Nika2 - Fragen zur Co-Abhängigkeit

  • Hallo, ich bin hier, weil man Mann sagt, dass ich ein Problem mit seinem Alkoholkonsum habe. Deswegen wollte ich mir Hilfe suchen. In meinen Augen hat er ein Problem mit dem Umgang mit Alkohol. Wenn ich ihn lassen würde, würde er jeden Tag 2-3 Flaschen Bier, 1/2 Flasche Wein und 1 Schnaps trinken. Vor ein paar Wochen ist es eskaliert, weil ich gesagt habe, dass er ein massives Problem mit Alkohol hat und er meint, er würde nur ein Feierabendbierchen trinken. Seitdem trinkt er unter der Woche nichts und nur am Wochenende, aber auch so, dass ich es nicht mitbekomme. Er geht ganz normal zur Arbeit und ich würde behaupten, dass er nur psychisch und nicht körperlich abhängig ist.
    Ich merke nur, dass mich seine negative Energie immer mehr runterzieht.
    Meine Frage lautet: Wie sieht genau die Co-Abhängigkeit aus? Und kann man sich nur daraus lösen, wenn man sich trennt?

    Ich wäre über Antworten und Unterstützung sehr dankbar.

    Lieben Gruß

    Nika

  • Hallo und herzlich willkommen Nika,

    dein Mann hat insofern Recht, dass DU erstmal ein Problem mit dem Alkohol hast. Mit seinem Umgang damit. Er scheint für sich selbst da ja kein Problem mit zu haben. Er trinkt halt " sein Feierabendbier".

    Er verhält sich nun so, wie das in fast allen Fällen passiert, so, wie ich es erlebt habe und es hier bei den Cos in den Threads steht. Er trinkt heimlich, versteckt es.

    Damit geht er Konflikten mit dir aus dem Weg. Kann vertuschen, wieviel er so trinkt. Denn was wir Cos sehen ist meistens nur ein Teil der tatsächlichen Menge.

    Was ist nun Coabhängigkeit...

    Du kontrollierst, versuchst ihn zu beeinflussen, zu bevormunden, dass er weniger oder nichts trinkt. Du streitest deswegen, bist gestresst, verärgert, hast Sorge um ihn. Du versuchst eine Abhängigkeit zu erkennen, ihn einzuschätzen. Du denkst sehr oft über ihn nach, es ist ständig in deinem Kopf. Du merkst, wie es dich immer mehr Energie kostet.

    Das ist schon ein Teil der Coabhängigkeit.

    Das alles und noch mehr kannst du hier in den Threads von uns Cos immer wieder lesen. Es ähnelt sich immer und immer wieder.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Wenn du diesen Link anklickst, kannst du dich dort für den Austausch bewerben. Schreib ganz kurz, warum du hier bist und dann wirst du freigeschaltet. Dein Thema findest du dann im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hier kannst noch vieles lesen, was wir Coabhängigen zusammengetragen haben:

    Das Forenteam
    15. Mai 2021 um 17:15

    Lieber Gruß Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hi Nika,

    es gibt glaub ich, keine eindeutige Definition für Co-Abhängigkeit. Fakt ist auf jeden Fall, dass dein Mann sehr viel trinkt und dich das stört. Wenn er dir zu liebe nicht weniger trinken will oder kann, musst du gucken, wie du damit zurecht kommst. Ihm Vorschriften machen und kontrollieren ist auf jeden Fall schlecht für dich. Er ist erwachsen und kann so viel trinken, wie er will, das ist sein Problem und seine Verantwortung. Es ist aber natürlich keine Grundlage für eine gesunde harmonische Beziehung, wenn der eine Partner permanent die Grenzen des anderen überschreitet und man keinen gemeinsamen Weg findet.

    Deine Gedanken kreisen dauernd darum, ob und wann und wie viel er trinkt. Das kann dich auf Dauer richtig krank machen.

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Nika2.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Nika!

    Ein herzliches Willkommen hier im Forum. Ich bin auch eine Angehörige und schon lange hier. Wenn dein Mann nicht einsieht daß sein Alkoholkonsum nicht okay ist stehst du leider auf verlorenem Posten was seine Sucht betrifft.

