aki - Habe sie 'rausgeworfen' und bin furchtbar traurig

  • Hatte wirklich gedacht, sie sucht sich nun hilfe, anstall endgültige Wege zu gehen.

    Lieber Aki,

    es tut mir von Herzen leid, dass Du zurzeit so leidest, aber (es kommt ja immer eins :wink:) du sagst es doch selber: Statt sich Hilfe wg ihrer Alkoholkrankheit zu suchen baut sie sich ihr Leben ohne dich auf. Ohne die Person, die ihr den Spiegel vorhält und wagt ihr zu sagen, dass ihr Trinkverhalten sch...e ist. DU bist nicht schuld, dass die Situation so ist wie sie ist. Du hast eigentlich das getan, was vielleicht schon ehr hätte passieren müssesn, die Reißleine gezogen. DU wärst doch langfristig vor die Hunde gegangen.

    Wie schon hier überall gesagt wird: Du kannst deine Frau nicht vom Trinken abhalten, dass muss sie selber wissen und ist ihre eigene, teils freie, Entscheidung. Alles was du machen kannst ist es aussitzen und versuchen dir dein eigenes glückliches Leben aufzubauen. AnnaBlume schrieb mir in meiner großen Verzweiflung: "wenn ihr zeuch liebt findet ihr auch wieder zusammen". Das hat mir damals sehr geholfen.

    Ich drücke dich mal virtuell ganz dolle, verzweifel nicht, hört sich blöd an, aber es wird sich alles zurecht zuckeln.

  • Hallo Aki! Ich lasse dir auch einen Drücker da! Hab deine Berichte gelesen und geweint, weil es mir zu 1000% genauso geht wie dir! Ich möchte ihn zurück und weiß aber gleichzeitig, dass es ja einen Grund hat warum es aus ist und dass mich das immer weiter miteinander reißen würde. Aber diese Gedanken, wie schön alles sein könnte - das ist wirklich schwer und es tut so unfassbar weh.. Ich hoffe, dass es irgendwann aufhören wird! Also, ich weiß genau wie es dir geht!

  • Hallo Aki,

    ich bin Alkoholikerin und habe Deine Beiträge eben gelesen.

    Hierzu meine Sichtweise:

    Als nasse Alkoholikerin konnte ich gut manipulieren, verheimlichen, anderen die Schuld geben, 1000 Gründe finden, nur um weiter trinken zu können…

    Erstmal im Gegenteil: Du hast ihr das Leben gerettet. Sie hätte genauso gut im Flur verrecken können, an ihrer Verletzung, innere Blutungen, ersticken im Erbrochenen, whatever….

    Du hast das getan, was Du tun musstest, hast den RTW gerufen und sie war ab diesem Zeitpunkt in professionellen Händen und unter ärztlicher Aufsicht.
    Du hast sie nicht im Stich gelassen!!!

    Lass Dir das nicht einreden und mach Dich selbst nicht klein.
    Sie gibt Dir die Schuld und Du nimmst sie an. Das ist aber nicht so.
    Als Alkoholikerin habe ich eher das Gefühl, sie hat einen Grund gesucht, um in Ruhe in ihren eigenen vier Wänden weiter trinken zu können ohne zu verheimlichen. Darf sie, es ist IHR Leben.

    Nun aber zu Dir: Hättest Du so weiterleben wollen mit einer alkoholkranken Frau, die sich vor Deinen Augen zu Tode säuft, in ständiger Angst, auf sie aufpassen zu müssen, wobei Du aber selbst mit Deiner eigenen Erkrankung zu tun hast?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi,

    vielen Dank für Deine Nachricht.

    Realistisch sehe ich das ja auch so.

    Aber erst seit ihrer "Therapie" Anfang des Jahres und der Wechsel zu Vodka war es unglaublich furchtbar.

    Ich denke ich hätte sie zu einer vernünftigen Therapie "zwingen" sollen mit der Androhung von Konsequenzen.

