Rene72 - Mein Weg in die Freiheit – nüchtern leben, ehrlich bleiben

  • Hallo Stern . Ich habe mir gedacht, dass der Titel irgendwie nicht mehr so ganz aktuell ist, WAS nicht heißen soll, dass ich keine Unterstützung mehr suche.

    Mit der Dauer der Abstinenz ist es eben so eine Sache. Für mich sind 9 Wochen ein riesen Schritt, der allerdings mit der Zeit im Rückspiegel betrachtet immer kleiner werden wird. Keine Ahnung wie ich das ausdrücken soll. Du verstehst mich bestimmt.

    Ich werde auf jeden Fall weiterhin wacker voranschreiten und mich mit der Krankheit weiter auseinandersetzen. Da hilft auch das Forum hier richtig gut. Wenn ich manche Schicksale/Berichte von Ehepartnern lese, dann werde ich sehr sehr nachdenklich.

    Liebe Grüße René

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Mit der Dauer der Abstinenz ist es eben so eine Sache. Für mich sind 9 Wochen ein riesen Schritt, der allerdings mit der Zeit im Rückspiegel betrachtet immer kleiner werden wird.

    Rückblickend wird der Zeitfaktor ja oft als viel kürzer empfunden, mir geht das jedenfalls oft so. 9 Wochen zurück ist kurz, 9 Wochen nach vorne können sehr lang sein.
    Mir hilft es da, im einzelnen Tag zu bleiben. Gerade beim Nüchternwerden ist ja jeder einzelne Tag von so großer Bedeutung.
    Und so reiht sich ein Tag an den anderen, eine Woche an die andere, ein Monat an den anderen …..

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Stern Ich habe mir auch angewöhnt Tag für Tag zu gehen. Die letzten Wochen sind echt schnell vergangen. Ich habe viel anstrengende Momente erlebt und so viel mehr gewonnen.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Wenn jemand eindeutig schreibt, ich bin alkoholabhängig, aber nicht sagen kann oder will - ich bin Alkoholiker - warum wird dann hier so darauf beharrt?

    Dies sind die grundlegenden Richtlinien für den Zugang zum Forum. Unser Ziel ist es, unnötige Diskussionen zu vermeiden.

    In Bezug auf Personen, die sich gegen die Bezeichnung "Alkoholiker" wehren, stellt sich die Frage, inwieweit die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit der Sucht tatsächlich gegeben ist.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • P.S. an Hartmut: Vielen Dank für Deine gefühlt harten Worte. Ohne diese hätte ich es bestimmt nicht bis hierher geschafft. Du hast mich immer wieder zum Weitermachen angestachelt.

    Ich war nicht der Schlüssel, du hast selbst die richtigen Schlüsse gezogen. Das ist ganz allein dein Verdienst. Mach dir keine Sorgen über die Dauer deiner Abstinenz. Denn solange du die Tage akribisch noch zählst, bist du irgendwie noch in einem gefühlten Wettkampf mit der Sucht.

    Aber irgendwann wird der Moment kommen, in dem du zwischendurch vergisst, wie lange du schon trocken bist oder wann du angefangen hast. Zumindest wünsch ich dir das . Denn es ist ja normal, nichts zu saufen. Nicht wahr?

    Das bedeutet zwar nicht, dass du es endgültig geschafft hast, denn es hört nie auf.

    Ich erinnere mich noch, wie stolz ich in den alten nassen Zeiten war, als ich es mal drei Tage durchgehalten habe das fühlte sich wie ein riesiger Erfolg an. Aber heute mache ich keine Trinkpausen mehr.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich war nicht der Schlüssel, du hast selbst die richtigen Schlüsse gezogen. Das ist ganz allein dein Verdienst. Mach dir keine Sorgen über die Dauer deiner Abstinenz. Denn solange du die Tage akribisch noch zählst, bist du irgendwie noch in einem gefühlten Wettkampf mit der Sucht.

    Aber irgendwann wird der Moment kommen, in dem du zwischendurch vergisst, wie lange du schon trocken bist oder wann du angefangen hast. Zumindest wünsch ich dir das . Denn es ist ja normal, nichts zu saufen. Nicht wahr?

    vollkommen richtig. zuerst zählt man die tage, dann die monate und irgentwann die jahre:) aber alles schritt für schritt, jeder neue und nüchterne tag ist ein erfolg.

    Rene72 bleib am ball:thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von _Eternal_ (10. Juli 2025 um 13:45)

  • Hartmut Trotzdem wollte ich Dir einfach Danke sagen. Wir haben uns ja schon ab und an kontrovers ausgetauscht. Jetzt verstehe ich Dich und Deine An-bzw. Aussagen. Sowas dauert halt bei mir immer etwas.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Hi Rene,

    herzlichen Glückwunsch und meinen Respekt zu 9 Wochen Abstinenz. Ja schreite weiter wacker und abstinent voran.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Was war für dich anstrengend?

    Die Versuchungen, die mir begegnet sind waren schon anstrengend. Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte, dass sich jede Minute gelohnt hat und ich so viel mehr Lebensqualität gefunden habe. Ich weiß auch, dass es noch viele Herausforderungen geben wird.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Von mir auch aufmunternde Worte an Dich, René! :thumbup:

    Die problematische Zeit dürfte überwunden sein, nun gilt es, die Stabilität weiter auf- und auszubauen.

