Sam7474 Tja, Chancen verpasst und nun hänge ich da.

  • moin sam

    ich habe nur eine einzige frage an dich. warum bist du dir nichts wert?

    Bin ich mir doch, also irgendwie kann ich gerade nicht alles nachvollziehen was für Argumente kommen, wenn man gerade eigentlich gut dabei ist und man sich aufgerappelt hat. Es läuft ja gerade alles erstmal in die richtige RIchtung......Warum sollte ich mich selber belügen, hätte ich nichts von ganz im gegenteil.

    Und ob er sich mit der Thematik auskennt, durch seine Frau die am ALK hing, er hat das von der anderen Seite durchgemacht.

    Soll ich negativer schreiben, soll ich weiter in die Gosse ? Also stehe echt gerade ein bisschen auf dem Schlauch......... Naja, melde mich morgen mal, wie ich so drauf bin. Denke genau so wie heute das man ein Schritt vor dem anderem Macht.

    Allen einen sonnigen Tag.

  • stop sam. ich kann nachvollziehen das es für dich eben echt viel ist und das sich manches total falsch anfühlt.

    du hast dich aufgerappelt und statt lob kriegst du hier nur links und rechts watschen. so ähnlich ging und geht es aber allen.

    der punkt ist, wir alkis haben oft ein problem mit selbstwert und mit frustration, das ist bei sehr vielen alkis so.

    einen narzisten erkennt man daran das er in einem satz mit 10 wörtern 8 mal "ich" unterbringt. du bist fast das gegenteil. die ichs in deinen beiträgen sind kaum vorhanden. du mußt verstehen, hier will dich niemand fertig machen wir sind doch alle gleich. wir wollen dich mit der nase auf den grund deiner sucht stoßen. dein selbstwert. bzw den oft nicht sehr ausgeprägten.

    du denkst an alle menschen um dich rum aber dich, deine bedrüfnisse, das was dich nach forn bringt scheinst du nicht wahrnehmen zu können. alles was eben mit alk zu tun hat kann dich triggern und suchtdruck ist nun mal die hölle, da brauchen wir nicht drüber zu spekulieren. daher eben alles vermeiden was dazu führen kann. dazu muß man aber auch mal klipp und klar das eigene ego an die spitze stellen und die sätze mit "ich will" anfangen.

    denk darüber mal in ruhe nach. und sei dir gewiss, niemand will dich hier runter machen wir nehmen uns hier alle die zeit um zu helfen denn wir kennen die hölle in der du steckst doch zur genüge. wir wissen wie hart es ist da raus zu kommen, viele haben mehrere anläufe gebraucht und wir wissen auch das viele auf der strecke bleiben. und grade der anfang ist nun mal am schwersten. zu verstehen was da im eigenen oberstübchen schief läuft ist nicht leicht und tut meistens echt weh. ich habe viel geheult bis da alles wieder grade war im kopf, ich hab meine therapeuten verflucht und auch meine mitstreiter. der weg aus der hölle ist nu mal kein spaziergang. aber wir begleiten dich.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Soll ich negativer schreiben, soll ich weiter in die Gosse ?

    Nein. Wir haben lange genug gesoffen, um das keinem zu wünschen.

    Du sollst schon mitnehmen, was gut ist, Du solltest Dich aber nicht überschätzen. Du wirst nicht in zwei Wochen knochentrocken, das muss viele Jahre halten, wenn Du das ernst meinst. Du solltest damit rechnen, dass es längere Zeit dauern wird, bis Dir das in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es soll ja irgendwann auch kein Kampf mit 150% Wille mehr sein, sondern leichter werden. Man bleibt leichter bei Dingen, die einem irgendwann auch Spaß machen. Und wer weiss, ob Dir Malle dann überhaupt noch was gibt. Betrunkenen zugucken wird irgendwann langweilig, vor allem, wenn man selbst so war. Aber vorerst siehst Du möglicherweise nur die Drinks,weil Dein Auge das seit vielen Jahren gewohnt ist. Ich weiss ja nicht, wie lange Du das schon machst, bei mir waren es viele Jahre.

    Nehmen wir mal die 150% Wille.

