• an meinem tor in bertingen hab ich eins, von einem lieben nachbarn liebevoll gestalltet. ob ich hier ein kriege mußte alex fragen. ne spaß. das hat hier nichts zu suchen.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • werde ein foto machen und es ins tagebuch setzen wenn ich nächste woche da bin.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • aber ich weiß das ich niemals nie sagen darf. das kann ich tatsächlich erst behaupten wenn sie mir den deckel über der nase zuschrauben und ich bis dahin trocken geblieben bin.

    Moin Doro. So ist das. Richtig bewust ist mir das aber auch nur durch das Forum geworden.Also keine Angst vor dem Alkohol zu haben allerdings nie die Suchtmechanik zu unterschätzen.

  • Kurze Bitte in die Runde. ;)

    Wenn mal etwas verrutscht – passiert ja jedem – bitte darauf achten, keine Interna aus dem geschützten Bereich in den offenen Bereich zu tragen. Wenn alle Beteiligten sagen „passt für mich“, ist natürlich alles gut.

    Aber hier lesen eben alle mit.

    Zurück zum Thema .

    Danke euch allen für die vielen Sichtweisen. Man sieht hier sehr deutlich, wie unterschiedlich die Wege sind aber auch, wie sich bestimmte Grundlinien durchziehen, kein Schönreden, keine Hintertüren, kein „morgen“.

    Für mich bleibt es dabei. Sucht hat kein Zeitgefühl, keine Logik und keine Kompromisse. Und genau deshalb funktioniert Trockenheit nur dort, wo ich selbst konsequent bleibe egal ob am ersten Tag oder nach 20 Jahren. Trigger, Umfeld, Alltag, Stabilität… das entwickelt sich bei jedem anders.

    Aber die Verantwortung bleibt immer dieselbe. Ich entscheide, was ich zulasse und was nicht. Und ich entscheide, wie ernst ich meine eigene Trockenheit nehme.

    Mehr braucht’s dazu eigentlich nicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Manchmal wundere ich mich wirklich, was in einen Alkoholiker alles hineingedeutet wird. Trennung? Der Alkohol. Jobproblem? Der Alkohol. Schlechte Laune? Natürlich auch der Alkohol.

    Irgendwann sitzt da offenbar kein Mensch mehr, sondern nur noch eine Flasche mit Personalausweis. ;)

    So einfach ist es aber nicht.

    Sucht entwickelt sich schleichend, und nicht jeder, der problematisch trinkt, ist sofort abhängig. Und selbst in einer Abhängigkeit sieht nicht jede Phase gleich aus. Je länger und stärker die Sucht wird, desto mehr verschieben sich Prioritäten – klar. Dann kann Alkohol irgendwann wichtiger werden als Beziehung, Familie, Arbeit oder Vernunft.

    Das kan man dann auch nicht schönreden.

    Aber ein Alkoholiker ist trotzdem nicht rund um die Uhr von seiner Sucht gesteuert. Er ist nicht automatisch unmündig, gefühllos oder handlungsunfähig. Er kann denken, planen, arbeiten, lieben, sich trennen, Entscheidungen treffen und auch ganz normalen Blödsinn machen.

    Das schaffen Menschen ohne Sucht schließlich ebenfalls erstaunlich zuverlässig.;)

    Deshalb ist dieses pauschale „Er ist Alkoholiker, also ist das die Sucht“ für mich zu einfach. Manches entsteht durch die Sucht. Manches wird durch sie verstärkt. Manches wird später mit ihr erklärt. Und manches hat mit ihr schlicht gar nichts zu tun.

    Oft wird in den Alkoholiker auch deshalb so viel hineingedeutet, weil es bequemer ist, alles an seiner Sucht festzumachen. Dann ist jede Distanz, jeder Streit, jede Trennung und jede Veränderung plötzlich nur noch Alkohol. Das kann angenehm sein, denn solange die Sucht des anderen die Erklärung für alles liefert, muss ich vielleicht weniger darauf schauen, was sonst in der Beziehung, im Umfeld oder bei mir selbst nicht gepasst hat.

    Manche Probleme waren schon vorher da. Manche wurden durch die Sucht größer. Manche haben mit ihr gar nichts zu tun.

    Den eigenen Anteil nicht anzuschauen und stattdessen alles dem Alkohol zuzuschieben, ist für mich genauso schief wie umgekehrt dem Partner die Schuld am Saufen zu geben.

    Beides sind schöne Abkürzungen. Nur führen Abkürzungen bekanntlich nicht immer dahin, wo man hinwill.

