"Ich bin Alkoholiker/in" - korrekte, aber für viele schwierige Aussage?

  • Stellt man sich vor, es wird einem die die stationäre oder ambulante Behandlung verweigert, nur weil man das dieses Wort "Alkoholiker" nicht ausspricht. Wo würde das denn hinführen?

    Ich möchte nochmal daran erinnern: Dieses Forum dient dem Austausch unter Alkoholiker /CO – ein Raum, getragen von gemeinsamen Regeln und Erfahrungen. Es ist keine Therapieeinrichtung, kein ambulanter Dienst und keine Notfallversorgung, die eigene Strukturen und Regeln hätte.

    Spekulationen, hypothetische Gedankenspiele oder Fantasien, so wertvoll sie in anderen Kontexten sein mögen, helfen hier nicht weiter. Unser Austausch lebt von Ehrlichkeit, Klarheit und einem gewissen Rahmen , dieser Rahmen ist kein Hindernis, sondern ein notwendiger Grundstein, um überhaupt Teil dieses Raums sein zu können


    Und für alle, die sich damit nicht wohlfühlen oder andere Wege suchen: Das ist okay. Es gibt sicherlich Orte, die offener für unterschiedliche Ansätze sind.

    Aber hier braucht es diese gemeinsame Basis.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Lasst uns den Thread bitte nicht wieder in andere Richtungen lenken hier geht es um den Begriff Alkoholiker, und darum, was er für jeden von uns bedeutet.

    Natürlich wird mit Sucht Geld verdient im nassen wie im trockenen Zustand. Behandlungen kosten, Bücher werden verkauft, Programme werden je nach Geschäftsmodell ausgeschmückt. Aber genau darum geht’s hier nicht.

    Dieses Forum basiert auf freiwilligem Austausch. Und wenn ich dann an manchen Stellen immer wieder lese, wie Erwartungshaltungen aufgestellt und ganze Diskussionen geführt werden, die wenig mit dem Kern zu tun haben, frag ich mich: Muss das wirklich sein?

    Viele Beiträge wirken dann wie leere Kilometer – man könnte sie sich sparen, wenn sich jeder einfach mal wieder auf das eigene Thema konzentrieren würde.

    Denn genau darum geht es hier: Die eigene Geschichte, der eigene Umgang, die persönliche Erfahrung.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Ich verstehe es nicht das man hier im Forum unter lauter gleichen und noch anonym sich nicht mit einem Wort zu seiner Krankheit bekennt, sicherlich ist es mir auch nur so leicht gefallen weil ich zum ersten Mal das große ganze gesehen hab, Krankheit, Scheidung etc. aber mir war klar das ich Hilfe brauche darum hab ich bei der Frage auch nicht rumgeeiert und es war zum ersten Mal ein befreiendes Gefühl. Ich stelle mir ein Gespräch vor in dem ich darauf hinweise das ich Alkoholunabhängig bin, das gegenüber dann feststellt "ah Alkoholiker" und ich daraufhin krampfhaft versuche den Unterschied zu erklären was nicht gelingt weil es nicht ehrlich ist und derjenige sich seinen Teil denken wird...da ist es doch leichter reinen Tisch zu machen.

  • Verstehe es irgendwie nicht wo das Problem ist das Kind beim Namen zu nennen. Den Begriff gibt es aus einem bestimmten Grund.

    Wenn ich die Kontrolle über meinen Alkoholkomsum verloren habe und trinke weil ich trinken muss, bin ich Alkoholiker.

    Ich kann sagen, dass ich abhängig bin, dass ich krank bin, alles wahr und richtig. Aber wenn ich Probleme damit habe zu sagen, dass ich Alkoholiker bin, dann denke ich, dass es noch eine Stufe schlimmer gehen kann, da wo ich noch nicht gelandet bin. Ergo, Relativierung meines Alkoholkonsums.

    Ob nun der Arbeitnehmer der jeden Abend seine 10 Bier trinkt oder der Typ ohne Schuhe am Hauptbahnhof der Selbstgespräche führt und den Tag mit ner Flasche Korn startet, beide sind Alkoholiker.