    Ich habe mich jahrelang mit meiner Frau wegen der Sauferei gestritten. Nicht nur deswegen, aber es war ein zentrales Thema.
    Ich, von mir, kann sagen, damals habe ich auch mit 150% Wille an der Sauferei festgehalten. Es musste einfach gehen, dass ich trinken kann.
    Dann habe ich Trinkpausen angefangen. Aus dieser Zeit kenne ich einen Zustand, der lässt sich am Besten mit dem Bild beschreiben
    "ach, zwei Seelen wohnen in meiner Brust"
    Eine Seele will trinken, eine Seele will das so weit unter Kontrolle haben, das es keine Probleme damit gibt.
    Dafür habe ich sehr viel Energie aufgewendet, bloß nicht aufhören. Ich habe auch alles mögliche geglaubt und erzählt, wie gut ich das im Griff hatte. Weil es einfach sein musste.
    Aber ich war trotzdem überzeugt, ich saufe nur, weil ich das aktiv will. Keine Spur von Abhängigkeitsgefühl, nur gemacht, was ich wollte. Bis auf den letzten Absturz, dann hab ich es verstanden.

    Und beide Seelen haben, da das in beiden Fällen ja ich bin, eben diese 150%.
    Und dann wird das eine Schaukel. Keiner gewinnt. Wenn einer vorn ist, lauert schon der Andere.

    Und Du hast Dich auch schon öfter mit Deiner Frau gestritten und vermutlich hat sie schon verschiedene Register gezogen, um Dich davon abzubringen. Vermutlich hast Du auch schon mehrmals Besserung versprochen. Möglicherweise hast Du es in dem Moment sogar ernst gemeint und bist dann wieder umgefallen. Der innere Schweinehund halt. Ganz nebenbei ein Grund, warum ich mir gar nicht einbilde, dass ich viel bei Dir bewirke, denn Deine Frau ist sicher wichtiger als ich für Dich und da musste es ja auch erst zum Knall kommen.
    Das deutet schon mal drauf hin, dass Du mit dem Trinken auch Einiges verbindest, weswegen Du darum gekämpft hast und das verschwindet nicht so einfach. Andere nennen es einfach Sucht, ist es auch, und jeder muss seinen Weg finden, damit umzugehen.

    Aber Du bewegst Dich auf dünnem Eis, Deine Gewohnheiten können schlicht durch Gedankenlosigkeit oder Müdigkeit einfach durchbrechen. Du musst nur mal einen wirklich schlechten Tag haben, an dem Du nicht runterkommst. Kann Streit sein, kann Stress im Job sein, es gibt unzählige Möglichkeiten.
    Es kann auch sein, das Du was feiern willst, und ohne Alk ist das für Dich nur eine halbe Sache. War für mich sehr gefährlich, dann im Überschwang die Selbstbeherrschung hochzufahren, war nicht so einfach. Weil das ist ja das Gegenteil von Feiern. Wenn Du so einen Moment hast, könnte das die Stimmung verderben. Also sollte der Moment gar nicht kommen. Vorerst, bis Du Dich auch nüchtern wieder richtig freuen kannst. Momentan ist es ja nur der Gegensatz zum Vorher, die Anfangseuphorie. Ich hatte sie auch.

    Du stehst jetzt unter dem Eindruck eines Ereignisses, das Dir einen Schub gegeben hat.
    Wenn irgendwas passiert, wodurch Du wieder Appetit auf Alkohol bekommst, dann kämpfst Du gegen Dich selbst. Du bist dann Dein stärkster Gegner. Und da nützen Dir die 150% Willenstärke gar nichts, wenn Du Dich dann nicht entscheiden kannst. Und dafür brauchst Du normalerweise alternative Handlungsmöglichkeiten, Die hast Du aber nicht, oder Du hattest keine Lust, sie anzuwenden, weil es dir zu unbequem war. Saufen ist einfacher. Das wird Dir wieder mal einfallen, bis jetzt war es ja auch immer so.

    Der Schub wird verblassen. Bei den Allermeisten, die wegen so einem Schrecken aufhören, kommt irgendwann der Punkt, ach, so schlimm war es doch nicht, ich kann mir eins genehmigen, dann höre ich wieder auf. Da wird es interessant.

    Und ich hab Deine Beiträge gelesen, Du findest noch sehr viel Positives am Trinken. Ja, mir hat es auch mal Spass gemacht, da muss keiner in Sack und Asche laufen. Aber der Spaß war irgendwann absolut vorbei. Ich kann da heute drüber reden, ohne dass mich irgendwas wieder da hin zieht, wo ich schon mal war. Ich bin lange trocken und habe mir mein Leben schon lange so eingerichtet, dass es schöner ist als zu den Zeiten, als ich noch getrunken habe. Das ist kein Verzicht und deswegen brauche ich keinen Willen dazu.

