theel, Erfahrungen gesucht :)

  • Was meinst du mit ambulanter Reha?

    Du kannst weiterhin Vollzeit arbeiten, hast so 1-2 Mal die Woche Einzel und Gruppentherapiesitzungen. Sowas gibt es in unserer Kleinstadt. Das erfährst du bei der Suchtberatung bei dir in der Nähe. Du musst das nicht selber zahlen genau wie eine stationäre Therapie.

    aber ich glaub auch, dass 50% der Leute die weiter machen einfach keinen Anschluss irgendwo finden und dann in der Einsamkeit den Entzug durchmachen und es natürlich nicht schaffen, weil es einfach zu hart ist allein.

    Finde ich auch

    Und wenn ich ehrlich bin, hab ich mich dazu gezwungen hier weiter zu schreiben, weil halt auch viel kommt das einen eher runterzieht. Aber das ist vielleicht subjektiv.

    Ja bleibe bitte hier. Man hört auch mal Sachen die einem nicht gefallen, wie bei mir. Ist normal

    weil Sucht eigentlich immer eine Reaktion auf einen Mangel an zwischenmenschlicher Liebe ist.

    Leider nicht. Die Sucht bleibt auch wenn du die Liebe hast, oder sehr viel Geld oder alles super ist. Ich dachte auch immer wenn ich eine Partnerin habe brauche ich den Alkohol nicht. Stimmt nicht, egal wie gut es mir geht, wie wunschlos glücklich ich war. Der Alkohol kam IMMER wieder, die Sucht bleibt. Was meinst du warum Superstars mit Millionen und allem was das Herz begehrt weiter konsumieren- teilweise sterben. Süchtig bleibt man sein Leben lang!!

    Aber wenn ich mir dann denke, was dieses Stigma gesellschaftlich auslöst und wie Alkoholiker eigentlich als verdeckt Aussätzige behandelt werden,

    Scheiß auf das Stigma, kümmer dich um dich, mach dein Ding, tue was dir gut tut. Die Gesellschaft ist teilweise bekloppt, ich scheiß drauf. Ich bin stolz trockener Alkoholiker zu sein mittlerweile. Viele schaffen es nicht

    Es gibt im Internet "Mentoren" die 800€ dafür nehmen einem Menschen 30 Tage beizustehen, damit man das hinbekommt.

    Die wollen Geld verdienen. Bleib hier, hier geht es nicht ums Geld!!

    Heute trinke ich nicht

  • Wenn ich dich lese, fällt mir auf, wie oft von „man“ die Rede ist. Sobald dieses „man“ auftaucht, wird es allgemein und unklar – du sprichst für andere. Ich frage mich: Wer ist eigentlich dieser „man“? Du bist doch wegen dir hier.


    Warum bleibst du nicht einfach bei dir und deiner eigenen Geschichte? Wenn du wegen deiner Ex aufgehört hast, war das dein persönlicher Auslöser. Aber heißt das, dass du wieder trinken würdest, sobald jemand Neues das toleriert? Oder bist du dir sicher, süchtig zu sein und machst es für dich, nicht für irgendjemanden?


    Und ja: Saufen kostet auch Geld. Aber bei Gesundheit erwartest du, dass alles kostenlos ist? Und ja, es kann „alles besser sein“ – lenkt aber auch wunderbar von einem selbst ab. Hilft nur nicht, wenn ich die Welt retten oder verbessern will, bevor ich überhaupt bei mir selbst angefangen habe, oder?

    Zum Thema „In den Club aufgenommen werden“: Hier tauschen sich User aus, die trocken sind oder es werden wollen. Wir sind kein Ort für noch saufende mit leeren Parolen, Absichtserklärungen oder belangloses Gerede ohne Wirkung. "Man" kommt erst hierher, wenn "man" handelt und nicht nur redet.

    Es sind ganz normale Fragen, kein Angriff auf dich persönlich.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zitat

    gibt im Internet "Mentoren" die 800€ dafür nehmen einem Menschen 30 Tage beizustehen, damit man das hinbekommt.

    Ja natürlich wird es immer Scheißkerle/innenen:saint: geben, welche mit dem Elend anderer Menschen Kasse machen. So war es, so ist es , und so wird es auch immer bleiben. Also immer aufpassen. Augen auf im Straßenverkehr.