    Solange ich denke, dass Obdachlosigkeit und mangelnde Hygiene ein zwingendes Kriterium für Alkoholiker sind, mag ich mich vielleicht nicht so nennen, das liegt aber eher an der Stigmatisierung des Begriffs und nicht an der tatsächlichen Definition.

    Alkoholiker sind nunmal Menschen die süchtig nach Alkohol sind. Das hat mit äusseren, inneren oder gesellschaftlichen Merkmalen nichts zu tun.

  • Weil vielleicht nicht jeder Mensch gleich ist, weil es vielleicht akzeptiert werden muss. Weil es schwer ist für manche, weil sie sich schämen. Weil sie es sich nicht eingestehen wollen und können. Weil es erst mit der Zeit kommt das Wort zu akzeptieren. Nur weil ihr es "geschafft" habt, heisst das doch lange nicht, dass es andere genau so sehen. Klar haben die dann eurer Meinung hier nichts zu suchen.

    Aber die Menschen die selbst einmal in solch einer Lage gewesen sind, sind meistens die schlimmsten die kritisieren. Ich komme schwer mit solchen Äußerungen zurecht, weil ich die anderen auch verstehen kann.

  • Aber die Menschen die selbst einmal in solch einer Lage gewesen sind, sind meistens die schlimmsten die kritisieren. Ich komme schwer mit solchen Äußerungen zurecht, weil ich die anderen auch verstehen kann.

    Dein Eingangspost!

    Ja, ich möchte mich gerne mit anderen austauschen. Ich bin trockene Alkoholikerin seit 16 Jahren.

    Ich frage mich langsam, welchen Sinn das hier noch macht. Wenn du ein Problem damit hast, ist das in Ordnung, aber warum hast du dich dann als Alkoholiker hier angemeldet und es gesagt? Was war dein Gedanke dabei?

    Oder wolltest du nur hier reinkommen, um etwas zu kritisieren, was du selbst für dich anerkannt hast?

    Vielleicht ist dieses Forum für dich gar nicht der richtige Ort. Es wirkt manchmal so, als würdest du für alle anderen mitdenken wollen, doch es ist offensichtlich, dass du eine ganz eigene Vorstellung davon hast, worum es uns hier wirklich geht.

    Hast du dich schon einmal gefragt, ob deine Perspektive mit dem übereinstimmt, was wir hier gemeinsam vermitteln möchten?

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • weil ich die anderen auch verstehen kann.

    Ich kann es auch verstehen und finde es gerade deshalb wichtig, diese Hürde hier zu setzen. Es war für mich eine echt krasse Überwindung hier gleich zu Beginn die ‚Hosen Runterzulassen‘, aber gerade das hat den Kompass in die richtige Richtung gedrückt. Ich war nämlich eine von denen die dachte, dass es ihr zwar ‚etwas entgleitet‘ aber ‚noch nicht so schlimm‘ war. Pustekuchen. Ganz stinknormale Alkoholikerin bin ich und runter vom hohen Ross kann ich besser für meine Abstinenz sorgen.

  • Niemand verlangt sich so in der Öffentlichkeit zu nennen, vor Freunden, Familie, Arbeit usw... Niemandem steht es auf der Stirn geschrieben, und niemandem soll es auf der Stirn stehen.

    Dieses Forum ist anonym, keine Gesichter, keine echten Namen.

    Wer es also hier nicht schafft, vor Leuten die er nicht kennt und nicht kennenlernen muss, sich einzugestehen Alkoholiker zu sein, wie soll derjenige es schaffen es sich selbst einzugestehen?

    Fakt ist, muss ja auch niemand.

    Ich nutze dieses Forum für meine Zwecke. Ich will alkoholfrei leben. Das Forum hilft mir dabei. Wenn ich kein Alkoholiker bin, warum der Wunsch alkoholfrei zu leben?

