Zuckerwatte_77 - Vorstellung

  • Hallo Zuckerwatte,

    zunächst mal ein herzliches Willkommen hier im Forum.

    Magst du ein bisschen von deiner Zeit nach dem Entzug erzählen?

    Was hast du z.B in den 6 Wochen nach deiner Entgiftung für deine Abstinenz unternommen?
    Hast du ein alkoholfreies Zuhause?
    Hast du dir Alternativen zum Trinken überlegt?
    Was machst du jetzt mit deiner zusätzlichen freien Zeit, die das Nichtmehrtrinken mit sich bringt?
    Bist du vor Ort bei einer Suchtberatung, bei einer Selbsthilfegruppe?

    Ich habe sehr viel geändert, habe mit Sport angefangen, alte Hobbys wieder aufleben lassen, besuche eine SHG , habe mehr soziale Kontakte.

    Ich wünsche dir einen regen, hilfreichen Austausch.

    LG Kyra

    Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir.
    (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Hallo Kyra,

    Danke, dass du mir geschrieben hast!

    In der Zeit seit der Entgiftung musste ich nicht viel unternehmen für die Abstinenz, weil ich gar keine Lust mehr auf Alkohol habe. Im Gegenteil, er stößt mich sogar ab. Der Schock über meine schlechten Leberwerte sitzt zu tief.

    In meiner freien Zeit bin ich jetzt mit dem Kreuzband in Kontakt getreten und nehme regelmäßig an den verschiedenen Angeboten Teil.
    Und ich kann ja jetzt wieder jederzeit Auto fahren und deswegen endlich wieder bei den Fußballspielen von meinem Sohn zusehen, oder abends mit Freunden was unternehmen. Das ist wirklich die größte Befreiung.
    Das einzige was sich wirklich stark verändert hat, sind meine Gefühle. Ich werde regelrecht von ihnen überrollt- Trauer, Traurigkeit, und eine leicht depressive Stimmung habe ich seit dem Entzug. Ich hoffe, das wird wieder besser. Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?


    LG Zuckerwatte

  • Hallo Zuckerwatte und willkommen zurück.

    Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?

    Ja, definitiv.
    Der Alkohol hat das Neurotransmittersystem ziemlich verstellt und ohne Alkohol kommt es nun zu Über- und Unterreaktionen.
    Die gute Nachricht ist, das Gehirn kann den Zustand vor dem Alkohol weitestgehend wieder herstellen, aber dafür braucht es Zeit und deine Geduld. Mit einem Leben nach den Grundbausteinen kannst du diesen Prozess unterstützen.

    Ich habe mehrere Monate gebraucht, bis sich vieles wieder normalisiert hatte. Jahrelang habe ich mit Alkohol das System zunehmend gestört und nun konnte ich nicht erwarten, dass alles binnen Wochen wieder hergestellt wird.

    Gibt dir die Zeit und finde Wege, wie du mit deinen Gefühlen umgehen kannst. Das kann alles mögliche sein, Auseinandersetzung mit der Krankheit, Achtsamkeit und Selbstfürsorge erlernen, alte Interessen wiederbeleben, neue finden, hier im Forum lesen und schreiben und vieles mehr. Probiere dich aus.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Zuckerwatte,

    schön, dass Du hier zurück gefunden hast und bereits einige Wochen abstinent bist.
    Wie ist es Dir in dem letzten halben Jahr ergangen? Gibt es Dinge, die Du verändert hast? Wie geht es Dir heute?

    Ja, auch ich kenne Stimmungsschwankungen im ersten Jahr. Die körperliche Entgiftung ist relativ schnell durch, aber die Psyche braucht etwas länger.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Der Schock über meine schlechten Leberwerte sitzt zu tief.

    Hallo Zuckerwatte,

    waren die schlechten Leberwerte Deine „Motivation“ mit dem Trinken aufzuhören? Die Leber erholt sich oft wieder (wenn keine Zirrhose vorliegt) nach einiger Zeit. Wie wird es für Dich sein, wenn Deine Leberwerte bei der nächsten oder übernächsten Kontrolle deutlich besser oder sogar „gut“ sind?
    Hast Du zu hundert Prozent kapituliert, was den Alkohol angeht?


    Viele Grüße Sue

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Hallo Zuckerwatte,

    schön, dass Du hier zurück gefunden hast und bereits einige Wochen abstinent bist.
    Wie ist es Dir in dem letzten halben Jahr ergangen? Gibt es Dinge, die Du verändert hast? Wie geht es Dir heute?

