Mein Mann macht jetzt Pläne: da ist er fort, Oma auch, ich soll was machen mit ihm. Damit er nicht alleine ist und womöglich auf blöde Ideen kommt. Diese Anspannung ist unerträglich. Wenn ich mich fernhalte, bin ich die schlechte Mutter in diesem Kaff. Es geht jetzt WIEDER bei Null los!
shania_44 - Mein Sohn ist alkoholkrank :-(
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Mein älterer Sohn hält sich von seinem Bruder fern, da er ihm nicht mehr trauen kann. Er versteht nicht, dass Sucht eine Krankheit ist. Er sagt, Sucht hin oder her, aber ER entscheidet sich nach wochenlanger Abstinenz selber dazu, wieder etwas zu trinken. Stimmt eh. Ist seine Entscheidung. Sein Entschluss. Deshalb ist mein älterer Sohn wütend. Auch verständlich.
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Sucht kann sehr egoistisch machen, Shania. Und bei ihm sind es gleich zwei Suchtmittel, die da auf ihn einwirken, dazu noch weitere psychische Krankheiten, die durch die Sucht noch verstärkt werden - wenn sie schon vorher da waren und nicht erst durch die Sucht ausgelöst wurden.
Im benebelten Kopf können Psychophamarka und Psychotherapie aber nur wenig ausrichten.
Und die Sucht ist unglaublich erfinderisch und stark darin, Süchtige an sich zu binden. Ich habe auch bis Mitte 50 geglaubt, dass ein Leben ohne Alkohol trostlos sein muss, und versucht, meinen Konsum noch irgendwie "im Griff" zu behalten. Bis ich, ungeachtet von Verharmlosungen mancher Freunde und Ärzte, für mich im tiefsten Innern gespürt habe: So gehts nicht weiter, sonst geht alles kaputt.
Dieser Klick-Moment, der ein Stoppen der Sucht erst möglich macht, kommt bei jedem anders zustande (wenn überhaupt) und lässt sich nicht erzwingen.
Als Angehörige könnt Ihr nur die Rahmenbedingungen für diesen Prozess erleichtern, in dem Ihr für ein komplett alkoholfreies Unfeld sorgt und ihm ansonsten die Verantwortung für sein Leben zurückgebt. Wofür soll er sonst jeden Tag aufstehen und was ändern?
Im "Hotel Oma" ist vermutlich für alles gesorgt. Von welchem Geld lebt er gerade? Wer kauft ein, kocht, putzt, wäscht für ihn, wird er morgens geweckt? Er möchte arbeiten gehen, wenn er wieder einen Führerschein hat - was tut er dafür? Warum bis dahin nicht Fahrrad, Bus oder Mitfahrgelegenheit nutzen, um zur Arbeit zu kommen? An Suchtmittel kommt er doch auch ohne Auto?
Das mag erst mal hart klingen, aber so wie bisher geht es ja für keinen von Euch weiter, oder?
Ich (mit eigenen Co-Erfahrungen in der Familie, hätte damals beinah meine Ausbildung vergeigt) stelle es mir für eine betroffene Mutter extrem schwer vor, aber es ist wichtig, dass Du auch auf Dich schaust und Dir unabhängig von seinem Werdegang auch mal was Gutes tust - sonst gehst Du kaputt, ohne dass ihm damit geholfen ist.
Der Austausch hier kann Dir guttun, auch wenn keiner ein Zaubermittel kennt. Alles Gute!
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Mein Bruder, 3 Jahre älter als ich, ist auch schon im Teenageralter zum Alkoholiker geworden… da entstand eine Panzerglaswand zwischen uns, durch die es kein Durchkommen gab… das war echt bitter, erreicht hat ihn keiner. Mit nichtmal 59 Jahren ist er dann vor jetzt 6 Jahren an den Folgen seines jahrelangen Alkoholkonsums verstorben. 😔
Was war das immer für Aufregung, Sorgen und kräftezehrende Auseinandersetzungen in meinem Elternhaus… 🙈😔
Wenn du nicht mit deinem Sohn gemeinsam untergehen möchtest, bleibt dir „nur“ ein ganz gesunder selbstfürsorglicher Egoismus. -
Mein Sohn bekommt Arbeitslosengeld. Oma wäscht, kocht. Er hilft seinem Vater im Wald und bei sämtlichen Reparaturen. Es gibt zum Glück immer etwas zu tun. Arbeiten ist nicht möglich, da um 5 in der Früh weder ein Bus, noch Sonstiges fährt. Wir wohnen am A der Welt. Ende April hat er Amtsarzttermin
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Hallo Shania,
willkommen zurück.