    Wenn ich irgendwo im Hinterkopf den Gedanken habe dass ich irgendwann mal wieder normal trinken kann, dann bin ich hier einfach falsch. Hier gibt es Menschen die dieses Forum brauchen. Da helfen Mitglieder die ihre Alkoholsucht als temporäreres Problem abstempeln niemandem.

  • , weil ich die anderen auch verstehen kann.

    Ich kann da gar nichts dran verstehen. Abhängig trinken und sich nicht dazu bekennen Alkoholiker*in zu sein, verstehe ich einfach nicht. Ich finde gut, dass die Bekenntnis Alkoholiker*in zu sein, hier die Eintrittskarte ist.
    Ich bin doch hier zur Selbsthilfe und nicht um gerettet zu werden.

  • Weil vielleicht nicht jeder Mensch gleich ist, weil es vielleicht akzeptiert werden muss. Weil es schwer ist für manche, weil sie sich schämen. Weil sie es sich nicht eingestehen wollen und können. Weil es erst mit der Zeit kommt das Wort zu akzeptieren. Nur weil ihr es "geschafft" habt, heisst das doch lange nicht, dass es andere genau so sehen. Klar haben die dann eurer Meinung hier nichts zu suchen.

    Hallo Diziplin, das trifft hier wohl auf viele zu, geschämt hab ich mich auch und das nicht alle gleich sind weiß ich auch. Wäre mir das an diesem Tag nicht passiert (Zusammenbruch/Vollsuff) hätte ich sicher auch nicht sofort ohne Probleme das Wort "Alkoholiker" ausgesprochen aber ich war reif/bereit um Hilfe anzunehmen.Vor meinen 3 besten Freunden hab ich aber ohne rumgeeiere die Hosen herunter gelassen. Das kam auch sehr gut an denn sie wussten oder konnten sich auf jedenfall denken das ich ein Problem habe. Es wurde gefragt ob ich irgendwann mal wieder etwas trinke, wieviel ich getrunken hab etc. danach ging es mir auf jedenfal besser. Auf der Arbeit oder wenn ich mit Bekannten rede knall ich das natürlich nicht auf den Tisch aber es fällt mir von Tag zu Tag immer leichter darüber zu reden.

    Klar haben die dann eurer Meinung hier nichts zu suchen.

    So stimmt doch nicht, jeder kann ja wiederkommen wenn er Einsicht hat...

    Aber die Menschen die selbst einmal in solch einer Lage gewesen sind, sind meistens die schlimmsten die kritisieren. Ich komme schwer mit solchen Äußerungen zurecht, weil ich die anderen auch verstehen kann.

    Die anderen verstehen aber noch nicht richtig das sie krank sind.

    Paul_ hat wiedermal alles gesagt...

  • Wer es also hier nicht schafft, vor Leuten die er nicht kennt und nicht kennenlernen muss, sich einzugestehen Alkoholiker zu sein, wie soll derjenige es schaffen es sich selbst einzugestehen?

    Fakt ist, muss ja auch niemand.

    Nun möchte ich auch noch meine Sicht der Dinge einbringen.Auch ich habe mich lange gedrückt und habe eine ganze Zeit gebraucht um mir einzugestehen, das ich Alkoholiker bin.Im Hinterkopf wuste ich das schon ,aber ich wollte mir das lange Zeit nicht eingestehen. Ich glaube,das geht den meisten so:/? Ich Alkoholiker? Nee,nee. Mir ging es halt noch nicht schlecht genug!:(Naja und dann kam jener Tag x, steht in meinem Faden, wen es interessiert, als ich nach einem harten Absturz zu der Erkenntnis kam."Bis hierher und nicht weiter", sonst geh ich irgendwann den Bach runter! Es kann mit meinen Aktionen nicht immer gut gehen.....Ich bin Alkoholiker und ich kann mich nur retten ,wenn ich mich dazu bekenne und mir Hilfe hole.

