hiiumaa - Vorstellung - Hallo an alle!

  • Ich war während meines kompletten Berufslebens eine Work-Aholikerin, ich habe zusätzlich zum Extrem-Arbeiten täglich Extrem-Sport getrieben. Ich habe auf extremistische Weise versucht, die Welt zu retten.

    Wir scheinen uns sehr ähnlich zu sein.

    Aber du weißt was richtig ist und gehst in die richtige Richtung- das ist schon mal gut. Jeder braucht seine Zeit- ich habe leider 10 Jahre gebraucht.

    Ich bin hier weil ich selbst Alkoholikerin bin und nicht Co Abhängig. Mein Ex war kein Alkoholiker sondern nur NPS und Psychopath. Deshalb findest du diese Geschichte hier nicht so genau.

    Toll dass du hin und wieder Inseln für dich findest wo es dir gut geht und dieses Team aus xy und Mutti 2 keine Rolle spielen.

    Weite diese Inseln stückchenweise aus, denn sie sind Gold wert.

  • Wie hast Du es geschafft, da wegzukommen?

    Ich hatte viele viele Anläufe- er hat mich immer wieder mit einer Mischung aus Locken, Umgarnen und Drohen zurück ins Boot geholt.
    Als ich mich getrennt habe, hat er sich ein Jahr lang geweigert auszuziehen und hat Terror gemacht. Laut in meinem Schlafzimmer mit anderen Frauen gevögelt, Partys gefeiert und dabei die Wohnung verwüstet und er war psychisch und auch sehr diffus physisch gewalttätig.

    Mittendrin zwei Kinder die er versuchte auf übelste Weise gegen mich aufzuhetzen.

    Nach dem Auszug kam Stalking, Rufmord, Unterschlagung, Auflauern, Hacken meiner E-Mail Accounts, Tracking meines Handys, Eindringen in die Wohnung, üble Nachrede usw.

    Er hat auch die Kinder schwer geschädigt aber darauf möchte ich nicht im Detail eingehen.

    Wir sind alle in Psychologischer Behandlung und haben alle den Kontakt komplett abgebrochen. Aber noch nicht lange. Ich dachte wegen der Kinder aber die sind inzwischen erwachsen und haben auch keinen Kontakt mehr zu ihm.

    Er ist hochintelligent und hat sich nie wirklich erwischen lassen, hat alle Beteiligten getäuscht und einen auf ‚Super Daddy‘ und Opfer gemacht. Eine Zeit lang hat mir keiner mehr geglaubt und ich wurde für verrückt gehalten.

    Inzwischen wissen die meisten Menschen Bescheid- die Wahrheit setzt sich doch durch. Nur seine Familie glaubt ihm noch- Freunde hat er keine mehr, die sind alle weggelaufen. Er ist immer sehr planvoll und böse vorgegangen- sehr gute Impulskontrolle und ein Meister der Manipulation. Passt sich seinem Gegenüber blitzschnell an und weiß was derjenige hören will. Ich dachte am Anfang ich sei paranoid, weil plötzlich lauter komische Dinge passierten- ich konnte nicht fassen als ich erkannte dass er hinter all dem steckt.

    Ich glaube inzwischen dass sein Plan war, mich in die Psychiatrie zu bringen, damit er mein Haus für sich hat (es ist wirklich ein sehr schönes großes Haus, dass er sich nie hätte leisten können). Das klingt wie ein schlechter Film, war aber leider so.

  • AnnaBlume, das ist der Alptraum pur. Da fehlen einem wirklich die Worte.
    Ich kann mir die ganze Situation so lebhaft vorstellen… vor allem auch den Super-Daddy und das Opfer. Brrr! Zehn Jahre sind eine sehr lange Zeit. Wie auch immer Du es überlebt hast…

  • Hallo ihr Lieben, ich habe mich jetzt einige Zeit nicht gemeldet. Meine Gefühlslage schwankt tage- manchmal stundenweise zwischen "es ist eigentlich entspannter ohne ihn" und "ich vermisse ihn so furchtbar, ich halte es nicht aus".

    Mitte August war er noch mitten in seiner Trinkphase ( die dieses Mal mit gut vier Wochen fast doppelt so lange war, wie "normalerweise" ).

