Jezzicaa - Hoffnung auf Abstinenz

  • Zu solchen Feiern bin ich immer mit dem Auto ( vorausgesetzt Du hast eins) . So konnte ich auch, wenn der Pegel der Gäste stieg, rechtzeitig die Party verlassen.
    Fluchtwege waren und sind mir immer wichtig. Ich muss nichts aushalten.

    Sehr gute Idee! Danke! Ich habe kein Auto, aber eine Roller - der zählt ja auch! 😁

  • Seh ich auch so: In der ersten, längeren Zeit solche Events meiden. Zu Deiner Sicherheit. Und zwar so strikt wie nur irgend möglich. Ich hatte es praktisch - es war Corona Zeit, und es feierte sowieso kaum jemand ne Geburtstags-Party. Ausserdem hab ich ja mit den meisten Leuten sowieso gebrochen - zu meiner eigenen Sicherheit, und freiwillig.

    Das einfachste wäre, alle zu informieren, dass du Alkoholikerin bist. Das geht aber leider nicht immer - je nach Umfeld kann das problematisch werden. (ich kenn' ja Deins nicht, darum sag ich das)

    Jedoch wäre da der Vorteil, dass Du das NIE wieder erklären müsstest - und sie Dir in ihrer Unwissenheit auch nie etwas anbieten würden.

    Bei mir wissen es alle. Ich sagte zwar nicht wörtlich, dass ich "Alkoholiker" sei, okay, aber ich sagte dass ich keinen Alkohol mehr trinke, weil ich irgendwann meinen viel zu hohen Konsum eingesehen hatte und dann "dem Scheiss lebewohl gesagt hatte". (Was ja im Grunde dasselbe ist, wenn man es durchdenkt, bloss ohne absichtlich angeklebtes Label)

    Mir wird nirgendwo mehr Alkohol angeboten. Im Gegenteil - sie fragen immer, was ich denn gerne trinke, damit sie das besorgen können - irre lieb und schön, finde ich. Ich bin froh dass ich da mit offenen Karten spielen kann.

  • Hi

    Ich gehe immer nur zum Kaffee auf Geburtstage.

    Im Vorfeld hab ich bei den Geburtstagskindern schon geklärt, das ich ja keinen Alkohol mehr trinke und mich beizeiten verabschieden werde.

    Bei mir wichtigen Menschen, sagte ich dann auch noch dazu, das mir das alkohollastige Umfeld eben auf den Zeiger geht, wenn zb der ein oder andere die Contenance verliert, Blödsinn verzapft und sich benimmt wie die Axt im Wald

    Das reicht als Erklärung und wenn es für die anderen lustig wird bin ich schon auf dem Heimweg, denn ich finde das nicht mehr lustig.

    Jahrelang erprobt und klappt

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Hallo Jessi,

    ich würde da gar keine taktischen Spielchen machen. Du bist jetzt gerade mal ein paar Tage nüchtern und machst dir selbst schon Gedanken darüber, was schieflaufen könnte. Sonst würdest du nicht so darüber grübeln. ;)

    Was bei einem anderen trockenen Alkoholiker funktioniert, muss bei dir noch lange nicht funktionieren. Deshalb empfehle ich solche Experimente gerade am Anfang nicht.

    Also hinfahren, eine Stunde bleiben und wieder verschwinden. Kann man alles machen. Nur was macht das anschließend mit mir? Hätte ich länger bleiben können? War es vielleicht doch gar nicht so schlimm? Was denken die jetzt über mich?

    Und schon beschäftigt mich die Geschichte womöglich noch tagelang. Suchtdruck kann schließlich auch später auftauchen. Im ersten Jahr geht es nicht darum, auszuprobieren, was alles wieder möglich ist, sondern darum, die Abstinenz zu stabilisieren.

    Das erste Jahr ist schließlich nicht das ganze Leben. Was später möglich ist, wird sich zeigen.

    Nur muss ich nicht gleich in den ersten Monaten meine Grenzen austesten.