    Und trocken gilt das erst recht. Ein trockener Alkoholiker ist kein Sonderwesen, das lebenslang beobachtet, kontrolliert und bei jeder Stimmung auf Rückfallspuren untersucht werden muss. Natürlich bleibt die Sucht Teil seiner Geschichte. Aber sie ist nicht automatisch die Erklärung für alles, was er denkt, fühlt oder entscheidet.

    Sonst müssten wir bei Rauchern, Esssüchtigen, Spielsüchtigen und jedem anderen Menschen mit einer Abhängigkeit ebenfalls jede Lebensentscheidung durch die jeweilige Suchtbrille betrachten. Irgendwann wäre das keine Einordnung mehr. Dann wäre es Kaffeesatzlesen mit Diagnosebeilage.

    Für mich bleibt deshalb der einfache Satz.

    Ein Alkoholiker ist süchtig. Aber er bleibt trotzdem Mensch.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Achtung, Konjunktiv! Es gab einen Haufen Dinge, die anders gelaufen wären, wäre ich keine Alkoholikerin geworden. Wäre ich nicht süchtig gewesen, hätte ich wahrscheinlich trotzdem den ein oder anderen Bock geschossen und Entscheidungen getroffen, die im Nachhinein nicht ideal gewesen wären. So wie auch vor meiner Sucht.

    Jetzt als Abstinente bin ich zwar klar und bedachter, aber immer noch Mensch. In den unzähligen alkoholgeschwängerten Diskussionen mit meinem Mann hab ich oft gemerkt, dass er mich mit diesem Blick ansieht, der mich nicht vollständig ernst nimmt, aber er war während der ganzen Zeit immer respektvoll - ihm war bewusst, dass ich nicht ganz ich selbst war, nicht alles so gemeint war, was ich gesagt und ihm an den Kopf geworfen habe.

    Aber er wusste, wie ich vorher war und hat in den vielen Gesprächen nach meiner Sucht immer wieder betont, dass er wusste, irgendwo da drin muss ich noch sein. Ihm war vor mir klar, dass ich krank bin, als ich noch steif und fest behauptet habe, ich hätte alles im Griff. Ich bin ihm dankbar, vor allem für seinen Respekt mir als Mensch gegenüber.

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Noch ein Gedanke dazu, weil wir hier natürlich nur einen sehr speziellen Ausschnitt sehen.

    In einem Suchtforum landen selten die Geschichten. bei denen jemand seit Jahren trinkt, zuhause still auf dem Sofa sitzt und ansonsten niemanden groß beschäftigt. Hier schreiben Menschen, weil etwas aus dem Ruder gelaufen ist – Beziehung, Familie, Gesundheit, Arbeit, Gewalt, Angst oder irgendeine andere Katastrophe.

    Gerade im Co‑Bereich sehen wir deshalb zwangsläufig überdurchschnittlich viele schwere Verläufe. Das kann schnell den Eindruck erzeugen, Alkoholiker würden grundsätzlich aggressiv, verletzend, manipulativ oder sonstwie schwierig sein.

    Nur ist das eben nicht automatisch „der Alkoholiker“.

    Alkohol kann Hemmungen senken, Aggression verstärken und vorhandene Eigenschaften deutlicher hervortreten lassen. Aber er macht nicht aus jedem Menschen denselben Typen. Der eine wird laut, der andere zieht sich zurück. Einer wird aggressiv, einer wird weinerlich. Und manche trinken einfach still weiter.

    Deshalb wäre mir wichtig, nicht alles in einen Topf zu werfen.

    Sucht verstärkt vieles. Aber sie ersetzt nicht den Charakter, die Persönlichkeit und die Vorgeschichte eines Menschen. Was wir hier lesen, sind oft die Fälle, bei denen es bereits ordentlich gekracht hat.

    Die stillen Verläufe schreiben deutlich seltener einen Thread mit der Überschrift: „Heute wieder nichts Besonderes passiert.“;)

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Aber ist es nicht Neurowissenschaftlich bewiesen, dass sich im Gehirn etwas ändert wenn man ein Alkoholproblem hat oder die Sucht?! Entstehen gewisse Konflikte nicht genau dadurch. Durch den Alkohol. Durch Vertrauensbrüche, durch Abwesenheit, durch nicht auf einen verlassen können usw. Klar kann das auch alles zutreffen ohne Alkohol. Aber Alkohol verstärkt doch das ganze.

    Alkoholkonsum verändert die Sexualität.

    Alkoholkonsum verändert die Wahrnehmung.

    Alkoholkonsum verändert der Charakter auf Dauer.

    Usw.

  • Das, was du aufzählst, kann durchaus auch durch Co-Abhängigkeit ersetzt werden.

