Tischgebet - Kaum mehr zum aushalten

  • Hallo,

    mein Sohn ist 29 Jahre alt und hat sein Leben lang schon mit psychischen Problemen zu kämpfen und ALkohol als Medikation genommen. Seine Kindheit war nicht einfach, Schule gemobbt , bei den Großeltern zeitweise gelebt die zwar große Liebe hatten aber zu alt um dies zu erkennen welche Hilfe er braucht. Ich hatte große Probleme in der Zeit. Er hatte drei lange Beziehungen die alle wegen den ALkohol scheiterten. Er ist nüchtern der liebste Mensch und klug und fleißig. Seine letzte Partnerin trennte sich vor kurzen und stellte ihn von heute auf morgen auf die Straße. Die Trennung hat ihn in ein Loch geworfen und er hatte Abstürze, drei Tage nur trinken dann am nächsten Tag bittere Vorwürfe und Versprechungen das es nie wieder vorkommt. Und voller Kraft sagte er es geht los ohne ALkohol. Schon einen Tag darauf wieder getrunken. Und psychisch am Ende, wie noch nie. Er sagte selber er geht stationär und ging heute in ein BKH. Er ruft mich seither an das er sofort heim geht den er bekommt sein Kautabak nicht und sein Nasenspray, das braucht er wegen seiner Schleimhautentzündung und ich bin an allem Schuld das es ihm so geht. (das sagt er sein Leben lang) wenn er sauer ist oder betrunken ist dann bin ich schuld an allem. Dann wieder redet er ganz anders und sagt das ich es auch nicht leicht hatte. Und ich bin restlos fertig weil ich alles für ihn gemacht habe , finanziell und auch so . Ich bekomme nur Anrufe und schuld zuweisungen ich solle ihm abholen er bleibt nicht dort und ich als Mutter schaue zu das er dort mit 3 Leuten im Zimmer schlafen muss und seinen Kautabak nicht bekommt. Ich bin nervlich fertig. Ich weiss nicht mehr wie ich mich verhalten sollte, ohne ihn noch mehr zu schaden oder das er meint ich lasse ihn im Stich. Ich kann als Mutter nicht mehr.

  • Mein Sohn ist seit heute im BKH Alkohol und Psychische Erkrankung. Aber er braucht psychologische Gespräche engmaschig, denn das ist das Problem das er zu Alkohol greift weil nichts aufgearbeitet wurde. Gibt es eine Klinik die sofort Aufnahme macht und wo man dort Gespräche hat und so eine Art Reha oder Kurz Therapie macht.? Wir kommen aus Bayern. Im Internet lese ich nur für privat Patienten gibt es solche Kliniken. Aber gesetzlich versichert??? Weiß jemand was? Er will dort nicht bleiben, mit mehreren Leuten im Zimmer usw..

  • Hallo Tischgebet,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Es ist schwierig, wenn erwachsene Kinder abhängig sind. Als Eltern kann man da nicht wirklich etwas ausrichten. Du kannst nur für Dich selbst sorgen und für ausreichend Abstand.

    Bitte eröffne für Dich persönlich keine weiteren Themen, sondern schreibe hier einfach weiter.

    Wir hier sind eine Selbsthilfegruppe, die durch den Austausch von eigenen Erfahrungen lebt.

    In Kürze wird sich eine entsprechende Moderatorin melden, die für den Angehörigenbereich zuständig ist.

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tischgebet, herzlich willkommen,

    das ist wirklich eine schlimme Situation, in der du bist. Es ist schon für mitbetroffene Partner sehr schwer, eine Grenze zwischen sich und dem Alkoholiker zu ziehen aber wenn es das Kind ist, ist das nochmal schwieriger.

    Du hast im Grunde genommen bisher alles menschenmögliche getan, mehr geht nicht. Denn du kannst deinem Sohn nicht helfen solange er in der Sucht steckenbleibt.

    Hier ist der Link für die Bewerbung für den Austausch:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Du brauchst nur draufzuklicken und dort dann kurz nochmal was zu schreiben. Nach der Freischaltung findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige wieder.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Linde66 12. Mai 2026 um 13:33

    Hat den Titel des Themas von „Kaum mehr zum aushalten“ zu „Tischgebet - Kaum mehr zum aushalten“ geändert.
  • Hallo Tischgebet,

    auch von mir herzlich Willkommen hier bei uns in der SHG.

    Ich habe dich gerade eben für die Teilnahme im Forum freigeschaltet und dein Thema in den Angehörigenbereich verschoben. Jetzt kann der Erfahrungsaustausch losgehen. Die ersten 4 Wochen schreibe bitte noch nicht bei den neuen Teilnehmern mit den orangeroten Namen im Vorstellungsbereich.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Tischgebet,


    ich wohne auch in Bayern... Entgiftungs- bzw. Rehakliniken mit psychologischer Betreuung, die direkt einen Termin frei haben, wird dein Sohn schwer finden...

    Mein Mann hatte das gleiche Problem. Dann hatte er endlich einen Termin für die Entgiftung, die hat er auch freiwillig für 2 Wochen angetreten, danach dann die Langzeit beantragt, was wider Erwarten sehr schnell ging. 2 Wochen bis der Antrag fertig war und dann nur 2 Wochen bis es genehmigt war. Dann nochmal 5 Wochen bis die Langzeit endlich beginnt. Er hatte jetzt nochmal einen Rückfall. Seit er allerdings weiß, wann die Langzeit los geht, diszipliniert er sich selbst!