    Ich bin mir nicht sicher, wie das bei Dir ist. Bis jetzt weisst Du, wo Du weg willst. Weisst Du auch schon, wo Du hinwillst?

    Und ich will Dich sicher nicht bekehren. Aber die meisten sind irgendwann froh, wenn sie es hinter sich haben. Die Trockenheit bekommt dann einen Wert, den man nicht mehr so leicht aufs Spiel setzt. Wünsche ich Dir auch.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Guten Morgen zusammen,


    Danke euch beiden erst mal für eure Beiträge und Worten.

    So Tag 12, werde jetzt fast immer vor den Wecker wach. Da ich wesentlich besser schlafe seit 2-3 Tagen, Davor war halt die Situation zu Hause die mich nicht gut schlafen lassen hat.

    Heute ist noch ein Gespräch geplant mit einer Bekannten um über einige Punkte nochmal zu sprechen. Heute Nachmittag ist das Rad angesagt und abends werde ich was für mich machen. Also ich !

    Stand heute vermisse ich nichts, aber das Hirn arbeitet dementsprechend. Zu 50% positiv was man macht, machen sollte, wie man vorgehen sollte , worauf man achten sollte usw und die anderen 50% sind die Verknüpfungen aus dem alten Alk Leben. Denke das wird auch noch eine sehr lange Zeit andauern um diese Zahnräder anzuhalten bzw ganz ganz langsam zu machen. Weil ganz weg bekommt man es glaube ich nicht oder ? Weil die Verknüpfung waren zb auch bei mir das schwerste wo ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Die erste Woche war die schlimmste, aber dann wurde es von Tag zu Tag besser. Und vielleicht mal am Rande, ich habe das Rauchen aufhören genau 1 mal versucht und dabei ist es geblieben. Da hatte ich mir im Vorfeld auch sehr viele Gedanken macht, ob man das sofort schafft. Wie viele Versuche brauche ich usw.

    So werde nun langsam in den Tag starten.

  • Weil ganz weg bekommt man es glaube ich nicht oder ?

    Ob man das generell sagen kann, weiss ich nicht.

    Ich bin 24 Jahre trocken, hatte nie einen Rückfall und bei mir spielt das keine Rolle mehr. Das Rauchen auch im ersten Anlauf aufgehört. Da war aber auch Wille, nein, besser gesagt, Durchhaltevermögen angesagt. Aber halt auch am Anfang.
    Trockenheit wird zur Normalität wie alles Andere auch, was man länger macht.
    Manche kriegen Anfälle von Suchtdruck, andere nicht. Kann ich Dir nicht vorhersagen.

    Bei mir ist auch noch früh am Tag, deswegen kurz:

    Du musst Dir nur vorstellen, dass Leute, die noch nie getrunken haben (gibt es) oder nur wenig, auch Probleme haben. Und diese Sorte Schwierigkeiten kriegen wir auch.
    Ich hatte, schon Jahre trocken, einen Unfall. An dem knabbere ich noch heute. Saufen würde da aber auch nicht helfen.

    Ansonsten war ich das erste halbe Jahr so richtig gut drauf, das hat mir bestätigt, dass das Leben ohne Alk richtig schön sein kann, aber die Realität hat mich irgendwann wieder eingeholt. Irgendwelche Sorgen und der Alltag, Stress im Job, der ganz normale tägliche blabla.
    Und irgendwann kam ein Punkt, wo ich noch andereDinge ändern wollte. Selbstständig gemacht, solche Dinge.

    Manche merken auch, dass sie ihre Ehe besser beenden. Meine läuft wieder. Also auch da individuell.

    Viele Möglichkeiten.

    Plane nicht zu viel, Dinge ändern sich und vieles kannst Du erst erledigen, wenn Du direkt davor stehst.
    Und mach Dir zwar einen Kopf, aber nicht zu stark ums "für immer", wenn es gar nicht passen sollte, kannnst Du nächstes Jahr wieder anfangen. So dachte ich anfangs, das nimmt halt auch ein bisschen Druck raus.
    Wir sind das gewohnt, dass die Belohnung gleich kommt, weil das auch die Wirkung des Alks ist. Geduld ist bei den meisten keine Stärke, wird aber sehr nützlich.