    Am 17.08. habe ich das letzte Mal hier erzählt, dass ich Kontakt per sms mit ihm hatte. Eigentlich hatte ich zu der Zeit gedacht, ich würde es jetzt schaffen, nicht mehr auf seine Nachrichten zu antworten. Ich weiß, ich hätte ihn auch für den sms-Kontakt blockieren können, aber ich schaffe das immer noch nicht. Er ist nur auf WhatsApp blockiert. Das war immer unser Haupt-Kommunikationskanal.

    Um es kurz zu machen: Ich habe es noch eine weitere Woche nicht geschafft, auf seine Nachrichten nicht einzugehen, obwohl ich an der Art seiner Nachrichten sehr gut erkennen konnte, dass er immer noch betrunken ist. Immerhin habe ich es soweit geschafft, ihm an den meisten Tagen nur ein- oder zweimal täglich zu antworten und immer den gleichen Standardtext in Wiederholung zu schicken: "Ich kann mit Dir nur in Kontakt sein, wenn Du in intensive Therapie gehst und an Deinem Verhalten arbeitest." Ich weiß, dass das nichts bringt. Ich hab das in der Vergangenheit schon gemacht, und es kommt nicht an. Er dreht den Spieß dann eher noch um, und lässt mich wissen, dass ICH diejenige von uns beiden bin, die sich einen gescheiten Therapeuten suchen muss, oder es kommen wirre Nachrichten, in denen er beschreibt, welche Umstände und welche Menschen schuld sind, dass er einfach auf keinen grünen Zweig kommt. Er - das Opfer der schlimmen Umstände.

    Vor etwa einer Woche ich dann plötzlich statt Textnachrichten Selfies geschickt bekommen. Da wusste ich, dass er dabei ist, sich selbst gerade mal wieder einen Entzug zu verpassen. Dieses Muster kenne ich aus der Vergangenheit. Nach diesem Entzug den er sich verpasst ( er macht das sehr geschickt, in dem er täglich weniger trinkt und nach und nach das Hochprozentige gegen Milderes austauscht ) kommt immer eine Phase, in der es ihm körperlich sehr schlecht geht und er zugänglich ist für Therapievorschläge. Aber dann schlägt das plötzlich um in eine Art Manie/Euphorie und er hat plötzlich tausend hochfliegende Ideen, für welche Jobs er sich jetzt bewirbt und was er alles in seinem Leben ändern wird ( natürlich wird er nicht mehr trinken, sein Leben voll im Griff haben etc ), um jetzt doch endlich die gewünschte Karriere zu erleben... bis dann in sechs Wochen der nächste Absturz kommt. Diesen Kreislauf habe ich endlose Male in der Form erlebt, seit ich ihn kenne.

    Warum erzähle ich euch das gerade eigentlich? Ich kann mich gerade nicht erinnern. Vielleicht auf einfach nur, um mir die Erinnerungen von der Seele zu schreiben und es irgendwie aufzuarbeiten.

    Auf diese Selfies, die er mir geschickt hat, habe ich nicht mehr reagiert. Da war dann doch auch bei mir ein Punkt erreicht, an dem ich gemerkt habe, dass das alles gerade so überhaupt keinen Sinn hat. Sollte er jetzt im nüchternen Zustand nochmal in unseren letzten sms-Austausch schauen, wird er dort meine letzte Ansage sehen in zig-facher Wiederholung. Ich glaube nicht, dass es ihn zu Änderungen bewegt. Auch nicht, wenn er mich dadurch verliert, dass er nicht an sich arbeitet. Er ist jetzt völlig allein ( bis auf Mutti 2 evtl - ich weiß nicht, wie die beiden inzwischen zueinander stehen ). Er kennt hier in D niemanden und selbst in seinem Herkunftsland ist nur noch seine Ursprungsfamilie, mit der er sich nicht gut versteht und nur immer den lieben Sohn spielt. Er ist Langzeitarbeitslos und völlig am Ende.

    Wie gehts mir mit all dem? Ich schwanke wie zu anfang erwähnt. Manchmal geht es mir wirklich ganz gut. Ich gehe jetzt täglich ins Tierheim ( das habe ich früher schon gemacht ) und helfe dort für eine Stunde ehrenamtlich. Das tut mir sehr gut und ich habe das Gefühl, etwas sinnvolles zu tun. Wenn es mir schlecht geht, fühle ich mich melancholisch und betrauere, was sein könnte, wenn er doch... ihr wißt schon. Ich versuche dann, die Trauer zuzulassen und nach einer Weile auch wieder zu sagen: "Stop. Trauer, ich fühle Dich, aber ich muss jetzt mal wieder zurück ins Leben." und mir dann etwas Gutes zu tun und mich zu beschäftigen.

