SoberSunny - Endlich aufgewacht ... Oder ?

  • Hallihallo an alle.

    Ich bin Sunny und momentan ist mein Name Programm, ich bin trocken. Seit fast 4 Wochen.

    Ich bin 29 Jahre alt und habe sozusagen die Hälfte meines Lebens getrunken, mit 15 habe ich angefangen und das schon direkt ziemlich missbräuchlich.

    Alle meine Eskapaden aufzuzählen (die sicher viele von euch kennen) würde den Rahmen sprengen und tut vielleicht auch nicht viel zur Sache.

    Ich habe mehrere Anläufe hinter mir ein 'kontrolliertes' Trinken zu lernen, aber das ist etwas dass ich einfach nicht schaffe (wieso sollte man das auch wollen ?) so entschied ich mich für den Radikalen Weg und möchte mein Leben ohne Alkohol und somit endlich klar und frei Leben.

    Auslöser für dieses Mindset war ein Autounfall, den ich mit 1,67 Promille hatte, bei dem Zum Glück niemand verletzt wurde, mir jedoch der Führerschein entzogen wurde.

    Da begann ich mich mit diesem Thema näher zu beschäftigen und mich an den Gedanken ein nüchternes Leben zu führen, zu gewöhnen.

    Es war aber leider noch nicht mein Schlüsselmoment, der kam zirka 3 Monate (!) später.

    Ich trank weiter, wenn auch weniger, aber der Alkohol war eben immernoch in meinem Kopf.

    Dann kam ein Geburtstag, an dem ich mit Wasser anfing und ohne Erinnerung Zuhause aufwachte, mit Übelkeit und schlechtem Gewissen.

    Das soll es gewesen sein... Nie wieder möchte ich so aufwachen und mich so Hundeelend fühlen, wie es früher für mich Gang und gebe war.

    Ich setzte mich mit meinem Anwalt auseinander, der mir die Notwendigkeit gewisser Abstinenznachweise für meine bevorstehende MPU nahelegte. UND DA WAR ER ! mein Schlüsselmoment.

    Für mich war nach diesem Gespräch klar, du hörst auf mit der Trinkerei, nicht erst wenn du deine Nachweise abgeben musst, sondern Heute ! Und so war es und ist es ... Ich bin trocken, ich bin sehr glücklich darüber und fühle mich in meinem Körper endlich wieder wohl.

    Jedoch bleibt immer eine gewisse Zukunftsangst, die sich hoffentlich eines Tages legen wird.

    Dieser Unfall, veränderte mein Leben.

    Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen dass es das Beste ist was mir passieren konnte, allerdings hat dieser Unfall, endlich meine Einstellung zu Alkohol geändert und mich zum Nachdenken gebracht.

    Ich höre sehr viel Podcast (Nüchtern Betrachtet, der Nie wieder Alkohol Podcast, kann ich zu 100% weiterempfehlen), lese Bücher, schreibe Parallelen auf und steigere mein Wohlbefinden im Alltag durch andere Dinge.

    Vor mir liegt noch ein weiter Weg, aber ich hoffe jeden Tag stärker und wacher zu werden, das ist mein Ziel.


    Jedem der das liest, wünsche ich nur das Beste und drücke uns allen die Daumen, nicht mehr abhängig von etwas zu sein, dass uns rein GAR NICHTS Gutes will.

    In Liebe, eure Sunny <3

  • Hallo Sunny,

    herzlich willkommen im Selbsthilfeforum für Alkoholiker.
    Du hast schon viel für den Einstieg in ein abstinetes Leben geschafft.

    Kontrolliertes Trinken - ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken, da er süchtig ist.

    Du klingst zielstrebig, was deine Abstinenz angeht, ich frage trotzdem nochmal nach.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die ein dauerhaft abstinentes Leben anstreben.
    Kannst du dich da wiederfinden, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Schreibe doch noch einen Satz, warum du dich hier angemeldet hast

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo und vielen Dank für die Antwort.