    Einmal editiert, zuletzt von Bono59 (14. Dezember 2025 um 12:38)

  • Hi Theel,

    die SHGs bei mir in der Nähe haben alle keine "Aufnahme" mit Formularen ausfüllen o.ä., da kannst Du einfach (einfach vielleicht nicht unbedingt)hingehen und schauen, ob das für dich was sein könnte. Bei den AA ist das generell überall so, da wird niemand abgewiesen, egal ob schon abstinent oder kurz vor dem Meeting noch Mut angetrunken.

    Hier im Forum stell ich mir das halt so vor, dass die 7tägige Abstinenz gewährleistet sein muss, weil der Austausch sonst keinen Sinn ergibt, wenn jemand Tag und Nacht stockbesoffen in die Tasten haut. Kennt man ja von sich selbst auch, dass man am nächsten Tag erschrickt, was man seiner Ex wieder für einen Müll geschrieben hat.

    Aber, um nochmal auf das ursprüngliche zurückzukommen, SHGs kosten nichts (kleine Spenden erwünscht)und stehen jedem offen. Falls du für dich noch auf der Suche bist. Und wer sich ein Zen-Kloster vorstellen kann, der passt bestimmt auch gut zu den AA. (einfach meine Vermutung wegen Glauben, Religiosität etc.)

    VG Soapstar

    Hey Soapstar,

    ok, dass wusste ich nicht, ich dachte diese Gruppen wären für Leute die schon eine Therapie hinter sich haben und trocken bleiben wollen. Wusste nicht, dass man dort auch am Anfang hingehen kann. War jetzt in der Kirche und hab mir mal einen Flyer mitgenommen. Momentan bin ich aber irgendwie auch ausgelastet mit Suchtberatung, Psychologe und den Online Angeboten. Werde aber trotzdem mal hinschauen, wenn ich Zeit habe. Auch um unter Leute zu kommen.

    Das versteh ich natürlich und sowas ist auch nicht sinnvoll, aber das merkt man ja schnell, wenn jemand nicht wirklich aufhören will. Denke ohne Wille meldet man sich hier aber auch gar nicht an. Aber da fehlt mir die Erfahrung derer die das hier betreiben. Sollte auch kein Angriff auf das das Forum direkt sein. Habe nur gestern nicht verstanden, warum es da so viele Steine auf dem Weg gibt, aber hab auch nicht an die Alkohollobby gedacht. Also gibt ja genug Interesse für manche Gruppen, dass man da eben nicht so genau drüber nachdenkt und nachher niemand mehr Alkohol trinkt. War ein wenig naiv mein Denken gestern. Dennoch würd ich da gern ein Programm entwickeln, dass es den Menschen möglichst einfach macht, weil es halt so schon schwer genug ist. Aber ist auch ein anderes Thema. Merk aber darüber auch, dass sich mein Hirn wieder traut zu denken, dass ich sowas könnte.

    Das Zen Kloster kostet auch fast nichts. Ab 7 Tagen zahlt man "nur" 35 Euro für einen Schlafplatz im Mehrbett Zimmer. Ist natürlich mit Klosterarbeit verbunden, aber sind nur 5 Stunden am Tag, also ist noch genug Zeit um sich mit sich selbst auseinander zu setzen, was eigentlich mein größtes Anliegen ist. Bin gläubig, aber da hab ich auch einen Knacks durch die Trennung, weil ich diese Chance halt verpasst hab. Aber ich weiß auch, dass es um Vergebung und Liebe gehen sollte in meinem Kopf. Fällt mir nur immer noch schwer.

  • Hallo theel !

    Bei manchen braucht es den absoluten Tiefpunkt, dass sie die Finger vom Alkohol lassen. Bei anderen gibt es diesen Tiefpunkt nicht, sondern ist es vielleicht die Einsicht insgesamt, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

    In meinem Fall sind im vergangenen Jahr (also ich meine 2024, und eigentlich auch schon 2023) so viele kleinere und auch größere Dinge daneben gegangen, dass ich für mich die Notbremse gezogen habe. Übrigens hat sich da auch meine Frau von mir getrennt, aber nicht des Alkohols wegen. Dazu kamen private Schwierigkeiten mit der Familie, mein Rechtsanwalt hat auch ganz gut an mir verdient. Beruflich wurde es zunehmend schwieriger. Leicht war diese Zeit nicht, aber naja - vorbei ist vorbei.