    Ja, auch ich kenne Stimmungsschwankungen im ersten Jahr. Die körperliche Entgiftung ist relativ schnell durch, aber die Psyche braucht etwas länger.

    Hallo Tabsi,

    Das letzte halbe Jahr (vor der Abstinenz) war echt die Hölle. Immer den alk besorgen zu müssen, nie zu wissen, wann ich im ‚gefährlichen‘ Entzug bin und die schlechte gesundheitliche Verfassung (Übelkeit, Durchfall, Schlaflosigkeit), Mühe in der Arbeit alles auf die Reihe zu kriegen - das alles will ich nie wieder erleben.
    Ich mache wieder mehr Sport, kann wieder zu den Fußballspielen von meinem Sohn fahren und habe meine Ernährung umgestellt. Es geht mir soviel besser ohne Alkohol! Und Gott sei Dank habe ich selten suchtdruck, das ist echt ein Geschenk, worüber ich sehr dankbar bin.

  • Hallo Zuckerwatte,

    waren die schlechten Leberwerte Deine „Motivation“ mit dem Trinken aufzuhören? Die Leber erholt sich oft wieder (wenn keine Zirrhose vorliegt) nach einiger Zeit. Wie wird es für Dich sein, wenn Deine Leberwerte bei der nächsten oder übernächsten Kontrolle deutlich besser oder sogar „gut“ sind?
    Hast Du zu hundert Prozent kapituliert, was den Alkohol angeht?


    Viele Grüße Sue

    Hallo Sue,

    selbst wenn meine Leberwerte wieder einigermaßen in Ordnung sind, es kann, wenn man wieder zu trinken anfängt, schnell wieder bergab gehen, weil die Leber sich das ja auch gemerkt hat. Was mich aber auch noch vom trinken abhält, ist die panische Angst vor den Entzugserscheinungen! Ich habe hundertprozentig vom Alkohol kapituliert. Er hat mein Leben so unglaublich schlecht gemacht.
    wie lange bist du schon trocken? Und wie geht es dir damit?

  • wie lange bist du schon trocken? Und wie geht es dir damit?

    Ich bin seit 14 Jahren trocken (und solange auch hier im Forum) und liebe mein abstinentes, trockenes Leben 🙂 Die totale Kapitulation ist die wichtigste Voraussetzung, sonst wird das auf Dauer nichts…

    Bleibe am Ball, es lohnt sich. Hast Du Dir unsere Grundbausteine angeschaut? Sie sind der Grundpfeiler.

    Viele Grüße Sue

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Hier sind sie, die Grundbausteine, auf denen unsere SHG aufgebaut ist:

    Anklicken und lesen.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich bin seit 14 Jahren trocken (und solange auch hier im Forum) und liebe mein abstinentes, trockenes Leben 🙂 Die totale Kapitulation ist die wichtigste Voraussetzung, sonst wird das auf Dauer nichts…

    Bleibe am Ball, es lohnt sich. Hast Du Dir unsere Grundbausteine angeschaut? Sie sind der Grundpfeiler.

    Viele Grüße Sue

    Hallo Sue,

    Jetzt hab ich mir grundbausteine durchgelesen, danke für den Tipp!
    Was liebst du besonders an deinem abstinenten Leben?
    Was ich jetzt schon genieße ist, dass sich das Leben endlich wieder auch um andere Dinge dreht als nur um den sch… Alk😁

  • moin zuckerwatte

    pass etwas auf dich auf, diese freude am anfang endlich nicht mehr trinken zu müssen kenne ich auch, von mir selbst und auch der langen arbeit hier im forum. da hab ich aber auch gelernt das diese erste zeit der freude auch eine gewisse gefahr mit sich bringt weil man sich schlicht im ersten überschwang zu sicher ist es geschafft zu haben. da kann ein plötzlicher saufdruck mit einem schlag alles zu nichte machen. ich will dir nichts unterstellen, sondern einfach nur sagen, pass etwas auf, die sucht lauert überall und versucht dich zurück zu holen.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Was liebst du besonders an deinem abstinenten Leben?

    Ich liebe mein Leben mittlerweile ganz allgemein.

    Bei mir haben sich im Laufe meiner Trockenheit so ziemlich alle Lebensbereiche geändert (Lebenssituation / Beziehung, Beruf, Wohnort, Freizeit, innere Zufriedenheit, körperliche Fitness, etc). Die meisten Veränderungen hätte ich nicht geschafft, wenn ich noch trinken würde.
    Wichtigste Veränderung: ich bin jetzt glücklich mit meinem Leben. Und damit meine ich nicht, dass in meinem Leben alles toll läuft. Aber ich kann mit allem umgehen ohne den Alkohol als angebliches „Lösungsmittel“.