    Man sieht den Partner anders als andere -> verzerrte Wahrnehmung

    Verändert die Sexualität, weil man sich vielleicht zurückzieht

    Verändert den Charakter, weil man früher stark und selbstbewusst war... usw.

    Und es ist völlig egal warum oder in welcher Gehirnregion das passiert, wenn man mit dem Ist-Zustand einfach nicht klar kommt.

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Aber es ist Neurowissenschaftlich und medizinisch bewiesen, dass der Alkohol diese Themen berührt.

    Es ändert sich etwas im Präfrontalen Kortex. Die Logik, Impulskontrolle, Empathie und Ehrlichkeit eines Alkoholkranken Menschen ändert sich in der Konsum Phase und braucht eine gewisse trockene Zeit bis es sich regeneriert.

    Man bekommt Orgasmusstörungen sowie Erektionsprobleme usw. Ich rede hier von der Sexualität durch den Alkoholkonsum. Klar ändert sich dann zwangsläufig beim Co- abhängigen etwas. Beeinflusst durch den Alkohol.

    Und ich falle in die Co-Abhängigkeit wegen (meiner eigenen Themen und) der Alkoholsucht meiner Partners.

    Ich glaube ich komme endlich an den Punkt in so zu sehen wie er wirklich ist/war. In der CO-Abhängigkeit redet man sich ja alles irgendwie schön.

    Den Charakter eines Wichtigen verändert es, weil er Scham irgendwann für seien sucht empfindet und weitere Punkte. Klar leider darunter auch das Selbstwertgefühl des Co-Abhängigen.

    Ist kein Angriff.

  • Aber ist es nicht Neurowissenschaftlich bewiesen, dass sich im Gehirn etwas ändert wenn man ein Alkoholproblem hat oder die Sucht?!

    Ja, neurowissenschaftlich stimmt das. Alkohol verändert etwas im Gehirn, in der Wahrnehmung, im Verhalten und kann Beziehungen ordentlich durcheinanderwirbeln.

    Nur zeigt sich das eben nicht bei jedem Menschen gleich und auch nicht sofort. Wenn jemand schon vor der Sucht ein schwieriger Charakter war – aggressiv, egoistisch oder grundsätzlich beratungsresistent mit narzisstischen Zügen, dann hat die Sucht das vielleicht verstärkt. Sie hat diese Eigenschaften aber nicht neu erschaffen.

    Und das Ganze passiert auch nicht über Nacht. Sucht entwickelt sich schleichend. Die Veränderungen genauso. Der Partner bekommt das normalerweise mit, erst kleine Verschiebungen, dann mehr Rückzug, mehr Streit, mehr Unzuverlässigkeit, mehr Alkohol im Mittelpunkt.

    Deshalb ist auch die Vorstellung zu einfach, man müsse den Alkoholiker nur trockenlegen und dann sei alles wieder gut.

    Nein. "Man" kann auch vorher handeln, Grenzen setzen, Konsequenzen ziehen und sich schützen. "Man" muss nicht warten, bis alles vollständig entgleist ist.

    Neurowissenschaft erklärt einiges. Sie nimmt aber keinem Menschen Verantwortung ab und ersetzt auch nicht die Realität einer Beziehung.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Klar. Aber wenn man trocken ist kann man an sich arbeiten. Deswegen findet die Therapie ja erst im trockenen Zustand statt. Weil es im nassen Zustand wenig oder keinen Sinn macht. Und klar ist dass dann hatte Arbeit über mehrere Monate und Jahre.

  • Klar. Aber wenn man trocken ist kann man an sich arbeiten. Deswegen findet die Therapie ja erst im trockenen Zustand statt. Weil es im nassen Zustand wenig oder keinen Sinn macht. Und klar ist dass dann hatte Arbeit über mehrere Monate und Jahre.

    Nein, das ist eher die Sicht eines Nicht‑Süchtigen. Dieses „erst trocken, dann beginnt die eigentliche Arbeit“ funktioniert für mich so nicht.

    Der Weg in die Trockenheit beginnt schließlich noch im nassen Zustand. Da treffe ich die Entscheidung, etwas zu verändern, räume den Alkohol aus meinem Leben, ändere Gewohnheiten und fange an zu handeln. Sonst komme ich gar nicht erst trocken an.

    Therapie kann dabei oder später hilfreich sein. Aber sie ist für mich kein Automatismus und schon gar kein Gütesiegel nach dem Motto: Nur wer Therapie macht, arbeitet wirklich an sich. Ich selbst bin schließlich auch ohne Therapie trocken geworden.