    Ich bin mir nicht sicher ob es mir alleine so geht, aber mit dem Begriff Alkoholiker/in tuh ich mir etwas schwer, mich als diese zu bekennen, dass muss ich wahrheitsgemäß zugeben.

    Aber im Rückblick auf meine Suchtgeschichte und meinen Suchtverlauf muss ich wohl bestimmt sagen...

    Ja, ich bin eine Alkoholikerin und ich strebe ein abstinentes Leben ohne Alkohol an.

    Ich hoffe hier vielleicht auch auf Tipps von Menschen zu stoßen die schon weitaus weiter gekommen sind als ich, im Bezug auf ein abstinentes Leben, oder wie man mit der Angst vor einem Rückfall umgeht.

    Andere Geschichten zu lesen, um daraus etwas für mich mitzunehmen und irgendwann hoffentlich vielleicht auch selbst einmal Tipps geben zu können. :)

    Liebe Grüße, Sunny

  • Ich bin mir nicht sicher ob es mir alleine so geht, aber mit dem Begriff Alkoholiker/in tuh ich mir etwas schwer, mich als diese zu bekennen, dass muss ich wahrheitsgemäß zugeben.

    Du bist jedenfalls nicht die Erste, die sich damit schwer tut.
    Es ist ein wichtiger Schritt für deine Akzeptanz gegenüber einer Krankheit, die nicht geheilt aber gestoppt werden kann und damit Grundlage für eine stabile Abstinenz sein kann.

    Der Unterschied zu anderen Bezeichnungen und Umschreibungen ist, hier geht es um mich und nicht um einen abstrakten Zustand.
    Ich bin Alkoholiker und ich will Verantwortung für mein neues, abstinetes Leben übernehmen.

    Für den weiteren Austausch folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, SoberSunny .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Willkommen hier Sunny.

    drücke uns allen die Daumen, nicht mehr abhängig von etwas zu sein,

    Ein Alkoholiker ist immer abhängig. Das ändert sich nicht mehr. Aber ich weiß schon, wie Du das meinst. ;)

    oder wie man mit der Angst vor einem Rückfall umgeht.

    Also. Da haben wir was hier. Die Grundbausteine. Wenn Du für Dich anfängst diese umzusetzen, sieht es ganz gut aus.

    Bei mir sind es jetzt 3 3/4 Jahre. Kein Rückfall und auch keiner in Sicht. Ich bin immer zufriedener geworden.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Alex 😊

    Vielen Dank, für den Artikel.

    Wirklich sehr gut und ehrlich geschrieben. Abstinenz ist eine Lebensaufgabe, das klingt wie ein Mammutprojekt, aber wie auch im Artikel beschrieben, wird es irgendwann (hoffentlich) zur Routine.

    Herzlichen Glückwunsch dir übrigens ,zu deinen 3 3/4 Jahren. Wirklich eine starke Leistung.

    Hattest du den am Anfang oder natürlich auch heute, irgendwelche Sorgen vor einem Rückfall ? Oder eventuell Suchtdruck ?

    Liebe Grüße 😊

  • Hast du mit Suchtdruck zu kämpfen ?

    Hier ist noch ein Artikel über den "Notfallkoffer".

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Er ist mit Werkzeugen oder Methoden gepackt, die bei Suchtdruck helfen können.

    Ich habe mir davon meinen eigenen zusammengestellt. Da sind Sachen drin, die ich vorher geübt habe, damit ich sie schnell parat habe, wenn ich sie brauche, z.B. Atemtechniken. Mit der Zeit wusste ich, welche Methoden mir helfen und wie sie wirken.

