sommer85 - Unsicher ob und ich stelle mich vor

  • Hallo ihr Lieben,

    mein Mann und ich sind schon über 10 Jahre ein Paar und er hat schon immer gerne am Wochenende getrunken. Es war schon immer viel, aber damals waren wir jünger und ich habe das noch als normal eingeschätzt. Mittlerweile haben wir 2 Kinder und während alle Männer um ihn herum mit Gründung von Familie ruhiger geworden sind drehen sich seine Wochenenden noch immer viel um Alkohol. Ich weiß von gemeinsamen Freunden, dass sich einige schon etwas zurückgezogen haben, da ein Treffen mit meinem Mann immer bedeutet, dass viel Alkohol fließt und er die anderen immer zum mittrinken drängt. Unter Alkohol kommt es häufiger zum Streit. Bitte ich ihn nach einer Feier z.B. das Wegbier wegzulassen, da er schon völlig betrunken ist wird er extrem sauer, fühlt sich gemaßregelt. Unter Alkohol hatte er schon schlimme verbale Entgleisungen, hat mich beschimpft, ist ausgeflippt und es kam bei ihm schon zu Stürzen mit Verletzungen oder dem Einschlafen auf dem Boden im Flur. Ich habe keine Lust mehr mit ihm zu Feiern/Veranstaltungen zu gehen. Am nächsten Tag kein Wort der Reue, keine Einsicht und jahrelang schlafen bis in die Puppen am Wochenende trotz der Kinder. Mittlerweile trinkt er am Wochenende auch bis spät nachts alleine. Unter der Woche hat er sich, so glaube ich zumindest, im Griff. Sobald wir im Urlaub sind dann tägliches trinken, wenn auch in Maßen. Sobald Freunde mit im Urlaub sind auch richtig saufen. Bin ich hier richtig oder ist das noch kein Alkoholproblem? Ich wünsche mir Austausch und kann es immer noch nicht glauben, dass er vielleicht Alkoholiker ist und ich vielleicht zu blauäugig war.

  • Hallo sonne85,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln. Ob dein Mann Alkoholiker ist oder nicht kann nur er alleine entscheiden. Auch wenn du denkst daß er Alkoholiker ist und es aber nicht einsieht hast du ganz schlechte Karten.

    Obwohl einiges was du berichtest dafür spricht daß er zumindest ein großes Problem hat geht es um deine Gefühle. Es ist schlimm daß er dich anschreit, dich beschimpft oder sich verletzt weil er betrunken stürzt. Das Familienleben ist gefährdet und letztendlich leiden ja alle darunter. Er reagiert ja auch total uneinsichtig wenn du ihn darauf ansprichst.

    Ich bin auch eine Angehörige und habe lange nicht begriffen daß mein Mann Alkoholiker war.

    Wenn du dich mit den anderen Teilnehmern austauschen möchtest klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Sommer85,

    willkommen hier im Forum. Du bist genau richtig hier. Es wird sich in Kürze ein Moderator( in) bei Dir melden.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Sommer,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
    Ich bin mir sicher, dass du hier richtig bist.
    Es ist nur so, dass wir oft unseren Wahrnehmungen nicht vertrauen, weil sie uns vom nassen Alkoholiker immer wieder abgesprochen werden.
    Magst du dich gerne hier austauschen, dann klicke auf den Link, den dir Marie gegeben hat. Wir schalten dich für den Austausch frei.


    LG Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Marie04 6. August 2026 um 10:53

    Hat den Titel des Themas von „Unsicher ob und ich stelle mich vor“ zu „sommer85 - Unsicher ob und ich stelle mich vor“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, sommer85.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Ja, immer mal wieder. Mein Mann und ich sind beim Thema Alkohol mittlerweile recht unterschiedlicher Auffassung.

    Letztendlich WEISS ich, dass das Problem für MICH groß genug ist.
    Er für sich sieht es nicht.

    Die Partnerschaft hat darunter sehr gelitten und ich auch. Er weiß auch, dass es ein großer Trigger für mich ist, wenn er zu viel getrunken hat (hat mich früher auch nicht so gestört) aufgrund meiner Kindheit und aufgrund der Tatsache, dass er unter Alkohol auch verbal ausfällig mir gegenüber wurde…

    Also bin ich ja diejenige, die ein Problem hätte, weil ich ja völlig überreagiere (lt. ihm).

