Pantun - Hoffentlich nicht nur ein guter Vorsatz.

  • Heute habe ich wieder den jeeper, ich war bei der Arbeit schon sehr gestresst, trotz Homeoffice, und nicht belastbar, es gibt keinen Grund dafür, die Arbeit war wie immer und es gab keinerlei Trigger, zumindest hab ich keinen bemerkt. Seit dem Mittag bin ich total unruhig und überdreht, renne ständig zum Kühlschrank mach ihn auf und tatenloserweise wieder zu, Knubbel die ganze Zeit an meinen Fingern, kann mich auf nichts wirklich konzentrieren, bin reizbar und unausgeglichen, Sport hat heute auch nichts gebracht. Wobei der Saufdruck gar nicht übermäßig da ist, es ist nur hin und wieder so ein Gedanke das ein Fläschchen Bier oder auch zwei in der Situation vorher immer geholfen hat, der Gedanke kommt nicht ständig nur hin und wieder. Was komisch ist, dass ich ja die letzten Jahre immer nur Wochenende getrunken habe und nicht wie früher aus dem Stress heraus täglich.wrnn ich jetzt was getrunken hätte wäre das ein rückfall um Jahre gewesen, schon komisch das Suchthirn, vergisst nix.

    Habe den Notfallkoffer heute mehrfach genutzt, Sport, Lesen, ruhig Atmen, viel Wasser, gute Musik, aber so richtig geerdet hat nichts.

    Denke, dass diese Unzufriedenheit heute selbst der Trigger war, das wird wohl noch öfters vorkommen.

    Nun ja jetzt liege im Bett und habe Melatonin genommen um schneller einzuschlafen, morgen ist ein neuer Tag.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • sie interessiert sich im Moment nicht dafür wie es mir geht und was ich mache, ich wiederum reagiere genau gleich und ignoriere auch ihren Tagesablauf, daran sollte ich wohl dringend arbeiten

    Warum interresiert euch das nicht? Ihr liebt euch doch? Wir sind 8 Jahre zusammen, ich frage meine Frau wie war es bei der Pediküre und sie fragt mich wie war es in der Sauna?

    "Das hat Dich doch früher auch nicht interessiert, woher der plötzliche Sinneswandel?" , "Seit wann machst Du Dir Gedanken über die Zukunft?" usw...

    Bei mir wars auch am Anfang so. Da gewöhnt sie sich dran. Ich habe gesagt weil ich nicht mehr besoffen bin ist doch logisch

    Darüber, dass ich nicht mehr Saufe verliert sie in letzter Zeit selten ein Wort und wenn dann eher Richtung, dass es eh nicht so bleiben wird und ich doch gar kein so starker Trinker sei/war

    Meine Stieftochter und Frau haben gewettet das ich es eh nicht schaffe. Das hat mich aber verletzt. Weil ich schon 200x nicht geschafft habe. Hab einfach Tag für Tag weiter gemacht. Jetzt fast 3 Monate, hehe. Selbst wenn du kein starker Trinker warst kannst du es noch werden, die Dosis kann sich immer steigern bis du richtig am Arsch bist. Ist beim Süchtigen nicht unüblich.

    Will ja nicht dafür gelobt werden, aber das eine oder andere positive Wort , wie zu anfangs, wäre auch für mich eine Stütze

    Alter, wie bei mir. Höre auch nix mehr. Ich mach es für mich und im Forum werde ich noch gelobt, hehe

    Zum Thema Saufen, ja der Druck ist in machen Situationen da (Zu Hause oder stressige Tage bei der Arbeit und danach zu Hause) aber lässt sich mit Sport, Gassigehen oder auch Süssigkeiten und Literweise Wasser/Saft/Tee trinken "noch" ganz gut im Griff halten, kostet aber doch Willenskraft. So gesehen holt mich die Realität ein... aber steht ja überall so, dass es irgendwann wieder normal wird. Das Aufschreiben tat auf alle Fälle gut.

