• Habe jetzt, nach 4 Jahren Beziehung, gemerkt, dass ich in einer CoAbhängigkeit stecke.

    Er trinkt täglich, wieviel genau, weiß ich nicht, wir leben nicht zusammen. Er hat immer 3 Tage frei, dann 19 Std Arbeit ( dort trinkt er nicht, da verboten)

    Liegt jetzt zum 2mal in 4 Monaten im Krankenhaus, ist kollabiert, immer wenn er nüchtern sein muss. Denke, es hängt damit zusammen, 3 Tage viel und dann plötzlich nichts mehr zu trinken.

    Eine Trennung fällt mir schwer, da er nicht aggressiv oder sonst unangenehm wird, wenn er trinkt. Aber ich merke es, wenn er zuviel hat, wird dann immer komisch, redet anders usw

    Denke,er verliert jetzt seinen Job und damit auch die Wohnung( ist gekoppelt).

    Will mir einfach keine Sorgen mehr machen müssen, Einsicht seinerseits null.

    Lebe alleine im nichtdeutschsprachigem Ausland und er unterstützt mich in allen Organisationsdingen, bequem für mich....

    Bin momentan noch "zwischen den Stühlen", obwohl ich ihm heute geschrieben habe, dass er in Zukunft gerne weiter trinken kann, aber ohne mich....

  • Hallo Issi,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo und willkommen Issi,

    ich habe dich freigeschaltet und du kannst dich hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern, du erkennst sie an den roten Nicks.

    Wer alkoholabhängig ist und dann plötzlich und ohne ärztliche Begleitung keinen Alkohol trinkt, hat einen sogenannten kalten Entzug. Anscheinend war das bei deinem Freund der Fall. Ein kalter Entzug ist sehr gefährlich, es kann sein, dass außer starkes Schwitzen, Zittern, Kreislaufproblemen nichts weiter passiert. Aber es kann auch zu schlimmen Zuständen kommen und zum Tod führen.

    Es ist also gut, dass er im Krankenhaus ist und medikamentös behandelt werden kann und unter ärztlicher Aufsicht ist.

    Dass du zwischen den Stühlen bist kann ich mir vorstellen. Er ist dir ja einerseits eine große Hilfe, wie du schreibst. Aber Alkoholiker sind immer suchtgesteuert und das bedeutet, die Sucht kommt immer zuerst. Das ist ein sehr starker Drang konsumieren zu müssen. Und das macht Abhängige unberechenbar und mehr und mehr unzuverlässig.

    Bin momentan noch "zwischen den Stühlen", obwohl ich ihm heute geschrieben habe, dass er in Zukunft gerne weiter trinken kann, aber ohne mich....

    Solche Androhungen sind sehr mit Vorsicht zu genießen. Aus eigener Erfahrung. Ich habe meinem ersten Mann immer wieder mit Trennung gedroht, es aber nie umgesetzt. Er hat mich irgendwann ausgelacht und nicht mehr ernstgenommen. Und das kannst du hier auch bei anderen Angehörigen immer wieder lesen.

    Deswegen ist es gut nur solche Ansagen zu machen, die du auch einhalten kannst. Alles andere macht dich irgendwann unglaubwürdig.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich lebe in Ungarn, Gesundheitssystem gerade in Bezug auf Sucht katastrophal. Im März hatte er ja bereits einen Vorfall (Epilepsie stand zur Debatte, war es dann nicht), denke eben auch, das ist dem kalten Entzug geschuldet.

    Er war 1 Nacht in der Notaufnahme, wurde dann mit 4 Blutdruckmedikamenten und 3 Medikamenten zum Entzug entlassen....einfach nur fahrlässig.

    Er ist dann zu Hause, also in seinem Haus wie ein Zombie rumgelaufen, absolut unverantwortlich, wenn jmd alleine lebt, konnte aber wg meinen Tieren nicht länger bei ihm bleiben. Er hat dann die Medis einfach weggelassen, außer gg den Hypertonus.

