Luffi - gefangen im Alptraum

  • Da ist eine Dynamik zwischen euch die offenbar anstrengend für dich ist und dir nichts gibt. Vielleicht kann man sich erst mal vorübergehend räumlich trennen und dann weiter sehen?

    Aber Vorsicht ☝️ Ich kenne ein Paar, da hat er sich während so einer Phase gleich eine neue Betreuerin geholt. Falls du bei dem Gedanken eher Erleichterung spürst, dann Nix wie weg.

  • Ja. Das habe ich auch bemerkt inzwischen... es ging einfach zu lange.. ich will einfach nicht mehr... Ob Alkohol oder Krankheit. Ja man sollte einen kranken nicht im Stich lassen. Aber er ist selber schuld...ich habs ihm über 4 Jahre tausende mal gesagt. Und jetzt.... Ja er hat sich richtig in die sch**** geritten. Ich bin einfach nicht mehr bereit ihn noch länger mitzutragen... mein pulver ist mehr als aufgebraucht. Obwohl ich durch die Distanz die eine Woche eben auch gemerkt hab das er mir absolut nicht egal ist und ich ihn - eigentlich - in meinem leben will.. das ist die Liebe denke ich. Die ist nie eingeschlafen...Aber die Realität... oh du meine Güte... lauf Luffi lauf.

    ... und aufpassen mußte auch noch auf ihn... seine Ärztin verschreibt ihm ein Medikament mit 1,1 Vol =O .. ich dachte ich les nicht richtig...Die Antwort vom Arzt- hups- ja ähmmm...würde er morgen wieder an der Flasche hängen...

  • Hallo zusammen... ich wollte mich nochmal melden.

    Mein Mann hat es mit seiner Alkoholkarriere geschafft das er jetzt eine Lebertransplation braucht ( wenn man das als Alkoholiker überhaupt bekommt). Und auch sonst ist alles kaputt was kaputt sein kann...es kann jederzeit etwas passieren.

    Also bitte bitte passt auf euch auf.. Alkohol ist pures Gift. Das vorher war schwer, das jetzt ist die Hölle. Obwohl ich bisher dachte es geht nimmer schlimmer - es geht...

    Luffi

  • Liebe Luffi,

    Ich sende Dir ganz liebe Grüße. Habe oft an Dich gedacht in den vergangenen Wochen. Es tut mir sehr leid - für Deinen Mann, vor allem aber für Dich, weil Du das nun mit durchmachst. Darf ich Dich so direkt fragen, ob für Dich feststeht, dass Du weiter an seiner Seite bleiben wirst? Trennung stand ja auch immer mal im Raum...

    Hast Du irgendjemanden, der Dir gerade beisteht? Ich hoffe, Du bleibst hier in Kontakt. Hier gibt es Menschen, die mitfühlen und die Situation kennen. Hoffe, das hilft ein wenig.

    Fühl Dich aus der Ferne mal gedrückt.

    Einmal editiert, zuletzt von EllaDrei (7. August 2025 um 20:52)

  • Mein Mann hat es mit seiner Alkoholkarriere geschafft das er jetzt eine Lebertransplation braucht ( wenn man das als Alkoholiker überhaupt bekommt). Und auch sonst ist alles kaputt was kaputt sein kann...es kann jederzeit etwas passieren.

    Uns wurde gesagt, dass er mindestens 6 Monate abstinent leben muss um gelistet zu werden.

    Das hat mein xy nicht geschafft und ich glaube auch nicht, dass er eine Lebertransplantation überstanden hätte. Die Blutgerinnung war komplett kaputt, ständig blaue Flecken, Durchfall und Erbrechen. Und ich glaube auch, dass er sich selbst aufgegeben hatte.

    Ich kann Dir nichts raten, ich weiß nur wie schlimm das ist. Hast Du schon Pflegestufe beantragt? Wir haben gleich Stufe 3 bekommen. Unser Hausarzt hat uns nahegelegt eine Palliativversorgung in Erwägung zu ziehen. Aber es war schon zu spät. Er ist im Januar verstorben.

    Ich weiß, sein Leidensweg ist zu Ende und er hat hoffentlich seinen Frieden gefunden.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft und die richtige Entscheidung für Dich.

  • Vielen Dank :*

    Ja ich bleibe bei ihm... ich bin mir auch ziemlich sicher er trinkt nicht weiter. Er will leben.. und das das nur ohne Alkohol möglich ist hat er glaube ich jetzt wirklich begriffen. Ich liebe ihn. Ja ich hatte mich emotional entfernt. Trennung überlegt. Aber jetzt, wenn ich nur dran denke das ich möglicherweise bald allein bin rollen schon die Tränen.

