Fruechtetee - Nochmal den Mut haben....

  • Dich auf das "jetzt" und "heute" zu erden ist immer gut. Achtsamkeit und ein positiver Zukunftsblick ist super.

    Ich glaube trotzdem das "Abschreckung" in manchen Situationen seine Berechtigung haben kann. Auf Dauer sehr anstrengend und vielleicht auch schwierig ,damit seinen inneren Frieden zu finden. LG

  • Würde ich mir aber heute schon Gedanken über einen möglichen Rückfall machen, nehme ich mir doch gedanklich die Chance, für immer nüchtern zu bleiben.

    Ich mache mir keine Gedanken über einen möglichen Rückfall, kann aber das „für immer“ nicht ausschließen. Ein nie wieder, war für mich anfangs zu groß. Ich darf ja, wenn ich will, … nahm mir den Druck raus. Allerdings müsste ich dann mit den Konsequenzen rechnen…

    Ich habe 3 Jahrzehnte Alkohol konsumiert. Bin nun seit knapp 2 Jahren ohne Rückfall nüchtern und es interessiert mich, weshalb diese Rückfälle bei anderen passieren, aus Erfahrungen der anderen lernen kann, um nicht in diese Falle zu tappen. Ich denke, die einzige Antwort ist, weil der/ diejenige es wollte. Denn Gründe gab es genug in meiner Trinkzeit als Ausrede.

    Mich auf das ‚jetzt‘ besinnen und auf das ‚heute‘ und vom ‚Morgen‘ träumen

    Da bin ich ganz bei Dir. Das Heute ist das Gestern von Morgen

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Keine großen Dramen liegen in meiner Trinkzeit. Kein Verlust von Haus und Hof,keine völlig peinlichen Abstürze vor anderen oder dadurch bedingte Schulden.....

    Das war bei mir auch so. Deshalb denke ich, dass mein Suchthirn da ebenfalls mit dem Argument mal um die Ecke schleicht „ war ja nicht so schlimm“.
    In letzter Zeit kommen immer junge Leute in unsere SHG, die auch polytox sind. Sie sind ein abschreckendes Beispiel für mich, wo ich landen könnte, wenn es zum Rückfall kommt… und dann gibt es noch die, die es nicht mehr schaffen, in eine SHG zu kommen, weil sie ein Pflegefall sind oder auf dem Friedhof liegen.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • en. Ich denke, die einzige Antwort ist, weil der/ diejenige es wollte.

    Wer will, findet Gründe. :saint:

    Ohne Sucht gäbe es keinen Rückfall. Der Rückfall gehört zur Krankheit – aber er gehört nicht zu mir. Also muss ich dafür sorgen, dass er dort bleibt, wo er hingehört: bei der Sucht.

    Eine gestoppte Sucht ist wie eine verschlossene Flasche Alkohol. Solange die Flasche zu bleibt, passiert nichts.

    Wenn ich mit einem Flaschenöffner herumspiele oder ständig einen dabeihabe, bin ich schon auf dem Weg, sie zu öffnen. Wenn ich ihn zwar zu Hause lasse, aber unachtsam werde und mir die Flasche aus der Hand rutscht, kann sie auch aufgehen.

    Das Ergebnis ist am Ende dasselbe: Die Flasche ist offen.

    Also Risiken vermeiden und nichts griffbereit lassen, was sie öffnen kann.

    Wie oder warum jemand rückfällig geworden ist, sind am Ende Geschichten. Ob er es wollte oder ob er seine Trockenarbeit vernachlässigt hat – das ist seins. Meins ist einfacher: keinen Flaschenöffner mit mir herumtragen und aufpassen, dass mir die Flasche gar nicht erst in die Hände fällt. Dazu den Respekt vor der Krankheit behalten. Die Mechanismen verstehen. Keine Angst aber wach bleiben. Und das nächste Glas einfach stehen lassen.

