Chewie - Nüchtern sein ist nicht das Ende. Es ist der Anfang

  • Hallo Nayouk,ja ich war heute bei meinem Hausartzt. Er hat mich gründlich untersucht und es ist soweit alles im grünen Bereich ich solle dennoch auf Veränderungen achten und notfalls den Notruf wählen. Nächte Woche macht er dann einen großen Gesundheitscheck bei mir.

    Heute ist mein 7 Tag ohne Alkohol und ich fühle mich gut damit,allerdings weiß ich diesesmal dass dies kein selbstläufer für mich ist hab ich ja beim letzten versuch aufzuhören leider gemerkt. Der Gedanke nach 6 Monaten Trockenheit wieder bei 0 anfangen zu müssen macht mich im Moment echt traurig.

    Lg

    Chewie

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Du warst beim Arzt, sehr gut.
    Ich habe nach meinem Arztbesuch grosse Erleichterung verspürt.

    allerdings weiß ich diesesmal dass dies kein selbstläufer für mich ist

    Abstinent zu werden und zu bleiben ist alles andere, nur kein Selbstläufer.

    Du bist mit heute 7 Tage abstinent und hast ärztliche Begleitung!

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Chewie.

    Und Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo und vielen Dank Nayouk.

    Heute habe ich mich meiner Arbeitskollegin anvertraut und habe ihr bei der morgendlichen Kaffeepause von meinem Alkoholproblem erzählt.Da wir nur zu zweit sind und wir 8std. Jeden Tag zusammen an der Arbeit sind fand ich dass für mich sehr wichtig. Natürlich hätte ich dies nicht getan wenn wir uns nicht so super verstehen würden und wir uns zu 100 Prozent gegenseitig vertrauen würden. Trotzdem habe ich echt lange überlegt ob ich es machen soll oder nicht.

    Aber bevor es dazu kommt (wie es ab und zu auch schon war) dass wir mal anstoßen zu einem gegebenen Anlass wollte ich lieber gleich das sie es weiß.

    Ich muss sagen es fühlt sich für mich gut an und ich kann offen und ehrlich mit ihr umgehen (was wir schon immer machen) und muss sie nicht anlügen.

    Außerdem kann ich jetzt mit ihr darüber sprechen und kann mich ihr mitteilen wenn es mir nicht gut geht.

    Lg

    Chewie

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Heute habe ich mich meiner Arbeitskollegin anvertraut


    Außerdem kann ich jetzt mit ihr darüber sprechen und kann mich ihr mitteilen wenn es mir nicht gut geht.

    Deine Kollegin ist nicht für Dich und Deine Abstinenz verantwortlich, das ist allein Deine Aufgabe.

    Ob sie insoweit Stillschweigen bewahrt?

    Ich weiß nur, dass Dinge bei uns auf der Arbeit nie lange geheim bleiben. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis sie einmal komplett durch's Haus getragen werden. Und so eine Geschichte eignet sich doch prima zum Tratschen.

    Aus dem Grund habe ich keine so scheinbar netten Arbeitskollegen eingeweiht, das war mir viel zu riskant. Ich bin dort nie als Trinker in Erscheinung getreten, daher bestand dazu keinerlei Veranlassung.

    Ich weiß, es gibt hier Forianer, die es wie Du halten und so einige Zeitgenossen ihrer Umgebung einweihen, weil sie sich davon einen persönlichen Schutz versprechen. Ich habe nur Leute informiert, die es wirklich was angeht. Arbeitskollegen oder Vorgesetzte gehören nicht dazu.

    Ich hoffe, Deine Vorgehensweise geht für Dich auf.

  • Deine Kollegin ist nicht für Dich und Deine Abstinenz verantwortlich, das ist allein Deine Aufgabe.

    Hallo Carl Friedrich ,das ist mir bewusst und desshalb habe ich ihr das auch nicht erzählt,sondern weil wir in den Sommermonaten auch Bier und Radler verkaufen und ich mich da einfach sicherer fühle im Moment zumindestens (8ter Tag ohne Alkohol).

    Ich verstehe deine Bedenken und wie ich schon geschrieben habe verstehen wir uns zu 100 Prozent und halten immer zusammen sind auch befreundet privat.

    Ich hätte dass in einer großen Firma hätte ich das auch nicht gemacht,da bin ich ganz bei dir und du hast da vollkommen recht.

    Danke für deine Antwort

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Ich halte einen offenen Umgang mit einer Krankheit für äußerst wichtig, und niemand sollte sich deswegen verstecken müssen. Duckmäuser gibt es genug auf dieser Welt.