    Das wird immer leichter! Bin bei fast 3 Monate. Mein Saufhirn ist kaum noch da im Gegensatz zum Anfangshorrorsaufhirn

    Heute trinke ich nicht

  • Heute habe ich wieder den jeeper, ich war bei der Arbeit schon sehr gestresst, trotz Homeoffice, und nicht belastbar, es gibt keinen Grund dafür, die Arbeit war wie immer und es gab keinerlei Trigger, zumindest hab ich keinen bemerkt. Seit dem Mittag bin ich total unruhig und überdreht, renne ständig zum Kühlschrank mach ihn auf und tatenloserweise wieder zu, Knubbel die ganze Zeit an meinen Fingern, kann mich auf nichts wirklich konzentrieren, bin reizbar und unausgeglichen, Sport hat heute auch nichts gebracht

    Das kenne ich. Ist am nächsten Tag nach dem Schlafen bestimmt besser. Geht auch ohne Trigger das stimmt.

    Denke, dass diese Unzufriedenheit heute selbst der Trigger war, das wird wohl noch öfters vorkommen.

    Gut erkannt. Heute gehts dir bestimmt besser oder??

    Heute trinke ich nicht

  • Gut erkannt. Heute gehts dir bestimmt besser oder??

    Ja, kann mich heute nicht beschweren, bin gut ausgeschlafen um halb sechs aufgestanden und bisehr alles gut.

    Meine Stieftochter und Frau haben gewettet das ich es eh nicht schaffe. Das hat mich aber verletzt.

    Das ist echt bitter :-|

    Warum interresiert euch das nicht? Ihr liebt euch doch? Wir sind 8 Jahre zusammen, ich frage meine Frau wie war es bei der Pediküre und sie fragt mich wie war es in der Sauna?

    Das mit der Liebe ist so eine Sache, sind seit über 30 Jahren zusammen, durch die Sauferei ging da schon einiges kaputt, ich würde sagen ich liebe sie schon noch, habe aber des öfteren so das Gefühl, dass es bei ihr wohl etwas dauert bis sie wieder an mich glaubt. Natürlich fragt man sich aufgrund Smalltalk wie war das und das aber die wichtigen Dinge wie Gefühle und Befinden intressieren nur noch wenig bis gar nicht...

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Hab nen 2ten Hexenschuss in 2 Monaten, nichtmal Saufdedanken das ist schon cool.

    30 Jahre ist schon lange hehe. Das Saufen hat bei uns sau viel Schaden gemacht aber desto länger ich trocken bin desto mehr wird es vergessen von Frauchen und sie sagt wie toll ich bin ohne.Einfach weitermachen. Hoffe ihr kriegt das hin. Meine Frau kommt kaum angekuschelt oder küsst mich nach 8 Jahren. Ich mache es einfach immer und immer wieder und sie macht dann mit.

    Heute trinke ich nicht

  • Wie geht es mir? Beschissen ist glaub ich geprahlt.. meine Ehe ist wohl etwas sehr brüchig geworden. Das Problem ist aber eher nicht meine Frau sondern wohl ich selbst. Habe seit ich nüchtern, fit und klar bin viel nachgedacht über mein Leben den Alkohol und das warum und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich all die Jahre wohl nicht glücklich war und nun habe ich keine Lust nach allem, inklusive Sex zu betteln, während ich gesoffen habe war mir das wohl egal. Zeitweise kam mir sogar der Gedanke wieder zu saufen, das würde alles wohl einfacher machen und wieder in gewohntes Fahrwasser bringen aber das ist nicht die Lösung, auch wenn der Druck derzeit echt hoch ist. Bin selbst überrascht das ich immer noch trocken bin und bisher keinen Rückfall hatte. Dafür rauche ich wieder, zwar nicht viel aber ich rauche wieder... ?(

    Meine Frau war wohl nicht böse das der Alkohol meistens wichtiger war als sie und zudem meinte sie, dass sie schon seit Jahren überlegt zu gehen.

    Nein ich gebe nicht meiner Frau die Schuld an allem, das habe ich mir schon alles selber eingebrockt.