    Mehr braucht es nicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Bin nun seit knapp 2 Jahren ohne Rückfall nüchtern und es interessiert mich, weshalb diese Rückfälle bei anderen passieren, aus Erfahrungen der anderen lernen kann, um nicht in diese Falle zu tappen.

    Zeitlich gesehen sind wir ähnlich abstinent und rückfallfrei. Mich hat das auch immer interessiert warum Rückfälle passieren und warum.

    Ich habe aber etwas festgestellt, wenn ich Alk und der Sucht gedanklich keinen Platz mehr gebe, finde ich, dass meine Abstinenz wesentlich stabiler geworden ist.

    Das Forum genügt um beim Thema am Ball zu bleiben. Ansonsten blocke ich aufkommende Gedanken einfach ab. Damit geht’s mir sehr viel besser. Warum sollte ich überhaupt über Rückfälle nachdenken?

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Der Rückfall gehört zur Krankheit – aber er gehört nicht zu mir. Also muss ich dafür sorgen, dass er dort bleibt, wo er hingehört: bei der Sucht.

    Hartmut, ich muss zugeben, dass ich dich inzwischen viel besser verstehe, als am Anfang. Mir wird die Sucht durch deine Beiträge, gerade in letzter Zeit, immer klarer. Danke 🫶

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hey Tabsi,die etlichen Jahre in der Shg vor Ort haben immer wieder Menschen über die Schwelle gespült. Die Fluktation war groß.

    Viele kamen nur 1-2 mal und danach nie wieder. Soviele traurige Geschichten gehört,Rückfälle und auch Tod.

    Stelle beim Schreiben und drüber nachdenken fest,dass ich keine einzige Geschichte kenne ,die gut wurde wenn weiter getrunken wurde.

    Und höre gute Geschichten bei Abstinenz. Und ich höre gerne richtig gute Geschichten 🙂!

    Nein im Ernst, für unsere eigne gute Geschichte lohnt es sich den Blick klar zu halten. LG

  • Ich bin gerade ineiner emotionalen Schockstarre. Komme gerade vom Sport ,der hier im Dorf angeboten wird. Danach gabs Verabredungen zum Essen/Bierchen trinken und weitere Veranstaltungen demnächst wurden beim sporteln besprochen.

    Zuhause angekommen,wurde mir erst richtig bewusst,dass nichts davon mehr meins sein wird.

    Unser Dorf ist wirklich klein und hat eine sehr rege" Feierfrequenz" und es fliesst IMMER Alkohol. Egal ob privat oder Dorfveranstaltung. Wir leben erst wenige Jahre hier. Es ist nicht so,dass daraus Freunde geworden sind,aber ein nettes Miteinander gabs immer mal wieder.

    Das fällt jetzt alles weg und ich habe hier niemanden mehr im Dorf. Mache mir da auch nichts vor. Biste nicht dabei,bist du ganz schnell komplett raus.

    Bitte nicht falsch verstehen,mein Abstinenzwunsch/Ziel ist unangetastet,aber ich bin gerade geschockt......

  • Zu anderen Zeiten treffen (tagsüber) zu zweit, oder in einer kleineren Gruppe.

    Andere Dinge zusammen machen, als Feiern. Es gibt noch einige Möglichkeiten.

    Dann lasse sich Deinen Schreck erst mal setzen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Alex,danke für deine Antwort.

    Ich denke über andere Treff-Möglichkeiten nach,aber da muss ich mich dann zeitlich "ranhalten". Hier gilt der Spruch "Bier ab vier".

    Und mich zu outen ,diese Möglichkeit ziehe ich aus Selbstschutz nicht in Betracht.

    Es reicht eben nicht,hinzugehen und "nur " nichts zu trinken. DAS weiß ich zu 100% ,dass ich mich (jetzt) noch nicht dabei wohlfühle.

    Heute morgen habe ich bemerkt,dass ich seit ein paar Tagen besser schlafe. Das ist seit Jahren ein wirklich großes Problem gewesen .

