aennie - Es ist wie es ist

  • Ich kann mich Twizzler nur anschließen. Ja es ist verdammt hart wird aber echt besser!

    Wenn es ein Spaziergang wäre, würden nicht so viele Rückfällig. Neben den ganzen Regeln und Gedanken: Versuche dir mindestens ein Mal am Tag eine Mini Freude zu machen. Ein schönes Lied hören, ein Eis, einfach eine Pause, eine Schönheitsmaske- nach was auch immer dir ist. Hauptsache es macht dir wirklich Freude.
    Geduld ist auch nicht meine beste Disziplin aber hier brauchen wir sie.

    Hab einen schönen Tag und berichte mal, was du dir heute gutes getan hast .

  • Ja, ich weiß, die Sache mit der Geduld.

    Derzeit beobachte ich an mir, dass ich mich ständig abbremse wenn ich mich über etwas freue. So von wegen " Du weisst, vor dem Hochmut folgt der Fall." Dann würge ich die Freude ab. Vielleicht ist es auch das kranke Hirn dass mir Freude verbieten will damit ich mich schlecht fühle. Ich weiss es nicht. Fühlt sich alles komisch an gerade. Vielleicht ist in meinem Oberstübchen auch alles derart kaputt, dass da nix ordentliches mehr zustande kommt oder der gesunde Anteil kommt wieder durch und ich weiss da nichts mehr mit anzufangen ?

  • Du hast Jahre lang Alkoholmissbrauch betrieben, Deinen Körper und Deinen Geist geschädigt, da kannst Du nicht erwarten, daß es nach ein paar Wochen abstinens wieder alles gut ist. Wie Twizzler ganz richtig geschrieben hat: hab Geduld.

    Mir ging es anfangs auch nicht schnell genug. So gut wie jeder hat mir gesagt, daß ich mal 3 Gänge zurück schalten soll, man wird vom Körper her in 3 Wochen trocken, der Geist braucht viel länger, richtig gesund wird der nie wieder.

    Aber ich kann Dir versichern, daß es besser wird. Ich bin heute total glücklich und froh und dankbar darüber, daß mir so viele Menschen, wie hier, so toll geholfen und mich immer unterstützt haben. Und ich bin so froh, das ich es dankbar annehmen konnte.

  • Du hast Jahre lang Alkoholmissbrauch betrieben, Deinen Körper und Deinen Geist geschädigt, da kannst Du nicht erwarten, daß es nach ein paar Wochen abstinens wieder alles gut ist. Wie Twizzler ganz richtig geschrieben hat: hab Geduld.

    Mir ging es anfangs auch nicht schnell genug. So gut wie jeder hat mir gesagt, daß ich mal 3 Gänge zurück schalten soll, man wird vom Körper her in 3 Wochen trocken, der Geist braucht viel länger, richtig gesund wird der nie wieder.

    Aber ich kann Dir versichern, daß es besser wird. Ich bin heute total glücklich und froh und dankbar darüber, daß mir so viele Menschen, wie hier, so toll geholfen und mich immer unterstützt haben. Und ich bin so froh, das ich es dankbar annehmen konnte.

    Hat sich nun überschnitten. Aber ja, ich glaube ich habe es nun kapiert.

    Danke

  • Hallo Blendi,

    für mich war das Schwierigste mich selbst auszuhalten. Vorher hatte ich mich halt oft abgedämpft und jetzt gilt es jede Laune zu erleben und anfangs zu ertragen. Außerdem ist die Kopfchemie ja durcheinander und braucht auch seine Zeit zum Regenerieren. Also wieder das Thema Geduld….. Kopf hoch es wird besser und irgendwann richtig gut.
    Liebe Grüße Rina

  • Danke Rina,

    Mich selbst aushalten müssen, ja, dass trifft es wohl.

    Ich bin auch so verärgert gerade mit mir. Hatte mir Material für die Hobbies bestellt, jeden Tag gelauert ob es endlich ankommt . Nun ist das da und ich habe da keine Lust mehr zu.

    Dann bin ich gestern von meinem Nachbarn eingeladen worden nächste Woche mit ihm und seinen Leuten mit dem Zug ans Wasser zu fahren. Schöne Idee, da hätte ich Lust zu. Tja, aber geht nicht. Weil dass Trinker sind und die auch trinken werden dann. Mich ärgert dass total. Nun will endlich mal einer was mit mir unternehmen, und das geht nicht, weil ich mich nicht mit Trinkern zusammensetze. Habe ich ihm auch so gesagt.

    Hier bei mir auf der Ecke leben so viele Singles. Man läuft sich mal übern Weg oder sieht sich beim Einkaufen. Und soviel von denen kaufen Alkohol ein und süffeln den dann alleine weg, so wie ich das tat. Es geht mich nichts an, und doch ärgert es mich dass die nicht auch abspringen und man zusammen nüchtern Zeit verbringen könnte....

    Das sind so meine Gedanken gerade.

  • Es geht mich nichts an, und doch ärgert es mich dass die nicht auch abspringen und man zusammen nüchtern Zeit verbringen könnte....