    Statt dessen habe ich die Fassung verloren und sie rausgeschmissen.

    Hätte niemals gedacht das sie so schnell ihr Leben vollständig organisiert ohne mich, ohne unsere Ehe.

    Per WhatsApp gehen wir auseinander mit 60 Jahren. Wie Kinder, ein Gespräch käme für sie nicht in Frage weil ich sie "hochkant rausgeschmissen" habe.

    Nur elende Wut.

  • Tabsi, habe was vergessen, vielleicht ist es wirklich so, "trinken ohne Aufsicht".

    Das meinte ein guter Freund von mir auch.

    Macht mir noch mehr Angst.

    Ich will sie nicht endgültig verlieren, ich will dass sie eine Therapie findet, den Alk einstellt und wir wieder zusammen leben können.

    Jemand anderes (von der Suchberatung für Co-Abhängige) meine sie gäbe es nicht mehr und sie liebe nur noch den Alk.

    Das tut so weh.

  • Hallo Aki,

    und selbst wenn sie aufhört, könntest du mir der Angst leben, dass sie vielleicht doch wieder heimlich anfängt?

    Ich habe dieses Hin und Her jetzt 7 Jahre mit meinem Mann mitgemacht (insgesamt waren wir 10 Jahre zusammen). Er war immer mal wieder trocken dazwischen und hat dann wieder angefangen. Und jedes Mal wurde es noch schlimmer als vorher.

    Wir hatten gestern das erste Gesräch nach der Trennung, bei dem wir uns auch gesehen haben (davor war alles übers Telefon). Und ja, es hat unendich weh getan. Aber ich habe für mich festgestellt, dass ich mit diesem Misstrauen und dieser Angst nicht mehr leben kann.

    Überleg dir mal in einer ruhigen Minute, ob du das noch möchtest, oder ob nicht ein Leben ohne diese ganzen suchtbedingten Einschränkungen wesentlich schöner sein kann 😉


    Liebe Grüße

    Sternie

  • Aki, du kannst niemanden zwingen, sich behandeln zu lassen. Auch Krebskranke übrigens nicht.

    Sie ist vermutlich noch voll in der Sucht verhaftet und glaubt, ohne den Stoff nicht leben zu können. Die Sucht ist sehr mächtig, da haben Angehörige keine Chance.

    Du kannst nur Dich selbst schützen, das hast Du mit dem Rauswurf gemacht - und mehr auf Dich schauen, Du hattest ja auch was von Kindheitsprägungen geschrieben: Ist das gerade normaler Trennungsschmerz bei Dir oder steckt evtl. Noch mehr dahinter? Du hast Dich ja nicht umsonst bei den COs angemeldet. Nur auf Dich selbst hast Du Einfluss, nicht auf sie.

  • Danke.

    Ich denke an die letzten Jahre, unsere Gegenseitige Unterstützung.

    Ihre furchtbare, aber überstandene Krebserkrankung und nun meine Krebserkrankung.

    Es war sicher wir stehen zu einander, das hat die Festigkeit unserer Beziehung eher gestärkt.

    Und das ist jetzt wegen dem elenden Alk zerstört. Liebe und Abhängigkeit liegen so dicht beieinander.

    Diese Nacht war so furchtbar ...

  • Ich denke ich hätte sie zu einer vernünftigen Therapie "zwingen" sollen mit der Androhung von Konsequenzen.

    Die Konsequenz, das ihr euch trennt?
    Wärst Du konsequent gewesen? Was hätte die Situation anders gemacht als heute?

    Mich hätte niemand zwingen können, ich bin erwachsen und für mein Leben selbst verantwortlich.
    Die meisten werden wieder rückfällig, weil sie es nicht für sich tun, sondern für Partner, Kinder, Führerschein pp.

    Es ist ihre Entscheidung und gerade weil sie sich so schnell organisiert hat, wird sie den Gedanken sich zu trennen, nicht erst heute im Kopf gehabt haben. Vielleicht hat sie nur auf den richtigen Moment gewartet. Aber hätte, konnte, wollte spielt heute keine Rolle mehr.