    Ein offenes Auftreten zeugt von Selbstvertrauen und zeigt auch, dass einem ihm das Nüchtern bleiben wichtig ist . Es wird ohnehin immer über etwas gesprochen, und wenn man zuvor viel getrunken hat, fällt es ebenso auf, wenn man plötzlich nichts mehr trinkt.

    Zu Beginn ist es entscheidend, ein alkoholfreies Umfeld zu schaffen. Es wird empfohlen, die Wohnung alkoholfrei zu halten, im ersten Jahr Veranstaltungen, Feiern und Feste zu meiden, bei denen vordergründig das Saufen im Mittelpunkt steht, sowie den Kontakt zu trinkfreudigen Freunden zu abzubrechen . Zusätzlich sollten in dieser Zeit geeignete Alternativen geschaffen werden.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • sondern weil wir in den Sommermonaten auch Bier und Radler verkaufen

    Das lässt vermuten, dass du beruflich mit Alkohol konfrontiert bist.

    Ich habe immer darauf geachtet, dass ich eine für mich unangenehme Situation bzgl. Konfrontation mit Alkohol sofort verlassen kann, ohne auf andere oder auf mögliche Erwartungshaltungen mir gegenüber Rücksicht nehmen zu müssen.
    Das setzt voraus, dass ich immer autark bin und von niemanden abhängig bin um mich selbst schützen zu können.
    Z.B. bin ich immer eigenständig mobil.

    In einem beruflichen Umfeld, in dem Alkohol dazu gehört, stelle ich mir das sehr schwierig bis unmöglich vor.
    Ich wäre u.U. gezwungen bestimmte Situationen aushalten zu müssen.
    Könnte das bei dir der Fall werden?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk,beruflich hab ich mit Essen zu tun und ja auch etwas Alkohol klar habe ich etwas bedenken wenn dort Bier rumsteht,aber es war an der Arbeit komischerweise nie ein Thema für mich zu trinken eher dannach.

    Im Moment habe ich das Problem dass ich auf den weg nach Hause von der Arbeit als an mein suchtmittel Bier denken muss, nervös werde und meine Atmung schwerer wird.Bis ich mit mir selbst spreche und sage nein du brauchst das nicht.

    An der Arbeit ist dies anderst und ich denke nicht dass ich gezwungen werde etwas auszuhalten.

    Aber das Bier was jetzt da ist wird Abverkauf und dann auch nichts mehr Bestellt,das haben wir schon so besprochen

    Lg

    Chewie

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Aber das Bier was jetzt da ist wird Abverkauf und dann auch nichts mehr Bestellt,das haben wir schon so besprochen

    Sehr gut! :thumbup:

    Im Moment habe ich das Problem dass ich auf den weg nach Hause von der Arbeit als an mein suchtmittel Bier denken muss, nervös werde und meine Atmung schwerer wird.Bis ich mit mir selbst spreche und sage nein du brauchst das nicht.

    Solche "Flashbacks" hatte ich auch nach der Arbeit, beim Nachhause fahren. Und dann habe ich sofort an den leckeren, heißen Kakao gedacht, den ich mir zu Hause machen werde.

    Mit der Zeit wurden solche Gedanken immer weniger!

    Der Alkohol spricht das Belohnungssystem an und das kann man umlenken.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Chewie,

    jetzt traue ich mich erstmals bei jemand anderem zu schreiben.
    Heute ist mein 6. Abend ohne Alkohol, und auch meine Gedanken kreisen um die Flasche, die ich nicht trinken werde und auch nicht will. Nicht einen Schluck will ich davon. Denn genau wie Du will ich mein Leben nüchtern gestalten.
    Also schnaufen wir tief durch und gehen weiter voran, ok? Ich werde jetzt noch ne Runde Rad fahren zur Ablenkung. Was machst Du?

    Viele Grüße von Anouk

  • Im Moment habe ich das Problem dass ich auf den weg nach Hause von der Arbeit als an mein suchtmittel Bier denken muss,

    Ich wage mal zu behaupten, dass sich deine Suchtstimme meldet. Die hat ganz unterschiedliche Strategien auf Lager.
    Je mehr Raum ich ihr gebe, desto präsenter wird sie.
    Wie gehst du mit Gedanken an ein Bier um ?

    Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich den richtigen Umgang gefunden hatte.
    Ganz einfach: abwürgen, keine Diskussionen, die Stimme zusammenfalten auch mit Kraftausdrücken, wenn es hilft und den Gedanken unterbrechen. Wie ? Z.B. kannst du dir eine übergroße Hand, die dir STOP signalisiert, vorstellen.
    Versuche die Hand in deinem Gedankenbild zu halten. Mir hat es am Anfang geholfen.
    Auch Atemtechniken, die du dir aneignen kannst, helfen, gerade wenn du Unruhe verspürst, so wie von dir geschildert.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Chewie,

    jetzt traue ich mich erstmals bei jemand anderem zu schreiben.
    Heute ist mein 6. Abend ohne Alkohol, und auch meine Gedanken kreisen um die Flasche, die ich nicht trinken werde und auch nicht will. Nicht einen Schluck will ich davon. Denn genau wie Du will ich mein Leben nüchtern gestalten.
    Also schnaufen wir tief durch und gehen weiter voran, ok? Ich werde jetzt noch ne Runde Rad fahren zur Ablenkung. Was machst Du?

    Viele Grüße von Anouk

    Hallo Anouk,ja wir gehen weiter voran denn ein Zurück gibt es für uns nicht mehr.Das nüchterne leben ist ein schönes Leben!

    Ich war schon im Fittnessstudio und habe gerade ein leckeres schnitzel gegessen

    Lg Chewie

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.


  • Wie gehst du mit Gedanken an ein Bier um ?

    Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht wie ich damit umgehe. Im Moment versuche ich mich abzulenken ,spreche mit mir selber und versuche den Gedanken Bier zu blocken.

    Dank dir weiß ich jetzt ja wie ich damit umzugehen habe und werde es so versuchen/umsetzen.

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Gerade am Anfang der Abstinenz ist es wichtig, gut zu sich selbst zu sein. Sich etwas Besonderes zu gönnen, so wie Du jetzt das Schnitzel, Chewie.

    Auch die HALT-Regel, die ich erst hier kennengelernt habe, ist eine gute Hilfe!

    H - Hungry - Hunger vorbeugen - Gut essen! Und auch das Trinken nicht vergessen!

    A - Angry - Ärger vorbeugen oder abbauen.

    L - Lonley - Sich in der SHG oder nahen Menschen anvertrauen. Nicht einsam bleiben.

    T - Tired - Bei Müdigkeit sofort gegen wirken. Sich Ruhe gönnen, genügend schlafen bei Erschöpfung.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo zusammen, heute ist mein 15ter Tag ohne Alkohol :)

    Eure Tipps/Erfahrungen wie man mit den Suchtdruck umgeht habe mir sehr weitergeholfen und ich kann sagen dass ich jetzt besser damit umgehen kann.Mein Problem im moment ist dass ich ständig daran erinnert werde,denn gefühlt an jeder Ecke auf jeder Bank stehen oder sitzen Menschen mit nen paar pullen Bier in der Hand (fahre mit den Rad zur Arbeid/oder beim Gassi mit den Hund).Entweder es war schon immer so und es hat mich nicht intressiert da es normal für mich war oder ich achte einfach zu viel darauf im moment weil ich weis dass ich nie wieder ein Bier trinken darf!Es ist extrem nervig und anstrengend jedes mal wenn ich sehe dass menschen Trinken muss ich wieder dagegen ankämpfen und mir wieder klar machen dass ich kein Bier mehr brauche doch der kleine Teufel in meinen Kopf sagt "komm schon eins ist doch nicht so schlimm,es schmeckt doch so Gut" und so Diskutiere ich schon wieder mit ihn bis er nach 20 minuten endlich nicht mehr nervt und es akzeptiert dass ich nicht will...

    Ich war heute auch Getränke Kaufen ,habe aber meine Frau gebeten mitzukommen, was sie auch gemacht hat mir ist dass im moment einfach lieber.Ich hatte auch dass Gefühl das sie es gut fand dass ich sie gefragt habe.Klar sind es erst 15 Tage aber ich habe ein gutes gefühl und denke dass ich unsere Ehe noch retten kann.

    Morgen werde ich mein Grundstück nur für meinen Hund verlassen damit ich nicht wieder als mit den Teufel in meinem Kopf Diskutieren muss und den Sonnigen Tag genießen kann.

    Lg

    Chewie


    .

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Es kommt immer darauf an, wo man wohnt, Chewie fiel mir beim Lesen von Deinen Zeilen auf.

    Hier wo ich wohne, sehr dörflich gibt es zwar viele Veranstaltungen mit und um den Alkohol, aber während des Tages oder auch am Wochenende sehe ich seltenst mal jemanden mit Alkohol in der Hand. Und zu den Veranstaltungen gehe ich nicht hin.

    Du kannst auch andersherum denken: Froh sein, dass Du keinen Alkohol mehr trinken musst.

    Alkohol schädigt Körper und Seele. Somit tust Du Dir und auch Deiner Frau etwas Gutes.

    Meinen Glückwunsch zu zwei Wochen Abstinenz! Und immer schön weiter so! :thumbup:

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

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