    Ich gehe davon aus, dass er mich im nüchternen Zustand nicht kontaktieren wird. Da ist ihm sein Stolz im Weg. An den meisten Tagen bin ich klar genug in mir, um zu wissen, dass ich ihn nicht kontaktieren sollte. Dass es nichts bringt. In wenigen Momenten bin ich sehr stark in Versuchung ihm schreiben und meiner Sucht nach ihm nachzugeben. Seit einer Woche halte ich durch und tue es nicht.

    Danke, dass ihr da seid. Es hilft mir immer wieder sehr hier zu lesen und zu schreiben. Danke.

  • Liebe hiiumaa,

    es ist doch gut, dass du deine Gedanken hierlässt. Das kann sehr erleichtetnd sein.

    Deine Gefühle schwanken hin und her... na klar. Es ist so schwierig, den Partner loslassen zu müssen. Gut, dass du die Trauer zulässt und gut, dass du dir einen Ausgleich geschaffen hast. Es ist wichtig, dass du guten Gewissens Dinge tust, die dir Freude machen. Nur im Schmerz zu versinken ist nicht gut.

    Denn lebst ja und da darf es sich auch gut anfühlen. Alles andere macht wenig Sinn und ändert ja auch nichts.

    Ich schicke dir liebe Grüße

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Im Moment ist es mal wieder ganz schlimm. Es geht mir nicht besonders gut. Mein Kopf spielt mir Streiche, indem er mich ständig an die schönen gemeinsamen Zeiten erinnert und meine Gedanken Tag und Nacht Karussell fahren.


    Immer wieder schreibe ich mir auf, wie missbräuchlich er mich behandelt hat.

    Und immer wieder komme ich an den Punkt, an dem meine ehemalige beste Freundin ( Mutti 2 ) ins Spiel kam. Spätestens dann wird mir wirklich schlecht und ich erinnere mich wieder, warum ich den Kontakt abgebrochen habe.


    Es ist wirklich verrückt, wie stark man durch die Co-Abhängigkeit und das Trauma-Bonding gefangen ist und wie schwer und schmerzhaft der Weg da raus ist.


    Noch halte ich durch. Bisher 9 Tage ohne Kontakt.

  • xy hat sich heute bei mir gemeldet und geschrieben, dass er wieder in Therapie ist. Diesmal hat er angeblich einen Therapeuten gefunden, der ihn versteht und bei dem er sich gehört fühlt. Er wird alles geben bei diesem neuen Anlauf.


    Ich habe ihm geantwortet, dass ich mich freue, dass er wieder in Therapie geht.

    Ich bin gespannt, wie lange es diesmal dauert, bis er den Therapeuten verteufelt. Das ist Therapeut Nummer drei. Die anderen waren jedesmal dann unten durch, wenn sie NPD oder Emotionsregulationstörung als Ursache für seine Alkohol-Abstürze angesprochen haben.

    Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie weit ich ihn wieder in mein Leben lassen kann und will. Wiederaufnahme der Therapie war ja meine Bedingung, dass überhaupt Kontakt stattfinden kann. Ich habe nicht geglaubt, dass er es macht.

  • "Wiederaufnahme der Therapie" sagt doch gar nichts.

    Was anderes wäre eine nach 1 Jahr abgeschlossene Therapie und stabile Trockenheit. Wobei es auch dafür keine Garantien gibt.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie weit ich ihn wieder in mein Leben lassen kann und will.


    Puhhhhh, ganz ehrlich?

    Ich würde nicht mal auf die Idee kommen, ihn noch einmal in mein Leben zu lassen, egal wie trocken und geläutert er ist. Lies dir bitte noch einmal durch, was du hier alles geschrieben hast. Ich hab das bei dir nur gelesen und mag mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss, das tatsächlich erlebt zu haben. Meinst du, du kannst das vergessen und vergeben und einfach weitermachen?

    Und dann muss ich hier wieder an Hartmut denken. Er hat mir damals ganz klar zu verstehen gegeben, wie hoch die Rückfallquote im 1.Jahr ist. Willst du das alles noch einmal erleben und dann wieder mit der Entwöhnung von ihm von neuem beginnen?

    Da würde ich lieber den Mount Everest besteigen. Das klingt weniger anstrengend und riskant.