    Und „harte Arbeit über Monate und Jahre“ war es für mich ebenfalls nicht.

    Jeder Tag, den ich trocken leben konnte, war für mich kein Kampf, sondern eine Erlösung. Endlich musste ich nicht mehr saufen, nicht mehr organisieren, nicht mehr lügen, nicht mehr den ganzen Wahnsinn am Laufen halten.

    Wenn Trockenheit dauerhaft nur als Kampf empfunden wird, bei dem ich mich jeden Morgen neu gegen Alkohol quälen muss, dann würde ich mich schon fragen, was da grundsätzlich noch nicht angekommen ist.

    Da empfehle ich jedem, der neu trocken wird: Wenn es sich wirklich jeden Tag wie Folter anfühlt, einfach weiter saufen. Das geht mit der Zeit sowieso in die Hose. Trockenwerden bedeutet für mich ja nicht, zwanzig Jahre mit zusammengebissenen Zähnen vor der Flasche zu sitzen.

    Ich habe aufgehört zu kämpfen, indem ich aufgehört habe zu saufen.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Ja aber fängt man nicht an zu trinken wegen irgendwelchen Themen?! Und irgendwann in ein krankes trinken rutscht. Wenn ich aufhöre zu trinken, hören die Themen ja nicht auf. Und die Themen aus der Vergangenheit trage ich dann mit in eine Beziehung. (Auch ohne Alkohol). Heißt habe ich die Themen nicht aufgearbeitet oder den Grund ist das Risiko eines Rückfalls doch immer höher.

    Naja die Sicht eines nicht Süchtigen. Das sind doch die Vorraussetzung um eine Therapie zu machen. Ich hab das wissen nur vom Arzt.

  • Ursprünglich fangen die meisten an zu trinken, weil es andere auch tun und es ein gutes Gefühl macht, angetrunken zu sein.
    Du musst ja nur mal gucken, womit die Alkoholwerbung arbeitet. Überall fröhliche Gesichter. Wenn das nicht teilweise so erlebt würde, würde die Werbung nicht funktionieren. Da wird nur verkauft, was die Leute mögen.
    Davon will man dann immer mehr. Die Suchtforschung hat unter Anderem festgestellt, Leute, die viel vertragen und wenig negative Wirkungen wie starken Kater haben, sind besonders gefährdet.
    Die anderen Probleme kommen oft erst als Folge des Trinkens.

    Daneben gibt es noch andere Risikofaktoren wie Depressionen, psychische Erkrankungen oder Belastungen durch ein trinkfreudiges Elternhaus.
    Aber auch da ist Trinken eigentlich die falsche Medizin. Eine Weile lang funktioniert es eben.

    Ich sage von mir, Trinken war für mich einfach der Weg des geringsten Widerstands. So lange ich vom Trinken gut drauf kam, musste ich eben keine anderen Lösungen finden. Erst als das nicht mehr ging, weil ich mich mehrmals fast totgesoffen hatte, habe ich angefangen, andere Wege zu suchen und zu finden.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Naja die Sicht eines nicht Süchtigen. Das sind doch die Vorraussetzung um eine Therapie zu machen. Ich hab das wissen nur vom Arzt.

    Wissen über Sucht heißt noch lange nicht, dass man sie auch richtig einordnet. Alkoholismus ist für mich kein Lehrbuchmodell nach Schema F. Das eine steht im Lehrbuch, das andere sind Erfahrungen auf dem Weg.;)

    Als ich angefangen habe zu trinken, war das keine Sucht. Ich habe getrunken wie viele andere auch. Oder hast du nie Alkohol getrunken? Man trinkt aus allen möglichen Gründen: aus Spaß, Langeweile, Stress, Trauer, weil andere trinken oder einfach, weil Samstag ist. Daraus wird ja nicht automatisch eine Abhängigkeit.

    Als sich bei mir eine Sucht entwickelt hatte, sah das irgendwann anders aus. Da brauchte sie keinen ursprünglichen „Grund“ und kein bestimmtes „Thema“ mehr. Meine Sucht war ziemlich kreativ darin, sich immer neue Gründe zum Saufen zu basteln.

    Ich habe bis heute, nach fast 20 Jahren Trockenheit, keine besonderen „Suchtthemen“ aufgearbeitet, weil es für mich da schlicht nichts aufzuarbeiten gab. Ich habe mich an meiner Sucht orientiert, Risiken minimiert, mein Leben verändert und mich an den Grundbausteinen orientiert, die mir beim Trockenwerden geholfen haben.