    Je mehr du auf ihn einredest umso mehr wird er sein Problem vor dir vertuschen wollen. Mein Mann hat mich über seinen Konsum ständig angelogen und heimlich getrunken. Ich habe mich dann immer mehr mit seinem Konsum beschäftigt auf ihn eingeredet, ihm gedroht ihn zu verlassen, habe mich total zurückgezogen weil ich mich geschämt habe. Er hat immer häufiger und immer mehr getrunken das ist der normale Verlauf der Alkoholkrankheit wenn die Sucht nicht gestoppt wird.

    Dieses ständige Kreisen um sein Problem hat mich letztendlich krank gemacht. Er hat mir ja auch immer versprochen er hört auf zu trinken und ich habe immer wieder gehofft daß er wirklich etwas unternimmt und bin immer wieder enttäuscht worden. Es ist ja nicht möglich eine gute Beziehung zu führen wenn einer der Partner trinkt. Nach vielen Jahren bin ich ausgestiegen, ich konnte einfach nicht mehr.

    Nun muß es ja nicht immer so enden aber Liebe kann an der Sucht nichts ändern. Ich habe die Erfahrung gemacht daß der Alkohol für ihn wichtiger war als meine Person. Heute geht es mir wieder gut und ich bereue nur daß ich nicht viel früher ausgestiegen bin.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Nika,

    Ich habe die Erfahrung gemacht daß der Alkohol für ihn wichtiger war als meine Person. Heute geht es mir wieder gut und ich bereue nur daß ich nicht viel früher ausgestiegen bin.

    Ich kann das genauso unterschreiben, ich bereue es sehr. Nach 1,5 Jahren Trennung kehre ich immer noch den Scherbenhaufen zusammen und kaum ist sich um das eine gekümmert und es könnte Ruhe einkehren, ploppt das nächste auf, was bei 3 Kinderseelen, die neben meiner auch heilen müssen, nicht verwunderlich ist.


    Komme für dich ins Handeln! Dein Mann ist erwachsen, im Prinzip darf es dir herzlich egal sein, was mit ihm passiert. Er ist für sein Leben verantwortlich!


    Liebe Grüße

    Matilda

  • Liebe Matilda,


    vielen Dank für deine Nachricht. Du hast absolut recht. Ich habe eigentlich nur 2 Möglichkeiten. Entweder ich akzeptiere das oder ich gehe. Das habe ich ihm auch heute nochmal gesagt.
    Wenn ich ihn sehe, kommt mir immer der Gedanke in den Kopf: Übernimm Verantwortung für dich und dein Leben! Und das Gleiche gilt für mich!!!

    Und wie du schon gesagt hast, Heilung braucht Zeit, insbesondere, wenn noch Kinder im Spiel sind dir weiterhin viel Kraft!

    Liebe Grüße

    Nika

  • Das ist klar. Aber deswegen musst du dir trotzdem gut überlegen, wann du ihm sagst, das du dich trennen willst. Du kannst erstmal einiges vorbereiten dafür und erst, wenn du sicher bist, dass du es durchziehst, ihm Bescheid geben.

  • Ich habe ihm nicht gesagt, dass ich mich trennen will. Ich habe ihm gesagt, wenn ich ein Problem mit seinem Alkoholkonsum habe, dann bleiben mir nur 2 Möglichkeiten. Es zu akzeptieren oder zu gehen…

  • Traurig und erschreckend finde ich, dass aus unserem Umfeld mich keiner versteht. Er geht doch arbeiten, er schlägt dich nicht, ist nicht aggressiv und trinkt auch nicht morgens schon. Ganz im Gegenteil, wenn ich keinen Alkohol trinke, werde ich dafür noch blöd angemacht. Unsere Gesellschaft hat wirklich ein Alkoholproblem. Alkohol, die einzige Droge für die man sich rechtfertigen muss;(

  • Dabei wird auch vergessen, dass der Ist-Zustand nur eine Momentaufnahme ist: Das kann alles noch kommen, weil die Sucht immer mehr Stoff für die gleiche Wirkung braucht und den Süchtigen dadurch immer mehr kaputt macht ...