    Wenn Du es richtig machst und nicht zu viel auf einmal willst....24 Jahre gehen schon:)

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Und ob er sich mit der Thematik auskennt, durch seine Frau die am ALK hing, er hat das von der anderen Seite durchgemacht.

    Soll ich negativer schreiben, soll ich weiter in die Gosse ? Also stehe echt gerade ein bisschen auf dem Schlauc

    Gegenfrage: Sollen wir positiver schreiben, wenn du blindlings auf auf einen Rückfall zuläufst? Nicht darauf hinweisen, wenn es nach Erfahrung sichtlich ist, dass da etwas schief läuft? Dich lachend in die Kreissäge schicken? Auf Unterstützung setzt, weil ein Freund seiner Frau gesoffen hat? ;)

    Als ich noch am Stammtisch war, hatte ich einige Trinkkumpanen und solche, die nur ein Bier tranken, bei denen ebenfalls ihre Frauen gesoffen hatten. Es war zwar nett gemeint, und ich erhielt den Hinweis, dass ich etwas weniger trinken könnte. Das von einem Alkoholiker, der mein Trinkverhalten mit seinem verglich, zusätzlich das übliche nasse Geschwätz was einem um die Ohren gehauen wird. Ist wie zum Heizungsmonteur zu gehen und zu fragen, wie man ein Sauerteigbrot ansetzt und bäckt. ;)

    Als ich trocken werden wollte, war das also schon mal der falsche Weg. Aber auch ich war nicht anders am Anfang hier. Ich kam hierher und ignorierte die noch so plausibelsten Aussagen. Ca. 12 Wochen hielt ich durch und soff mehr als zuvor, weil ich irgendwie die 12 Wochen aufholen musste.

    Ab da wurde mir dann klar, sie müssen irgendwie auch recht haben.

    Stand heute vermisse ich nichts, aber das Hirn arbeitet dementsprechend. Zu 50% positiv was man macht, machen sollte, wie man vorgehen sollte , worauf man achten sollte usw und die anderen 50% sind die Verknüpfungen aus dem alten Alk Lebe

    Gestern schriebst du von 150 %, was es rein rechnerisch nicht gibt und eventuelle nur als maßlose Übertreibung eingeordnet werden könnte . Oder doch nur Selbstüberschätzung? Heute kommst du mir mit 50 % so und 50 % .

    Wie kommst du zu solchen Berechnungen? Es ist zwar schön zu lesen, aber hilft es dir wirklich?

    Akzeptieren, dass es gute wie schlechte Tage gibt, reichte mir.

    Weil ganz weg bekommt man es glaube ich nicht oder ?

    Meinst du die Verknüpfungen zum Alkohol? Nun die bleiben , mal abgeschwächt, mal nicht merklich, mal sind sie da. Schließlich bist du ja Alkoholiker. Und wenn ich auf meine letzten Jahre zurückschaue, bin ich hin und wieder froh, dass es sie gibt, denn sie erinnern mich daran, wo ich nicht mehr hin will.

    Rauchen und Trinken zu vergleichen ist für mich ebenfalls nicht hilfreich. Beides sind zwar Süchte, aber ich konzentriere mich lieber auf eines. Schließlich haben beide Süchte ihre eigen Daseinsberechtigung. Und mache dir keine Sorgen oder fühle dich angegriffen, wenn hier deutlich geschrieben wird.

    Denn du machst nichts falsch. Im Gegenteil, du machst etwas richtig. Du schreibst ungeschönt aus deinem Kopf deinen Weg. Das ist klasse. Es ist ja deins, ob du wieder säufst oder trocken bleibst.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Die 150 % sind mein Wille es durch zu ziehen. Das anderen meinte ich bezogen auf mein denken/Hirn wie es sich gerade verhält. 2 verschiedene Sachen.

    Genau, ich schreibe immer das nieder, was ich gerade denke, fühle oder anliegt. Warum sollte ich hier Gratis Rosen verteilen, mit irgendwelcher schön rederrei. Würde mir gar nichts bringen.

  • Die 150 % sind mein Wille es durch zu ziehen.