    Ich freue mich gerade über mein "ausgeruhtes erwachen". LG

  • Hallo Früchtetee, im ersten Jahr meiner Abstinenz habe ich Dorffeste gemieden ( zumindest) die Abendveranstaltungen.
    Mittlerweile gehe ich auch hin, aber wenn die Leute alle ihren Pegel erreicht haben, gehe ich. Ich rechtfertige mich auch nicht, wenn mir was angeboten werden sollte. Ein kleiner naher Kreis, weiß Bescheid, dass ich keinen Alkohol trinke.

    Nächste Woche ist bei uns am Kulturhaus Frühjahrsputz. Da wird auch nach getaner Arbeit, gesessen, geklönt und getrunken.
    Ich esse meine Grillwurst und bin dann weg…

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Das fällt jetzt alles weg und ich habe hier niemanden mehr im Dorf.

    Nein, es fällt nicht alles weg. ;) Es fällt nur das weg, was jahrelang eingebrannt war.

    Wenn ich ewig am Stammtisch oder auf Saufveranstaltungen rumhing, weil die Sucht dort ihren festen Platz hatte, habe ich die Leute ausgeblendet, die nichts mit dem Saufen zu tun hatten. Die haben mich damals eh nur gestört, diese Spaßbremsen.:whistling:

    Beim Trockenwerden ändert sich – oder muss sich – das Verhalten und Denken, aber ein Rest bleibt. Auch die Verzichtsgedanken, das Gefühl, nicht mehr „dabei“ zu sein, hängen erst mal noch rum.

    Also musste ich mir Möglichkeiten schaffen, das anzupassen.

    Wenn wir im Forum vom ersten Jahr reden, in dem man alles meidet, was mit Alkohol zu tun hat, geht’s zuerst um Selbstschutz und Stabilität. Aber der Punkt ist, Aussitzen bringt nichts. Verzicht löst sich ja nicht von selbst.

    Deshalb sollte man das Jahr auch nutzen, um andere Leute kennenzulernen, neue Hobbys aufzubauen, andere Kontakte zu pflegen und einen anderen Alltag zu entwickeln.

    Kann sogar spannend werden. Aber eines ist klar: Es muss gemacht werden. Tun muss man tun.

    Alles Gute dazu !

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Und mich zu outen ,diese Möglichkeit ziehe ich aus Selbstschutz nicht in Betracht.

    Ich hatte die Möglichkeit mich zu outen und das nenne ich Selbstschutz.

    Zumindest im Zusammenhang mit Alkohol.

    Es erspart mir tatsächlich auch viel Stress. Ich habe nicht vor mir die nächsten 40 Jahre Ausreden auszudenken. ;) So wäre das zumindest bei Leuten, die mich besser kennen gewesen.

    Für andere würde ein "Ich trinke keinen Alkohol" reichen.

    Wieso? "Weil es ein giftiges Lösungsmittel ist."

    Ich vermute, Du hast Angst vor Ausschluss?

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Tabsi,im Moment werde ich mich komplett zurückhalten. Denn es ist mir nicht sicher genug. Hatten letzt ein gemeinsames Mittagessen mit einer Gruppe des Dorfes für eine gelungene Aktion. Es dauerte nicht lange und Bier und Wein stand auf dem Tisch ,was ich nicht erwartet hätte. Ich bin dann zeitnah gegangen.

    Kommende Woche wird auch bei uns im Dorf "aufgeräumt",da bin ich dabei. Vor dem anschliessenden Grillen gehe ich aber. Besser ist das . LG

  • Hallo Hartmut,

    das Ding ist ,dass ich erst 2/3 Jahre hier lebe und ich bin nett aufgenommen worden. Aber-es wird hier gefühlt überall getrunken.

    Deshalb funktioniert das für mich bis auf weiteres nicht mehr.

