Halbmond02 - Alkoholabhängiger Partner

  • …ich kann dich nur ermuntern, bleib dran… es wird nicht besser, du hast schon entscheidende Grenzen/Konsequenzen gesetzt… Chapeau…👍

    Sende dir ein dickes warmes TrostKuschelKissen…


    danke, dass du es hier geteilt hast…🙏

  • Liebe Halbmond,

    fühle Dich mal gedrückt, ich kann mir ziemlich genau vorstellen, wie es Dir gerade geht.

    dass er eine Entscheidung treffen muss, ob er zum Arzt gehen wird, regelmäßig zur Suchtberatung geht und Therapie machen will, sodass unsere Beziehung überhaupt noch eine Chance hat und wenn nicht, dass ich heute Schlussmachen muss. Er sagt, er macht es. Ich bin zweigespalten, ob ich das glauben soll. Ich werde es sehen.

    Deine Zweifel sind leider sehr berechtigt. Druck oder Drohung mit Beziehungsende, Bitten oder Flehen, Tränen, das hab ich alles hinter mir. Wenn er selbst das Problem nicht sieht und weiter trinkt, dafür in Kauf nimmt, dass er ausziehen muss und Du Dich voraussichtlich auch trennst, steht es nicht gut. Es tut mir sehr leid für Dich. Lass es erst einmal sacken. Hast Du jemanden, der Dich gerade auffängt? Ich wünsche Dir, dass Du es bald als Chance für einen Neuanfang für Dich sehen kannst.

    Liebe Grüße

  • Danke für die Worte Simsalabim und EllaDrei .

    Ich habe jetzt akut gerade niemanden wirklich, der mich auffängt, alle sind beschäftigt oder arbeiten. Ich bin ein eher introvertierter Mensch und habe mich sehr an meinem Partner orientiert, der auch mein bester Freund ist. Mein Freundeskreis ist die Jahre über immer kleiner geworden, viele sind weggezogen. Ich kenne viele Leute, aber es sind alles nur Bekannte. Die zwei Freundinnen, mit denen ich 1x im Monat etwas mache, haben gerade selber ihre Baustellen und können deshalb nicht einfach so abrufbereit sein. Ich schreibe mit meiner Familie, aber hinfahren kann ich da nicht so einfach. Es ist schwer.

  • Liebe Halbmond,

    habe grade bei dir reingelesen und möchte dich gerne von Herzen bestärken für die Schritte, die du gehst und die Gespräche, die du initiiert hast. Und dir auch eine digitale Umarmung und/oder gehaltene Hand anbieten.

    Wenn heute Abend akut keine deiner Freundinnen/Familie für dich "greifbar" ist - wie kannst du vielleicht selbst fürsorglich mit dir umgehen? Gibt's da was (auch ne Kleinigkeit), was dir jetzt gut tun würde?

    Herzlich,
    Seepandarine

  • Hallo Halbmond,

    auch ich kenne die Gefühle, die du gerade ertragen musst. Versuche dich abzulenken. Was kann dir jetzt gut tun? Auch Kleinigkeiten helfen. Ein Tee oder ein Bad. Ein Duft oder ein Film. Ansonsten sind hier viele Leute, die dich lesen.

    Bleib stark.

    LG ☀️

  • Liebe Halbmond,

    ich finde, du hast große Stärke gezeigt. Hut ab! Ich werde versuchen, es als Vorbild zu nehmen, wenn für mich diese Situation kommt. Und sie wird sicherlich kommen. Auch wenn es grad nicht danach aussieht: Da ist ein Licht am Ende des Tunnels. Und irgendwann irgendwann wirst auch du wieder strahlen. Alles hat seine Zeit. Auch die Traurigkeit. Fühle dich gedrückt in diesen schweren Stunden!

  • Liebe Seepandarine , Sonnenschein CoA und Cathy - da kullern schon wieder die Tränen bei mir. Danke für eure warmen Worte, das fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie eine Umarmung an. Danke. Wirklich.

    Ich bin ein bisschen spazieren gegangen, das sah bestimmt befremdlich aus, so mit verweintem Gesicht und schluchzend, aber ich bin stolz auf mich, dass ich nicht heulend im Bett versunken bin - auch wenn das ebenfalls okay gewesen wäre. Am schlimmsten ist gerade das Vermissen. Ich vermisse meinen Partner so sehr und obwohl er direkt vor meiner Nase ist, ist er nicht er selbst. Das sagt auch eine alte Freundin von ihm, sie erkenne ihn nicht wieder. Es ist schwer damit umzugehen und ich hoffe, es wird irgendwann leichter und tut nicht mehr so furchtbar weh.