    Aber wenn es nur 100% gibt? Mehr gibt es rechnerich nicht. Alles über 100% ist Selbstüberschätzung.:whistling:

    Gratis Rosen gibt es nur kurz vor Wahlen. :mrgreen:

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • moin sam

    das sortieren der gefühle stellt für viele eine enorme hürde da. im suff versinkt man ja gern in selbstmitleid bis hin zur depression, was allerdings alkoholbedingt ist und sich ohne alk dann auch reguliert. rauszufinden was ich wollte fiel mir extrem schwer, es war sehr viel leichter erst mal abzustecken was ich nicht mehr will. ich hab mir da ein ganz kleines büchlein für angeschafft das hab ich "geteilt" forn hab ich reingeschrieben was ich will, in die hintere hälfte was ich nicht mehr will. hinten wurde es recht zügig beschrieben. forne hat es gedauert. wie konnte ich was wollen, ich hatte doch mann und kinder und überhaupt wer bin ich denn. aber das hat sich auch geändert. so nach nem halben jahr füllte es sich dann auch forne. und nach einem jahr habe ich dann begriffen das ich die gleichen rechte habe wie alle anderen auch. ich habe deswegen nicht angefangen andere zu überfahren, allerdings lasse ich mich auch von niemandem mehr überfahren.

    das ändern der gewohnheiten vergleiche ich gerne mit den tiefen fahrrinnen auf alten burgen, wo die wagen cm tiefe spuren in den stein gegraben haben. die wirken wie schienen. je tiefer die sind um so schwerer ist es da raus zu kommen und es ist sehr schwer auf dem glatten stein zwischen den rinnen halt zu finden. hier müssen neue spuren eingefahren werden die uns halt geben und verhindern in die alten spuren zu rutschen. das dauert und erfordert höchste achtsamkeit. und alk in reichweite wirkt wie schmierseife auf der glatten fläche.

    es steckt niemand in deinen schuhen, den weg gehen mußt du alleine, aber wir stehen neben dir und sagen wo es rutschig ist und du besser nicht hintrittst. ich kann heute durchaus in ein gasthaus gehen ohne das mich der alk anspringt, ich kann auch bei freunden sitzen die was trinken. aber alle wissen das ich trocken bin und kommentarlos gehe wenn es mir zuviel wird. und da lass ich mir auch nichts einreden von wegen noch bißchen weil grad so lustig ist. nein, ich gehe wenn es anfängt für mich anstrengend zu werden. das mußte ich aber auch erst lernen meine gefühle zu achten, zu deuten, einzusortieren. war doch vom alk ewig alles zugeschüttet. in der regel hat man sich nach nem jahr so einigermaßen sortiert und es wird einfacher aber am anfang ist halt aller höchste wachsamkeit geboten.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich bin noch nicht so lange nüchtern wie viele andere hier. Und ich kann mich gut erinnern, dass ich in meiner Anfangszeit hier wirklich alles als persönlichen Angriff gesehen habe. Wenn ich heute mein Tagebuch von damals durchlese, ist es mir fast peinlich. Aber es passiert hier so oft, dass es wohl dazu gehört. Mit Alkohol konnte man die Gefühle tagsüber einfach aushalten und ignorieren und abends dann wegtrinken. Jetzt muss man damit umgehen lernen. Jeder, der aufhört, hat einen unglaublich starken Willen. Den braucht es auch, sonst nimmt man diesen Weg der Abstinenz nicht auf sich. Und ohne diesen Willen wird es auch nicht klappen. ABER der Wille alleine reicht nicht.

    Bei meinen ersten Versuchen dachte ich, es ginge ohne Unterstützung. Beim letzten Versuch habe ich mir so viel Unterstützung geholt wie nur möglich, hunderte Podcats gehört, Bücher gelesen, Filme geschaut, hier im Forum geschrieben und meine besten Freund eingeweiht. Ich habe mir bei allem vorher überlegt, wie ich am besten mit dem Alkohol dort umgehe (Familienfeiern, Urlaube, Firmenessen, Weihnachtsfeiern etc.), mir Getränke für mich mitgenommen. Und war trotzdem erstaunt, wie sehr mich solche Events anstrengten. Manchmal war ich tagelang kaputt hinterher. Die Urlaube waren so auch nicht erholsam. Hier wurde mir erklärt, dass das normal sei. Es ist eben nicht alleine eine Willenssache. Es ist eine Sucht. Und das Suchtgehirn wartet nur darauf, dass es dich herumkriegt und dir eine Falle stellt.