    Wie Doro schon schrieb: pass mit der anfänglichen Euphorie auf. Diese Phase haben die meisten irgendwann, das kann dann aber auch schnell mal zu Leichtsinn führen.

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Ich liebe mein Leben mittlerweile ganz allgemein.

    Bei mir haben sich im Laufe meiner Trockenheit so ziemlich alle Lebensbereiche geändert (Lebenssituation / Beziehung, Beruf, Wohnort, Freizeit, innere Zufriedenheit, körperliche Fitness, etc). Die meisten Veränderungen hätte ich nicht geschafft, wenn ich noch trinken würde.
    Wichtigste Veränderung: ich bin jetzt glücklich mit meinem Leben. Und damit meine ich nicht, dass in meinem Leben alles toll läuft. Aber ich kann mit allem umgehen ohne den Alkohol als angebliches „Lösungsmittel“.

    Wie Doro schon schrieb: pass mit der anfänglichen Euphorie auf. Diese Phase haben die meisten irgendwann, das kann dann aber auch schnell mal zu Leichtsinn führen.

    Das hört sich ja echt toll an dass du so glücklich bist mit deinem Leben.
    Ja ich passe auf mit meiner Euphorie. Es ist nur so, dass ich den Alkohol mittlerweilen als meinen größten Feind betrachte. Ich habe gute Alternative Getränke gefunden und (so war’s bei mir immer) wenn ich Stress hatte, habe ich getrunken. Jetzt habe ich andere Methoden gefunden mit dem Stress umzugehen. Was mir auch hilft, ist die SHG. Ich weiß, da kann ich nicht mein Leben lang hingehen, aber jetzt für den Anfang finde ich es toll, dass es sowas gibt!

    Danke für deine Worte bzgl. Der Euphorie. Ich nehme mir sowas sehr zu Herzen.

  • moin zuckerwatte

    pass etwas auf dich auf, diese freude am anfang endlich nicht mehr trinken zu müssen kenne ich auch, von mir selbst und auch der langen arbeit hier im forum. da hab ich aber auch gelernt das diese erste zeit der freude auch eine gewisse gefahr mit sich bringt weil man sich schlicht im ersten überschwang zu sicher ist es geschafft zu haben. da kann ein plötzlicher saufdruck mit einem schlag alles zu nichte machen. ich will dir nichts unterstellen, sondern einfach nur sagen, pass etwas auf, die sucht lauert überall und versucht dich zurück zu holen.

    Hallo Doro, davor habe ich gewaltig Angst, dass ich einfach aus Unachtsamkeit oder eben suchtdruck wieder was trinke. Ich gehe im Moment allen Situationen die mich dazu verleiten würden aus dem Weg. Einige Situationen, wo ich früher getrunken habe (Sportplatz, essen gehen) kann ich mittlerweile schon gut wieder aushalten… das macht mir Hoffnung

    Wie lange bist du schon trocken?

  • 25 jahre. du solltest eben allem aus dem weg gehen, so etwa das erste jahr sollte man wirklich auf alles verzichten was in irgend einer weise mit trinken zu tun hat. danach kann man sich langsam dem ganzen wieder nähern. bis dahin hat man seine trigger entlarvt und kennt die stolperstricke, die man natürlich dann auch weiterhin meidet. man weiß sicher wie man saufdruck entgegen wirken kann oder am besten allem aus dem weg geht was ihn hervorruft. es ist ein wirkliches lernen, man lernt sich auf eine neue, andere art kennen. man muß auch lernen mit schwierigen situationen anders umzugehen als bisher, denn das endete ja in schönster regelmäßigkeit im suff. es ist wichtig sehr aufmerksam durch die welt zu laufen, man muß seine nase schulen um den alk schon in kleinen mengen zu riechen bevor man ein angeblich alkfreies stück kuchen ißt, all sowas halt.

    damit ist man gut beschäftigt. aber du hast ja schon wieder einiges neu belebt was durch den alk gelitten hat, das ist ein guter weg. schau das du da dran bleibst, lange weile ist auch so ein punkt den man meiden sollte. und ganz wichtig, wenn du saufdruck hast, hier melden, irgendwer ist immer da zum texten und dann ist das schnell wieder vorbei. in der regel ist man nach einem jahr dann so firm in allem das es deutlich leichter wird trocken zu bleiben.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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