    Liebe Grüße, Halbmond

  • Hey Halbmond,

    Ich habe Angst vor der Mitbewohnersuche, der Bürokratie und dem Geldmanagement.

    Das kann ich gut verstehen. Es wirkt im ersten Moment riesig, weil ohnehin alles gerade schwer auf dir lastet. Aber genau diese Dinge lassen sich Schritt für Schritt lösen. Sie fühlen sich jetzt groß an, aber sie sind tatsächlich das, was du am ehesten geregelt bekommst. Und ja, es ist natürlich ungünstig, dass er gleichzeitig dein Mitbewohner beziehungsweise Mieter ist. Das bindet dich emotional stärker an die Situation, als dir guttut.

    Ich liebe ihn und gleichzeitig kann ich nicht ertragen, wie er gerade ist. Ein Gefühl, das ich niemandem wünsche.

    Ich vermisse meinen Partner so sehr und obwohl er direkt vor meiner Nase ist, ist er nicht er selbst. Das sagt auch eine alte Freundin von ihm, sie erkenne ihn nicht wieder.

    Das spürt man beim Lesen sehr deutlich. Und ich finde, du beschreibst es unglaublich klar: Du liebst den Menschen, der er früher war, den Menschen, den du kennst und vermisst. Aber der ist im Moment eben nicht da. Das, was du gerade erlebst, ist nicht deine Beziehung, sondern seine Sucht.
    Und dass du das so reflektiert wahrnimmst und trotzdem respektvoll bleibst, zeigt viel Stärke und Taktgefühl.
    Mehr kannst du im Grunde auch nicht tun. Den nächsten Schritt muss er gehen. Nicht für dich, sondern für sich selbst.

    Meine Befürchtung ist ehrlich gesagt, dass er die nächsten Wochen noch wenig tun wird. Oft wird erst dann etwas in Bewegung gesetzt, wenn klar wird, dass ernst gemacht wird. Vielleicht kommt dann ein Aufbäumen, ein kleines Lüftchen. Aber genau in diesem Moment darfst du nicht automatisch einknicken. Das ist schwer, ich weiß, aber das ist der Punkt, an dem du dich selbst schützen musst.

    Wir haben uns danach noch umarmt, aber es hat sich absolut furchtbar angefühlt.

    Ich verstehe, dass du das aus der Emotion heraus gemacht hast. Gleichzeitig liest es sich so, als hättest du innerlich bereits die Entscheidung getroffen und ausgesprochen. Und so schmerzhaft es ist: Ab jetzt solltest du dich eher am schlimmsten Fall orientieren => Es passiert nichts.
    Nicht weil es so kommen muss, sondern weil es dir hilft, Stabilität zu behalten.

    Es klingt hart, aber Distanz wäre jetzt vermutlich das, was dir am meisten guttun würde. Körperliche Nähe wie Umarmungen reißen alte Wunden ständig wieder auf. Das ist für dich fast wie ein Entzug: Jede kleine Dosis Hoffnung hält dich länger fest, auch wenn sie dir nicht guttut.
    Weißt Du was ich meine?

    Liebe Grüße

  • Guten Morgen Halbmond,

    Ich hoffe, du konntest einigermaßen schlafen.

    Ich denke auch, dass sich der Abstand positiv auf dich auswirken wird. Bei mir war es auch so und mein Noch-Mann ist weiter abgestürzt. Ich hatte die gleichen Gedanken wie du damals und auch heute habe ich immer wieder mal Mitleid und frage mich ob er seit Tagen alleine in seiner Wohnung dahinvegetiert oder vielleicht schon tot ist.

    Doch meistens habe ich folgenden Gedanken: Ich bin unendlich glücklich, dass ich den Absprung geschafft habe und das nicht mehr alles an seiner Seite mittragen muss. Das wäre mein Untergang gewesen.

    Liebe Grüße

    ☀️

  • Hallo Sonnenschein CoA , ich bin irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen und habe dann zum Glück auch sehr lange geschlafen. Aufgewacht und zack wieder geweint. Habe es geschafft einer Freundin zu schreiben und wir waren 3 Stunden lang spazieren und haben geweint, denn sie hat sowas ähnliches vor kurzer Zeit auch durchgemacht.