    Sorgen vor einem Rückfall hatte ich auch. Die Sorge entstand durch das Ungewisse, was auf mich zukommen wird und wie ich reagieren werde und ob ich bestehen kann.
    Da ich am Anfang noch auf wackligen Beinen stand, habe ich mich nach den Grundbausteinen gerichtet, was besseres wusste ich nicht.
    Ein zentrales Merkmal ist Risikominimierung. Ich bin dem Alkohol konsequent aus dem Weg gegangen und mit der Zeit habe ich mich gefestigter gefühlt und konnte mir etwas zutrauen.
    Dadurch habe ich Erfahrungen gesammelt. Wie reagiere ich in bestimmten Situationen, was triggert mich, wie kann ich Suchtdruck frühzeitig erkennen oder gar vermeiden.
    All das hat mir mit der Zeit die Sorge vor einem Rückfall genommen, weil ich wusste, dass ich es schaffen kann. Aber es braucht Zeit.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Bis jetzt, zum Glück noch nicht.

    Aber in der Vergangenheit war das immer ein großes Thema für mich.

    Aber ich bereite mich darauf vor, dass falls er doch einmal kommt, ich davon nicht überrascht werde und wie du sagst, schon einige Dinge parat habe, dass ich die Situation problemlos lösen kann.

    Mein Problem ist gerade eher die Endgültigkeit... Nie wieder zu trinken.

    Nie wieder ist (hoffentlich) noch so lang ... Und ob ich das ein Leben lang schaffe, stellt mich vor eine Herausforderung.

    Wie geht ihr denn mit Zukunftsängsten um ? Oder was hilft euch bei dem Gedanken auch in Zukunft abstinent zu sein ?

  • Hallo SoberSunny,

    "nie wieder" und "für den Rest meines Lebens" sind für mich Zeitspannen, die ich so gar nicht denken kann. Sie sind zu gross und zu abstrakt und auch zu weit weg von mir. Nun ist es aber mein Ziel, nie wieder zu trinken, und um das zu erreichen, habe ich angefangen die Abstinenz bewusst in mein Wesen einzuweben. Wer bin ich, was macht mich aus, in dieses grundlegende Selbstverständnis von mir selbst arbeite ich immer weiter ein, dass ich unter anderem ein Mensch bin, der keinen Alkohol trinkt.

    Das ging nicht von heute auf morgen, und ich bin immer noch dabei, weil ich mich mein ganzes bisheriges erwachsene Leben eigentlich übers Gegenteil (auch) definiert hatte...

    Ich freue mich immer, wenn ich ein Rollenvorbild irgendwo entdecke, "dieses nehme ich auch, das werde ich auch einweben."

    Und so wird die Abstinenz immer mehr ein Teil von mir, von dem Menschen, der ich sein möchte, und mich selbst nehme ich ja ganz automatisch mit durch den Rest meines Lebens. Seit ich die Abstinenz nicht mehr von mir abgekoppelt betrachte, hat "nie wieder" viel von seinem Schrecken verloren.

  • Am besten gar nicht so viel darüber nachdenken, Sunny, sondern in Hier und Jetzt bleiben und Dich an den positiven Auswirkungen der Abstinenz erfreuen, dann verselbständigt sich das irgendwann.

    Gerade am Anfang ist das Suchthirn noch sehr präsent und redet dem frisch Abstinenten immer mal wieder Verzichtsgedanken ein.

    Es will uns wieder konsumieren sehen, das ist sein Daseinszweck, der persönliche Dealer steht nicht um die Ecke, sondern ist (und bleibt) in uns.

    Am Anfang habe ich (in solchen Fällen)noch diskutiert (" ich hab doch weiß Gott genug getrunken, am Ende schmeckte es doch gar nicht mehr und war entwürdigend ..), bis ich hier gelernt habe, dass das nichts bringt. Mit Dealern diskutiert man nicht, sagt nur : Halt die Klappe" und geht weiter seines Weges, bis der Dealer vor lauter Nichtstun einschläft.

    Und was die Zukunftsängste (und auch aktuelle Probleme) angeht: Da bin ich immer wieder heilfroh, mich denen ohne Einfluss von Nervengift stellen zu können.

    Nur Geduld!

  • Hattest du den am Anfang oder natürlich auch heute, irgendwelche Sorgen vor einem Rückfall ? Oder eventuell Suchtdruck ?

    Ich war viel zu beschäftigt mit meinem neuen Leben und den damit einhergehenden Veränderungen. Da hatte ich gar keine Zeit mir Sorgen vor einem Rückfall zu machen.