  • Bis jetzt bleibt er doch genau in dem Schema, das du vorhergesagt hast- erst Selfies, dann denkt er er zieht voll durch (da isser wohl gerade) und dann erneuter Absturz. Auf keinen Fall würde ich jetzt schwach werden. Bleib bitte bei dir und versuche dich abzulenken. Übrigens ließ mich die Sache mit dem Tierheim ein wenig aufhorchen- du hilfst also echt gerne. Aber die Tiere dort haben es verdient und die Hilfe ist gut investiert- besser als bei diesem Kerl.

    Also: Stark bleiben und weiter Abstand, Abstand, Abstand.

  • Hallo hiiumaa,

    Ich schließe mich Sonnenschein CoA an. Irgendwann ist genug genug.
    Welches standing hat man vor anderen, wenn man keine Wertschätzung gegenüber sich selbst zeigt. Es klingt eventuell hart, ist jedoch meine ehrliche Meinung ( sage zu mir den selben Satz, immer wieder).Und in deinem Fall hat derjenige NPD.
    Ich würde mir diese Person nicht noch mal in meinem Leben holen.

    Liebe Grüße Ino

  • Aurora, die Pro und Kontra - Liste wäre etwa 5cm lang bei Pro und 50cm bei Kontra... ich führe mir das immer wieder vor Augen. Und manchmal - in ganz kleinen Momenten kann ich auch fühlen ( nicht nur verstandesgemäß begreifen ), dass es besser für mich wäre, definitiv auf Abstand zu bleiben. Diese Momente sind in den letzten sieben Monaten auch immer mehr und mehr geworden.

    Er ist leider auch nüchtern sehr oft ein A...loch. Er hat nicht umsonst die npd-Diagnose. Er ist npd nach Lehrbuch...

    Er hat sich fast totgetrunken, weil es seine Sucht ist und seine Persönlichkeitsstörung, die er nicht anerkennen will, und die der Auslöser für sein Trinkverhalten ist. Er findet immer einen Grund zu trinken.

    Ich bin fix und fertig von dieser Art von Psychoterror. Diese Frau war meine Freundin. Sie ist jetzt eine Super-Co von xy.


    Ich möchte das einfach mal nur so in den Raum werfen. Vielleicht hilft es dir deine Gedanken etwas zu sortieren.
    Das letzte Zitat habe ich eingefügt, weil Mutti2 ja sicherlich dann auch wieder ein Stück weit in dein Leben kommt.

    Ich persönlich kann dir nur raten: Lauf! Und lass keinen von beiden zurück in dein Leben! So wie AnnaBlume schon schreibt, kümmere dich lieber um die Tiere im Tierheim. Die sind wenigstens aufrichtig und du bekommst die Liebe zurück die du gibst! Da bist du sicherlich besser dran und führst am Ende ein glückliches Leben.

  • Hallo hiiumaa ,

    mir kommt das alles so bekannt vor. Hier war es die letzten Jahre so: Ein Anruf von xy nach wochenlanger schweigender Abwesenheit und die ganze Mauer, die ich in der Zwischenzeit mit reichlich Frust um mich aufgebaut hatte, wurde zu einem mickrigen Gartenzäunchen. Und wenn er mich dann am Telefon kurzerhand mit freundlichen Worten und haufenweise Einsicht weichgekocht hatte, hat sie sich dann komplett in Luft aufgelöst, und ich hab wieder bereitwillig funktioniert.

    Ich glaube, jede/jeder kann nur selbst entscheiden, wie lange man auf diesem Karussell bleibt. Vielleicht ist es bei Dir noch nicht so weit - wir Cos müssen ja auch erst am Tiefpunkt ankommen, und der liegt bei uns allen individuell verschieden tief. Aber wenn zurückliegende Erlebnisse nicht ausreichen - und das war bei mir auch immer wieder so - schau auf jeden Fall genau hin und hinterfrage, was er Dir sagt: Er hat jetzt also den soundsovielten Therapeuten, die vorher taugten nix / hörten ihm nicht zu - kenne ich zur Genüge. Xy hatte einen aus meiner Sicht tollen, erfahrenen Therapeuten in der letzten Langzeitreha. Der hat ihn halt aus der Reserve gelockt, manchmal war er auch etwas provokant, aber auch total empathisch, wir hatten zwei gemeinsame Gespräche bei ihm. Letztlich waren aus seiner Sicht dann Corona und dieser Therapeut dran schuld, dass er nach zehn Monaten unmittelbar nach Entlassung rückfällig wurde und direkt in sämtliche sonstige alte Verhaltensmuster verfiel. Es wurde sogar noch schlimmer, denn er hatte in der Reha Geld gespart, dass er nun für Konsum ausgeben konnte.

