aennie - Es ist wie es ist

  • Ja, bin frustriert. Ja und dann hörte ich Depriemucke. Darf ich ja nun auch nicht mehr.


    Soll nun ein Blumenkind werden. Von wegen : Ach wie schön ist doch die Welt.


    Nee, die Welt ist nicht schöner weil ich nicht mehr saufe.

  • Darf ich ja nun auch nicht mehr.

    Darfst du schon, wer sollte Dir das verbieten? Wir nicht. Aber wenn Du die Depri-Stimmung schlecht aushältst, wählst du vielleicht besser eine andere Musik. Nicht anders war mein Komnentar dazu gemeint.

    Ist es denn "nur" eine "Depristimmung" oder sind bei Dir schon mal Depressionen diagnostiziert worden? Nicht wenige Menschen saufen sich Depressionen oder Ängste ja lieber weg, als sich auf eine (medikamentöse) Behandlung einzulassen, war lange Zeit auch mein Fehler.

    Ist der Alkohol dann weg, fällt die Depression erst recht auf. Bei anderen entsteht sie erst durch den Alk (und kann sich durch die Abstinenz bessern).

    Hast Du da schon mal bei Dir geguckt bzw. Mit einem Arzt gesprochen?

    Den Job werde ich nicht annehmen. Wäre da Stuhlassistenz. Heisst dem Herrn da irgendwie wieder zwischen seinen Beinen sitzen zu müssen. Mache ich nicht mehr. PUNKT. Für kein Geld der Welt

    Guck mal, hat Dir das Aufschreiben hier schon geholfen, Dein Bauchgefühl ernstzunehmen? Klingt nach miesen Erfahrungen, die Du nicht noch mal riskieren solltest. Aber es gibt doch sicher noch andere Stellen für Dich, z. B. Als Quereinsteigerin im ambulanten Klinikbereich?

    Ansonsten machst Du ja wirklich schon einiges für Dich, fehlt "nur" das Zwischenmenschliche...und das braucht leider Zeit und auch Geduld.

  • Was kommt nun als nächstes : Such Dir einen Mann ?

    Das macht es meistens nicht besser sagt meine Erfahrung.

    Ich bin auch ambitionierte Häklerin - erst recht seit der Nüchternheit. Dazu ein gutes Hörbuch- das bringt mich runter.

    Wie sieht es im Moment mit Ruhephasen aus? Geht das? Ich war am Anfang extrem hibbelig. Dann kam eine Phase in der ich nur noch pennen wollte- jetzt nach 9 Monaten wird es langsam normaler.

    Kannst du gut schlafen?

  • Ja, bin frustriert. Ja und dann hörte ich Depriemucke. Darf ich ja nun auch nicht mehr.

    Du darfst alles.

    Nee, die Welt ist nicht schöner weil ich nicht mehr saufe.

    Nee, das wird sie nicht.
    Aber das, was schön ist, kannst du sehen und erleben, weil du nüchtern bist.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Und ja, ich sehe jeden Tag schönes.

    Ist das so? Wenn ich deinen Thread von Anfang bis Ende lese, könnte man meinen, du quälst dich durch das trockene Leben. Schnippisch unzufrieden und wirkst einfach nur genervt.

    Es könnte auch der falsche Eindruck sein, aber fehlt dir das Saufen? Warst du da nicht genervt? Wolltest du gar nicht aufhören? Würdest du wieder saufen, wenn du es unter Kontrolle hättest? Rhetorische Fragen.

    Für mich liest sich das alles nach Verzicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Nee, die Welt ist nicht schöner weil ich nicht mehr saufe.

    War sie denn schön, als Du noch gesoffen hast, Blendi?

    Für mich war diese nasse Zeit schrecklich. Ich fühlte mich wie ein Fass ohne Boden und befand mich in meiner traurigsten Zeit. Nie habe ich so viel geweint, wie zu Saufzeiten. Der Alkohol hat alles verstärkt und bei mir die Negativität noch mehr hervorgeholt.

    Der Hinweis von Rennschnecke mit Depressionen ist das möglich bei Dir? Wie schätzt Du das ein?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo, ja

    Depressive Phasen hatte ich immer mal wieder. War damit auch in Behandlung. Früher habe ich die natürlich weggesoffen. Ein paar Tage mich in dem Weltschmerz gesuhlt und mir dann selbst wieder nen Arschtritt verpasst und die Krone wieder geradegerückt.