    Ich befinde mich momentan in einer sehr schwierigen Phase. Und bin froh, dass ich wenigstens seit 8 Monaten nüchtern bin. Denn seitdem kommen die Gedanken an Alkohol wieder öfter. Seitdem etwas passierte, ist es nicht mehr so einfach wie auch schon, dem zu widerstehen. Das zeigt mir, dass man die Sucht immer ernst nehmen muss.

    Und man muss lernen auf sich zu achten. Es gibt Personen, denen es nach einer gewissen Zeit egal ist, ob irgendjemand um sie herum trinkt oder nicht. Es gibt auch welche, die nie wirklich Suchtdruck hatten. Aber das weiss ich ja nicht vorher. Und solange ich es nicht weiss, gehe ich lieber auch kein Risiko ein. Was nützt es am Ende, wenn man sich sagt "mein Wille ist stärker als die Sucht", das Risiko herausfordert... und dann die Sucht doch stärker ist als der Wille und man wieder von vorne anfangen muss oder es dann vielleicht gar nicht mehr schafft, nochmals rauszukommen?

    Ich hoffe, dass du das richtig verstehst. Es ist überhaupt nicht böse gemeint. Ich möchte dir nur helfen, die Sucht ernst zu nehmen und nicht zu viele unnötige Risiken einzugehen. Ich möchte nicht, dass du irgendwann dastehst und realisieren musst, dass die Sucht stärker war als dein Wille.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Und das Suchtgehirn wartet nur darauf, dass es dich herumkriegt und dir eine Falle stellt.

    Ich befinde mich momentan in einer sehr schwierigen

    Da liegt genau der Hase im Pfeffer. Das musste ich hier im Forum auch erstmal verinnerlichen. Man kann die Sucht nicht wegdiskutieren! Die bleibt bis zum Ende unserer Tage! Ich mach mir immer Mut, mit meinem Spruch.Unsere Alkoholkrankheit hat tatsächlich Vorteile gegenüber anderen Krankheiten! "Wir können unsere Krankheit durch Abstinenz zum Stillstand bringen und wir brauchen keine Medikamente einnehmen, wie bei anderen Krankheiten, sondern wir brauchen NUR einen Stoff weglassen"!! Mir helfen diese Gedanken. LG Bono

  • wir brauchen NUR einen Stoff weglassen"!!

    Diese Sicht hilft mir auch. Erst habe ich überlegt, ob gedanklich ein " ich brauche nur einen Stoff weglassen!" mache. Aber das "wir" gefällt mir besser. Denn es zeigt zusätzlich, dass ich (wir) nicht alleine bin (sind) . Wir Betroffene könne uns unterstützen. Wir schaffen das.

  • Ich bleibe z. B. lieber beim ich. Weil, wenn Du ihn weglässt, nützt das ja mir nichts. ^^

    Naja, das bedingt sich ja. Wenn du ihn weglässt, nützt es mir, weil du hier drüber schreibst und ich ermutigt werde, es dir gleich zu tun (für mich) . Es gäbe kein wir, wenn jeder nur an sich denkt. Wir brachen das Kollektiv. 😃

  • die müdigkeit kommt auch daher das dein körper damit zu tun hat langsam auf normalbetrieb zurück zu bauen. dann denkst du auch über sehr viel mehr nach als im suff und deine gefühlswelt ist nüchtern ja auch anders, all das verbraucht ressourcen und du bist müder als üblich. auch ein völlig normales phänomen. das ist aber in der regel nach 2 bis 3 wochen durch.

    hast du dir schon mal gedanken gemacht womit du deine bisherige saufzeit sinnvoll füllen kannst. ein gescheites hobby kann da sehr helfen. etliche fangen an mit laufen oder anderem sport, ich male und handarbeite, andere haben die fotografie entdeckt. oder mal einen kurs in der volkshochschule oder den familienbildungsstätten der kirchen, es füllt die zeit, lenkt ab und fördert das wohlbefinden sowie den bekanntenkreis.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Abend,

    ja das stimmt. Viel nach denken tue ich auch, und bin jetzt gerade auch bei mir angekommen und meiner Person. Denke viel über mich nach.
    Ich werde die Zeit mit dem Fahrrad erst mal füllen und Rest muss ich schauen.

    Bin jetzt gerade auch ein bisschen genervt muss ich sagen…. Warum kann ich gar nicht mal so sagen. Aber bin einfach kaputt gerade, gut Wetter hat heute den Rest gemacht. Auf jeden Fall den Tag heute bis jetzt gut rumgekommen.

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