etc. Keine Frage wie es denn mir so geht und um was ich mich jetzt alles alleine kümmern muss. Als ich nicht darauf einging kamen Anklagen: "Du bist schuld an ALLEM, auch dass dein Mann trinkt, weil Du immer so stur bist und nie nachgibst". Ich meinte dann nur, auch ich habe ein Recht darauf glücklich zu sein und dafür zu sorgen, dass ich es wieder werde. Dann kam sie mit dem Spruch daher: "Aber du hast bei der Heirat geschworen in guten wie in schlechten Zeiten..."(meine Mutter hatte mit der Kirche übrigens nie etwas am Hut, aber jetzt wird sie plötzlich katholisch). Als ich meinte, dass ich auch ein Recht darauf habe zu gehen, wenn die schlechten Zeiten zu lange andauern (geht ja schon Jahre so mit der Trinkerei), verfiel sie ins Heulen und Jammern, wie am Ende sie doch sei. Auch wenn ich weiß, dass meine Mutter sehr manupulativ ist und immer war, wenn die Dinge nicht nach ihrer Vorstellung liefen (Drohung mit Selbstmord waren keine Seltenheit), hat mich das doch wiedermal total fertig gemacht. In solchen Momenten zweifle ich dann. Aber glücklicherweise nur kurz, da ich über ein paar Notfallkontakte verfüge, die mir wieder eine richtige Sichtweise auf die Dinge geben.

    Und nun konnte ich mit meinen Text auch noch meinen Frust hier von der Seele schreiben.

    Ich werde wohl immer daran zu knabbern haben, dass ich von meiner Mutter nie das Gefühl bekommen werde, das ihr mein Glück wichtig ist. Ich weiß, ich muss damit meinen Frieden machen, sie kann wohl nicht anders. Aber es schmerzt dennoch immer wieder.

    Danke fürs zuhören.

  • Hi, in dem Text erkenne ich mich wieder. Meine Mutter ist auch so. Ich habe vor 6 Jahren den Kontakt abgebrochen.

    Die Erkenntnis, dass wir uns für solche Männer aufopfern und Coabhängig werden liegt an unserem zu Hause. Man würde es am liebsten abschütteln aber die Prägung sitzt fest. 😢

    Ich drücke Dich aus der Ferne...

  • Liebe Mala24 , vielen Dank für deine Antwort. Es tat mir so gut, dass du das von deiner Mutter und dir geschrieben hast.

    Hartmut hat mal über Prägung in meinem Faden geschrieben:" Deshalb lasse ich alle Päckchen aus der Kindheit liegen, denn die ist vorbei. Ich lasse mir nicht einreden, ich sei geprägt nicht hier, nicht jetzt. Ich brauche keine Begründungen mehr, warum ich etwas nicht tun will oder kann, was mich gehemmt lässt . Das waren für mich alles nur vorgeschobene Gründe."

    Ja, da wäre ich auch gerne, an diesem Punkt, und ich finde es bewunderswert, wenn man das kann. Ich kann es anscheinend nicht. Aber ich arbeite an mir meinen Frieden mit meiner Mutter zu finden.

    Über Kontaktabbruch habe ich tatsächlich auch schon nachgedacht, aber das bringe ich dann doch nicht fertig. Seit dem Tod meines Vaters habe ich quasi seine Aufgaben im Bezug auf alles Bürokratische übernommen. Meine Mutter kann nicht mal Rechnungen bezahlen, da sie keine Schecks ausfüllen kann (hat alles mein Vater gemacht), geschweige denn Onlinebanking.

    Aber ich habe den Kontakt auf das allernotwendigste reduziert...für meinen Seelenfrieden.

    Nochmal Danke<3, liebe Mala24

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