    Für mich habe ich vor ca. einem Jahr die Grenze gezogen, dass wir nicht mehr in einem Zimmer schlafen, sobald er trinken möchte. Inzwischen sind wir aber (inoffiziell) getrennt, leben zusammen, haben auch 2 Kinder, verstehen uns eigentlich so ganz gut, aber schlafen generell in getrennten Zimmern. Für mich war es so, dass er sich für den Alkohol und nicht für die Beziehung entschieden hat; er sagt aber ganz klar, er möchte nicht aufhören zu trinken.

    Zwischenzeitlich hat er zusätzlich zu dörflichen und privaten Anlässen auch heimlich (er meint alle 2-3 Tage 1 Bier) abends draußen getrunken, was ich aber schon mehrfach bemerkt hatte. Hab da leider feine Antennen. Zum „runterkommen“. Möchte er wohl nicht mehr machen und hat eingesehen, dass das nicht gut ist.


    Wie ist es bei dir so?

  • Ich hatte mich oft gefragt, ob er Alkoholiker ist oder nicht. Es spielt eigentlich keine Rolle. Zumindest ist sein Konsum missbräuchlich. Hier auf dem Land trinken „einige noch viel mehr“.
    Ab und zu hat er auf Partys völlige Abstürze und das möchte er auch so beibehalten.

  • Dann bist du definitiv schon weiter als ich bei der Einordnung und den Konsequenzen die du für dich gezogen hast , aber so wie du ihn beschreibst scheint es wirklich ähnlich zu sein wie bei uns. Du hast recht...vermutlich muss man für sich selbst auch schauen wo die Grenze ist...ich habe ihm wirklich schon schlimme Beschimpfungen unter Alkohol verziehen..wenn man das überhaupt so nennen kann, denn es gab ja nie Entschuldigungen und der Alkohol ist seiner Meinung nach auch sowieso gar kein Problem und nicht zu viel. Ich bin nur spießig und sollte lieber mit trinken und Spaß haben, so zumindest seine Aussage. Ein falsches Wort und er wird sauer. Das macht mir mittlerweile Angst :/

  • Er wird sauer und Du hast Angst. Das ist wirklich schlimm!

    Bitte pass gut auf Dich auf, nasse Alkoholiker sind unberechenbar!

    Ich weiss das von mir selbst, in meiner letzten Zeit war ich gänzlich unberechenbar, und nicht mehr ich selbst.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Was du beschreibst ist definitiv mindestens ein Alkoholproblem, wahrscheinlich ist er Alkoholiker.

    Bei meinem Mann war es ähnlich. Ich hab das aber nicht realisiert und verstanden, weil ich immer dachte, ein Alkoholiker ist jemand der täglich trinkt und morgens schon anfängt. Das ist nicht so!

    Ein entscheidendes Kriterium ist der Kontrollverlust. Und das hat dein Mann. Fängt er einmal an, kann er nicht aufhören, egal wie die Konsequenzen sind (dich beschimpfen, stürzen, auf dem Boden einschlafen). Er kann nicht mehr „kontrolliert“ trinken. Er kann nicht weniger trinken oder sich auf einer Party zusammenreißen.
    Alkohol ist ein Nervengift, er verändert und schädigt das Hirn dauerhaft. Bei deinem Mann ist der „Kontrollschalter“ anscheinend unwiderruflich zerstört, da ist nichts mehr zu machen.

    Vielleicht kann er sich mal 1-2 Wochenenden zusammenreißen, wenn er das will, dafür werde die Abstürze danach umso schlimmer werden.

    Das Einzige, was da dauerhaft helfen würde, wäre dauerhafte Abstinenz. Wozu dein Mann sicher nicht ansatzweise bereit ist.

    Jetzt kommt die große Frage - was kannst du tun?? Und das ist das Schlimme - leider nichts. Alles reden, bitten und betteln ist völlig umsonst.
    Du kannst hier viel lesen und lernen und sehen, wo die Reise hingeht.

    Und dann kannst du gucken und überlegen, wie dein weiteres Leben aussehen soll. Weiterhin versaute Parties, Familenfeste, Feiertage, Wochenenden und Urlaube mit dem Bewusstsein, dass es immer schlimmer wird oder ein besseres Leben für dich?

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