    Vor kurzem gehörtest Du noch dazu und bist nicht abgesprungen, Blendi!

    Und nur weil Du nichts mehr trinkst, wird die Welt um Dich herum nicht trockener.

    Es liegt an Dir, wie Du die Welt siehst.

    Es gibt sehr wohl viele Menschen, die keinen Alkohol konsumieren. Aber Dein Augenmerk ist noch auf den Menschen, die Alkohol trinken.

    Mit der Zeit wird es Dir besser gehen und Du kannst dann versuchen Dir neue Kontakte aufzubauen, oder alte aufzufrischen, mit der Bitte in Deiner Anwesenheit keinen Alkohol zu trinken. Ich treffe mich schon lange mit meinen Kolleginnen oder auch Freundinnen um die Mittagszeit oder am Nachmittag, da spielt Alkohol keinerlei Rolle.

    Und zu dem Hobby, es braucht den richtigen Funken, der überspringt. Heute vielleicht nicht, aber morgen dann.

    Du bist ganz schön negativ derzeit, kannst Du Dich tatsächlich an nichts erfreuen? Schau mal genauer hin!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich bin mich nur noch am kontrollieren. Wie geht's dir, hast Du genug gegessen, getrunken, Pass auf dass dir nicht langweilig wird, gehe lieber nochmal raus. Schau dass der Notfallkoffer parat ist. Wo gehst du besser nicht einkaufen. Schon wieder die blöde Stimme, wann hört die endlich auf mit mir reden zu wollen.

    Für mich klingt das fürsorglich - nicht kontrollierend. Ist doch schön, wenn die Selbstfürsorge zurück ist!

  • Ich hatte mir den Weg einfacher vorgestellt. Dachte wirklich es pendelt sich alles schneller ein.

    Doch, ich habe auch immer schöne Tage und dann kommt eben wieder ne Phase wo alles doof ist. Aber kein Grund zu Saufen und das ist das wichtigste.

  • Hallo Blendi, 🙋‍♀️

    ja bei mir war es auch eine aufregende Zeit am Anfang der Abstinenz. Habe mich selbst neu kennengelernt. Alle Gefühle bewusst erlebt. Ich habe die ersten Monate alleine durchgezogen, ohne SHG. Es gab jede Menge Höhen und Tiefen.

    Gerade am Anfang bin ich auch oft in die Falle von Verlockungen getreten. Es ist mir schwer gefallen letztes Jahr im Frühling draußen in den Cafés die Menschen mit Cocktails und Weingläsern sitzen zu sehen. Ich wusste gar nicht was ich mir überhaupt bestellen sollte. Spezi, Wasser oder Kaffee. Ich habe mir damit Verzichtsgedanken geschürt. Und bekam prompt auch Suchtdruck.

    Bin dann eine ganze Weile gar nicht mehr weg gegangen. In den ersten Monaten hatte ich 2x krassen Suchtdruck.

    Nach etwas mehr als 6 Monaten bin ich hier auf das Forum gestoßen. Hier habe ich erstmals vom Notfallkoffer, den Grundbausteinen und Trockenheitsarbeit gehört. Es gab Austausch. Ich war plötzlich nicht mehr alleine mit meiner Abstinenz.

    Das war dann natürlich auch ungewohnt und ich war ab und zu zickig. Habe nicht verstanden was mir mitgeteilt wurde. Irgendwann hier hatte ich dann zum dritten Mal Suchtdruck. Aber da war ich nicht mehr auf mich alleine gestellt und bekam viele hilfreiche Tips. Ich habe reflektiert und die Tipps umgesetzt. Und siehe da, seit dem hatte ich keinen Suchtdruck mehr. Im Gegenteil, ich wurde immer ausgeglichener.

    Habe viel an mir gearbeitet und und auch vieles verändert. Wichtig fand ich die Zeit während ich sonst täglich getrunken hatte, gut zu nutzen. Und ich habe mir kleine Belohnungen für mich überlegt.

    Und irgendwann hat sich spürbar etwas geändert. Ich bin wesentlich gelassener geworden, die Abstinenz ist irgendwie als fester Bestandteil für mich geworden und steht an allererster Stelle auf einem Sockel. Ich genieße es, nichts mehr trinken zu müssen und bin stolz, dass es sich so entwickelt hat.

    Bald sind es 11 Monate bei mir, geht Richtung 1 Jahr. Ich sehe meine Abstinenz als Bereicherung und ein großes Glück.

    Dir wünsche ich alles Gute und einen angenehmen, nüchternen Weg 🍀

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Jahr. Ich sehe meine Abstinenz als Bereicherung und ein großes Glück

    Ja das sehe ich auch so. Ich hatte gestern ordentlich Kopfschmerzen.Das ging dann an der frischen Luft recht schnell wieder weg.Mir viel dann ein, wie oft ich einen dicken Kopp hatte, wenn ich den Tag zuvor getrunken hatte! Ich hab da keine Lust mehr drauf. Ich bin froh, dies beendet zu haben. Gruß BO

  • Danke auch Dir Kadett.