    Aber für all das ist die Voraussetzung das Wollen des Süchtigen. Anders hat es überhaupt keinen Sinn!

    Wenn du einen Therapieplatz für deinen Sohn suchst und er das eigentlich gar nicht möchte, dann kannst du es gleich bleiben lassen! Ich weiß, das klingt hart und wenn es um den eigenen Sohn noch viel mehr, als wenn es "nur" der Partner ist, aber das ist leider so...


    Liebe Grüße

  • Hallo Tischgebet,

    ich bin als Alkoholikerin hier, habe aber auch eigene Co-Erfahrung in Bezug auf ein Geschwister, darum melde ich mich auch in diesem Teil des Forums öfter zu Wort.

    Mir ist noch nicht ganz klar: Ist er auf einer Entgiftungsstation? Wofür steht "BKH"?

    Bei einer stationären Entgiftung im Krankenhaus sind Mehrbettzimmer wohl nicht ungewöhnlich. Er kann froh sein, dass er so schnell einen Platz bekommen hat - es gibt so viele von uns - und viele davon sind Drehtürpatienten.

    Wenn es sich um einen sogenannten qualifizierten Entzug handelt, gibt es auch ein bisschen mehr psychologisches Programm. Aber auch das ist kein Hotel, denn hier geht es nur um einen sicheren körperlichen Entzug, als Basis für alles Weitere.

    Es tut mir leid, aber so, wie er jetzt schon rumjammert und mit fast 30 nach Mama ruft, scheint er, vielleicht unbewusst, nach Gründen zu suchen, weshalb es auch diesmal nicht klappen kann.

    Da fehlt mir die Einstellung, jede Chance zu nutzen, die er bekommt, stattdessen sehe ich eher Rückzug in die offenbar vertraute Opferrolle. Egal, wie viel Schweres hinter ihm liegt: Mit der Opferhaltung macht er es sich nur noch schwerer.

    Vor Ort gibt es Ansprechpartner vom Fach, an die er sich wenden kann, die ihn auch bei der Organisation von Abschlussmaßnahmen unterstützen. Die kennen sich da aus, Du nicht.

    Mein Rat: Verweise ihn an die Experten und sag ihm, dass Du jetzt auch mal eine Pause brauchst, und deshalb seine Nummer eine Weile blockierst.

    Klingt hart, ist aber auch für ihn die einzige Chance, erwachsen und nüchtern zu werden.

    (Ich selbst habe nach einer ambulanten Entgiftung eine Kombi aus stationärer und ambulanter Reha gemacht (von mir mithilfe der örtlichen Suchtberatung veranlasst) und hatte auch Depressionen, bevor ich in die Sucht rutschte (weil ich lange Zeit lieber soff, als mich auf Antidepressiva einzulassen).

    Ich musste auch lange nach einer Rehaklinik mit Einzelzimmern suchen, weil ich mir (doppelt so alt wie Dein Sohn) ein Mehrbettzimmer auch nicht vorstellen konnte. Musste dann eben länger warten.

    Nasentropfen waren bei uns auch nicht erlaubt, manche Alkoholiker waren auch medikamentenabhängig. Das Essen war bescheiden, die Ergotherapie auch, aber: Ich hatte ja kein Hotel gebucht, sondern die Chance auf einen Neubeginn, und die habe ich dankbar genutzt.

    Und jetzt bin ich in dieser SHG, um meine Abstinenz weiter zu festigen. Denn geheilt werde ich nie sein.

    Diese Einsicht muss er selbst bekommen, die kann nicht von außen erzwungen werden - höchstens angeregt durch Lebensgeschichten von Alkoholikern. (Dazu haben wir einen eigenen Faden mit Literatur- und Filmtipps).

    In Kürze: Er ist gerade sicher aufgehoben, auch wenn ihm die Medizin noch nicht schmeckt - jetzt bist Du dran, für Dich!

    Einmal editiert, zuletzt von Rennschnecke (12. Mai 2026 um 18:22)

  • Hallo Tischgebet,

    es liest sich ein wenig so, als wenn du für ihn nach einem Strohhalm suchst, dem perfekten Platz fürs perfekte Ergebnis. Aber es ist seine Sache, was er aus der von den Profis dort angebotenen Hilfe macht. Doppelzimmer kann auch eine Chance sein. Es ist immer jemand zum reden da.

    Bitte teile ihm auf gar keinen Fall diese Internetseite hier mit. Das ist jetzt DEINE Selbsthilfegruppe.

    Über die Jahre hier hat sich gezeigt, wenn jemand wirklich selber von sich aus trocken werden will und sein Leben dafür umkrempelt und Hilfe annimmt, kann er es schaffen. Aber von außen Hilfe nachtragen, und sei es noch so gut gemeint, bringt nichts.

    ich bin an allem Schuld das es ihm so geht. (das sagt er sein Leben lang) wenn er sauer ist oder betrunken ist dann bin ich schuld an allem.

    Wie lange will er noch am Rockzipfel hängen? Er ist fast 30. Soll er sich endlich auf den Weg ins Erwachsenenleben machen.

    Und wie lange willst du dir noch Schuld einreden lassen? Irgendwann ist auch mal gut. Keine Mutter und kein Vater ist perfekt.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!