    Mein Bestreben wird sein mehr Kontakte ausserhalb zu finden und in der Zwischenzeit (den nichts lässt sich erzwingen) Dinge zu finden,die ich auch alleine gut und gerne machen kann. Da werde ich mich auf die Suche machen. Möchte meine Zeit gut verbringen,aber da ist noch einiges zu tun. LG

  • Hallo Alex,du fragst ob ich Angst vor Ausschluss habe,wenn ich mich oute...

    Unser Dorf ist wirklich klein und die Gefahr besteht,wenn ich es jemandem sage,dann weiß es bald das ganze Dorf. Und das könnte durchaus zum Ausschluss führen.

    Eine ähnliche Situation hatte ich ,als ich für mehrere Wochen in die Klinik ging wegen meiner Depression. Das habe ich auf Nachfrage offen gesagt,da ich zu etlichen Verabredungen in der Zeit nicht gehen konnte.

    Wieder zurück wars die ersten Monate sehr.....schlimm bzw traurig. Ich bin garnicht mehr eingeladen worden. Das mag Unsicherheit gewesen sein,kein Ding.

    Bin dann von mir aus auf die Leute zu,aber es ist nicht mehr so geworden wie vorher.

    Möchte ich das wieder? Ganz bestimmt nicht und ich würde das Gerede für meinen Mann auch nicht gut finden.

    Ansonsten gebe ich dir Recht . Dort wo ich vorher gelebt habe,wusste das ein kleiner Kreis von Freunden und da war ich immer save. .......und Trinkgenossen habe ich eh nie gehabt,also hats da keine Erklärung gebraucht.LG

  • das Ding ist ,dass ich erst 2/3 Jahre hier lebe und ich bin nett aufgenommen worden. Aber-es wird hier gefühlt überall getrunken.

    Natürlich ist das so, aber das interessiert die Sucht nicht. Die Welt wird ja nicht trockener, nur weil ich aufgehört habe zu saufen. Dass es nicht immer angenehm ist, sagt keiner. Und dass es mal schwer wird, passiert eben.

    Ich hatte all diese Gedanken auch. Und am Ende ist nur ein winziger Bruchteil davon wirklich eingetreten. Mein Umfeld kannte ich jahrzehntelang – und jetzt sind es fast zwei Jahrzehnte her, dass ich das Glas weggestellt habe.

    Es kräht kein Hahn mehr danach.

    Und was wäre die Alternative? Die Kontrolle wieder zu verlieren?

    Da ich Alkoholikerin bin,habe ich keine Kontrolle über meinen Konsum nach dem ersten Glas.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • und heimlich ab. Aber bald waren zwei Gedanken präsent: ich habe immer am liebsten alleine getrunken und hier in meiner eignen Whg kriegt es keiner mit. Und der zweite Gedanke war ein "koketieren" mit meiner Sucht,die vielleicht ja doch nicht so schlimm ........


    Dass ging mir ganz genauso .... Trennung, Kinder, alleine klar kommen .... Und meine beste Freundin war eine Flasche Prosecco und alleine war ich dann gefühlt nicht mehr .... Zuhause kann man betrunken den Gefühlen freien Lauf lassen dachte ich . Also jeden Tag dass selbe ,warten bis 16 Uhr 🕰 trinken ,heulen Musik hören usw . Ich wollte auch nicht mehr weg mit Menschen. Ich war betrunken und merkte irgendwie nix mehr . Bis zum nächsten Morgen. Ängste ,körperlich total platt ,irgendwie durch den Arbeitsplatz schleichen . Depris wurden schlimmer weil ich psychisch u physisch kaputt ging .Immer ab 16.00 ging es dann los . Die Grenze des ausharren war erschöpft .... Ab da funktionierte ich mit alk uns dachte .... Hey ich schaffe 2 mal soviel.... dass ging nich lange so .Irgendwann! Eines Morgen machte mein Herz nicht mehr dass was es soll .Der Kreislauf war müde und ich brach ins Klo wass ging . Ab da wusste ich ...ich muss raus . Och bin frisch Abstinent und ich wünsche mir so dass ich durchhalte und dass wünsche ich dir auch .

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