    Ohne die Gruppe hier hätte ich bestimmt schon einige Rückfälle gehabt, weil ich auch nichts wusste. Suchtstimme, Suchthirn, Suchtdruck. Notfallkoffer, Haltregel und Geduld, Geduld, Geduld.

    Tatsächlich weiss ich keine Belohnungen für mich. So was wo ich sage das gönnst du dir Heute. So was kosmetisches ist nicht meines, in der Wanne liegen auch nicht. Bin kein Kuchenesser. Weiss nicht was das sein könnte. Vielleicht habt Ihr Ideen.

    I

  • Du hörst hier immer wieder, achte auf dich, tu dir was Gutes.
    „Tu dir was Gutes“, das hört sich vielleicht banal an, ist es aber nicht.
    Dein Gehirn kann wieder lernen, auch ohne Alkohol glücklich und zufrieden zu sein.
    Dafür musst du was tun, damit dein Gehirn es lernen kann.
    Es sind auch die kleinen Dinge. Du sitzt in einem Café und genießt einen Eisbecher oder eine
    heisse Schokolade oder etwas, wobei dir schon bei dem Gedanken daran das Wasser im Mund zusammenläuft.

    Die Erfahrung, es war schön, es hat geschmeckt, mir hat es gefallen, ich bin zufrieden, ruft die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin hervor und der belohnt dich mit guten, zufriedenen Gefühlen.
    Bisher war da nur der Alkohol, der das konnte und „andere“ Erfahrungen oder Gefühle haben ein tristes Dasein gefristet.

    Der Alkohol ist weg und die „Anderen“ sind ganz erschreckt und trauen sich ganz vorsichtig auch mal wieder auf den Dopamin Knopf zu drücken. Bis sie das erreicht haben, was der Alkohol konnte, dauert es eine Zeit und das ist die schwierige Zeit, die es zu überbrücken gilt. Hier gilt, üben macht den Meister.

    „Tu dir was Gutes“

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Vielleicht habt Ihr Ideen.

    Vielleicht etwas spielen oder ein Puzzle? Dich mit Pflanzen beschäftigen oder gärtnern? Champignons züchten? Weite Spaziergänge, tanzen oder in einen Chor gehen, falls du singen kannst, einem Verein beitreten, was Ehrenamtliches tun, meditieren…. und und und

    Suchtstimme, Suchthirn, Suchtdruck

    Bevor ich hier in der SHG ankam, waren das für mich auch fremde Begriffe. OK Suchtdruck hatte ich ja kennengelernt und auch darüber gegoogelt.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Danke Nayouk dass Du mir das erklärst. Nun verstehe ich das auch. Ich muss mir das wieder beibringen.

    Öfters hole ich mir unterwegs einen Kakao und setze mich damit irgendwohin. Aber dann ne Zigarette dazu und am überlegen was ich anschliessend noch mache. Ich muss das Geniessen auch wieder erlernen. Ok

  • Wenn ich auf gar nichts Lust habe, dann zwinge ich mich spazieren zu gehen. Einfach raus ( natürlich ohne Geld) und an der frischen Luft den Kopf durchpusten lassen. Mit der Zeit werden Dir schon Dinge einfallen, mit denen Du Dir eine Freude machen kannst. Ich habe mir gerade Jonglierkeulen gewünscht. Mal sehen, ob das mehr Lust als Frust wird. :S Ich bin gespannt, ob das ein echter Mehrgewinn wird und wenn nicht, dann weiß ich ganz genau das Jonglieren nicht meins ist. Mut zur Lücke!
    Wenn es sooo einfach wäre, wäre die Rückfallquote ja nicht so hoch.
    Ärgere Dich nicht so über Dich, Du hast doch schon viel geschafft!

  • Vielleicht etwas spielen oder ein Puzzle? Dich mit Pflanzen beschäftigen oder gärtnern? Champignons züchten? Weite Spaziergänge, tanzen oder in einen Chor gehen, falls du singen kannst, einem Verein beitreten, was Ehrenamtliches tun, meditieren…. und und und

    Vieles von diesem mache ich ja schon, aber das sehe ich nicht als Belohnung. Das ist Zeitvertreib für mich.

  • Man man man, was haben wir unseren Körpern über Jahre nur angetan.Das alles nun wieder heile bekommen....

    Aber nun gut. Gemeinsam kriegen wir das hin !

    Ich werde mich jetzt mal vor die Tür schubsen, ohne Geld.

    Danke an alle

  • Hi Blendi,

    mir scheint Wut gerade ein großes Thema bei Dir zu sein. Und das zeigt sich auch deutlich manchmal, wenn und wie Du schreibst.

    Wut ist in meinem Leben ein großes Thema. Darüber habe ich hier auch schon geschrieben. Wut macht blind, war einer der problematischen Teile der Wut. Ich habe inzwischen einen okayen Umgang mit meiner Wut gelernt. Und ich bin froh darüber, dass ich das gelernt habe. Weil ich jetzt trocken nicht in der Nähe von Alkohol sein möchte ohne zu merken, dass ich wütend bin. Denn das könnte ganz schnell brandgefährlich für meine Abstinenz werden. Deshalb steht das A in der HALT Regel ja für Angry.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

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