    Kein Therapie-Marathon. Natürlich gibt es im Leben andere Baustellen. Die kann man anschauen, bearbeiten oder sich Hilfe holen. Aber das sind für mich Themen des Menschen und nicht die Ursache einer Sucht.

    Ich glaube, du suchst gerade verständlicherweise sehr nach Erklärungen. Für sein Verhalten, eure Trennung und für das, was passiert ist. Nur darf daraus kein allgemeines Modell werden. Alkoholiker sind nicht alle gleich. Die Sucht hat gemeinsame Mechanismen, aber Charakter, Beziehung, Vorgeschichte und Entscheidungen bleiben unterschiedlich.

    Deshalb ist mir dieses „die Themen müssen aufgearbeitet werden, sonst ist das Rückfallrisiko höher“ nicht stimmig. Was ist denn mit Themen, die sich gar nicht aufarbeiten lassen? Saufe ich dann wieder? Oder bekommt mein Suchthirn dafür einen Freifahrtschein? Das wäre ja praktisch.

    Für mich war entscheidend, die Sucht als eigenständiges System zu begreifen und sie sauber von meinen normalen Lebensthemen zu trennen. Die Sucht ist ein eigenes Programm. Das betrachte ich, ordne es ein und gut ist.

    .

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Bei mir war interessant, dass bei mir anfangs kurz nach dem Aufhören von einer Psychologin eine Depression für möglich gehalten wurde. Da war ich in der Suchtberatung, weil ich dachte, Hilfe wäre vielleicht nicht ganz verkehrt.

    Innerhalb von 4 Wochen ohne Alkohol verschwand das depressive komplett.

    Nach 4 Jahren Trockenheit wollte ich eine Therapie aus andern Gründen machen, weil ich in meinen Jobs immer angeeckt bin. Mehrere Probestunden bei Psychologen genommen, es war aber seitens der Experten keine psychische Erkrankung festzustellen.

    Ich habe mir dann selbst eine Therapie aus eigener Kasse bezahlt, der entsprechende Psychotherapeut war allerdings der Meinung, dass ich eigentlich nur mit sehr gesunden Reaktionen anecke.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • hallo pinguin

    ich versuch das nu noch mal etwas auf die flapsige, sorry aber das hilft vielen zu verstehen, du möchtest als jungfrau verstehen wie sich ein orgasmus anfühlt. das kann man nicht erklären, das muß man fühlen um es völlig zu verstehen.

    ich hatte auch keine gründe um zu trinken, ich habe mit anderen mitgetrunken und irgendwann gemerkt das ich es brauche. warum die anderen nicht süchtig geworden sind? keine ahnung. warum ich es bin, keine ahnung.

    ich habe mein suchtverhalten aufgearbeitet, habe mich dann wieder zu dem menschen entwickelt der ich vorher war, naja nicht ganz, durch die sucht habe ich für vieles ein anderes verständniss bekommen und eine gewisse demut dem leben gegenüber.

    aber ein narzist wird ein narzist bleiben und ein psychopath ein psychopath. beides antisoziale persönlichkeitsstörungen die nicht behandelbar sind. beim narzisten weil zum krankheitsbild die völlige uneinsichtigkeit für eigene fehler gehört und beim psychopathen ist es eine hirnorganische fehlentwicklung die irreversibel ist.

    es gibt dinge auf der welt die man schlicht und ergreifend so akzeptieren muß wie sie sind. bißchen schwanger gibt es nicht, ich kann nicht unter wasser rauchen, und ich werde niemals ergründen was der auslöser für meine sucht war. in diesem sinne.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Dorothea,

    sicher gibt es Alkoholiker die einfach so zum Alkoholiker werden. Aber es spielen auch andere Punkte mit.

    Habe ich in der Familie Alkoholprobleme, dann habe ich ein erhöhtes Risiko (genetisch). Oder habe ich traumatisches erlebt. Ich habe mal in einer Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt gearbeitet. Hier hat ein Mädchen Trost im Alkohol gefunden und eine Alkoholsucht daraus entwickelt. Sie hat Erlösung durch den Alkohol gesucht bzw. Die schlimmen Gefühle und Gedanken betäubt. Und es gibt Personengruppen die ein erhöhtes Risiko haben.


    Ich denke ich weiß was bei meinem Nochehemann die Punkte waren. Aber dann muss man wie gesagt die Themen aufarbeiten.


    Ich habe einen tollen Satz gehört und der hat sich bei mir eingebrannt (von einem Hirnforscher oder Psychologen oder so) " Im Wort Sucht steckt das Wort suchen. Menschen mit einer Sucht sind auf der Suche nach etwas und kompensieren es eben durch die Sucht."

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