    Jetzt ist er seit 2 Tagen wieder im KH, meine Konversation beschränkt sich nur auf die Info, wie es seinen Hunden geht, die ich versorge.

    Er schreibt weiterhin "Schatz" und alles wie immer, obwohl ich ihm ja geschrieben habe, mit Alkohol, dann aber ohne mich.

    Ich lese hier so viel und habe auch mit jmd von CoDA telefoniert, bestärkt mich in meinem Entschluss.

    Werde ihn nicht mit "du bist Alkoholiker " konfrontieren, das streitet er ja vehement ab, sondern, "dass ich das mit dem Alkoholkonsum nicht leben kann", denn ein f2f Gespräch wird stattfinden. Ich kann auf ungarisch ihm das nicht am Telefon erklären, zu Hause kann ich im Notfall die Übersetzungsapp nutzen.

    Bin mir momentan sehr sicher und fühle mich sehr gestärkt durch die Berichte hier im Forum.

  • Zwischen den Zeilen lese ich, dass es sich hier weder um eine langjährige Beziehung noch um die große Liebe handelt. Ok er ist praktisch, aber das schaffst du schon.

    Guck dass jemand seine Hunde versorgt und gehe ohne lange Gespräche. Ein kurzes ‚Ich will nicht mehr mit dir zusammen sein‘ reicht. Klingt kalt, aber ist auch für ihn besser. So lange er seine Sucht nicht einsieht sprecht ihr sowieso verschiedene Sprachen (hier sogar doppelt).

    Rette dich und mach dir ein schönes Leben ohne ihn.

  • Er ist meine große Liebe und wir sind seit 4 Jahren zusammen. Im Moment rette ich mich mit Pragmatismus und mit meinem Kopf.

    Mein Herz bricht gerade, nur weil ich das nicht schreibe ist es mir alles andere als egal und leicht.

    Versuche bitte nicht meine Worte zu analysieren.

    Danke

    Einmal editiert, zuletzt von Issi (16. Juli 2026 um 17:56)

  • AnnaBlume sry, mich hat der erste Teil deiner Antwort so tief getroffen, dass ich das Gefühl habe, ich muss mich verteidigen.

    Meine Welt und Zukunft bricht gerade zusammen, aber ich will hier nicht jammern, sondern mich erklären, welchen Weg ich einschlagen werde, auch zur Bestärkung.

    Das hilft mir unendlich und auch wenn ich nicht viele Emotionen in meinem Thread zeige, sind sie sehr wohl vorhanden. Ich vermisse ihn jetzt schon....;(

  • Meine Welt und Zukunft bricht gerade zusammen, aber ich will hier nicht jammern, sondern mich erklären, welchen Weg ich einschlagen werde, auch zur Bestärkung.

    Hallo Issi,

    ich weiß um die wichtige Rolle der Bestärkung. Da ich selbst noch tief in der Co-Abhängigkeit stecke und tückische Gedanken noch nicht immer als solche entlarven kann (was mich nicht in die Position für Ratschläge bringt), möchte ich dir nur sagen, dass die Entscheidung, sich zu trennen, viel retten kann (vordergründig für deine mentale Gesundheit, aber tatsächlich auch bei allen Beteiligten) und ich großen Respekt vor deiner Entscheidung habe. Ich wünsche dir viel Kraft!

    Liebe Grüße

  • Hallo Issi,

    ich drück dir die Daumen, dass es ein Gespräch auf Augenhöhe wird und Klarheit bringen kann.

    Ich bin gespannt, was du berichten wirst.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aurora

    Danke, das macht mir auch ein bißchen Druck, es wirklich zu tun und das ist gut.

    So entschlossen ich alles schreibe, gibt es in mir doch 2 Seiten:

    -abwarten, merk ja eigtl nur wenig von seiner Sucht, er ist so fürsorglich, liebevoll etc pp.