Sucht ist die einzige Krankheit, wo ich als Angehöriger nichts tun kann und nichts tun sollte. Beim eigenen Sohn ist da unglaublich schwer, dessen bin ich mir bewusst. Sein Bruder tut das richtige. Bei euch kreist alles um ihn. Ihr macht und tut, er steht in der Mitte und 3 Personen kreisen um ihn. Wenn ihr so weitermacht, geht ihr letztlich mit ihm unter.
Mit einem nicht nüchternen Menschen im Wald zu arbeiten, ist Wahnsinn. Da ist auch dein EX in Gefahr.Ihr entwickelt Beschäftigungsprogramme, und überlegt was ihr sonst noch tun könnt. Die Oma wäscht und kocht, er hat doch überhaupt keinen Grund etwas zu ändern.
Ich will dich mit meinen Worten nicht verletzen, aber ich weiß, aus meiner Erfahrung heraus, dass ein nasser Alkoholiker nur selbst etwas ändern kann, und vielleicht muss er dafür erst einmal hart aufschlagen.
Es ist egal, was die Leute im Dorf sagen, die stecken nicht in euren Schuhen.
Mir fiel es auch schwer, und ich habe mit kleinen Schritten begonnen und ich musste Konsequenz lernen, dem nassen Alkoholiker gegenüber.lg Morgenrot
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Danke für all eure Antworten. Im Wald hat er immer gearbeitet, wenn er trocken war. Sonst hätte ihn mein Ex auch nie mitgenommen.
Wir haben alle gemerkt, wie es psychisch mit ihm bergauf gegangen ist die letzten Wochen. Nun ist es aber wieder anders - seit er "kontrolliert" getrunken hat (abends 1 Bier, insgesamt waren es 6 Bier in 2-3 Wochen). Mir ist bewusst, dass es auf Dauer nicht so weitergehen wird. War nie so bisher. Er ist grantiger, fängt wieder an, meinen Ex und mich gegeneinander auszuspielen usw.....sein Charakter hat sich bisher IMMER verändert, sobald er etwas konsumiert hat. Im Grunde ist er der liebevollste, empathischste junge Mann, der mir jemals begegnet ist. Das ganze Umfeld nimmt ihn so wahr.
Ich sollte mit meinem Ex an einem Strang ziehen. Lange, lange Zeit wollte er die Suchterkrankung unseres Sohnes nicht wahrhaben. Das war die Hölle vor der Hölle. ER war derjenige, der unserem Sohn mit 14/15 das 1.Bier aufgedrängt hat, damit er doch endlich ein MANN wird. Es war tatsächlich so. Jetzt hat er seinen "Mann".

Daher ist es oft schwierig für mich, wenn ich höre, wie selbstbewusst und positiv er über das ganze Dilemma redet. "Wir dürfen nicht wieder den Teufel an die Wand malen!, wir müssen nach vorne schauen, ned immer die Vergangenheit aufwärmen....!" Wie soll das gehen? Die letzten 1,5 Jahre waren die Hölle auf Erden, da kann ich doch jetzt nicht mehr positiv denken!!!
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Außerdem ist Bier für meinen Ex auch wichtig in seinem Leben. Hat einen eigenen "Bierkühlschrank" in der Garage. Man muss ja immer kaltes Bier daheim haben....falls wer kommt. Dieser Kühlschrank ist versperrt. Musste ihm aber auch eine Ärztin sagen, dass er das machen soll.
Mein Sohn ist neidisch auf alle, die ein Genussbier abends trinken können. Zur Entspannung, als Belohnung. Er sieht sich als Opfer und ist wütend. Unvorstellbar für ihn, dauerhaft ohne Alkohol leben zu müssen!
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Im Grunde ist er der liebevollste, empathischste junge Mann, der mir jemals begegnet ist. Das ganze Umfeld nimmt ihn so wahr.
Ich glaube nicht, dass irgendein Mensch nur gute Seiten hat. Vielleicht traut er sich nüchtern nur nicht, sich unbeliebt zu machen, und unter Alk kommen die anderen Seiten erst raus. Vielleicht trinkt er sich Mut an, um sich so zu zeigen, wie er wirklich ist, da wäre er nicht der Erste, der das macht.
