Zuckerwatte_77 - Vorstellung

  • ich gehöre ja zur fraktion tacheles; ich red nicht um heißen brei warum ich absolut nix mehr mit alk zu mir nehme. ich bin seit 25 jahren trocken, punkt. gerade bei so veranstalltungen wie osterfeuer, dorffest und was es so alles gibt geh ich ja dann doch ab und an vorbei um ne bratwurst zu essen, meistens um die enkel mit zu beaufsichtigen weils halt total voll ist. wenn mir da wer alk anbietet kommt von mir, ne danke ich bin seit .... trocken, und zack, die säufer verdunsten augenblicklich. fast wie der teufel im film, in nem schwefelblitz wenn du ihm weihwasser entgegen hälst. die mögen es in der regel gar nicht mit dem thema konfrontiert zu werden denn die meisten wissen genau das sie süchtig trinken. und in spiegel schauen tut weh.

    es reicht also so gut wie immer einfach klar zu stellen das du nicht mehr mittrinkst. dann verabschieden sich die trinker eh ganz schnell. und mit der zeit wirst du auch feststellen das dich da nichts mehr hin zieht. wenn du ihnen zuhörst merkst du wie belanglos und oft leider auch sehr dämlich das besoffene geschwätz ist. halt dich also fern und wenn man zu dir kommt gibt es tee und mineralwasser. der rest regelt sich von allein.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • fast wie der teufel im film, in nem schwefelblitz wenn du ihm weihwasser entgegen hälst. die mögen es in der regel gar nicht mit dem thema konfrontiert zu werden denn die meisten wissen genau das sie süchtig trinken. und in spiegel schauen tut weh.

    Das war bei mir immer anders.

    Erwähnte mir wer gegenüber er sei trockener Alkoholiker, habe ich mir zu gerne den Werdegang und den Weg hinaus erzählen lassen.

    -Es ist nie zu spät für einen neuen Anfang-

  • Vielleicht, weil Du da schon, ggf. Noch unbewusst, für Beispiele offen warst, wie eine "Trocknung" gelingen kann?

    So ging es mir ein, zwei Jahre vor dem Start hier. Wenn da was von trinkenden oder nicht-trinkenden Promis zu lesen war, hab ich das mit zunehmendem Interesse gelesen (klammheimlich).

    Jahre früher hab ich zu meinem damaligem Partner gesagt: Lass uns mal auf unseren Konsum achten, sonst müssen wir irgendwann auch ganz aufhören (damals eine schreckliche Vorstellung für beide). War natürlich schon zu spät...

  • So ging es mir ein, zwei Jahre vor dem Start hier. Wenn da was von trinkenden oder nicht-trinkenden Promis zu lesen war, hab ich das mit zunehmendem Interesse gelesen (klammheimlich).

    So ging es mir auch! Ich habe Berichte von trockenen Alkoholikern quasi verschlungen. Da war das Unterbewusstsein wohl schon weiter…

  • Ich bin zwar keins von den Mädels, aber mich hat schon mal ein nasser Alki gefragt, wie ich es schaffe, so gut drauf zu sein. Tja. Ich bin trockener Alki, das ist der kleine Unterschied.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • wer mir dann zuhört und nachfragt bekommt selbstverständlich auch ne gescheite antwort, und der geht mir dann auch nicht mit "eins geht doch" auf den zeiger. wie rennschnecke sagt, ich gehe auch davon aus das hier im kopf schon das umdenken angefangen hat und man einen weg aus der sucht sucht. wiziges wortspiel. was sucht die sucht eigentlich immer? egal. jedenfalls braucht es bei menschen die zuhören dann oft nur noch einen kleinen schubbs, manchmal in vorm von führerschein weg, um dann auch ins tun zu kommen.

    ich setzt mich in dem fall gern mit dem betroffenen hin und erkläre die wege, erzähle hier vom forum, der suchtberatung, und was es so alles gibt. wenns passt biete ich auch an mal mit zu gehen. ich hatte schließlich auch wen der händchen gehalten hat. beim weg raus bin ich da, gar keine frage.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Jetzt beginnt meine 10. Woche ohne Alkohol. Was mir richtig gut tut, sind die Chats vom Kreuzbund, das ist toll, dass es sowas gibt.
    Leider merke ich auch, wieviel ‚Zeit‘ ich mit trinken verbracht habe und dass ich diese Zeit jetzt ‚umnutzen‘ muss- da steht mir zur Zeit leider meine Depression im Weg. Das heißt ich verbringe viel Zeit mit ‚nichtstun‘ und fühle mich deswegen schlecht. Allerdings merke ich auch, dass mir die Ruhe gut tut. Wie war das bei euch so am Anfang- habt ihr diese Zeit gleich ‚füllen‘ können?

  • Ja, das sagt mir was. Ich habe am Anfang viel gekocht, gebacken, bin schwimmen gegangen, oder ins Gym. Dann kam Corona, Lockdown 1. Der ängstigte mich, denn ich musste was neues finden weil das Bad und das Gym dicht machten.

