Dry_Steve - Hallo in die Runde - Meine kleine Vorstellung

  • Unter Hilfssystemen verstehe ich z.B. akute Hilfe durch den Notfallkoffer oder längerfristige Hilfen durch Therapie und SHG. Es muss für den ehemaligen Alkoholiker tragfähig sein, damit er es auch für die jeweilige Situation annehmen kann.

    Nein, nicht das, was man annehmen kann.

    Sondern das, was ich annehmen konnte. Es geht nicht um den Alkoholiker im Allgemeinen. Es geht um mich als Alkoholiker. Das ist ein Unterschied.

    Sucht zu stoppen war für mich nie eine Kopfsache und auch kein Lehrbuchthema. Ich musste nicht erst jedes „Warum“ verstehen. Ich musste aufhören zu saufen und mein Leben verändern. Ich hatte keine Therapie und keine betreute Aufarbeitung. Außer der überwachten Entgiftung und diesem Forum.

    Damit das nicht falsch verstanden wird. Ich habe überhaupt nichts gegen Therapien, Kliniken, Selbsthilfegruppen oder andere Hilfsangebote. Im Gegenteil. Alles, was einem Alkoholiker hilft, trocken zu werden und trocken zu bleiben, hat seine Berechtigung. Nur abnehmen kann einem diese Arbeit niemand.

    Für mich war das Zauberwort deshalb nicht Therapie oder Nicht-Therapie. Es war und wird immer bleiben: „Selbsthilfe“.

    Es war konsequente Risikominimierung. Ich habe mir eine einfache Frage gestellt: Was spricht eigentlich dagegen, erst einmal den Erfahrungen von Menschen zu folgen, die seit vielen Jahren trocken leben?

    Die Antwort war einfach: Nichts.

    Also habe ich genau das gemacht.

    Alkoholfreies Umfeld. Alte Saufbekanntschaften auf Abstand. Im ersten Jahr keine Feiern, keine Partys und keine Veranstaltungen, bei denen Alkohol selbstverständlich dazugehört. Die frei gewordene Zeit habe ich genutzt, mir Schritt für Schritt ein neues abstinentes Leben aufzubauen.

    Ja, das bedeutet Verzicht. Ja, das ist manchmal unbequem. Aber Alkoholismus ist nun einmal keine Wellnessveranstaltung.

    Was mir bei dir auffällt. Du diskutierst über viele Möglichkeiten. Dagegen ist nichts einzuwenden. Mich interessiert aber etwas anderes.

    Wie sieht dein Weg im Alltag aus? Ist deine Wohnung alkoholfrei? Wie gehst du mit Sauf-Freunden um? Was machst du bei Feiern? Welche Veränderungen hast du tatsächlich vorgenommen?

    Denn genau dort entscheidet sich für mich Abstinenz. Nicht in Gedankenmodellen, sondern im täglichen Leben. Reden konnte ich als nasser Alkoholiker übrigens auch hervorragend. Erklären, begründen, analysieren, philosophieren.

    Das alles hat mich keinen einzigen Tag trocken gehalten. Trocken geblieben bin ich erst, als aus Worten Veränderungen wurden.

    Reden kann jeder. Tun muss man selbst. Oder wie es hier seit Jahren heißt. Tun muss man tun.

    Alles Gute dazu.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Also. Dieser Faden ist jetzt eine wahre Fundgrube

    Das hier ist aber auch ein Selbsthilfeforum. Wie wir es machen wurde bereits sehr ausgiebig geschrieben.

    Und jetzt zurück zu dir.

    Ist Alkohol noch jeden Tag in deinem Kopf?

    Wie sieht es mit Suchtdruck aus? Was triggert dich derzeit? Hast Du schon etwas von den Grundbausteinen umgesetzt? Wie läuft dein Tag derzeit ab?

    Vor allem, was hast du bereits verändert?

    Wie gehst Du HEUTE in deinem Alltag damit um, wenn solche Stimmungen auftauchen?

    Auch auf diese Frage ist es wichtig eine Antwort für dich zu finden.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Hallo Steve,

    ja, das sind Wasserstandsmeldungen. Und die sind gut. Sie zeigen, wie es dir gerade geht. Sie zeigen aber noch nicht, wie du deinen Weg gehst.

    Im Moment lese ich vor allem, dass du keinen Suchtdruck hast, dass nichts triggert und dass sich alles stabil anfühlt. Das freut mich – aber das ist nur der Ist‑Zustand. Wasserstand. Keine Wegbeschreibung.

    Genau deshalb ist der Austausch hier wichtig. Nicht nur, um zu erzählen, wie der Tag gefühlt war. Das sind Momentaufnahmen. Spannender ist für mich die Frage, was du konkret tust, damit die Sucht keine Chance bekommt. Was meidest du? Was hast du verändert? Welche Grundbausteine stehen wirklich? Welche Schutzmechanismen nutzt du im Alltag – nicht theoretisch, sondern praktisch? Wie sieht dein Tagesablauf aus, der dich trägt?

    Für mich zeigt sich der Weg nicht im Denken, sondern im Handeln. Und wenn du einen anderen Weg gehen möchtest oder die Empfehlungen hier nicht umsetzt, ist das selbstverständlich deine Entscheidung. Dann ist es eben dein Weg.

    Nur sollte man sich später ehrlich fragen, ob das Ergebnis die Folge der Sucht war oder die Folge der Entscheidungen, die man unterwegs getroffen hat.


    Alles Gute für weiterhin

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Herzlichen Glückwunsch zu 3 Wochen ohne Alkohol, Steve.

    Und wie sieht dein alkoholfreies Leben nun aus? Ich schrieb dir ja, dass ich ganz viele Dinge geändert und dadurch irgendwie gar keine Zeit für einen Durchhänger hatte.

    Was hast du denn gegenüber deinem Leben mit Alkohol geändert? Fallen dir die Änderungen leicht?
    Ich hatte ja ganz ganz viele Ideen, aber nicht alle habe ich bisher umgesetzt (noch kein Sprach- oder Tanzkurs, noch keinen Pullover gestrickt) bzw. sind schon zu festen Ritualen geworden (der Sportkurs am Mittwoch).

    Aber ich lebe dennoch ein anderes erfüllteres Leben und bin sehr zufrieden damit.

    Liebe Grüße Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

  • Hallo Kyra, ich mache eine Sucht-Gesprächstherapie, die mir sehr hilft. Außerdem habe ich kein Bier (mein Lieblingsalkohol) mehr im Haus. Das Weglassen von Alkohol fällt mir viel leichter als anfänglich gedacht. Das Nüchtern sein gibt mir mehr, als das betrunkene Gefühl.

    Wenn man Alkohol trinkt (zumindest so wie ich es getan habe), hat man für 2 bis 5 Stunden "seinen Spaß", danach wurde ich schnell müde und am nächsten Tag fühlte ich mich emotional und körperlich schlecht. Emotional schlecht, weil ich von mir enttäuscht war wieder getrunken zu haben. Jetzt geht es mir den ganzen Tag sehr gut und kann Nachts besser schlafen. Auch die Selbstachtung kehrt langsam zurück.

    Alles ist besser ohne Alkohol. Das ist doch schonmal ein guter Grund oder?

  • Außerdem habe ich kein Bier (mein Lieblingsalkohol) mehr im Haus.

    Aber doch noch anderen Alkohol? Ein völlig alkoholfreier Haushalt ist wirklich am Besten!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

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