    Ich komme immer noch nicht damit zurecht, dass es das jetzt quasi gewesen sein soll. Was wir alles zusammen aufgebaut haben, wie wir uns entwickelt haben, was wir alles teilen und erlebt haben, erleben wollten und wie das alles zerfällt. Ich muss mich konstant selber zurückhalten, nicht mit ihm zu reden oder an seine Zimmertür zu klopfen. Gestern Abend hatte ich ihm beim Spazieren noch geschrieben und gefragt, ob er zuhause ist - einfach weil meine Gefühle so stark sind - ich weiß aber, dass mir das nichts bringt. Heute morgen hat er mich gefragt, ob ich Brötchen haben will, ich habe abgelehnt und danach wieder geweint. Ich bin konstant damit konfrontiert, wie sehr ich ihn vermisse und wie sehr er versucht, dass alles wieder "normal" wird, ohne etwas richtiges zu unternehmen. Ich bin wirklich zerrissen.

    Ich weiß ja, was ich tun muss, aber es kommen trotzdem Selbstzweifel. Was ich mit der Forderung eines Arztbesuchs bezwecken wollte, war ja, dass er sich Hilfe sucht und das hat er ja eigentlich schon damit angefangen, dass er stattdessen zum Sozialpsychiatrischen Dienst gegangen ist. Ich bin mir unsicher, ob ich zu hart zu ihm bin. Er hat gestern so viel eingestanden und der eine Satz von ihm geht mir auch nicht mehr aus dem Kopf - dass er dankbar ist, dass ich so lange versucht habe, ihm zu helfen. Das triggert mich enorm. Ich will ihm helfen und ich will ihn beschützen, aber es funktioniert nicht, wenn er das nicht annimmt. Ich möchte einfach alles versucht haben.


    Liebe Grüße,

    Halbmond

  • Hallo Halbmond,

    annimmt. Ich möchte einfach alles versucht haben.

    Das ist verständlich. Und du musst deinen Weg gehen. Ich kann dir nur sagen, dass mein Noch-Mann mir das gleiche gesagt hat wie dein Freund. Er war sogar 6 Wochen in einer Klinik und wir sind verheiratet seit über 20 Jahren und haben 2 gemeinsame Kinder. Trotzdem hat er was anderes getan, als gesagt. Und trotzdem hat er mich weiter belogen und mir sein Theater vorgespielt. Und ich wollte ihm einfach nur glauben.

    Irgendjemand hat hier letztens geschrieben: „Sucht ist egoistisch und duldet niemanden neben sich.“

    Genauso ist es.

    Liebe Grüße

    ☀️

  • hallo Halbmond02

    Ich weiß ja, was ich tun muss, aber es kommen trotzdem Selbstzweifel. Was ich mit der Forderung eines Arztbesuchs bezwecken wollte, war ja, dass er sich Hilfe sucht und das hat er ja eigentlich schon damit angefangen, dass er stattdessen zum Sozialpsychiatrischen Dienst gegangen ist. Ich bin mir unsicher, ob ich zu hart zu ihm bin. Er hat gestern so viel eingestanden und der eine Satz von ihm geht mir auch nicht mehr aus dem Kopf - dass er dankbar ist, dass ich so lange versucht habe, ihm zu helfen. Das triggert mich enorm. Ich will ihm helfen und ich will ihn beschützen, aber es funktioniert nicht, wenn er das nicht annimmt. Ich möchte einfach alles versucht haben.

    ich wünsche dir erst einmal einen ruhigen 1. advent und hoffe das du dich wieder ein wenig beruhigen konntest;)

    die erste sache ist, dass du momentan nichts tun kannst ausser zu warten und dich um dich selber kümmerst. du bringst ihn nicht dazu etwas zu tun was er nicht möchte, auch wenn es noch so lieb gemeint ist. aber er war schon mal bei sozialpsychiatrischen dienst. war übrigens damals bei mir die erste anlaufstelle. die haben dann alles in die wege geleitet, von entgiftung bis hin zum antrag für die langzeit. also vielleicht auch nicht die schlechteste entscheidung die er getroffen hat. nun ist es an ihm was er aus diesem besuch macht, er hat es in der hand.

    auch wenn es jetzt noch nicht so aussieht, vielleicht erwächst etwas positives daraus. es bringt dir aber nichts wenn du dich selbst zerlegst. lass etwas zeit verstreichen auch wenn es schwer fällt. vielleicht bewegt er sich auch und dann könnt ihr etwas neues beginnen auch wenn nur auf freundschaftlicher basis, es liegt an "ihm" und nicht an dir. du hast alles getan was dir möglich war...mehr geht nicht

    gruss eternal

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Hallo ihr Lieben, ich wollte mich nochmal melden nach meinem turbolenten Wochenende.