  • Unsere Gesellschaft hat wirklich ein Alkoholproblem.

    Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Nika!

    Leider ist es so, dass viel zu viele Menschen Alkohol missbrauchen bis hin zur Sucht. Immerhin hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Die jungen Menschen z.B. gehen sehr viel bewusster mit dem Alkohol um und trinken teilweise gar keinen.

    Und wenn Du genauer hinschaust, gibt es viele Menschen, die gar keinen Alkohol trinken.

    Bei Euch zu Hause ist das Thema sehr präsent und wird noch abgewiegelt von Deinem Mann.

    Wenn ich ihn lassen würde, würde er jeden Tag 2-3 Flaschen Bier, 1/2 Flasche Wein und 1 Schnaps trinken. Vor ein paar Wochen ist es eskaliert, weil ich gesagt habe, dass er ein massives Problem mit Alkohol hat und er meint, er würde nur ein Feierabendbierchen trinken.

    Du kannst in keiner Weise die Trinkmenge Deines Mannes beeinflussen. Ein nasser Alkoholiker findet immer Möglichkeiten zu konsumieren. Ich habe fast nur allein getrunken. Die Trinkmenge war meinem Mann unbekannt.

    ich würde behaupten, dass er nur psychisch und nicht körperlich abhängig ist.

    Im Grunde ist es egal, ob psychisch oder physisch abhängig. Abhängig ist abhängig. Wobei die seelische Abhängigkeit ein Leben lang bleibt, der körperliche Entzug ist nach 7-14 Tagen durch.

    Ich merke nur, dass mich seine negative Energie immer mehr runterzieht.

    Alkohol ist ein Nervengift und wirkt auf Körper und Seele. Mir ging es im Laufe der Zeit immer schlechter. Ich habe schon oft geschrieben, meine nasse Zeit war meine traurigste Zeit!

    Du hast schon viel erkannt, u.a. dass Du Dir das alles nicht mehr lange ansehen willst. Doch solange Dein Mann keine Einsicht hat, wirst Du nicht umhinkommen Deine Konsequenzen zu ziehen. So bitter das auch ist...

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hi, ich habe eine Frage. Kann man auch einen mäßigen Alkoholkonsum anstreben. Ist das möglich? Es gibt doch auch Organisationen, die das als Ziel setzen, oder? Hat jemand hier damit Erfahrungen oder gilt immer nur das Prinzip Null Alkohol? Mäßiger Alkoholkonsum ist das falsche Wort. Es heißt anders…

  • Ich weiß, dass es bei der Caritas Angebote fürs "Kontrollierte Trinken" gibt. Aber ich würde sagen, Nein, das ist nicht möglich. Berichten doch auch alle hier und mein Ex-Mann und ein guter Freund haben mir über Jahre erzählt, dass sie kontrolliert trinken wollen. Da sehe ich nichts davon. Mit dem Freund war ich vor einigen Monaten auf einem Konzert, da würde ich 4 halbe Liter Bier in 3 Stunden nicht als kontrolliert bezeichnen.

  • Hallo zusammen,

    In diesem Forum wird nicht über kontrolliertes Trinken diskutiert, da es lediglich ein Festhalten an der Sucht darstellt. Es führt langsam zu weiterem Leiden und endet letztendlich im Tod. Alkoholiker können nicht kontrollieren, da der Kontrollverlust bereits Teil der Diagnose eines Alkoholikers ist.

    Wir experimentieren hier nicht auf Kosten eines Menschenlebens mit der Sucht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • In diesem Forum wird nicht über kontrolliertes Trinken diskutiert, da es lediglich ein Festhalten an der Sucht darstellt. Es führt langsam zu weiterem Leiden und endet letztendlich im Tod. Alkoholiker können nicht kontrollieren, da der Kontrollverlust bereits Teil der Diagnose eines Alkoholikers ist.

    Ich wollte nicht darüber diskutieren, wollte nur sagen, dass es solche Programme gibt.

    Entschuldigung, falls das falsch rübergekommen ist.

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