Sunny_77 - Sehe ich den Alkoholkonsum falsch

  • Hallöchen alle Miteinander,

    nun lese ich schon sehr lange in diesem tollen Forum mit und habe mich nun endlich getraut, mich anzumelden.

    Es geht um meinen Mann, mit dem ich nun seit fast 30 Jahren zusammen bin , 2 tolle Kinder habe und eigentlich glücklich bin, wenn der Alkohol nicht wäre.

    Von Beginn an unserer Beziehung hatten wir seeehr viele unschöne Momente, die auf seinem damaligen Kontrollverlust beim Trinken zurückzuführen waren. Viele Dinge davon habe ich ihm bis heute nicht verziehen. Früher hat er jedes Wochenende bis zum Vollrausch getrunken, oft wusste er nicht wie er nach Hause gekommen ist oder wo er überhaupt war.

    Dieses Verhalten hat sich auf jeden Fall geändert. Ich kann es zeitlich nicht genau sagen, vermute aber, dass er bestimmt schon seit 2-3 Jahren fast täglich trinkt. In der Woche sind es meist "nur" 1-3 Bier , am Wochenende sind es immer mehr.

    Wenn wir mal zusammen unterwegs sind, oder Besuch da ist, hat er eine Trinkgeschwindigkeit, bei der keiner mitkommt.

    Ich habe bereits mehrfach mit ihm darüber gesprochen, dass ich das nicht mehr toleriere und er sein Konsum überdenken soll. Er sieht hier kein Problem. Im Sommer 2025 habe ich ihm dann die Pistole auf die Brust gesetzt, dass ich mich trenne, da er genau so weiter macht, wie bisher.

    Er hat dann für 7-8 Wochen komplett verzichtet. Ich hatte die Hoffnung, dass er es eingesehen hat. Seit September trinkt er nun wieder fast täglich sein Bier. Es gibt nur sehr wenige Tage, wo er mal nicht eine Flasche öffnet. Ich habe mir dann vorgenommen das Jahr 2025 zu Ende gehen zu lassen, habe ihm keine Vorwürfe etc. mehr gemacht. Er hat im Dezember deutlich mehr getrunken wie die Monate zuvor (hier waren es wochentags 3-4 Flaschen, Wochenende wieder mehr ).

    Vor 14 Tagen nun habe ich ihm mitgeteilt, dass ich mich trenne. Ich werde nicht Ernst genommen. Nach wie vor ist er der Meinung er hat kein Problem, trinkt nur weil er mit sich nichts anfangen kann, unzufrieden ist, keine Freunde hat usw.

    Aktuell bin ich woanders untergekommen und werde hier bis Ende Februar bleiben können, um ein bisschen Abstand zu bekommen. Gleichzeitig hoffe ich natürlich, dass er einsieht, dass er zu viel trinkt. Es ist das erste Mal in den ganzen Jahren, dass ich diesen Schritt wage.

    Ich bin echt traurig, weil ich weiß, dass er die letzten Tage weiter getrunken hat.

    Vielen Dank, dass es dieses Forum gibt.

    Ich freue mich auf den Austausch.

    Viele Grüße

    Sunny

  • Hallo Sunny,

    herzlich Willkommen hier bei uns in der Gruppe.

    Da hast du ja schon einiges für dich in Bewegung gesetzt. :thumbup: Der Austausch mit den anderen wird dir sicher gut tun.

    Bitte klicke als nächsten Schritt auf diesen Link und schreibe einen Satz in das leere Feld, das genügt. Danach wirst du fürs Forum freigeschaltet.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Linde66 1. Februar 2026 um 21:33

    Hat den Titel des Themas von „Sehe ich den Alkoholkonsum falsch“ zu „Sunny_77 - Sehe ich den Alkoholkonsum falsch“ geändert.
  • Schwupps, schon bist du freigeschaltet und dein Thema ist im Angehörigenbereich.

    Du kannst jetzt überall schreiben, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Teilnehmern mit den orangeroten Namen.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch und wenn sich Fragen ergeben, einfach stellen.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Heute bin ich kurz zu Hause gewesen. Ich verstehe mich zum Glück ganz gut mit meinem Mann. Wir streiten zumindest nicht. Der Alkohol ist seinerseits gar kein Thema. Ich weiß allerdings, dass er seit Dienstag bis gestern definitiv etwas getrunken hat. Die Menge spielt für mich gar keine Rolle. Ich kann es noch nicht mal sehen, wenn er eine Flasche in der Hand hat.