    Meine Empfehlung „Nein, da kann ich nicht.“ Fertig. ;)

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Seh ich auch so: In der ersten, längeren Zeit solche Events meiden. Zu Deiner Sicherheit. Und zwar so strikt wie nur irgend möglich. Ich hatte es praktisch - es war Corona Zeit, und es feierte sowieso kaum jemand ne Geburtstags-Party. Ausserdem hab ich ja mit den meisten Leuten sowieso gebrochen - zu meiner eigenen Sicherheit, und freiwillig.

    Das einfachste wäre, alle zu informieren, dass du Alkoholikerin bist. Das geht aber leider nicht immer - je nach Umfeld kann das problematisch werden. (ich kenn' ja Deins nicht, darum sag ich das)

    Jedoch wäre da der Vorteil, dass Du das NIE wieder erklären müsstest - und sie Dir in ihrer Unwissenheit auch nie etwas anbieten würden.

    Bei mir wissen es alle. Ich sagte zwar nicht wörtlich, dass ich "Alkoholiker" sei, okay, aber ich sagte dass ich keinen Alkohol mehr trinke, weil ich irgendwann meinen viel zu hohen Konsum eingesehen hatte und dann "dem Scheiss lebewohl gesagt hatte". (Was ja im Grunde dasselbe ist, wenn man es durchdenkt, bloss ohne absichtlich angeklebtes Label)

    Mir wird nirgendwo mehr Alkohol angeboten. Im Gegenteil - sie fragen immer, was ich denn gerne trinke, damit sie das besorgen können - irre lieb und schön, finde ich. Ich bin froh dass ich da mit offenen Karten spielen kann.

    Ja, das mit dem Umfeld ist eben genau das - ich habe mir die letzten Jahre mühevoll mein Umfeld passend zusammengeschustert (trinklustig, fast alle Aktivitäten beinhalten Alkohol, oder es werden extra Aktivitäten ins Leben gerufen um zu trinken usw. sehr feier- und alkohollastig also) - die letzten Jahre wollte ich auch genau das, aber meine Zeit ist nun einfach vorbei und das ist auch gut so!
    Da du nun mein Umfeld etwas besser kennst, zumindest einen Teil davon, möchte ich ihnen also nicht allen mitteilen, dass ich Alkoholikerin bin. Es geht einfach nicht allen was an und zudem habe ich gestern auch den Hinweis mit dem "oversharen" bekommen, den ich ebenfalls als hilfreich empfand.

    In diesem Fall habe ich jetzt privat mitgeteilt, dass ich keinen Alkohol trinke und deswegen abgesagt habe (die Situation war Frühschoppen und dann zum Fußball weiterziehen), aber solche Situationen werden ja immer und immer wieder kommen und ich möchte gut vorbereitet sein und höflich absagen ohne mit der Tür ins Haus zu fallen. Ihr habt mir ja schon gute Hinweise und Ratschläge gegeben. Vielleicht muss ich auch einfach warten bis es sich natürlich ausselektiert. Die Leute bekommen es ja sowieso mit, dass ich nichts mehr trinke - ich versuche nur gerade irgendwie meinen eigenen Weg zu finden. Es sind auch nicht alle Alkoholiker in meinem Freundeskreis und ich will sie auch nicht nur darauf reduzieren, aber die letzten Jahre war das eben das primäre Bindemittel. Jetzt gilt es eben herauszufinden, wo sich dann die Spreu vom Weizen trennt..

  • der Satz mit den Nichtschwimmern ist absolut zutreffend

    Würdest du nach der ersten Stunde Schwimmunterricht dich mit Sportschwimmern ins 50m Becken begeben?

    Es ist zu früh. Wenn du auf eine Feier gehst, soll dir bewusst sein, dass du ein Risiko eingehst, welches du noch gar nicht einschätzen kannst.
    (Achte jetzt auf deine Gedanken, nachdem du den Satz gelesen hast.)



    Heute halte ich es so, wie von Bolle beschrieben.


    Mein erstes Mal war zu früh und ich wusste danach, dass ich nichts wusste über meine Sucht. Ich bin ein Risiko eingegangen, ohne zu wissen, was es bedeutet. Glück gehabt, könnte man sagen. Ich habe nie wieder meine Abstinenz vom Glück abhängig gemacht.


    Wie waren deine Gedanken nach dem gelesenen Satz?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Wenn die Frage aufkommt, sage ich einfach, dass ich mal zu viel getrunken habe und dass mir das nicht gutgetan hat.

