NikiSixx - Suchtkarriere

  • Eine andere Frage an die Gruppe:

    Das Hauptproblem, das ich eigentlich habe ist, dass ich mich quasi von Anlass zu Anlass schummle.
    Der Polterer im April, die Familienfeier im Juni, die Hochzeit im August.
    alles was dazwischen drin ist, ist für mich kein problem, da trinke ich wochenlang keinen Tropfen.
    Aber wenn die Party näher rückt, bin ich schon heiß drauf es mit den Leuten lustig zu haben, dass es dann einfach passiert. Wie löst ihr diesen inneren Konflikt?

  • Ganz einfache, wenn wahrscheinlich auch unbefriedigende Antwort: Wegbleiben!

    Wenn ich so zurückblicke auf Feste, auf die ich mich wirklich lange drauf gefreut habe, waren sie im Nachhinein eigtl immer Mist, da ich es entweder am Vortag schon total übertrieben hatte und nur noch wie ein ferngesteuerter Zombie unterwegs war oder ich kam schon angetrunken an, weil ich es doch nicht erwarten konnte, bis "endlich alle trinken". Oder ich hab es dann einfach dort maßlos übertrieben.

    Natürlich auch zugunsten des Rauschs jedes Buffet etc links liegen gelassen, wenn mir jemand ein Wasser hingestellt hat, hatte ich drei Minuten später wieder ein Bier in der Hand usw usf.

    Zusammenfassend: Mittlerweile habe ich die Hoffnung zurecht aufgegeben, dass ich auf Festen normal trinken kann, nicht jetzt, nicht in Zukunft, einfach nie. Das steckt in dem Satz "ich bin Alkoholiker".

    Tut mir leid, dass ich keine besseren Nachrichten für dich habe.

    VG Soapstar

  • Danke für deine Antwort!
    Hart aber ehrlich. Dadurch gehen halt dann viele soziale Kontakte auf kurz oder lang verloren. Muss man das als kollateralschaden sehen oder gliederst du diese Freunde einfach aus in andere Aktivitäten wie gemeinsamer Sport, Kino ect?

  • Puh, das ist eine gute Frage... Tatsächlich bin ich auch erst ein halbes Jahr abstinent, aber einige "Freundschaften" haben sich jetzt doch mehr oder weniger als "Zweckgemeinschaften von Trinkern" herausgestellt, sprich von den Leuten hab ich bis jetzt nie wieder etwas gesehen oder gehört.

    Zwei Freunde sind mir geblieben, die ich vorher auch schon in anderen Zusammenhängen getroffen habe (zum Sport oder auch mal auf einen Kaffee), aber auch das ist irgendwie nicht mehr das Gleiche. Sie erzählen dann halt von vorangegangenen oder bevorstehenden Festen oder Geburtstagen etc. und da bin ich tatsächlich wahlweise neidisch oder traurig, dass ich nicht mitgehen kann. Also natürlich könnte ich, aber davor wird sowohl hier als auch in meiner realen SHG gewarnt und ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, was ich nüchtern dort sollte.

    Mein über die letzten zweieinhalb Jahrzehnte aufgebautes Umfeld ist ausschließlich "nass" und ich weiß, wie diese Abende ablaufen.

    Und darauf muss ich aktuell einfach verzichten, wenn aus meinem Vorhaben zur lebenslangen Abstinenz nicht nur eine Trinkpause werden soll. Denn diesem inneren Kampf kann und will ich mich nicht aussetzen, da kann ich nichts gewinnen.

    VG Soapstar

  • Irgendwann stellst Du fest, dass Du erst saufen musst, um das Geschwätz auszuhalten.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Danke euch beiden für eure Beiträge!
    Ihr habt wohl recht. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich immer federführend bin wenn es um das Saufen geht.
    Wie oft habt ihr vor eurer Abstinenz getrunken? Bzw wie oft hattet ihr Blackouts?

  • NikiSixx,

    wir sind hier noch im Vorstellungsbereich! Der Austausch findet nur im offenen Bereich statt.

    Melde Dich, wenn Du 7 Tage abstinent bist, oder Dich von einem Arzt betreuen lässt.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • In meiner Vorstellung hier steht, dass ich mit 15 die ersten Filmrisse hatte.
    Die letzten mit 40.
    Die letzen Jahre jede Woche mindestens einen.

    Natürlich nicht durchgehend, aber viel zu viele.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Danke euch beiden für eure Beiträge!
    Ihr habt wohl recht. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich immer federführend bin wenn es um das Saufen geht.
    Wie oft habt ihr vor eurer Abstinenz getrunken? Bzw wie oft hattet ihr Blackouts?