    Ja, und dann kam der Tag X, wo ich die letzten Flaschen weggeschüttet habe, drei oder vier Stunden im Wald herumgelaufen bin und begriffen habe, dass ich mein Leben ändern muss. In meinem Faden steht da so ein wenig drinnen; ein paar Parallelen in unseren Lebensgeschichten sehe ich irgendwie schon.

    Es folgte ein sehr intensives Jahr (im Grunde zu intensiv), aber es war klar, "alles neu" ist nicht einfach.

    Jedenfalls, als ich den Entschluss fasste, mit dem Trinken aufzuhören, war ich im Grunde komplett allein. Da hatte ich null Unterstützung und hätte auch nicht einmal so richtig gewusst, an wen ich mich hätte wenden sollen. Letztlich bin ich für ein paar Tage dann aufs Land "abgetaucht", habe viel nachgedacht und schließlich mit mir ausgemacht: Auch wenn Du jetzt direkt niemanden hast, der Dir hilft, machst Du es trotzdem. Weil es ja auch gar nicht anders geht. Und es ging tatsächlich. Habe mir später dann mal eine nette Psychotherapeutin gefunden, aber eher zu dem Zweck, "am Ball" zu bleiben und nicht nachlässig zu werden (da bin ich immer ein wenig gefährdet). Die erste Zeit aber lebte und handelte ich für mich allein.

    Gefährlich war bei mir die erste Zeit übrigens gar nicht, weil es da so schrecklich viel zu tun gab, dass der Alkohol ohnehin keinen Platz hatte. Schwieriger wurde es dann - und das ist ja auch der Klassiker, oder? - als es ruhiger wurde, das Leben sich eingependelt hatte.

    Wie auch immer: Mit meinem Beitrag wollte ich eigentlich nur sagen, dass es auch alleine geht, trocken zu werden. Und ich würde nicht einmal sagen, dass es schwieriger ist. Wobei, das hängt natürlich schon auch vom Umfeld ab.

    Einen abschließenden Gedanken hätte ich auch noch, da Du doch immer wieder Deine Trennung ansprichst: Meine Frau und ich hatten uns getrennt, weil es nicht mehr ging - insgesamt. Diese Trennung war mit ein Grund, weshalb ich mich entschieden habe, mein Leben zu ändern. Ob sich etwas geändert hätte, wenn wir jetzt noch immer zusammen wären? Wer kann das schon wissen, aber wetten würde ich nicht drauf.

    LG, Stef.

  • Ja, aber psychisch noch nicht. Denk 2 Wochen wirklich mal mit mir selbst klar kommen, wäre das Beste im Moment

    Hallo theel

    Das stimmt, aber nach den 2 Wochen kommen ja noch mehr.

    Die psychische Abhängigkeit ist weder nach Wochen, Monaten oder Jahren vorbei und erledigt.

    Mit mir selbst klar zu kommen hat sehr,sehr lange gedauert. Das ist unterschiedlich, aber irgendeinen Zeitrahmen zu definieren funktioniert nicht.

    Du weißt ja auch von berufswegen,das Entwicklung Zeit braucht.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Wenn ich dich lese, fällt mir auf, wie oft von „man“ die Rede ist. Sobald dieses „man“ auftaucht, wird es allgemein und unklar – du sprichst für andere. Ich frage mich: Wer ist eigentlich dieser „man“? Du bist doch wegen dir hier.


    Warum bleibst du nicht einfach bei dir und deiner eigenen Geschichte? Wenn du wegen deiner Ex aufgehört hast, war das dein persönlicher Auslöser. Aber heißt das, dass du wieder trinken würdest, sobald jemand Neues das toleriert? Oder bist du dir sicher, süchtig zu sein und machst es für dich, nicht für irgendjemanden?


    Und ja: Saufen kostet auch Geld. Aber bei Gesundheit erwartest du, dass alles kostenlos ist? Und ja, es kann „alles besser sein“ – lenkt aber auch wunderbar von einem selbst ab. Hilft nur nicht, wenn ich die Welt retten oder verbessern will, bevor ich überhaupt bei mir selbst angefangen habe, oder?

    Zum Thema „In den Club aufgenommen werden“: Hier tauschen sich User aus, die trocken sind oder es werden wollen. Wir sind kein Ort für noch saufende mit leeren Parolen, Absichtserklärungen oder belangloses Gerede ohne Wirkung. "Man" kommt erst hierher, wenn "man" handelt und nicht nur redet.