    Schau auf Dich, warum nimmst Du Dir das Recht, ihr vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen hat?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo aki,

    du hast alles richtig gemacht! Und ich bewundere dich für diesen Schritt.

    Was wäre die Alternative gewesen? Dass du weiter diesen Aggressionen ausgesetzt gewesen wärst. Du musstest dich schützen und das hast du zum Glück gemacht. Deine Wut hat dir geholfen. Jetzt im ruhigen Zustand kommen die Zweifel, das ist normal. Aber wenn du die Zeit zurück spulen könntest zu den schlimmen Momenten, dann wäre es vermutlich wieder spürbar und klar, dass du für dich sorgen musstest.

    Nach der Therapie mehr zu trinken als vorher ist nicht ungewöhnlich. Manchmal wird flapsig dazu gesagt, dass quasi alles wieder "nachgeholt" werden muss, was in der Trinkpause weg gelassen wurde. Aber es gibt tatsächlich eine neurologische Erklärung dafür. Das erklärt auch die Abwärtsspirale dieser Krankheit.

    Da bist du vollkommen Ohnmächtig. Es wäre im Gegenteil Größenwahnsinnig zu denken du kannst eine derart schwere Krankheit von außen steuern. Ihn zwingen die richtige Therapie zu machen. Das funktioniert nicht. Dafür gibt es unendlich viele Beispiele. Zum Beispiel Leute, die wegen dem Führerschein für ein Jahr aufhören und Therapieauflagen erfüllen und schwups wieder anfangen, sobald sie den Lappen zurück haben. Das muss von Innen kommen und selbst dann ist die Wahrscheinlichkeit klein, dass es funktioniert.

    Dass dein "Rausschmiss" nichts bewirkt hat, ist meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel dafür dass das Konzept: "Hilfe durch Nichthilfe" auch nur eine andere Variante von ungerechter Zuschreibung an Angehörige ist.

    Wenn du dich abgrenzt und den Schlußstrich ziehst, dann ist das ein Akt für dich selbst. Um endlich wieder ein gutes oder wenigstens ruhiges, unbedrohtes Leben zu führen. Und kein indirekter Rettunggsversuch mit der Hoffnung dann kommt der andere zur Besinnung. Das geht meistens schief.

    Von außen denke ich du kannst froh sein, dass deine Frau so schnell eine Wohnung gefunden hat und wirklich weg bleibt. Es tut mir leid, wenn das so hart rüber kommt. Aber du liest hier unzählige Beispiele von Angehörigen, die sich nichts mehr wünschen. Vielleicht hilft es dir hier zu lesen.

    WhatsApp würde ich blockieren. Absprachen können per Mail gemacht werden. Wenn sie die Möbel holt wäre es vielleicht gut einen Freund dazu zu bitten oder falls möglich abwesend zu sein (ich weiß aber natürlich nicht ob die Gefahr besteht sie nimmt dann Sachen mit, die ihr nicht zustehen).

    Aber am wichtigsten ist, dass du dir klar machst, dass du nichts falsch gemacht hast.

  • Hallo Jump!,
    Danke auch Dir für die richtigen Worte.

    Leider kann ich für mich nicht behaupten, alles richtig gemacht zu haben. Leider ...
    Sie möchte nicht für ihre Sahen kommen, wenn ich da bin, denke für mich ist es auch zu schwierig, dabei zu sein.
    Dinge die ihr nicht gehören würde sie ganz bestimmt nicht mit nehmen.

  • Diese nach war ich fast soweit die Telefonseelsorge an zu rufen.
    Nachst komme ich aus dem Grübel nicht herraus, möchte aber mitten in der nacht keine Freunde wecken, oder weiter mich im Kreise drehen.
    Ich denke ich muß mir psychische Unterstützung suchen und mit Tabletten da heraus kommen.