    Letztendlich war das schon ein kleiner "vielzitierter" Tiefpunkt! Auf der Suche nach Hilfe, bin ich dann glücklicherweise auf dieses Forum gestoßen und hatte auch absolut kein Problem,mich als Alkoholiker zu bekennen.Ich finde es vollkommenen richtig, das die Eintrittskarte zum Forum, das Bekenntnis beinhaltet....lch bin Alkoholiker ,ich suche Hilfe! Was wären das für Diskussionen,wenn der Alkoholiker noch rumeiert und diskutiert ob er nun wirklich abhängig ist oder nicht? ....ob es eine Pille gegen Alkoholsucht gibt:rolleyes: , oder das er gerne kontrolliert trinken möchte!!

    Dieses Forum hat für meine Begriffe ein sehr hohes Niveau.Ein neuankommender Alkoholiker sollte schon die Hosen runterlassen, ansonsten ist er sich seiner Probleme in letzter Konsequenz noch nicht richtig bewusst und es ist dann aus meine Sicht, tatsächlich besser, wenn er noch ein paar Runden dreht, bis der Groschen fällt! Gruß Bono

    Einmal editiert, zuletzt von Bono59 (28. Juli 2025 um 18:09)

  • Du versuchst wenigstens meine Meinung zu verstehen u

    Worauf basiert deine Meinung? Meinungen halten Menschen im „nassen“ Zustand, doch bei Erfahrungen haben sie die Chance, trocken zu werden. Hier ist doch keinen Stammtisch oder Meinungsaustausch.

    Es geht um Erfahrungen.

    Warum hast du dich dann hier als Alkoholiker angemeldet, wenn du eine andere Meinung hast? Dazu hast du dich noch nicht geäußert.

    In meinem nassen Zustand hätte ich solche Meinungen genutzt, um weiter zu saufen, einfache Wege zu suchen, um aus der Sucht zu schleichen, weil es ja da draußen jemanden gibt, der eine Meinung hat, dass es funktioniert.

    Und irgendwann daran eventuell zugrunde zu gehen.

    Ist nun die Meinung oder die Erfahrung wertvoller?

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Nur ein kleiner Gedankengang meinerseits:

    Vielleicht spielt es beim Eingeständnis, ein/-e Alkoholiker/-in zu sein mitunter auch eine Rolle, welcher Typ von Trinker/-in man ist und wie sich das Trinkverhalten auf das eigene Leben auswirkt... Ob es noch läuft oder aus den Fugen gerät (oder schon ist)..?

    Will heißen - und ich werfe das jetzt mal so in den Raum:

    Ein Spiegeltrinker wird sich aus meiner Sicht wahrscheinlich (auch hier im Forum) eher eingestehen, Alkoholiker zu sein als z.B. ein Problem- oder Gesellschafstrinker. Im ersten Fall ist es wohl schon relativ klar, im zweiten womöglich noch nicht so ganz.

    Mir - rein subjektiv wahrgenommen - kommt es hier im Forum so vor, dass sich gerade diejenigen, die zwar realisiert haben, ein (teils auch massives) Alkoholproblem zu haben, dabei ihren Konsum aber eher auf mehr oder weniger regelmäßige Ereignisse (Abstürze), Umstände u.dgl. abstellen und bei denen das Leben noch so einigermaßen funktioniert, subjektiv schwerer tun, sich als Alkoholiker zu bezeichnen, als diejenigen, bei denen es - ich formuliere es jetzt mal provokant, bitte mir das jetzt ein wenig nachzusehen - nicht nur für sie selbst sondern auch für deren Umfeld schon recht "offensichtlich" ist, dass nichts mehr funktioniert und das Leben in eine (gesundheitliche, gesellschaftliche, arbeitsmäßige, partnerschaftliche, finanzielle und und und) Schieflage geraten ist, z.B. eben wenn man schon in der Früh sein Getränk braucht, um überhaupt noch funktionieren und den Tag überstehen zu können.