    Bin derzeit am Wohnung suchen, zumindest mal auf Zeit, mein Hobby, den Nasenbären, kann ich dann wohl auch verkaufen, Brauch ja ne Einrichtung. Zumindest ist das der Stand der letzten Tage. Da kommt dann auch das große Problem für mich, das allein sein, war ich zwar so meist auch aber eben nicht wirklich alleine, so war immer jemand da mit dem ich akute Probleme besprechen konnte, das fällt vorraussichtlich weg. Aber wie heißt es so schön, wo eine Türe zu geht, geht auch wieder ein Fenster auf. Vielleicht renkt es sich ja doch noch ein, man soll nicht gleich alle Hoffnung fahren lassen hat meine Oma immer gesagt.

    Derzeit also psychisch im Akutzustand, aber mit genügend Ablenkungen wie Sport, raus an die frische Luft und viel trinken / essen geht das schon irgendwie. Ja schlafen ist derzeit auch so ein Thema, ich hab mir jetzt erst mal freiverkäufliche Schlaftabletten geholt, die helfen zumindest beim Einschlafen, Melatonin bringt derzeit gar nix mehr.

    Das wichtigste ist, ich bin immer noch trocken und werde auch dieses Wochenende überstehen. Tat gut sich das von der Seele zu schreiben. Gute Nacht, sofern ich denn mal einschlafe. X/

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Guten Morgen Pantum, ich kann dir sagen dass meine Frau auch schon gesagt hat das sie sich trennen will auch jetzt wieder nach meinen Rückfall.

    Habe seit ich nüchtern, fit und klar bin viel nachgedacht über mein Leben den Alkohol und das warum und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich all die Jahre wohl nicht glücklich war und nun habe ich keine Lust nach allem, inklusive Sex zu betteln, während ich gesoffen habe war mir das wohl egal.

    Warum warst du nicht glücklich? Ich war all die jahre auch nicht glücklich ich weis nun dass ich wegen den gesaufe nicht glücklich war,ich konnte nicht wirklich am familienleben teilnehmen,da ich immer und immer wieder nur nach wegen gesucht habe um meine Sucht zu befriedigen.

    Meine Frau vertraut mir nicht mehr was ich total verstehen kann viel zu oft hab ich gelogen und ihr vertrauen missbraucht.

    Lass dir und deiner Frau erstmal genügend Zeit,mir persöhnlich sind Zährtlichkeiten und auch Sex im moment sowas von scheiss egal...Ich muss mich jetzt erstmal um mich kümmern meine abstinents ist der Schlüssel für all dass was in meine Leben noch kommen mag.

    Lg

    Chewie

    Abstinent seit 01.02.2026

    "Nein" ist ein vollständiger Satz.

  • Wenn sich die Nüchterheit einstellt, kommen die verdrängten Dinge hoch.

    Bei mir war es z. B. eine nicht mehr vorhandene Beziehung. Es war nur noch Funktionieren.

    Da gibt es einen guten Satz. So lange ich mit dem falschen Menschen zusammen bin, kann ich den richtigen nicht kennen lernen.

    Das soll jetzt bloß keine Aufforderung von mir sein. Ich habe nur von mir geschrieben und wie Dinge mit der Nüchterheit geregelt werden mussten. Das war nicht einfach. Aber das war es wert. Außerdem ging es gar nicht anders. Weil der Kopf gibt nüchtern sonst keine Ruhe mehr.

    Das Ende vom Lied. Oder besser der Strophe. Ich bin heute ein glücklicher Mensch geworden. Hat lange genug gedauert.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das mit dem Nichteilnehmen ist glaube ich einer der Gründe, in den letzten Jahren war ich meistens Arbeiten und wenn nicht, stand entweder meine Autoimmunerkrankung im Weg, oder ich war besoffen oder verkatert wegen einer Party oder auch nur weil ich mal wieder Wochenende hatte, da verpasst man schon einiges, leider. Aber chronische Erkrankungen führen zu komischen Handlungen und sind wir mal ehrlich Alkohol ist nicht nur ein schlechter Freund für die Psyche sondern eben auch ein nicht zu empfehlendes aber äusserst wirksames Schmerzmittel, so war es bei mir oft zwei oder auch drei Fliegen mit einer Klappe schlagen, Schmerzen weg und Unzufriedenheit auch gleich für ein paar Stunden weg, dazu noch Partystimmung bis eine gewisse Menge überschritten war. Den nächsten Tag muss ich nicht erwähnen, das kennen wohl alle.