    Es sind ganz normale Fragen, kein Angriff auf dich persönlich.

    Ja, ich spreche da ja über andere. Ich weiß ja wie ich zu dem Entschluss gekommen bin, aber ist ja bei jedem individuell. Mir ging es eigentlich nur um diese Phase in der der Entschluss noch frisch ist und hab an das gedacht, was mich dann wieder dazu gebracht hat, doch nicht aufzuhören in der Vergangenheit. Bin halt Sozialpädagoge, daher denk ich über sowas nach. Aber ist wohl eher was für das Diskussionsforum.

    Ich bin mir sicher süchtig zu sein. Darum ging es mir in dem Beitrag nicht. Mein Auslöser war eher die Trennung. Habs in der Beziehung ja nicht hinbekommen. Und ja, ich hab für mich den Entschluss gefasst, dass Alkohol nichts mehr in meinem Leben verloren hat. Ist mir egal ob das toleriert werden würde oder nicht, weil ichs ja selbst nicht will. Ich glaub nicht, dass ich eine Partnerin die häufig trinkt überhaupt attraktiv finden würde. Meine Ex hat ja nicht getrunken. Und wenn wir zusammen waren, hatte ich auch kein Verlangen nach Alkohol. Ich hab am Anfang der Beziehung auch nicht viel getrunken. Dann ist aber mein Opa gestorben und es gab eine nicht gerade schöne Situation mit dem Erbe, bei der Arbeit war es extrem stressig und ich hab Kontakt zu einem alten Freund mit Drogenproblemen gehabt, was auch immer wieder zu belastenden Situationen geführt hat, weil ich ihm da raus helfen wollte, er aber selbst nicht aufhören will bzw. die Sucht einfach nicht mehr sieht. Soll jetzt aber auch nicht von mir ablenken, ich hab den Kontakt beispielsweise eingestellt bzw. ihm gesagt, dass ich nichts mehr mit ihm machen werde, solang er sich nicht helfen lässt. Ich hab halt überlegt, warum ich dann wieder angefangen hab bzw. es sich langsam wieder in diese schlechte Richtung entwickelt hat, bis ich dann wieder total Ausfälle wie an diesem letzten Abend hatte. Ich hab irgendwie aufgehört nach mir zu schauen und wollte irgendwie funktionieren. Da dachte ich aber noch, dass ich Alkohol brauche um zu funktionieren, bis die Zeiten ruhiger werden und ich dann wieder aufhören kann. Kapier ich heute nicht mehr, aber ich hab ja auch kein vernebeltes Hirn mehr und bin psychisch stabiler.

    Weiß ich nicht, ob man erst selbst komplett geheilt sein muss, bevor man anderen helfen kann. Mir geht es da ja nicht um Ablenkung von mir selbst oder meinen Problemen. Das wär eher eine sinnvolle Aufgabe für die Zukunft für mich. Hab den Anfang ja schon hinter mir und die Tür zurück gibts in meinem Kopf nicht mehr.

    Ja, sollte auch kein Angriff auf das Forum sein. Versteh schon, dass sich hier wahrscheinlich jeden Tag 100 Leute anmelden und man das irgendwie sortieren muss. Find euer System da auch gar nicht schlecht. Ich weiß nur wie leicht man sich selbst Steine in den Weg legt, wenn der Entschluss noch nicht gefestigt ist. Hab ich ja selbst gemacht.

  • Bei manchen braucht es den absoluten Tiefpunkt, dass sie die Finger vom Alkohol lassen. Bei anderen gibt es diesen Tiefpunkt nicht, sondern ist es vielleicht die Einsicht insgesamt, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

    Am Ende ist es die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein. Der Ausstieg , wie, wann, wo, ob, mit oder ohne Tiefpunkt – ist zunächst individuell.
    Fehlt diese Erkenntnis jedoch, säuft man irgendwann wieder. Denn ohne Problemerkennung gibt es keine Notwendigkeit, nichts zu trinken. Und ohne Notwendigkeit gibt es keine stabile Abstinenz.


    Mir allerdings hat die reine Erkenntnis nicht gereicht, ich brauchte erst einen Tiefpunkt, materiell und körperlich. Und selbst dass mich damals fast jeder schon aufgegeben hatte, hat mich nicht bewegt. Die Frage ist nur, wie ernst es mir ist.