    Hab dann das Wandern entdeckt. Ganz alleine für mich, bin ich endlos wandern gegangen. Einmal gar 42 km an einem Tag. Der Lockdown entpuppte sich zu meinem persönlichen Glücksfall… hab mich selbst beim wandern kennengelernt.

    Ist ja klar dass da viel Zeit frei zur Verfügung steht.

    Gottseidank ist das Leben reich an Dingen, die zu erleben wunderbar sind.

    2 Mal editiert, zuletzt von °Avalon° (5. November 2026 um 18:28)

  • Ich habe alte Hobbies aufleben lassen, für die ich zu Trinkzeiten nie Muse hatte….Malen, basteln, lesen…. sogar das Häkeln habe ich angefangen, mochte ich als Kind gar nicht, aber in den Wintermonaten total entspannend. Die Hände sind beschäftigt und der Kopf ist frei.
    Probier Dich aus, entdecke Altes und Neues…

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hatte und habe die gleichen Hobbies: Malen, Musizieren, Basteln, Kochen, Häkeln, Stricken, Lesen, Filme, Podcasts, Radfahren, Ehrenamt im Tierschutz. Da hat sich bei mir nichts geändert. Mir fällt derzeit nichts neues ein, was ich noch machen könnte. Was wäre ein Hobby für dich?

  • Wenn es eben gerade das Nichtstun ist das dir gut tut, dann ist das eben so. Nüchtern hab ich erst gelernt, dass auch ich Zeiten brauche, in denen einfach mal nix passiert.
    Aber ich bin gleichzeitig auch aktiv. Sport mache ich regelmäßig. Auch Häkeln und Stricken hat mir sehr geholfen gegen den Impuls z.B. bei einem Film Wein zu trinken.

    Und nebenbei produziert man schöne Dinge für Freunde und Familie- oder auch für sich selbst.

    Nimm dir die Zeit die du brauchst.

  • Ich habe ein Ehrenamt angenommen, das mir sehr am Herzen liegt, mich erfüllt und bei dem ich auch viel Verantwortung für junge Menschen trage. Unter Alk wäre das nicht denkbar, nicht möglich gewesen. Es macht heute einen großen Teil meines neuen Lebens aus.

    Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden (frei nach Kierkegaard)

  • Ich habe auch Depressionen und bisher gar kein neues Hobby angefangen - obwohl ich mir in Vorbereitung meiner Abstinenz sogar ein gebrauchtes Instrument besorgt hatte, das ich immer schon gern spielen lernen wollte.

    Dagegen hat sogar mein liebstes Hobby, Bücher, gelitten, weil ich so viel im Forum bin - ist wohl gerade wichtiger für mich. Es hat auch sehr lange bei mir gedauert, bis ich mehr Energie und Antrieb spürte und besser schlief.

    Das scheint bei jedem anders zu laufen. Deswegen mache ich mir da keinen Stress, sondern versuche in mich hineinzuhören, was ich gerade brauche. Und ganz oft ist das einfach Ruhe.

  • Ich hatte anfangs sehr viel Euphorie. Wollte alles ändern, alles neu.

    Das kippte sehr schnell. Machte mir alles keinen Spaß, langweilte mich. Also ließ ich es gefrusstet wieder.

    Entdeckte dann die kleinen Klemmbausteine (wie Lego, nur in klein). Da gibt es schöne Objekte und mich hat es gut abgelenkt diese Schritt für Schritt nach Anleitung zu erbauen. Leider sind diese Bausätze recht teuer geworden. Da entdeckte ich die booknooks. Kleine Fisselarbeit, super zum Abschalten.

    Spaziergänge, immer mal woanders, Nordic Walking und radeln. Seit letzter Woche eine 10er Karte ( erst mal um es auszuprobieren) fürs Gerätetraining.

    Ich lese seit ein paar Wochen wieder und zwar nicht mehr psychologische Ratgeber sondern tolle Romane. Wir haben hier in der Stadt Stationen, wo man sich gebrauchte Bücher aus einem Schrank mitnehmen kann. Man lässt dafür etwas Geld da oder stellt von sich ein ausgedientes hin. Tolle Sache, da greife ich immer gerne zu. Gestern erwischte ich eines, über die Herstellung kleiner Schnitzereien. Ein ganz neues, aktuelles Buch. Habe mich voll darüber gefreut. Bin ich demnächst wieder im Wald sammel ich Äste und probiere es mal.

    Und alles ohne festen Plan. Immer so, wonach mir gerade ist. Und wenn mir nach nichts ist, dann ist mir eben mal nach nichts. So funktioniert es sehr gut für mich.

    -Es ist nie zu spät für einen neuen Anfang-

  • Und ich klapper alle möglichen Ärtze für Vorsorgeuntersuchungen ab. Bei meiner Krankenkasse bekomme ich da Bonuspunkte für, die ich in Prämien oder Bargeld eintauschen kann. 😉

    -Es ist nie zu spät für einen neuen Anfang-

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