    Das Vertrauen und die Bindung ist bei meiner Familie sehr angeschlagen gegenüber mir, ich habe meinen Konsum ja nie versteckt und musste deswegen nicht lügen und Ausreden erfinden, das tat ich eher bei der Arbeit wenn das Wochenende zu steng war, aber die dadurch resultierende Gleichgültigkeit und Ignoranz hat vieles kaputt gemacht. Ganz davon abgesehen was ich für ein Mensch werde wenn ich besoffen bin.

    Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es sehr egoistisch von mir ist jetzt eine schöne heile Welt und große Unterstützung zu erwarten, es braucht wohl viel Zeit um eine gewisse Normalität und Vertrautheit wieder entstehen zu lassen.

    Das mit der eigenen Wohnung läuft noch ist aber nicht einfach in der nähe meines Arbeitgebers etwas zu finden, somit habe ich wohl noch etwas Zeit zu Hause

    Am Freitag war ich mit meiner Frau auf einem Theaterdinner, die Karten hatten wir vor längerer Zeit geschenkt bekommen, wir haben uns gut unterhalten aber eben wie langjährige Freunde. Problematisch empfand ich es erstaunlicherweise gar nicht, dass Viele um mich herum Alkohol getrunken haben, auch meine Frau hat etwas getrunken sie hat aber erst mal ein Spezi getrunken und mich dann gefragt ob es mir was ausmachen würde wenn sie etwas trinkt, tat es nicht und ich war zufrieden heimfahren zu können.

    Ich war und bin mir dem Risiko bewusst, welches ich mit dem Abend eingegangen bin, jedoch ist mir meine Frau wohl doch noch wichtiger als ich im letzten Post geglaubt habe und im Nachhinein bin ich auch froh und ein bisschen beruhigt, dass ich es gemacht habe und alles so gut gelaufen ist.

    Es war ein unterhaltsamer, nüchterner und sehr schöner Abend. Auch dieses Wochenende wird, trotz des Risikos, trocken bleiben und ich bin wieder etwas klarer und wer weiss, vielleicht auch wieder etwas glücklicher, gute Nacht.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Schön länger nichts mehr geschrieben, mal ein kurzer Bericht was sich so getan hat.

    Habe mich jetzt einigermaßen daran gewöhnt nein zu sagen, nein zu Alkohol und auch nein zu anderen Dingen die mir davor einfach egal waren oder ich einfach gemacht habe damit ich meine Ruhe habe.

    Ich spiele wieder am PC nur viel weniger als vorher, bin viel draußen und seit Sonntag darf mein Hobby wieder auf die Straße, neue Hobbys hab ich noch nicht wirklich gefunden, war mal im Fitnesscenter hab dann aber nach ein paar Tagen festgestellt daheim für mich alleine ist es mir lieber und bin ja auch nicht ganz schlecht ausgestattet, da bleibe ich doch lieber bei den alten Gewohnheiten.

    Familientechnisch sind die Grenzen jetzt klar abgesteckt und ich habe, wenn ich ihn brauche, meinen Ruheraum.

    An den Wochenenden bin ich meistens daheim oder mache mal einen Tagesausflug ohne den gewohnten Abschluss in irgen einer Kneipe. Familientreffen waren zwischenzeitlich auch zwei, die Leute waren über mein nein zum Alkohol verwundert, haben aber sehr positiv reagiert, wusste nicht, dass soviele von der Familie wussten, dass ich ein Problem mit Alkohol habe.

    Alles in allem bin ich zufrieden, hin und wieder triggert es mich mal, hauptsächlich wenn ich gestresst bin oder wütend aber meistens Krieg ich das schnell in den Griff (Immer noch Gummibärchen und scharfe Bonbons)

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Zocken ist doch cool.. Wie wärs mit Sauna? Ja man kann schon viele Sachen unternehmen und machen. Frag mal die KI.