    Ich weine endlich nicht mehr und heute habe ich einer lieben Kollegin von meiner Situation erzählt, das hat mich direkt entlastet. Gerade reden auf der Arbeit alle von den schönen Adventskalendern, die ihre Partner für sie gemacht oder gekauft haben und tauschen sich über potenzielle Weihnachtsgeschenke aus und ich sitze hier und weiß, dass ich kein Weihnachten mit meinem Partner haben werde. Das lastet zwar schwer auf mir, aber ich gewöhne mich langsam daran, dass ich Dinge alleine machen und unternehmen muss. Manchmal bekomme ich kleine Panikmomente, aber die halten nicht lange an. Ich muss allerdings noch daran arbeiten, nicht so genau hinzuhören, was mein Partner macht - bei jedem Türöffnen oder Poltern geht das Gedankenkino an.

    Ich denke immer mal wieder an deinen letzten Beitrag hier Boss - ich bin gar nicht darauf eingegangen, aber er ist sehr wertvoll für mich. Du schreibst ganz klar und es macht total Sinn. Wie ein kleiner Pep-talk. Danke.

    _Eternal_ Danke dir, ich hoffe du hattest auch einen schönen 1. Advent! Du hast Recht, mehr kann ich nicht machen. Vielleicht hier und da kleine Reminder setzen, aber das geht auch nur, wenn ich wieder mehr zu mir selber gefunden habe. Ich habe ja schließlich auch an mir zu arbeiten.

    Liebe Grüße, Halbmond

  • Hey Boss , wollte gerade ein kleines Update geben, das passt ja mit deiner Nachfrage. (:

    Freitag habe ich den ganzen Abend unser Gefrierfach abgetaut, da war ich stolz auf mich. Schiebe ich schon lange vor mir her.

    Von Samstag auf Sonntag bin ich zu meinem Bruder gefahren, um etwas abzuschalten und spazieren zu gehen. Samstagabend erreicht mich dann eine Nachricht von meinem "Partner", ob ich noch wiederkommen würde und ob ich bei Familie oder wem anderes sei. Mich hat die Frage sehr irritiert und er hat dann explizit gesagt, dass er "paranoid" sei, dass ich wen anderes gefunden haben könnte und dass das sein Problem sei, aber das gerne wissen möchte. Ich habe ihm eine saure Nachricht zurückgeschickt, in der ich ihn daran erinnert habe, dass der einzige Grund warum ich nicht zuhause sei, sein Trinkverhalten und seine Untätigkeit sind. Danach kam nichts mehr. Ich hatte ja schon damit gerechnet, dass er versucht jegliche Verantwortung an sich abprallen zu lassen, aber ich war nicht darauf vorbereitet, dass er sich zusammenspinnt, ich würde jemand anderes gefunden haben. Mich hat das wirklich schockiert. Er versucht in seinem Kopf die "Schuld" auf mich zu schieben und gleichzeitig sehe ich wie sehr Angst auch er hat. Es ist ein schlimmes Gefühl. Seit Monaten weine ich um ihn und unsere Beziehung, weil ich ihn so sehr liebe und im Gegenzug verdächtigt er mich. Ich habe das Gefühl, er lebt in einer Parallelwelt und nichts was ich sage, dringt richtig zu ihm durch.