    Reicht mir eine Abschreckung, oder braucht es einen absoluten Tiefpunkt.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ja, weiß ich, aber gibt schon auch Dinge die das erleichtern. Geh bei mir aber auch von Monaten aus im Moment. Das es dann nach Jahren noch so an einem nagt über längere Zeit, hoff ich jetzt mal nicht.

  • Genau, und zu den Möglichkeiten in Wohnortnähe kann Dich doch die Suchtberatung am besten beraten ...

    Ja, da war ich ja schon und hab im neuen Jahr wieder einen Termin. Aber außer SHGs, Entgiftungsstation oder eben einer Tagesreha, wussten die jetzt auch nichts. Ist ja eigentlich genug Hilfe, aber für mich nicht wirklich das passende.

  • Ich weiß nur wie leicht man sich selbst Steine in den Weg legt, wenn der Entschluss noch nicht gefestigt ist. Hab ich ja selbst gemacht.

    Stimmt,– aber da warst du eben noch nicht so weit. Das ist unsere Erfahrung hier: Die Steine muss der Alkoholiker selbst wegräumen. Das kann kein anderer für ihn übernehmen.
    Außerdem sind wir hier eine gemischte Gruppe, in der sich auch Abhängige und EKAs also erwachsene Kinder aus belasteten Familien – austauschen. Viele von ihnen hatten es ein halbes Leben lang mit Besofenen zu tun oder konnten sich dem nicht entziehen. Manche stecken noch mittendrin. Genau deshalb brauchen sie das hier nicht noch einmal.

    Und niemand kann einen Alkoholiker „trockenlegen“. Auch nicht aus Hilfsbereitschaft oder guter Absicht. Es ist nett gemeint, aber wenn der Betroffene es nicht aus sich selbst heraus tut, ist es zum Scheitern verurteilt. Oder er landet , wie so viele , in der bekannten Rückfallquote von um die 95 %.

    Weiß ich nicht, ob man erst selbst komplett geheilt sein muss, bevor man anderen helfen kann.

    Geheilt gibt es nicht. Aber es gibt Erfahrung. Die Erfahrung, nasse Gedanken von trockenen Gedanken zu unterscheiden. Und genau das ist am Anfang nicht da. Wer hier aufschlägt, hat meist jahrelang gesoffen, und das ganze Denken war darauf ausgerichtet, immer wieder an Stoff zu kommen. Das legt man nicht mit dem ersten nüchternen Tag ab. Das sind eingebrannte Muster. Die müssen sich erst lösen.

    Und keine Sorge, ich habe es nicht als Angriff auf das Forum gesehen, es ist eben immer aus der Sicht derjenigen, die es das erste Mal betreten. Alles gut.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ja, mir gehts halt um die Menschen, die diese mentale Stärke, aus welchem Grund auch immer, nicht haben. Aber finds gut, dass du sie hattest. Meine Trennung war halt einseitig und durch mich verschuldet. Ob es in der Zukunft gehalten hätte, weiß ich nicht, aber darum gehts mir glaub auch nicht. Ist eher das was ich mir selbst damit angetan hab, das mich so runterzieht. Auch immer schwächer, aber ja, es ist halt die Realität und ich sollte mich den Gefühlen die damit verbunden sind stellen. Das was du da auf dem Land getan hast, denke ich. Hab auch das Gefühl, dafür an einen anderen Ort zu müssen. Hab jetzt nur meinen Urlaub damit verbracht mich zu entgiften und Liebeskummer zu haben. Kann bei der Arbeit gerade nicht mehr fehlen, daher hab ich im Januar schonmal eine Woche Urlaub beantragt und muss jetzt planen wie ich es am nachhaltigsten gestalte. Denk das Kloster wär eine Möglichkeit. Zumindest gibt es da nichts das einen ablenkt. In der letzten Zeit hab ich zwar viel nachgedacht, aber merke auch wie ich mich an dem Punkt der richtig weh tut ablenke. Aber ich glaub ohne diesen Punkt gehts nicht. Werd aber nächste Woche mit meinem Psychologen nochmal sprechen, daher mach ich mich da jetzt erstmal nicht verrückt.