    Ja die negativen Gefühle sind bei mir auch verknüpft mit der schlechtesten angeblichen Lösung. Ich mache was anderes. Schönen Tag dir

    Heute trinke ich nicht

  • moin pantun

    da merkst du so bißchen wie weit der selbstbetrug greift, von wegen kriegt keiner mit. und wegen hobby, schau dir doch mal die kurse an die an der volkshochschule angeboten werden. mußt ja da nicht hinrennen, kann aber einen anstoß für ne eigene idee sein.

    was mir aufgefallen ist du tust deine trigger in einem kleinen nebensatz ab, dabei ist genau das daß wo du hinsehen mußt. ein rückfall kündigt sich doch nicht mit pauken und trompeten an. der kommt angeschlichen wie ein dieb in der nacht sonst würde der wohl kaum so oft vorkommen. wie umgehst du deine trigger und was tust du wenn sie dich kalt erwischen? das sollte dein thema sein.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo zusammen, habe gerade den Beitrag über Risiko gelesen und mir so meine Gedanken dazu gemacht. Ich wollte nicht direkt in den Faden schreiben, da Hartmut etwas anderes meinte, als bei mir zutrifft, daher schreibe ich es hier.

    Ich hin noch nicht lange dabei, bissel mehr als 2 Monate. Risiko ist für mich momentan noch fast alles und, gefühlt, auch nicht. Mir kommt es fast zu einfach vor wenn ich Alkohol vor und neben mir habe. Natürlich triggert es mich aber mit etwas Willenskraft und innerem "Stop, das braucht ich nicht!!!!" Geht das meistens schnell vorbei. Meine kleinen Hilfen (süsskram, scharfes, etc.) sind auch immer am Start.

    Ich glaube mein Risiko ist eher, dass ich mich zu sicher fühle und hin und wieder auch meine das testen und mir etwas beweisen zu müssen. Es fühlt sich an wie eine Herausforderung die es zu bestehen gilt, ein innerer Kampf. Warum ich das mache? Ich weiß es selber nicht, leider, aber ich scheine es zu brauchen. Die Frage stellt sich nicht was passiert wenn ich diesen Kampf verliere, zum Glück passieren diese Situationen nicht oft

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Natürlich triggert es mich aber mit etwas Willenskraft und innerem "Stop, das braucht ich nicht!!!!"

    Hat dich diese ominöse Willenskraft nicht auch süchtig werden lassen? Nur mal so zum Nachdenken.;)

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mir kommt es fast zu einfach vor wenn ich Alkohol vor und neben mir habe.

    Ich habe jetzt alles so organisiert das ich Alkohol weder sehe, rieche oder sonst was. Das hilft ungemein und tut einfach nur gut und macht das ganze um einiges leichter. Kannst du das nicht irgendwie organisieren?

    Es fühlt sich an wie eine Herausforderung die es zu bestehen gilt, ein innerer Kampf. Warum ich das mache? Ich weiß es selber nicht, leider, aber ich scheine es zu brauchen.

    Mache es dir doch einfacher. Warum alles schwerer machen?

    Heute trinke ich nicht

  • Hat dich diese ominöse Willenskraft nicht auch süchtig werden lassen? Nur mal so zum Nachdenken. ;)

    Hm, schwer zu sagen, ich glaube nicht, dass ich mit Absicht und Willen zum Trinker wurde, aber ein gewisser Erfolgsdruck war da am Anfang schon mit dabei. Wer verträgt mehr? Wer bleibt länger? Also einen gewissen falschen "Ehrgeiz" gab es da schon.