    Nein, das will ich nicht mehr. Deshalb habe ich ja aufgehört mit dem Saufen. Es bringt dich kein Stück weiter.

    Ich versuche gerade herauszufinden was nun der Grund war der mich so runterzog. War es das jobangebot, der blöde Telefonkumpel oder oder? Weil ich war wirklich ganz ganz kurz davor zu trinken, ich muss da besser vorbereitet sein. Alarmsignale besser deuten können. Ich kann das irgendwie nicht. Kommt das wieder? Das Gehirn soll ja nach ca. einem halben Jahr sich regeneriert haben.

    Nein, nicht zu trinken ist ansonsten kein Verzicht für mich. Mir fehlt das Zeug nicht. Bin froh, dass ich aus dem Sumpf raus bin.


    Ja, war etwas schnippisch und zickig. Das war Wut die rausmusste. Und auch da weiss ich nicht warum ich wütend war.

    Habe nicht gut schlafen können die letzten zwei Nächte. Ansonsten funktioniert das nach Jahren wieder wunderbar. Rein ins Bett, Augen zu und weg bin ich für mindestens 8Stunden. Die Überdrehte Phase habe ich schon hinter mir, gefolgt von der wo ich nur hätte schlafen wollen, zu nichts Lust hatte. Das war aber gut auszuhalten. Aber diese Phase jetzt, die macht mich fertig.

  • Weil ich war wirklich ganz ganz kurz davor zu trinken, ich muss da besser vorbereitet sein. Alarmsignale besser deuten können.

    Gut, dass Du hier geschrieben und Dich auch von unseren kritischen Anmerkungen nicht hast abschrecken lassen, Blendi!

    Ansonsten gilt: Selbstfürsorge, Selbstfürsorge - für Dein inneres Gleichgewicht, damit die innere Suchtstimme keinen Anlass findet, sich glaubwürdig als "Lösung, Belohnung, Trost..." anzubieten.

    Auf das Thema Depression kam ich bei Dir, weil ich selbst in meinen dunkelsten Zeiten auch schon solche Anrufe getätigt habe, bin sogar uneingeladen bei Feiern aufgekreuzt, weil ich so dringend irgendeine Art menschlichen Kontakt brauchte - trotz der ebenso großen Angst, jemandem auf die Nerven zu fallen....

    Irgendwann, vor gut 20 Jahren, schien ich nichts mehr zu verlieren zu haben und habe mich auf psychotherapeutische und medikamentöse Hilfe eingelassen. Dumm nur, dass ich da schon klammheimlich süchtig war, da wirkt beides nur eingeschränkt.

    Will sagen: Lass Dich nicht von Podcastern beirren, die zum Teil den Eindruck erwecken, als ob das Leben ohne Alk ein Ponyhof wäre.

    Ja, alles ist besser ohne Alkohol - aber nicht automatisch einfach. Wir müssen schon selbst aktiv werden.

    Ich sage immer: Nüchtern dürfen wir uns noch mal neu entdecken und unser Leben ganz neu erfinden. Das ist nicht immer bequem, aber aufregend, auch mit ü50!

    Und ob bei dir nur eine depressive Verstimmung oder eine Depression vorliegt, kannst du jetzt, da nüchtern, herausfinden und dich ggf. Noch mal behandeln lassen.

    Nur Mut!

  • Kommt das wieder? Das Gehirn soll ja nach ca. einem halben Jahr sich regeneriert haben.

    Suchtdruck kann Dein ganzes Leben lang auftreten. Aus dem Grund darf das Thema nicht in Vergessenheit geraten.

    Aus dem Grund bin ich hier.

    Ich kenne jemanden persönlich, der nach 15 Jahren einen Rückfall erlitten hat. Fing dann mit einem Bier an und nach ein paar Monaten war er über dem alten Level und wäre beinahe daran gestorben.

    Das "Klare" im Hirn regeneriert sich. Die Sucht aber bleibt für immer.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Na ja, auch daran, dass Du Probleme und negative Gedanken nicht mehr mit Alkohol zu verdrängen versuchst, wodurch sie vielleicht erst mal unangenehm klar zutage treten.

    Aber erst dadurch hast du die Chance, Deine Probleme anzugehen bzw. Deinen Frieden mit Vergangenem zu machen.

    Mit klarem Kopf kann ich mich aber auch mehr über kleine Glücksmomente freuen.

    Gib dir Zeit, Du hast ja auch jahrelang gesoffen, oder?