    Danke für den Tip mit der Pflegestufe. Das geht so einfach mit der Diagnose? Auch wenn, zumindest im Moment, noch nicht viel pflegerischen gemacht wird. Ausser Arztbesuche und Tabletten? Und ja Blutgerinnung etc. ist bei ihm miserabel.

    Und ja ich habe jetzt zum Glück Unterstützung. Unsere beiden Familien wissen jetzt alles.. und meine Eltern sind immer bereit unseren Hund zu betreuen..ohne fragen und erklären etc...und auch zum reden...

  • Danke für den Tip mit der Pflegestufe. Das geht so einfach mit der Diagnose? Auch wenn, zumindest im Moment, noch nicht viel pflegerischen gemacht wird. Ausser Arztbesuche und Tabletten? Und ja Blutgerinnung etc. ist bei ihm miserabel.

    hallo Luffi,

    es gibt Pflegeberater, die dich durch diesen Prozess begleiten. Ich habe es bei mir selbst erlebt, die helfen dir bei allen Anträgen. Die Pflegeberatung die ich mir ausgesucht hatte, hat mal einen Tag der offenen Tür veranstaltet, und dort konnte ich mit allen Hilfen, die brauchen könnte Kontakt aufnehmen. Es geht nicht in erster Linie um Diagnosen, sondern um Dinge des täglichen Lebens, die nicht mehr so ohne weiteres bewältigt werden können.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Luffi,

    wie Morgenrot schon sagte, gibt es Pflegeberatungsstellen. Jedes Bundesland ist da nach Landkreisen nochmal etwas unterteilt. Googlet das mal oder frage bei der Krankenkasse nach. Da gibt es zwar auch Pflegeberater, aber die aus den direkten Stützpunkte kennen sich nochmal mehr aus und sind von mehreren Krankenkassen beim Stützpunkt zusammen vor Ort.

    Inwieweit ein Pflegegrad möglich ist, ist jetzt gerade schwer zur beurteilen, aber der Zustand wird sich ja wahrscheinlich verschlechtern. Es wird da nach unterschiedlichen Punkten immer geschaut: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Gestaltung des Alltagslebens und Bewältigun und selbständiger Umgang mit der eigenen Krankheit. Die Gewichtungen sind auch nochmal unterschiedlich.

    Ich wünsche dir auch viel Kraft. Versuche auf dich zu achten🍀

    Liebe Grüße Pingu

  • Ich habe aus den vielen Geschichten der Angehörigen hier und auch meiner eigenen den Eindruck gewonnen, dass es am Anfang, wenn der Alkohol in die Beziehung einbricht, wirklich aus Liebe ist, dass es einem schwerfällt zu gehen.

    Wenn man allerdings jahre- oder sogar jahrzehntelang an der Seite des Alkoholikers bleibt, habe ich eher den Eindruck, dass es die unerträgliche Angst vor dem Alleine sein ist und weniger Liebe, die viele hält.

    Denn wie viel Liebe kann in einer Beziehung nach so langer Zeit mit unzähligen Enttäuschungen, Verletzungen, Vertrauensbrüchen, unschönen für immer ins Gedächtnis eingebrannten Szenen, Lieblosigkeit (es dreht sich ja alles bei beiden Partnern nur noch um das Eine, die ganze Aufmerksamkeit des Partners wird vom Alkohol beansprucht), vielleicht bis hin zur emotionalen und körperlichen Gewalt, wirklich noch übrig sein?

    Für mich persönlich ein Ding der Unmöglichkeit. Bei mir war nach einem halben Jahr Abhängigkeit und vorher ca. 1,5 Jahren riskanten Konsums die Liebe schon sehr heftig im Sinkflug und wäre mit Sicherheit in kürzester Zeit nicht mehr vorhanden gewesen, da war einfach zu viel Schlechtes. Wenn immer nur genommen und nichts mehr gegeben wird, ist die Beziehung total aus dem Gleichgewicht und die Unwucht wird immer größer, je mehr Zeit vergeht. Es saugt einem einfach jegliche Energie und Lebensfreude aus.

    Liebe erträgt eben nicht alles und verzeiht auch nicht alles. Sie ist ein zartes Pflänzchen, das gehegt und gepflegt werden will. Mit der Dampfwalze drüber zu fahren, nur noch Schlechtes miteinander zu erleben und psychisch im Dauerstress und einem permanenten Zustand der Anspannung zu sein, lässt sie sterben und man selber stirbt innerlich gleich mit.

    Vielleicht verwechselt man die Unmöglichkeit, alleine sein zu können mit Liebe und täuscht sich damit selber. Vielleicht ist es eher Abhängigkeit, ob emotional oder finanziell, was nie erstrebenswert ist. Bestimmt lohnt es sich genauer hinzuschauen, warum einen das Alleine sein so tief verängstigt, dass man lieber in einer schlechten Beziehung bleibt und damit auch sich selber zerstört.