    Z. B. bestand fast mein gesamter Freundeskreis aus stark trinkenden Menschen. Hatte mir das instinktiv wohl so ausgesucht, damit ich nicht auffalle und mich selbst besser belügen kann. (Der trinkt ja noch mehr, usw.) Ich habe zu allen den Kontakt abgebrochen.

    Mein Suchthirn ist anfangs öfters angesprungen und hat versucht zu diskutieren. Aber nachdem ich erkannt habe, was die Einflüsterungen der Sucht sind und was meine eigenen Gedanken, war es viel einfacher.

    Wenn die "Stimme" anfangen wollte, hat sie gedanklich sofort eins von mir auf den Deckel bekommen. Keine Diskussion mit mir selbst. Weil absolut unnötig und die Suchtstimme wird ja niemals zugeben, dass ich recht habe. Dann wäre sie ja ihrer Existenz beraubt.

    Wahrscheinlich habe ich aus diesem Grund auch nie wirklich Suchtdruck bekommen.

    Jedenfalls wird es wirklich sehr viel einfacher mit der Zeit. Es wird zur Normalität. Ich denke kaum an Alkohol. Wozu auch? An Trinken denke ich nur noch, wenn ich Durst habe. Es ist sehr entlastend, diese ständigen Gedanken nicht mehr zu haben. "Wann kann ich? Wie viel geht noch? Habe ich genug da? Merkt jemand etwas. Oje, das viele Leergut." usw.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo SoberSunny,ich bin jetzt im 5 Monat Abstinenz und Trocken.


    Mein Problem ist gerade eher die Endgültigkeit... Nie wieder zu trinken.

    Nie wieder ist (hoffentlich) noch so lang ... Und ob ich das ein Leben lang schaffe, stellt mich vor eine Herausforderung.

    Ich sage mir jeden Tag innerlich heute trinken ich nichts somit blockier ich den Gedanken im Moment ,dass ich nie wieder trinken darf/kann. Diesen Ratschlag hab ich hier im Forum bekommen,es ausgetestet und mir Hilft es für den Moment enorm.


    Wie geht ihr denn mit Zukunftsängsten um ? Oder was hilft euch bei dem Gedanken auch in Zukunft abstinent zu sein ?

    Zukunftsängsten,in Form von das ich Trocken und abstinent bleibe? Die habe ich nicht ganz im Gegenteil ich habe Angst davor dass ich wieder rückfällig werde könnte wenn ich nicht gut genug auf mich achte.

    Mir persönlich Hilft der Gedanke daran das ich jetzt mein Leben Leben kann,und nicht mehr mein Leben für den Alkohol Leben muss.

    Ich bin jetzt frei und kann machen worauf ich lust habe ,vor 5 Monaten hat der Alkohol mein Leben bestimmt.

    Lg

    Chewie

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Hallo ihr alle 😊

    Zuerst mal möchte ich mich bedanken, für eure Tipps und eure Methoden die ihr mit mir teilt, da kann ich definitiv was für mich mitnehmen.

    Momentan fällt es mir noch relativ 'leicht' nichts zu trinken, aber ich habe Angst dass es mich doch irgendwann einholt.

    Wobei ich jetzt schon sagen kann, das der Austausch hier mit euch mir jetzt schon gut tut und mir einige Ängste nimmt.

    Aber vielleicht will ich auch für den Moment zu viel und erschlage mich selbst mit diesem Damoklesschwert 'Für immer'... Ich hoffe man versteht was ich meine.

    Geduld ist nicht meine Stärke, aber vielleicht muss ich in vielen Dingen etwas dazu lernen 😊

    Liebe Grüße an euch alle 😊

  • Als die Geduld verteilt wurde, stand ich hupend im Stau, Sunny.

    Doch auch ich habe gelernt, dass abwarten und Tee trinken wirklich etwas hat! 🍵;)

    Immer schön einen Tag nach dem anderen und fleissig hier im Forum austauschen! :thumbup:

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

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