    Wenn ich ein dummes Gesicht sehen will, sage ich, dass ich Alkoholiker bin. Gut geeignet, um manche Leute ein bisschen zu erschrecken.

    Inzwischen habe ich eh längst einen neuen Freundeskreis, in dem sich dieses Problem in der Regel nicht stellt. Die trinken entweder nichts oder sehr wenig, und in meiner Gegenwart kaum. Sonst gebe ich ihnen Bescheid:mrgreen:

    Du schreibst ja gerade, dass Du Dir das trinkende Umfeld so organisiert hast. Mein Bekanntenkreis war früher auch so, alle haben schon eher gesoffen als getrunken. Das ist nicht mehr meine Welt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Du kannst ja ohne zu lügen sagen das du krank bist...

    Ich glaube ich war im ersten Jahr auf gar keiner Feier, weil mir das ganz sicher Probleme bereitet hätte, an Silvester war ein befreundetes Paar da und die haben.it meiner Frau Wein und Sekt getrunken was mir dann nach einer Stunde zuviel wurde, zungenschlag usw., ich bin dann zu den Kindern ins Wohnzimmer und hab da mitgefeiert.

    Diesen Sommer war ich auf einem Gartenfest von einem Freund die wussten aber schon über mich bescheid und sind keine Trinker.

    Ich saß dann mit einigen Leuten am Tisch und keiner hatte ein alkoholisches Getränk, wenigstens keins was ich gesehen hab, Pappbecher, auf dem Fest gab es nur Sprudel und Saft, später hab ich einen Wagen mir hartalk gesehen, so ein Beistellwagen.

    Ich würde jedem empfehlen im ersten Jahr Zuhause zu bleiben und jegliche Festivitäten zu meiden, das ist dann wirklich schön Selbstgeiselung und auf dem Fest zu behaupten man wäre krank ist ja auch blöd, also eher erst gar nicht hin.

    Einmal editiert, zuletzt von R/no (6. November 2026 um 12:25)

  • hallo Jezzicaa

    um ehrlich zu sein sortiert sich der "freundeskreis" ganz von allein aus. zumindest war es so bei mir. ich spiel da mit offenen karten was meine sucht angeht, dass ist aber nicht jedermannssache. du wirst mit der zeit merken welche beziehungen und freundschaften nur das fundament "alk" haben und merken wie viele sachen einfach einschlafen und sich niemand mehr meldet. das erschreckt anfänglich viele und man glaubt vielleicht etwas zu verpassen. das sind aber nur ein paar stolpersteine auf den weg zur abstinenz. lass dich nicht entmutigen davon, es ist dein leben und deine gesundheit, nicht die der anderen.

    nach ein paar jahren spielt das auch keine rolle mehr und die meisten werden sich daran gewöhnt haben. du bist gut aufgestellt und behalte deinen kopf oben und lass dich nicht entmutigen. im zweifelsfall, arbeite an deinem "nichtssagenden" gesichtsausdruck falls dumme sprüche kommen:mrgreen:

    gruss

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Zu Kaffe und Kuchen Einladungen von Eltern oder Geschwistern gehe ich hin. Kindergeburtstage von guten Freunden sind für mich auch ok.

    Zu Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen nehme ich nur den kirchlichen Teil mit - den anschließenden gesellschaftlichen Teil meide ich.

    Einladungen zu Partys und Umtrunk lehne ich Konsequent ab. Meine Begründung ist dann ganz schlicht: ich muss gesundheitlich ein wenig kürzer treten!

    Und was soll ich euch sagen: so wichtig bin ich gar nicht für das gelingen einer Party. Mein fernbleiben hat noch keine Party gecrasht.

    Nach einem Jahr Abstinenz werde ich meine Strategie evtl überdenken.

  • hallo Gaarder

    Nach einem Jahr Abstinenz werde ich meine Strategie evtl überdenken.

    das mag sein, du wirst aber schnell merken wie schnell es nerven kann, sich das angesoffene gequatsche auf dauer anzutun. ist mal ganz lustig das aus nüchterner sicht zu erleben, aber ganz ehrlich ich kann mit meiner zeit auch besseres anfangen.

    gruss

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

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