    Bei mir hat es im Rückblick um die drei Monate gedauert, bis ich das Gefühl hatte, endlich durch den "Tunnel' durch zu sein. Allerdings tat ich alles allein, was ich keinem empfehlen würde. Und ich tat es ohne jedes Medikament, was auch meine Art ist - sofern irgendwie vermeidbar.

    Bei Dir las ich irgendwo zwischendurch mal etwas von einem Mittel gegen Suchtdruck. Nimmst Du es noch und für wie lange? Wirkt es? Wird man davon abhängig?
    Dies frage ich nur interessehalber und ggf. als kleiner Anstupser, wie die Abstinenz später ohne "Papas little helper" weiter läuft.

    2 Mal editiert, zuletzt von Oskar (11. Juli 2025 um 16:51) aus folgendem Grund: der Name sollte schon passen :-)

  • Woher weißt du das?

    Erfahrung und klarer Verstand. Für mich ist Nüchternheit der einzige Weg. Warum sollte ich heute noch täglich so akribisch die Tage zählen, wenn ich längst damit abgeschlossen habe? Brauche ich wirklich den Beweis den Absrung geschafft zu haben, wenn ich fest davon überzeugt bin, nie wieder trinken zu müssen?

    Am Anfang war das Datum meines letzten Glases ein Anker und ich verstehe, dass unterschiedliche Denkweisen gibt. Auch die Idee einer zweiten Geburt kann zwar einen Symbolik sein aber die Zeit davor bleibt auch Teil meiner Geschichte. Ich kenne niemanden, der nach einer überstandenen Krankheit täglich die gesunden Tage zählt. Warum macht er das nicht? Schließlich kämpft er ja nicht mehr mit der Krankheit.

    Der eine ist trocken, auch im Kopf. Der andere ist noch unterwegs. Vielleicht liegt genau darin der Unterschied. Du weißt doch, was mein Steckenpferd ist: die Loslösung vom Alkohol, sowohl physisch als auch psychisch. Aber das würde jetzt den Thread sprengen.

    Mein Datum bleibt ja auch bestehen aber nicht mehr für mich, sondern für andere. In der SHG kann es Orientierung bieten. Und das es möglich ist.

    Ich weiß auch, dass es noch viele Herausforderungen geben wird.

    Die Geister, die ich rief kennst du den Spruch ? . Wenn ich mir einen Weg geschaffen habe, äußerlich wie innerlich, dann ist das kein Herausforderung mehr. Es ist Routine geworden.

    Nüchtern zu leben ist mein Alltag. So, wie ich morgens selbstverständlich meine Zähne putze, nicht, weil es immer angenehm ist, sondern weil ich weiß, was passiert, wenn ich es nicht tue. Dann freut sich nur der Zahnarzt. Und plötzlich wird das, was vorher selbstverständlich war, wieder zur Herausforderung.

    Abstinenz ist für mich nichts mehr, worüber ich täglich neu entscheiden muss. Ich habe meine Entscheidung getroffen und mache es mir dabei so angenehm wie möglich.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • hallo Rene72 ,

    jap die versuchungen lauern überall, dass was dich triggert ist dein suchtgedächtnis:idea: du wirst aber lernen es zu zügeln und irgentwann hat es keine handhabe mehr über dich wie jetzt in der anfangszeit. haushalte mit deiner energie, lerne auch mal nein zu sagen wenn es dir gerade nicht so geht. schalte auch mal einen gang runter, nicht alles muss sofort/umgehend/jetzt gemacht werden.es soll ja nicht zu eine überforderung kommen. herausforderungen wird es noch viele geben, doch kümmere dich nun erstmal um die die wirklich für dich, im hier und jetzt, relevant sind.


    grüsse eternal

  • Hartmut Ich habe das aus dem Grund dazu geschrieben, damit ich nicht den Eindruck erwecke unaufmerksam zu werden oder alles auf die berühmte leichte Schulter zu nehmen.

    Selbstverständlich hast Du damit Recht, über die Abstinenz nicht täglich neu entscheiden zu müssen. Wieder was gelernt von Dir. So bewusst habe ich über meine neue tägliche Realität/Ablauf noch gar nicht nachgedacht.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • suchtgedächtnis :idea: du wirst aber lernen es zu zügeln

    Ich persönlich lerne nicht mein Suchtgedächtnis zu zügeln. Das wäre ein völlig sinnloses Unterfangen und zum Scheitern verurteilt. Ich sorge dafür, dass ich mich körperlich und seelisch nicht auf Armlänge Alkohol nähere. Und ansonsten ignoriere ich mein Suchtgedächtnis.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich persönlich lerne nicht mein Suchtgedächtnis zu zügeln. Das wäre ein völlig sinnloses Unterfangen und zum Scheitern verurteilt. Ich sorge dafür, dass ich mich körperlich und seelisch nicht auf Armlänge Alkohol nähere. Und ansonsten ignoriere ich mein Suchtgedächtnis.

    Liebe Grüße

    Kazik

    jeder geht anders damit um:idea: und jeder muss sein eigenen weg finden. wir geben ihm nur optionen, was er daraus macht liegt ganz allein bei ihm.

    Einmal editiert, zuletzt von _Eternal_ (11. Juli 2025 um 17:13)

  • wir geben ihm nur optionen, was er daraus macht liegt ganz allein bei ihm.

    Genau. Ich habe ihm eine Option gegeben, die ich für sicher halte. Denn wenn wir hier "Optionen" geben, sollte er sich sicher sein, dass er diese auch sicher anwenden kann. Denn die Konsequenzen muss er tragen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

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