Und auf jeden Fall ist er nicht hier, um sich Hilfe zu suchen. Und wie Du sagst, kann er sich ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen. da würde ich an Deiner Stelle mal davon ausgehen, dass er sich nicht ändern will und auch nicht ändern wird. -
Und auf jeden Fall ist er nicht hier, um sich Hilfe zu suchen.
Und bitte sage ihm auf gar keinen Fall, daß du hier schreibst, oder auch nur, daß es dieses Forum gibt. Wir sind leicht zu finden für Alkoholiker, die von sich aus trocken werden wollen.
Das ist jetzt deine SHG und er sollte hier nichts über sich lesen 'müssen'. Das liefert nur weiteren Zündstoff für die eh schon eskalierte Situation. Daher raten wir grundsätzlich dazu, hier so anonym wie irgend möglich unterwegs zu sein.
Liebe Grüße, Linde
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Nein, ich erzähle Niemandem etwas davon.
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Puhhh, ganz schön viel trouble bei dir und deiner Familie.
Ich bin trockene Alkoholikerin und weiß, dass es bei mir gedauert hat, bis ich mir meine Sucht eingestanden habe. Dein Sohn ist noch nicht so weit. Er kann sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ein Abschied vom Konsum das beste für ihn wäre. Anfänglich war es auch für mich nicht vorstellbar, nie wieder in meinem Leben einen Rausch haben zu können.
Egal wie sehr du auf ihn einwirkst, du wirst es nicht schaffen, dass es bei ihm "klick" macht. Auch wenn es für dich unvorstellbar ist: Er muss seine eigenen Erfahrungen machen, auch wenn es heißt, dass er auf die Schnauze fällt.
In deinen Beiträgen kommt viel Verzweiflung, aber auch viel Bevormundung durch, dann noch was andere Menschen denken.
Du solltest dich zu allererst um dich kümmern. Du machst dich verrückt, weil du es gut meinst, aber es ist keinem damit geholfen, wenn es dich kaputt macht.
Lass deinen Sohn eigene Entscheidungen treffen. Sei für ihn da, wenn er dich braucht. Aber wenn der Konsumwunsch größer ist als der Leidensdruck, dann hat er seine Problematik noch nicht erkannt, obwohl er bereits einige Therapien gemacht hat.
Ich wünsche dir viel Kraft für die Zukunft.
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Danke für die Antworten. Er war schon soooo oft ganz schrecklich am Boden!!!! Er hat keinen Führerschein, seine Freunde haben sich von ihm abgewandt, sein Bruder will keinen Kontakt zu ihm. Er sagt, er traut ihm nicht mehr. Auch verständlich.
Was soll denn noch alles passieren? War das nicht genug? Ich bin manchmal stinksauer auf ihn, denke mir, was DU UNS alles antust, wie soll man das denn aushalten?
"Scheißts euch nicht immer so an! Ich werde es beweisen, dass es kontrolliert geht!"Es ist einfach schrecklich, ich will es doch nicht nochmal erleben, dass wir ihn mit 2,3 Promille nach einem Suizidversuch finden 😭 nichts nützt etwas! Lieb reden, gut zureden, sauer sein, ihn das alles spüren lassen. NICHTS bringt etwas. I
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Als Mutter eines (unter anderem) Suchtkranken Kindes verstehe ich dich von ganzem Herzen. Leider ist meine Antwort ähnlich wie du sie schon öfter gelesen hast. Nimm Abstand!!!
Ich weiß wie schwer das ist und wie schlecht man sich dabei fühlt. Ja und ich kenne das Gefühl, deshalb verurteilt zu werden. Aber: Es hilft ihm nicht, wenn auch noch die Mutter ‚zetert‘ und gleichzeitig das Suchtsystem ohne Absicht aufrecht erhält.
Das klingt gemein, ist aber das, was ich selbst jahrelang getan habe und du wahrscheinlich auch tust- im besten Wissen und Gewissen.
Es muss ja nicht gleich ein radikaler Kontaktabbruch sein, aber das Abgeben der Verantwortung für sein Leben.
Keine Vorschläge mehr, keine Vorwürfe, keine Appelle. Treffen nur nüchtern und zeitlich begrenzt. Zeig ihm dass du ihn liebst, aber keine Verantwortung mehr tragen willst.
Das bewirkt kein Wunder bei ihm, aber DIR wird es besser gehen und das sollte dir wichtig sein!
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Und es ist vielleicht seine einzige Chance, zur Besinnung zu kommen - wenn sogar die eigene Mutter Grenzen setzt und setzen muss, um nicht selbst zugrunde zu gehen.
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