    Bei mir ist es so, dass ich die einfacheren Probleme schon immer mit der direkten Konfrontation gelöst habe, wurden die Probleme größer und konnten nicht auf die schnelle gelöst werden hat die Sucht übernommen, Alkohol und zum Teil auch andere Mittelchen, Gott sei dank die anderen Mittelchen nur ganz selten. Den Ehrgeiz hatte ich schon als Kind, grösser weiter besser schneller, damals war es noch Sport und auch Leistung in der Schule, hier habe ich das erste mal bemerkt das ich Grenzen habe ;) und dann kam die Aufnahme in die Welt der Erwachsenen, unter anderem Arbeit, Alkohol, Stress, da waren die Grenzen dann oft schnell erreicht, wo das hingeführt hat sehe ich ja. Ich hatte im Erwachsenenalter wohl keine Ideen für Ausgleich, daher habe ich den einfachsten Weg gewählt, kurzzeitige Entspannung mit Hilfsmitteln, Betonung liegt auf kurzzeitig. Natürlich gibt es auch noch viel andere Gründe für das Trinken, aber einer davon war sicherlich die Entspannung und Vergessen. So gesehen kann man schon sagen, dass mich meine "ominöse" Willenskraft (einfach weiter zu machen, entspannen geht auch mit Hilfsmitteln) zum Teil an diesen Punkt gebracht hat. Da hast Du schon recht. Bin aber auch der Meinung, dass ein gewisser Teil an Willenskraft notwendig ist um aus diesem Kreislauf auch wieder auszubrechen.

    Mache es dir doch einfacher. Warum alles schwerer machen?

    Wenn es nur so einfach wäre ;) Es fühlt sich an wie eine weitere Sucht, ist es wahrscheinlich auch oder eine Zwangsstörung. Ich versuche ja schon Entspannungsübungen und auch Herausforderungen im Sport aber es kommt immer wieder der, sagen wir mal, Zwang an dem ich die Konfrontation mit dem eigentlichen Gegner suche nur um mir zu beweisen, dass ich das locker ertrage und wegstecke. Am nächsten Tag und auch unmittelbar danach fühle ich mich meistens richtig gut.

    Wenn ich das Geschriebene so lese sollte ich wohl doch mal einen Verhaltenstherapeuten aufsuchen.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Bin aber auch der Meinung, dass ein gewisser Teil an Willenskraft notwendig ist um aus diesem Kreislauf auch wieder auszubrechen.

    Meinungen und Erfahrungen sind verschieden. Wenn ich nur meiner Meinung folge, renne ich manchmal in eine Richtung und merke erst später durch die Erfahrung, dass ich falsch lag.;) Die Sucht denkt ja nicht . Sie hat keine Meinung. Das Suchtgehirn hat nur einen Auftrag: wieder saufen.

    Natürlich gehört der eigene Wille dazu. Aber für mich macht es einen Unterschied, ob ich mich bewusst in ein alkoholgetränktes Umfeld begebe oder ob ich zufällig hineingerate.

    Gehe ich bewusst hinein, kommen Gruppendynamik, Verzichtsgedanken und all die alten Emotionen. Der suchtgetriebene Teil in mir will dann dazugehören – "mitmachen".

    Gehe ich nicht bewusst hinein, habe ich keinen Vorsatz im Kopf. Dann kann ich mit meinem Willen besser gegenhalten, mich entfernen oder einen Bogen machen, wenn ich jemandem begegne.

    Saufgeschichten bis hin zur Sucht ähneln sich oft. In der Jugend und in der Clique gehört dieses typische Gehabe dazu: wer mehr verträgt, wer sich profilieren kann, wer der ‚Härtere‘ ist.

    Damals hatte ich gewonnen – oder doch nicht? Ich war der, der einen Stiefel vertragen hattte, aber den Absprung nicht geschafft hat. Die Sucht ist mir dann freudig dazwischengegrätscht , wieder einen geschnappt.;)

    Das passierte von mir auch nicht willentlich. Heute, weil ich süchtig bin, kann ich mich drehen, wenden und denken, wie ich will. Handle ich nicht im Sinne der Nüchternheit, saufe ich wieder.

    Ich habe ja schon einige Jahre auf dem Buckel, und mir sind die Gedanken, die jeder am Anfang hat, nicht fremd. All die Wirrungen im Kopf, die Unsicherheiten , das war bei mir auch so. Dranbleiben, nicht nachlassen, auch mal Bullshit rauslassen, die eigenen Gedanken offenlegen , so bin ich der geworden, der ich heute bin.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • es kommt immer wieder der, sagen wir mal, Zwang an dem ich die Konfrontation mit dem eigentlichen Gegner suche nur um mir zu beweisen, dass ich das locker ertrage und wegstecke.