    - bis auf 2 Ohnmachtsanfälle und mal Nasenbluten, Schlafstörungen, keine Symptome, bild ich mir das alles nur ein?

    -ok, er ist gestolpert und war mehrmals unangenehm "komisch" ( meine Wahrnehmung)

    Kann ich evtl befreundet bleiben und ihm so helfen ?( Neeeeiiiiin)

    Der Zuspruch tut mir so gut, ich weine viel

    Danke, dass es dich und die Gruppe hier gibt ;(;(

  • Liebe Issi,

    ich glaube dieses Zweifeln an der eigenen Wahrnehmung und dieses "bilde ich mir das alles ein?" gehört zur Serienausstattung einer Co-Abhängigen. Ich bin jetzt seit 3 Monaten nach 7x on/off getrennt. Diesmal bleibe ich getrennt und im no contact, aber je nach innerer Verfassung zweifel ich auch jetzt noch rückwirkend an meiner Wahrnehmung. Sowas macht mich fast verrückt. Dann sage ich mir, egal ob er ein Alkoholiker ist (es gibt ja seitens von ihm keine Einsicht, keine Verantwortungsübernahme, bagatellisieren und keine offizielle Diagnose), sein Umgang mit Alkohol, die konsumierte Menge und sein sehr "nasses" Umfeld haben mich in 4 Jahren Beziehung immer mehr mental destabilisiert, für starke innere Unruhe gesorgt und meinen Selbstwert sehr stark demontiert. Ich habe meine Verantwortung zu mir zurückgeholt, arbeite nun alles mit Unterstützung auf und arbeite auch an meinem Selbstwert. Aber es ist noch ein Weg...

    Vertraue dir und deiner eigenen Wahrnehmung...


    P.S. mein Ex Partner hatte mit Mitte 50 auch recht wenig sichtbare Symptome (er trinkt seit 35 Jahren sehr viel und regelmäßig, seine Aussage). Allerdings ein getrieben sein, innere Unruhe, starkes nächtliches Schwitzen, Konzentrationsprobleme und Schwierigkeiten seinen "langweiligen" Alltag zu organisieren. Aber er ist voll berufstätig und lebt sein Leben in großer Geselligkeit. Also rein äußerlich sehr unauffällig.

    2 Mal editiert, zuletzt von Engel11 (17. Juli 2026 um 10:03)

  • Hab ihn jetzt mit den Leberwerten im Arztbrief konfrontiert und gesagt, wenn er weiter trinkt ohne mich.

    Steht auch drinnen, es muss mit weiteren Anfällen gerechnet werden. Er sagt, es kommt von einem Virus.

    Finale Antwort von ihm: er hätte jetzt gerne einen Herzinfarkt, dann wäre alles vorbei. Er geht seinen Weg.....


    Ehrlich jetzt, nach 4 Jahren??????? Alkohol sticht Liebe.....????

    Ist das ein typisches Verhalten, kein Gespräch, nada, nix????

    Sagt mir bitte, dass diese Reaktion für ein Suchtproblem spricht....

  • Hallo Issi,

    die Sucht steht an erster Stelle, wenn sie nicht gestoppt ist. Und nach ihr kommt erstmal 'ne ganze Weile garnix. Das ist Fakt.

    Steht auch drinnen, es muss mit weiteren Anfällen gerechnet werden. Er sagt, es kommt von einem Virus.

    Aha, ein Virus. Mein Exmann hatte auch immer so merkwürdige angebliche Diagnosen auf Lager. Es lag nie am Alkohol...

    Finale Antwort von ihm: er hätte jetzt gerne einen Herzinfarkt, dann wäre alles vorbei. Er geht seinen Weg.....

    Auch DAS kenne ich. So Sprüche, super.

    Und das nicht drüber weiter reden wollen kenne ich auch. Es ähnelt sich sehr oft, wie solche Gespräche ablaufen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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