    Wie in meinem Faden anfangs irgendwo mal geschrieben, wollte ich mir über viele Jahre nicht eingestehen, Alkoholiker zu sein, obwohl ich es bereits damals längst schon war, und zwar einfach deshalb, weil ich es im Hinblick auf meine Lebensweise für mich partout nicht wahrhaben wollte. Hätte man mich z.B. vor 10 Jahren gefragt, ob ich Alkoholiker sei, hätte ich dies sicherlich vehement verneint, eben weil in meinem subjektiven Empfinden mein Leben ja so funktionierte, wie ich es mir vorstellte. Bzw. es noch so ging. Ein Alkoholproblem, ja, aber gleich Alkoholiker? Also ich weiß nicht...Trotzdem war ich Alkoholiker und als ich mich hier im Forum angemeldet habe, war mir das dann auch klar. Irgendwann kommt man ja dann doch drauf.

    Mir ist klar, dass meine paar Zeilen hier keinen echten Mehrwert für die Diskussion haben, aber ich denke, ich kann bei manchen doch eher verstehen, warum die Sache mit der Bezeichnung als "Alkoholiker" (also das Eingeständnis, einer zu sein) so schwer für sie ist. Hier geht es nämlich nicht einmal so sehr (glaube ich) um das Eingeständnis gegenüber einem anonymen Kreis von Forumsteilnehmern, sondern um das Eingeständnis sich selbst gegenüber...

    Was natürlich nichts an den Forumsregeln hier ändert.

  • . Hier geht es nämlich nicht einmal so sehr (glaube ich) um das Eingeständnis gegenüber einem anonymen Kreis von Forumsteilnehmern, sondern um das Eingeständnis sich selbst gegenüber.

    Ja klar, dann ist der Betroffene nämlich an dem Punkt, an dem er erkennt, die Sucht hat unabhängig von seinem Willen, das Ruder übernommen, Er hat somit vor der Sucht kapituliert und ist zu der Einsicht gekommen , lch brauche Hilfe, um mein Leben zu retten. Ein bißchen drastisch, aber ich glaube, es trifft den Kern des Themas.

    Einmal editiert, zuletzt von Bono59 (28. Juli 2025 um 18:45)

  • Mir ist klar, dass meine paar Zeilen hier keinen echten Mehrwert für die Diskussion haben,

    Doch, jede Zeile hat Mehrwert.

    Es wird sachlich diskutiert – mal mit einem Vorschlaghammer, mal mit einem Wattestäbchen – aber persönlich sollte es nie werden, dafür ist das Thema zu ernst.

    Und falls jemand denkt, ich würde als "dominanter" Moderator die Marschroute vorgeben, ist das völliger Quatsch!

    Ich teile hier, wie jeder andere User , nur meine Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich in 30 Jahren Trinkens und 18 Jahren Abstinenz gesammelt habe.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hier geht es nämlich nicht einmal so sehr (glaube ich) um das Eingeständnis gegenüber einem anonymen Kreis von Forumsteilnehmern, sondern um das Eingeständnis sich selbst gegenüber...

    Das eine folgt dem anderen, wenn es nicht schon da ist.
    Es geht gerade um das Eingeständnis hier im anonymen Forumskreis, weil ich für mich damit erreichen kann, dass ich mich ohne Ausschlüsse und Wortklauberei zu meiner Krankheit bekenne und das hat Folgen für die eigene psychische Entwicklung und die sind gewollt. So jedenfalls habe ich meine Psychotherapie in der Reha erfahren.

    Jeder kann sich die Frage stellen, warum er ein Problem mit "Ich bin Alkoholiker" hat oder hatte. Ausser dem gesellschaftlichen Stigma habe ich noch keine richtig schlüssige Erklärung gehört und ein Stigma gibt es hier in einem Forum von Alkoholikern nicht, denn hier sind alle in einem gleich - sie sind Alkoholiker.
    Keiner kennt mich, keiner verurteilt mich, keiner zeigt mit dem Finger auf mich, keiner schliesst mich aus oder benachteiligt mich und trotzdem kann ich nicht sagen "Ich bin Alkoholiker"? Warum?

    Es lohnt sich, dieser Frage nachzugehen, denn "da wo es pickt, da geht es lang".

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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