  • Ich habe auch schon einmal die Telefonseelsorge angerufen und das war genau richtig. Das hat mir in dem Moment echt geholfen.
    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • aki, mit "alles richtig" meinte ich den "Rauswurf". (Also ich gehe davon aus, dass du dabei nicht gewalttätig warst...).

    Ansonsten ist es doch gar nicht möglich ALLES richtig zu machen.

    Ich selbst habe unzählige Fehler mit meinem alkoholkranken Mann gemacht. Aber ich kann mir das verzeihen. (Und er mir sowieso). Denn das waren oft wirklich schwierige Situationen mit emotionalem Schleudergang.

    Aki, jetzt ist alles noch frisch. Gib dir Zeit. Und rufe doch ruhig nachts die Seelsorge an. Warum denn nicht? Nimm jede Hilfe an. Du kannst auch eine Angehörigen-Beratung bei der Suchthilfe aufsuchen oder zusätzlich zu dieser online SH eine Gruppe zu der du gehst. Bestimmt gibt es das auch bei dir.

  • Ich hatte es schon kurz geschrieben. Mein Mann hätte mich niemals zu einer Therapie zwingen können, auch nicht mit einer Trennung. Wahrscheinlich hätte ich mir eine eigene Wohnung gesucht. Die Sucht ist stärker als die Liebe. Ich musste selbst die Entscheidung treffen, abstinent leben zu wollen.

    Bsp.
    Meine Schwiemu ist pflegebedürftig, kann kaum laufen wegen Übergewicht, hat zu hohen Blutdruck, das Haus ist vollgestellt mit Sachen und Klimbim, die kein Mensch braucht, von Körperhygiene zu schweigen.
    Sie verweigert jegliche Hilfe, ob von Pflegekräften, Arzt sonstwem. Keine Blutdrucksenker, kein Rehasport, kein Aufräumen der Wohnung, keine sozialen Kontakte usw usw . Tag und Nacht verbringt sie auf der Couch.

    Darf sie, weil sie so leben will. Sie ist nicht entmündigt und so lange sie nicht sich selbst oder andere gefährdet, kann sie machen und tun. Womit habe ich oder mein Mann das Recht, ihr vorzuschreiben, wie sie zu leben hat, auch wenn wenn wir ganz andere Vorstellungen vom Leben haben und es uns nicht in den Sinn kommen würde, so zu leben. Wir haben einfach nicht das Recht dazu und müssen es so akzeptieren, sie muss damit klar kommen.

    Bsp. Du hattest geschrieben, dass Du krebskrank bist.
    Auch Du darfst für Dich entscheiden, ob Du eine Chemotherapie machst oder nicht, ob Du eine Operation riskierst oder nicht.
    Es bleibt im Endeffekt immer Deine Entscheidung, es sei denn Du bist in einer Notlage und kannst diese Entscheidung selbst nicht treffen.

    Es ist im Endeffekt die Entscheidung Deiner Frau, ob sie weitertrinkt oder nicht und sie hat sich entschieden.
    Das ist hart und das verstehe ich auch. Du kannst aber nichts daran ändern, außer auf Dich zu schauen, was Du für Dich tun kannst, damit es Dir besser geht.

    So wie ich jemand anderen brauche, damit es mir besser geht, bin ich co- abhängig.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich habe dieses Hin und Her jetzt 7 Jahre mit meinem Mann mitgemacht (insgesamt waren wir 10 Jahre zusammen). Er war immer mal wieder trocken dazwischen und hat dann wieder angefangen. Und jedes Mal wurde es noch schlimmer als vorher.

    Sternie - er war aber nie ansatzweise trocken oder hatte er jemals eingesehen, Alkoholiker zu sein? Das waren bei ihm anscheinend nur Trinkpausen und das ist wohl ein großer Unterschied.


    aki - scheu dich nicht, da anzurufen, wenn es dir nachts so schlecht geht. Genau dafür sind die doch da.

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