    Ich konnte gar nicht weniger als bis zum Filmriss trinken. Und getrunken habe ich jedes Wochenende mindestens 1x. Aber es hilft dir sicher nicht, jetzt irgendwas gegenzurechnen oder ähnliches. Wenn es dir mit deinem aktuellen Trinkverhalten schlecht geht, ist es schon zu viel.

    Aber jetzt müssen wir wohl warten, bis Du wirklich zum Austausch freigeschaltet bist.

    Bis bald und viele Grüße, Soapstar

  • Hallo NikiSixx,

    super, dass Du noch abstinent bist. :thumbup:

    Aber ich weiss nicht, was Du gerechnet hast. Du hast am Montag zuletzt getrunken, das bedeutet, dass Du frühstens Montag bzw. Dienstag für den offenen Bereich freigeschaltet wirst. Du bist heute bei Tag 5!

    Habe also noch ein wenig Geduld!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hi! Tatsächlich war es Sonntag das letzte Mal und ich hab den halt als Tag 1 gerechnet und dann wäre Samstag Tag 7. macht nix, ich warte noch!
    Wobei die Tage dazwischen eigentlich nicht mein Problem sind. Ich trinke sowieso nur alle paar Wochen mal was und dazwischen keinen Tropfen und hab damit auch keine Probleme.
    Mein Problem ist dieser Kontrollverlust und die Eigendynamik!
    Aber wie gesagt, kann gerne warten wenn’s notwendig ist!

    Schönes Wochenende!

  • Guten Morgen!

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Linde66 15. Dezember 2025 um 11:54

    Hat den Titel des Themas von „Suchtkarriere“ zu „NikiSixx - Suchtkarriere“ geändert.
  • Hallo Niki,

    herzlich Willkommen auch noch von mir. :)

    Ich habe dich gerade freigeschaltet und dein Thema in den richtigen Bereich verschoben. Du kannst jetzt einfach hier in deinem Thema weiterschreiben.

    Auch sonst kannst du dich überall austauschen, nur bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den Usern mit den orangeroten Namen.

    Komme in aller Ruhe an und wenn sich noch Fragen ergeben, einfach stellen.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Kurze Frage an die (Ex-)Quartalstrinker, da das am ehesten in mein Profil hinein passt: wie war das bei euch, wie das Ganze begonnen hat? Der Übergang von Missbrauch zu Sucht ist ja bekanntlich fließend und da kann’s auch recht schnell gehen.
    Bei mir sind es wie gesagt 4-5 Totalausfälle im Jahr mit Filmriss und Sachen sagen, die ich danach bereue, die restliche Zeit ist alles völlig normal. Die anderen Male wo ich trinke, eskaliert es auch nicht. Nur konnte ich’s leider vorher nie sagen, ob’s passiert oder nicht. Daher auch mein Entschluss, es bleiben zu lassen

  • Erstmal willkommen bei uns.

    Ich war kein Quartalssäufer gewesen, aber vieles ist eben gleich – auch wenn zwischendurch Pausen dazwischen waren.

    Sucht zeigt sich nicht nur an der Menge, sondern am Denken, am Verhalten und daran, wie sehr sich alles um den Stoff dreht. Dazu gehören das ständige Kreisen um Alkohol, der Kontrollverlust, wiederholte Rückfälle trotz Vorsätzen, Verharmlosung und Ausreden, heimliches Trinken, Entzugssymptome, die klare Priorität des Alkohols vor allem anderen, der Verlust von Interessen und Kontakten sowie eine steigende Toleranz und einiges mehr.

    Mal grob umschrieben. ":saint:

    Bei mir hatte es auch Begleitumstände gegeben, die mich in die Sucht geführt hatten. Aber am Ende ließ sich gar nicht mehr genau sagen, wann der Übergang wirklich gewesen war. Kurz gesagt: Ich hatte den Absprung nicht geschafft.

    Und was hatten mir all diese Erkenntnisse im Rückblick gebracht. Nicht viel. Wichtig war für mich nicht, wie es früher gewesen sein könnte, sondern wie ich damals auf meinem Weg in die Abstinenz verhindern konnte, wieder hineinzurutschen.

    Dafür gab es Maßnahmen, die ich umgesetzt habe, um mich erstmal abzusichern. Nicht nur analysieren, sondern handeln.

    Schau dir mal den Artikel an

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

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