  • Wenn es Dir etwas hilft: Zu einer jeden Beziehung gehören zwei. Und auch zu einer jeden Trennung! Ich selbst dachte auch anfangs, dass ich das "Hauptübel" bin (wurde ja auch entsprechend kommuniziert). Im Nachhinein stellt(e) sich so manches aber dann doch anders dar...

    Das mit dem Kloster, das würde ich übrigens wirklich machen. Ich kenne das von früher. Da hast Du richtig Zeit um über vieles nachzudenken, Dich ein wenig zu sortieren und Gespräche ("Impulse") gibt es dort auch immer interessante.

    LG, Stef.

  • Wenn es Dir etwas hilft: Zu einer jeden Beziehung gehören zwei. Und auch zu einer jeden Trennung! Ich selbst dachte auch anfangs, dass ich das "Hauptübel" bin (wurde ja auch entsprechend kommuniziert). Im Nachhinein stellt(e) sich so manches aber dann doch anders dar...

    Das mit dem Kloster, das würde ich übrigens wirklich machen. Ich kenne das von früher. Da hast Du richtig Zeit um über vieles nachzudenken, Dich ein wenig zu sortieren und Gespräche ("Impulse") gibt es dort auch immer interessante.

    LG, Stef.

    Hmm, ja ich weiß halt nicht was sie falsch gemacht haben soll. Selbst mich zu verlassen war richtig. Red mir das leider nicht nur ein, dass ich die Hauptschuld trage daran. Wüsste nicht wie sie sich anders hätte verhalten sollen. Aber ja, ändert leider eh nichts mehr.

  • Möchtest Du das alles dem www wirklich so genau mitteilen, Theel?

    Ja, Aufarbeitung gehört gerade am Anfang auch dazu, gerade, wenn man sich in einer Lebenskrise befindet.

    Aber im Vordergrund sollte die Festigung der eigenen Abstinenz stehen, denn ohne die wirst Du das Ruder Deines Lebens nicht dauerhaft herumreißen können.

    Dazu gehört auch Wissen über die Funktionsweise von Sucht (Du kannst nicht "wieder in die Abhängigkeit rutschen*, denn einmal reingerutscht, wirst du die nie wieder los.)

    Einmal editiert, zuletzt von Rennschnecke (15. Dezember 2025 um 07:04)

  • und es war eine schreckliche Zeit, in der ich dann wieder angefangen hab zu trinken. Ich denk anders hätte ich das auch nicht ausgehalten alles. Aber ich wusste, dass ich dadurch wieder in die Abhängigkeit reinkomme. War mir aber egal zu dem Zeitpunkt, da ich wusste ich werde irre, wenn ich das nicht betäube.

    Da guck noch mal genauer hin ...

  • Möchtest Du das alles dem www wirklich so genau mitteilen, Theel?

    Ja, Aufarbeitung gehört gerade am Anfang auch dazu, gerade, wenn man sich in einer Lebenskrise befindet.

    Aber im Vordergrund sollte die Festigung der eigenen Abstinenz stehen, denn ohne die wirst Du das Ruder Deines Lebens nicht dauerhaft herumreißen können.

    Dazu gehört auch Wissen über die Funktionsweise von Sucht (Du kannst nicht "wieder in die Abhängigkeit rutschen*, denn einmal reingerutscht, wirst du die nie wieder los.)

    Ich denk es hilft zu verstehen, warum mich die letzte Trennung so belastet und an welchem Punkt ich gerade bin. Ich hatte mein Leben nach dem Tod meines Freundes aufgearbeitet bzw. immer wieder Phasen in denen ich mich zurückgezogen hab, um damit klar zu kommen was passiert war. Bin auch ganz froh, dass ich das gemacht hab, also die meisten Sachen hab ich schon verarbeitet und sie beschäftigen mich nicht mehr auf einem Level das mich beeinträchtigt. Werd aber den Psychologen nochmal fragen, ob es Sinn macht, da nochmal etwas anzuschauen.

    Ging mir jetzt eher darum, mal meine ganze Geschichte zu erzählen und nicht nur den letzten Teil. Hat mir selbst auch geholfen das nochmal aufzuschreiben. Die Festigung der Abstinenz und die Zukunft sind natürlich wichtiger, aber hat mich jetzt auch ein wenig aus diesem Festhängen bei der letzten Trennung rausgezogen.

    Ja, hätte eher schreiben sollen "der Abhängigkeit gegenüber gleichgültig sein". Ich wusste damals ja schon von meiner Sucht.

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