    Ich war auch immer gerne Single und kam damit super zurecht im Leben, ohne Partner zu sein ist nicht das Ende aller Dinge. Auch alleine kann man ein erfülltes, zufriedenes und vor allem selbstbestimmtes Leben führen (wenn die Verletzungen aus der Beziehung geheilt sind) und gerade dann, wenn man das in der Beziehung nicht mehr hat, ist es vielleicht umso wichtiger, das zu erkennen.

    Liebeskummer, Trauer wegen einer Trennung vergeht, eine Beziehung mit einem Süchtigen ist wie lebenslänglich in einem echt beschissenen Knast und die Zeit, die man so im Elend verschwendet, bekommt man nie mehr zurück.

  • Vielen Dank. Dann wende ich mich mal an so eine Pflegestelle. Im Moment sind es ja nur die Medikamente, was noch kommt wird man sehen.

    Ja. Ich habe das ja auch gesagt wenn er weiter drinkt bin ich weg. Aber unsere Beziehung war nie von Gewalt oder Psychoterror oder so geprägt. Er wusste was ich für ihn tat. Es war bei mir nur das ich gesagt habe wenn er sich weiter kaputt macht will ich das nicht mehr.. nun ist leider der Punkt eingetreten- weiter kaputt geht nicht. Und ich hab viel gegrübelt im letzten halben Jahr( wo ich das noch nicht wusste...).ich werde ihn jetzt nicht allein lassen...

    Ausser ja... falls er tatsächlich nochmal zu alkohol greift.. Aber so wie ich es einschätze passiert das eher nicht ... das war glaub der heilsame Schock...zu spät zwar...

  • Hallo zusammen.. ich wollte mich mal wieder melden....

    Bei uns hat sich viel geändert. Mein Mann trinkt absolut 0,0 mehr seit dem Entzug. Ich seh, also wenn man wirklich will dann geht das auch. Ok. seine Prognose ist auch sehr schlecht. Leberzirrhose mit allem was dazu gehört + Transplantation (falls was gefunden wird- irgenwann). Wir sind auch wieder viel näher zusammen gerückt... das was ich mir immer erhofft hatte... Nur nicht so...Die Ärzte sagen klipp und klar er wird irgendwann daran sterben...wann- keine Ahnung. Aber gut sieht es nicht aus...Er ist auch so sehr schlapp und krank...und selbst wenn man auf der Transplantations Liste ist(noch 2 Monat - dann sind 6 Monate ohne Alk rum) ist es nicht sicher ob er eine bekommt. Bekannt.. Klar...

    Ich bin seit dem in einer permanenten Stress-Situation. Ich will ihn nicht verlieren- er ist (jetzt) wieder der Mann warum ich ihn geheiratet hab... und doch muss ich mit dem Thema Tod auseinandersetzen....und auch sonst- jeden Tag in hab acht Stellung...wegen Blutungen etc.

    Und ich habe Angst... was passieren könnte.... und das ich wenn ich Pech hab ganz allein zurück bleib. Meine Eltern sind auch nicht mehr die jüngsten...

    Tja so sieht aus...

    Luffi

  • Hallo, musste ganz schön suchen bis ich mich wieder gefunden hab. Lang ist es schon her. Ich wollte mich nochmal bei euch für die Tips und Unterstützung bedanken. Mein Mann ist jetzt seit 9 Monaten trocken. Auch wenn es zu spät war. Und wird es auch bleiben. Ja wirklich -er hats kapiert. Denn die Konsequenzen vom trinken sind heftig. Sind durch den Alkoholkonsum immer noch beim warten zur Listung zur Lebertransplation (ab 1. Termin 6 Monate, nicht ab Entzug) Und das ist alles wirklich kein Spaß.

    Ich bin froh bei ihm geblieben zu sein. Er ist wieder der Mann in den ich mich verlieb hab. Aber es gibt Momente da bin ich so stinksauer. Er ist jetzt ein Pflegefall. Und was das heißt? Keine private Minute mehr...Nur noch am organisieren, helfen und natürlich die Arbeit noch nebenbei...

    Das ist eine ( unsere) Variante wie sowas ausgehen kann...

  • Hallo Luffi, schön dass du dich mal wieder meldest u ein update gibst.

    Ja, das liest sich gut und ungut. Und hört sich nach sehr viel u großer Sorge an.

    So kann es gehen. Für deinen Weg, viel Kraft und dass du dich nicht aus den Augen verlierst und dir auch deine Ich-kümmer-mich-um-mich-Zeit nimmst ❣️

    LG Simsalabim 🧙‍♀️

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