    Kennst du die Grundbausteine? Dort steht man soll genau das Gegenteil machen- Maximalen Abstand zum Alkohol. Ich setze das zu 100 Prozent um. Als ich das nicht tat war die Folge das ich Rückfälle hatte und danach ging es mir immer sehr sehr schlecht.

    Wie lange möchtest du denn den Gegner noch aufsuchen und das ertragen und wegstecken? Ich gehe gar nicht erst hin und habe meine Ruhe. Kein Gegner, kein Kampf mehr

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo!

    Wie lange möchtest du denn den Gegner noch aufsuchen und das ertragen und wegstecken? Ich gehe gar nicht erst hin und habe meine Ruhe. Kein Gegner, kein Kampf mehr


    Ich habe sehr (zu) lange denselben (für mich) Fehler gemacht:

    Ich war der Meinung, ich muss stark genug sein, meinen Dämon unter Kontrolle zu bekommen. Dass das gar nicht geht, habe ich mittlerweile begriffen. Eine Aussage eines Freundes hilft mir (nicht nur in Bezug auf die Sucht, sondern auch im Alltag):

    Wenn Dir eine Situation nicht gefällt, ändere sie. Wenn das nicht geht, hast Du noch 2 Möglichkeiten: Deine Einstellung dazu ändern oder die Situation verlassen.

    Im Bezug auf Alkohol heißt das: Ändern, also kontrollieren geht nicht. Also entweder Einstellung ändern, also weitertrinken oder verlassen und trocken werden. (Ich stelle mir dann manchmal vor, wie ich der Sucht den Rücken zudrehe und sie blöde guckt)

    Liebe Grüße, Toffifee

  • ich bin noch da 😉 ich lese viel in der Gruppe mit, habe aber derzeit wenig Lust zu schreiben.

    Was mich derzeit umtreibt und beschäftigt:

    Das mit der wenigen Lust auf Gesellschaft und soziales Umfeld zieht sich derzeit durch meinen kompletten Tagesablauf. Habe eine Phase in der ich mich, abgesehen von meiner Familie, komplett einigle und abschotte. Beschäftige mich viel mit Lesen, Zockencken, Hund und meinen Autos und kann niemanden fremden, oder auch bekannten außerhalb der Familie um mich brauchen. Es gibt glaub keinen wirklichen Grund dafür, zumindest finde ich keinen, ich brauche das im Moment einfach nicht. Bin mir selbst glaub genug Gesellschaft derzeit, hoffe das bessert sich wieder, will kein "grantlger alter Sack" werden.

    Habe in letzter Zeit immer wieder das Verlangen nach einem Bier, so nach dem Motto eines wird schon nicht schaden. Oder auch der Gedanke, dass 3 Monate jetzt so gut wie um sind, da kann man doch mal was trinken, usw.. kennen wahrscheinlich die meisten von euch auch, fällt mir echt gerade schwer das zu ignorieren und ich fange immer wieder an denn Sinn der Abstinenz zu hinterfragen. Habe eine Liste angefangen wo ich pro und Kontra immer mal wieder aufschreibe auf der pro Seite steht da nicht viel und es hilft mir diese Liste immer mal wieder zu lesen. Auch die köperlichen Veränderungen sind sehr positiv, 8 Kilo abgenommen, habe fast wieder einen athletischen Body, Ausdauer viel besser, das Schlafen normalisiert sich auch zusehends, meine Laune ist ausgeglichener als vor ein paar Wochen, somit eigentlich alles gut und nur Vorteile, trotzdem nagt der Teufel derzeit immens an mir. Es sind keine Triggersituationen, die Gedanken kommen oft einfach so aus dem Nichts, beim Lesen, Schrauben, auf der Areit oder sogar auf der Toilette letztens. Auch träume ich vermehrt von Partys und Bier.

    Da muss ich wohl durch, es sagte niemand, dass es einfach wird.

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

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