    Und ich hab mich auch leider nicht an den Rat des Therapeuten gehalten und mich eben nicht unmittelbar getrennt und nicht eingesehen, dass er sich damit klar für Alk und Droge und gegen mich entschieden hat. Wollte unbedingt noch ne Runde. Da geht so viel Zeit bei drauf.

    Er wird alles geben bei diesem neuen Anlauf.

    Lass Dir kein X für ein U vormachen. Schau auf das, was er tut, nicht das, was er sagt.

    Liebe Grüße

  • Hallo ihr Lieben! Ich danke euch für eure Motivation und eure Unterstützung! Es hat mir sehr gut getan, von euch zu lesen. Danach musste ich das alles erst mal eine Weile sacken lassen. Ich habe bei den anderen hier in der Zwischenzeit mitgelesen und auch ein paar ältere Threads.

    Die Ähnlichkeit der Geschichten erschüttern mich immer wieder auf`s Neue. Es ist, als wäre das Verhalten der Alkoholiker und das Verhalten der Co`s wie aus ein und demselben Textbuch entsprungen.

    Manchmal macht mich das alles so fassungslos, dass ich das Gefühl habe, ich kann kaum mehr atmen. Dann kommen aber auch wieder Tage, an denen es mir ganz gut geht.

    Ich habe es nicht geschafft, den Kontakt abzubrechen. Allerdings habe ich es immerhin geschafft, in den letzten Wochen nur dreimal auf Nachrichten von ihm zu antworten, und jedesmal nur ganz kurz und möglichst neutral.

    Das löst unterschiedliche Gefühle in mir aus:

    1. Ich bin stolz auf mich, dass ich nicht gleich wieder zu ihm zurück gerannt bin, wie ich das früher getan habe, und damit den gewohnten Kreislauf wie üblich in Gang gesetzt habe. Zumal er es doch tatsächlich fertig gebracht hat, mich nur wenige Tag nach der Info, dass er wieder in Therapie ist, zu einer gemeinsamen Unternehmung einzuladen! So war das während unserer ganzen Beziehungszeit: Nach dem großen Knall mit Sauf-Absturz gab es eine Weile Schweigen, und dann wurde ich wieder zu irgendeiner Unternehmung eingeladen und gelovebombt als wäre nichts gewesen. Und ich hab jedesmal mitgemacht. Das immerhin habe ich diesmal nicht gemacht. Ich habe ihm geschrieben, dass ich dazu nicht bereit bin und nach wie vor erst deutliche Verhaltensänderungen auf Dauer erleben muss.

    2. Ich schäme mich. Die Tatsache, dass ich es nicht schaffe, den Kontakt abzubrechen, obwohl ich davon ausgehen kann, dass sich nichts wirklich ändern wird, und ich manchmal wirklich Verachtung ihm gegenüber empfinde, beschämt mich zutiefst. Ich klammere mich immer noch an die Illusion von dem verletzlichen Kern, den ich in ihm zu sehen glaube, und den ich hervorholen und gesundpflegen möchte, damit anschließend alles gut wird - nicht nur für ihn persönlich, sondern zwischen uns. Ich habe eure Beiträge gelesen, und bin euch so dankbar für eure Worte. In meinem Kopf ist nach wie vor alles absolut nachvollziehbar, was ihr sagt, und mein Kopf würde auch sofort sagen: "Genau! Da liest Du es von den anderen! Sie haben so recht. Lass es endlich gut sein." Und ich würde jedem anderen, der in ähnlicher Situation ist wie ich, das gleiche sagen wie ihr mir sagt. Aber es geht noch immer nicht ganz.

    3. Dadurch, dass inzwischen mehr Tage ohne Kontakt da sind, als Tage mit Kontakt ( es geht nur um Textnachrichten ), merke ich auf der einen Seite, wie die Erschöpfung mich einholt nach drei Jahren Kampf. Aber ich merke auch, wie ruhig mein Leben inzwischen ist ( mal abgesehen von den massiven Problemen in der Schule, die mein Teenager hat ). Und diese Erkenntnis tut mir immer wieder gut. Ich versuche mir das immer wieder bewusst zu machen und das in den Vordergrund zu rücken.

    Wieder mal danke ich euch, dass ihr da seid, und dass ihr mich begleitet.

    hiiumaa

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