    Da kannst Du nicht nach gerade 3,5 Monaten erwarten, dass die Regeneration durch ist. Fokussiere dich lieber auf das, was Du schon erreicht hast, z. B. guten Schlaf - das dauert bei vielen Ex-Säufern deutlich länger.

  • Wie macht sich das dann bemerkbar?

    Ich kam aus diesem "Kampfmodus" raus. Auch aus dem Bedürfnis, mich für alles zu rechtfertigen.

    Meine Gedanken kreisten nicht mehr ständig um den Alkohol. Ich fing an, alles um mich herum besser wahrzunehmen. Nicht nur mich und mein "Leid" zu sehen.

    Ich fing an, meine eigenen Emotionen richtig zuzulassen. Zu ergründen, woher sie kommen und dann auf diesem Weg dafür zu sorgen, dass es mir noch besser geht.

    Na ja. "Nicht zulassen" wäre hartnäckiges Verdrängen gewesen. Denn sie geben ja niemals Ruhe.

    Hier im Forum habe ich es besonders daran gemerkt, dass ich Tipps nicht mehr als Angriff gesehen habe. Bin heute sehr dankbar, wenn jemand was in mein Tagebuch schreibt. Anfangs hatte ich eher Angst davor. Habe es als "eine aufs Dach kriegen" empfunden.

    Heute sehe ich das so. Die Leute nehmen sich Zeit für mich und mir zu antworten. Könnten in der Zeit auch was anderes machen.

    Ach ja. Ich "leide" nicht mehr. Es gibt Dinge und Aussagen, die mich mächtig nerven können. Aber "leiden" tue ich nicht.

    Und ich bin kein Einzelfall. Nix Besonderes. Das sehe ich hier jeden Tag. Oft gerade an den, die neu hier hereinkommen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das liest sich gut.

    Tatsächlich rechtfertige ich mich auch ständig für irgendwelche Kleinigkeiten. Das fällt mir zunehmend auf. Hinterher denke ich dann immer warum hast du das wieder getan. Wäre überhaupt nicht nötig gewesen.

    Auch das schämen ist so gross geworden. Schämen dafür dass ich so lange soff.

    Wenn das wieder weg geht, zumindest sich minimiert, dass ist super.

    Mein Schlaf nun...Ja, herrlich. Will immer noch gedanklich den Tag durchgehen, komme ich aber nicht zu weil ich schon weg bin. Das ist wirklich schön.

    Ich bedanke mich dann erstmal herzlich dafür dass ich meinen Frust loswerden konnte. Es hilft ungemein wenn einem zugehört wird. Ich bleibe bei euch.

    Für Heute gönne ich mir Ruhe

  • Weil ich war wirklich ganz ganz kurz davor zu trinken

    Ist das jetzt anders? Du hörst dich wesentlich sortierter an.

    Alk nützt in gar keiner Situation, im Gegenteil Alk bremst nur aus und benebelt. Ich bin richtig froh nun immer einen klaren Kopf zu haben und jederzeit gescheit denken zu können. Auch Entscheidungen zu treffen ist was ganz anderes wenn ich nüchtern bin.

    Auch das schämen ist so gross geworden. Schämen dafür dass ich so lange soff.

    Ich hatte mich auch geschämt, dass ich getrunken hatte. Aber bin inzwischen dabei, mich davon zu lösen und es abzulegen mich zu schämen. Ich habe nichts verbrochen und niemandem etwas getan. Nur mir selbst habe ich nichts Gutes getan mit der Trinkerei. Das gehört zu meiner Trockenheitsarbeit, mich mit mir zu versöhnen und nun in eine nüchterne Zukunft zu blicken. Ich kann mich in jedem Moment in der Gegenwart neu dazu entscheiden. So stabilisiert sich meine Abstinenz mit der Zeit immer mehr und mehr.

    Aber Fakt und real ist, dass in meinem nüchternen Leben ja auch nicht nur alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Aber nüchtern gehe ich viel besser mit schwierigen Situationen um und kann Dinge gezielt klären und aus dem Weg schaffen.

    Traurige oder wehleidige Momente kennt jeder, auch Leute die mit Alk nichts am Hut haben. So ist einfach das Leben, es gibt immer Höhen und Tiefen.

    Alles Gute für dich und einen erholsamen Tag wünsche ich dir.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

    Einmal editiert, zuletzt von KaDett (3. März 2025 um 14:09)

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