    Als ich heute wieder nach Hause kam, lag ein Strauß Rosen in der Küche, das hat mich so sauer gemacht. Direkt an seine Tür geklopf und gefragt, was die Intention dabei sei. Er fing wieder an zu sagen, er wüsste es nicht (das ist sein Lieblingssatz in letzter Zeit) und kam dann damit heraus, dass er dachte, es wäre eine schöne Geste und sich dann umentschieden habe nach meiner Nachricht. Habe erwidert, dass es unter anderen Umständen auch so wäre, aber momentan die einzig schöne Geste sei, dass er sich endlich Hilfe sucht. Er wollte, dass ich die Rosen dann wegschmeiße, aber ich habe sie ihm in die Hand gedrückt zum Wegwerfen. Ich habe das Gefühl, er hat absolut gar keine innere Haltung und macht alles aus einem Impuls heraus und denkt nicht weiter nach. Ich sehe wie emotional unreif er ist und es tut einfach nur weh. Ich erlebe vor meinen Augen immer und immer wieder, dass die Beziehung so nicht funktionieren wird. Ich möchte so gerne, dass alles in Ordnung ist und wir so sein können wie früher und ich sehne mich immer noch danach. Und das alles während er sonst kein einziges Wort zu mir sagt und sich jeden Tag in seinem Zimmer einschließt. Wenigstens muss ich nicht mehr jeden Tag weinen.. Oh und ich habe mir gestern Laufschuhe besorgt, damit ich (hoffentlich) einfach loslaufen und meinen Kopf frei bekommen kann, wenn es mir hier zu viel wird.

    Heute bin ich nicht besonders gut im Schreiben, es liest sich alles etwas wirr, seht es mir bitte nach.

    Liebe Grüße, Halbmond

  • Hallo liebe Halbmond02 . Ja das mit den Beschuldigungen und netten Gesten kenne ich auch.

    Als ich anfing mich emotional von meinen Mann zu entfernen und auch wieder mehr Dinge ohne ihn unternahm, hat er angefangen mich zu beschuldigen ich hätte einen Freund. Das wurde dann so eine fixe Idee, dass es.bei jeder Gelegenheit aufn Tisch kam. Der Höhepunkt war dann, dass er eines Tages unsere erwachsenen Söhne einbestellt hatte, damit ich denen sage, dass ich einen Freund hätte. Das war so eine absurde Situation. Ich habe und hatte übrigens nie einen Freund. Ich bin nie ganz dahinter gekommen, was das sollte: Manipulation? Provikationen? Mich verletzen wollen? Sich selber einen anderen Grund als Alkohol vorgaukeln, warum ich mich von ihm entferne?

    Und er hat mir dann auch oft Geschenke gemacht. Aber alles was ich wollte war, dass das mit dem Alkohol endlich aufhört.

    Ganz liebe Grüße ♥️

  • Schön von dir zu hören.
    Ich hatte tatsächlich gerade an dich gedacht und deinen Thread gesucht, weil du länger nichts geschrieben hattest.

    Samstagabend erreicht mich dann eine Nachricht von meinem "Partner", ob ich noch wiederkommen würde und ob ich bei Familie oder wem anderes sei. Mich hat die Frage sehr irritiert und er hat dann explizit gesagt, dass er "paranoid" sei, dass ich wen anderes gefunden haben könnte und dass das sein Problem sei, aber das gerne wissen möchte. Ich habe ihm eine saure Nachricht zurückgeschickt, in der ich ihn daran erinnert habe, dass der einzige Grund warum ich nicht zuhause sei, sein Trinkverhalten und seine Untätigkeit sind.

    Was er da getan hat, war im Grunde ein Test. Er wollte herausfinden, wie sehr du noch an ihm hängst. Er wollte wissen, ob er dich emotional noch packen kann. Und ja, deine Antwort hat ihm vermutlich bestätigt, dass er immer noch eine gewisse Macht über dich hat. Das gibt ihm die innere Erlaubnis, sich wieder zurückzuziehen und in seinem Kinderzimmer weiter zu saufen wie bisher.

    Er weiß genau, dass er nichts verändern muss, solange du emotional reagierst. Für ihn bedeutet das Ruhe. Für dich bedeutet es Schmerz.

    Ich habe das Gefühl, er lebt in einer Parallelwelt und nichts was ich sage, dringt richtig zu ihm durch.

    Das tut er. Seine Welt besteht im Moment aus Rückzug, Verdrängung und Sucht. Er sitzt in seinem Kinderzimmer. Tür zu. Realität draußen. Verantwortung draußen. Du draußen. Dort drin erreicht ihn nichts. Kein Appell. Keine Erklärung. Kein Wunsch nach Veränderung.

    er wüsste es nicht (das ist sein Lieblingssatz in letzter Zeit)

    Er weiß sehr wohl, was du willst und was du brauchst. Er weiß auch, was passieren müsste, damit eure Beziehung eine Chance hat. Aber das würde bedeuten, aus seinem Kinderzimmer herauszukommen und aufhören muss trinken. Und das will er nicht. Sucht.