    Er hat den kompletten Pfand heute weggebracht. Dieser war im Keller mittlerweile gestapelt.

    Den Kühlschrank hat er heute dann mit 0,0 Dosen bestückt. Ich bezweifel, dass dies eine gute Alternative ist. Wie sind hier die Erfahrungswerte? Mittlerweile bin ich einfach nur noch skeptisch.

  • Hallo Sunny!

    Den Kühlschrank hat er heute dann mit 0,0 Dosen bestückt. Ich bezweifel, dass dies eine gute Alternative ist. Wie sind hier die Erfahrungswerte? Mittlerweile bin ich einfach nur noch skeptisch.

    Zu Recht bist du skeptisch. Meistens enthält 0,0 doch noch Alkohol, allein der Geschmack reicht aber aus um den Alkoholiker zu triggern und er wird bald zu "richtigem" Bier greifen.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Danke euch beiden für eure Rückmeldung. Seine Aussage dazu ist , dass er den Geschmack mag. Da er sich nicht als Alkoholiker sieht und kein problematisches Trinkverhalten hat, wird er dies, vermute ich auch nicht sein lassen.

  • Hallo Sunny_77


    Es ist der Geruch der beim Öffnen der 0,0% Dose austritt - der ist nahezu identisch wie der Geruch vom alkoholhaltigen Bier .

    Das Geräusch der Dose beim Öffnen ist komplett identisch .


    Also alles o.g . sind Trigger für einen Alkoholabhängigen .


    Gruß von Shawn

  • Nun bin ich bereits seit 8 Tagen in einer Pension, um etwas Abstand von zu Hause zu bekommen und mir Gedanken über das "Wie geht's weiter" zu machen.

    Mein Mann versucht noch nicht mal das Gespräch zu mir zu suchen. Ich weiß das er bis vergangenen Sonntag weiter sein "Bierchen" getrunken hat. Wie es den Rest der Woche aussah, weiß ich nicht. Heute habe ich mit ihm ein paar Erledigungen gemacht, alles in einem ordentlichen, freundschaftlichen Ton.

    Wir sind dann noch kurz in den Supermarkt gefahren, da er sich unbedingt noch alkoholfreies Bier kaufen wollte. Raus ist er mit alkoholfreiem und normalen Bierdosen. Zwar nur zwei Stück, aber ich verstehe es einfach nicht.

    Ich sage ihm, dass ich mich trenne und es fühlt sich für mich an, als wäre es ihm egal.

    Er leidet sehr unter der aktuellen Situation und die Kinder gewiss auch, aber ich sehe gerade keinen Ausweg.

    Wenn dieser scheiss Alk nicht wäre, ist es der beste Mann, den Mann sich vorstellen kann. Er ist mein bester Freund.

  • Hallo Sunny,

    ich verstehe dich und ich finde es sehr gut, dass du die räumliche Trennung gesucht hast. Ich habe leider viel zu spät wirklich verstanden was los ist. Klar wusste ich, dass etwas nicht stimmt, aber da mein Noch-Mann regelmäßig seine Trinkpausen eingelegt hat, war er für mich kein Alkoholiker. Dieses Unwissen hat mich viel zu lange ausharren lassen. Ich wünschte ich hätte so viel früher gehandelt, wie du. Da kannst du sehr stolz auf dich sein.

    Er leidet sehr unter der aktuellen Situation und die Kinder gewiss auch, aber ich sehe gerade keinen Ausweg.

    Vielleicht leidet er, aber offensichtlich noch nicht genug. Er kennt dein Grenze mit dem Bierkonsum und macht trotzdem weiter. Klingt für mich nicht überzeugend.

    Wenn dieser scheiss Alk nicht wäre, ist es der beste Mann, den Mann sich vorstellen kann. Er ist mein bester Freund.

    Das habe ich vor fast 1,5 Jahren am Beginn meiner Reise auch gesagt. Hartmut hat mir darauf geantwortet: „Komisch, mein bester Freund würde mir so etwas nicht antun.“

    Das hat damals in mir viel bewegt. Auch ich habe geglaubt wir wären etwas besonderes. Pustekuchen…. Ich war für ihn nur besonders, solange ich sein Spiel mitgespielt und seine Geschichten nicht hinterfragt habe.

    Pass auf dich auf. Du hat eine tolle Wahrnehmung der Situation. Lass dir das nicht absprechen.

    LG ☀️

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