    „Ich weiß es nicht“ ist für ihn eine Decke, unter der er sich verstecken kann.

    Und ganz ehrlich: Du kämpfst gerade mit dem, was du dir wünschst. Nicht mit dem, was real ist. Du hängst an der Version von ihm, die er irgendwann einmal war. Nicht an dem Mann, der heute in seinem Kinderzimmer sitzt und sich verschließt.

    Es tut weh, das zu sehen. Und es tut noch mehr weh, es zuzugeben.
    Aber du bist gerade dabei, aus deiner eigenen emotionalen Starre herauszukommen. Du bewegst dich. Du spürst wieder. Du handelst wieder. Und das ist ein unglaublich starkes Zeichen.

    Deine Laufschuhe, dein Besuch bei deinem Bruder, dein Abstand, deine klaren Ansagen.
    Das sind Schritte einer Frau, die gerade beginnt, sich selbst wieder ernst zu nehmen.

    Die Wahrheit ist schwer, aber sie befreit dich.
    Er bewegt sich nicht.
    Du tust es.

    LG

  • Hallo Bergdohle - immer wieder erschreckend zu hören, wie ähnlich sich die Muster von Alkoholikern sind. Ich empfinde es auch gerade so, dass er sich einen Grund versucht zu basteln warum unsere Beziehung scheitert, sodass er keine Verantwortung übernehmen muss. Gleichzeitig denke ich mir, dass er Angst haben muss alleine zu sein und das trifft natürlich mitten in mein Herz. Davon muss ich mich besser lösen. Bei dir klingt die Beschuldigung deines Mannes/Exmannes fast schon manisch, das war bestimmt sehr schwer auszuhalten.

    Schon wieder so ein schöner Text, danke Boss ! Ich mag, dass du den Begriff "Kinderzimmer" benutzt, so fühlt es sich an - wie ein bockiges Kind. Was für eine Ironie, dass mein Beruf mit kleinen Kindern zu tun hat. Was du schreibst, ist wieder wahr und macht Sinn. Der ganze Prozess ist so lang und schwer, aber mein Ziel ist es wieder Dinge losgelöst von ihm zu machen und Spaß daran zu haben. Erfüllt sein. Das geht immer besser. Ich glaube was mich immer wieder runterzieht, ist diese tägliche Konfrontation damit, dass er nichts tut. Ich sehe es, ob ich will oder nicht, da wir zusammen leben. Ich bin froh, dass ich ihm schon die Kündigung geben konnte und jetzt muss ich mich "einfach" noch drei Monate lang durchboxen. Ich glaube, es wäre sehr viel einfacher für mich gewesen, wenn wir die räumliche Trennung von Anfang an gehabt hätten, aber hätte hätte Fahrradkette. Ich bin übrigens eben eine Runde um den Block gejoggt, das erste Mal seit 20 Jahren und es hat sich gut angefühlt. Selbstbestimmt.

    Ich hoffe, ihr könnt euren Abend noch genießen!

    Halbmond

  • Hallo ihr Lieben, ich muss mich mal kurz "auskotzen" - die letzten beiden Tage waren sehr schlimm für mich.

    Gestern ist mein Kühlschrank kaputt gegangen und ich habe kein Geld einen neuen zu holen, das hat mir gerade noch gefehlt. Viel hin und her überlegt, kurz Existenzangst bekommen, aber durch Unterstützung von außen konnte ich mir nun einen neuen bestellen. Heute kommt heraus, dass mein Kindheitskater wahrscheinlich morgen eingeschläfert werden muss und das trifft mich sehr hart.

    Dazu kommt, dass ich irrational Angst habe, Weihnachten nicht mit meinem Partner zu verbringen. Irrational, weil ich weiß, dass es absolut furchtbar wäre, in seinem Zustand mit allem was passiert ist, zusammen etwas feiern zu wollen. Ich will ihn nicht hängen lassen und fühle mich als wäre ich ihm etwas schuldig, aber das bin ich nicht. Es ist schwer gegen mein Co-Ich anzukämpfen und es zerreißt mich gerade.

    Ich bin einfach alle, es kommt immer wieder mehr, ich weine wieder ständig, auch auf der Arbeit und ich will einfach nur in mein Bett und alles verschlafen. Ich weiß, dass diese Phase gerade sehr schwer ist und dass es besser wird. Mein Herz hat das noch nicht ganz begriffen.

    - Halbmond

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