Geht es wirklich nur mit Trennung, oder geht's auch ohne?

  • Hallo Renate!

    Zitat

    Ich schreibe und lese bei ihr seit sie hier angekommen ist und weißt du was ,sie hängt ihr Fähnchen in den Wind,je nachdem wer ihr antwortet kommt es vor das sie genau das Gegenteil von dem schreibt was sie gerade vorher bei einem anderen geschrieben hat.

    Warum so harte Worte? Haben wir nicht alle lange Zeit gebraucht um uns aus diesen Strukturen zu lösen? Du hast doch die Möglichkeit dich auszuklinken wenn es dir zuviel wird.

    Zitat

    Zwischendurch hat sie ,,Geistesblitze,, weiß nun genau wie es sein sollte und tut im selben Moment genau das Gegenteil.

    Siehe oben, da wir hier im Forum alle erwachsen sind steht es und frei das zu lesen und darauf zu reagieren oder still dazusitzen und sich seinen Teil zu denken.


    Zitat

    Sicher kann sie machen was sie möchte ,nur sie schreit ja förmlich um Beachtung,stellt sich und ihr Tun (oft im nachhinein) zur Diskussion.

    Jeder kann hier tun was er möchte und jeder kann sich so weit engagieren wie es ihm guttut. Wenn bei mir aber solche Emotionen hochkochen würden wenn ich solche Beiträge lese würde ich MICH hinterfragen wie es mit meinem Helfersyndrom aussieht, denn ich kann zwar jemandem etwas raten aber was der Andere daraus macht ist sein Ding.

    Ich schreibe schliesslich nicht aus einer Erwartungshaltung heraus sondern weil ich Betroffene bin und einen Weg gefunden habe. Mein Weg muss aber nicht der Weg eines Anderen sein.

    Nun allgemein zum Thema, bei mir ging es nicht ohne Trennung. Mich dazu zu entschliessen war das Beste was mir in den letzten Jahren passiert ist und die einzig richtige Entscheidung.

    Ich käme auch nie auf den Gedanken wieder zurückzugehen, selbst wenn er trocken würde und mir die Welt zu Füssen legen wollte. Mein Leben ist bunt und schön ohne ihn, natürlich mit den üblichen Alltagsproblemen.

    Dafür fallen aber alle Probleme weg die ich mit meinem trinkenden Partner hatte und so erscheint mir vieles leicht da auch mein Selbstbewusstsein enorm gewachsen ist.

    Ich würde jetzt nicht jedem raten sich zu trennen, aber ich kann nur sagen dass die Zeit die wir haben einfach zu schade ist mit einem total uneinsichtigen nassen Alkoholiker zu verplempern.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Huhuuuu, Speranza!
    Schoen, dass es Dich auch wieder gibt, hier! Residierst Du schon im eigenen Hauschen? Wie ist es geworden? Schnuckelig?
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    Zum Thema: ich persoenlich halte die innere, emotionale Distanz fuer das Ausschlaggebende. Also wirklich zu verinnerlichen, das der Partner das Recht hat, sein Leben zu fuehren, wie er meint. Und wenn andere, innere Probleme so uebermachtig sind, das derjenige sich ihnen nicht stellen will/kann und sich betaeuben muss, fluechten, vielleicht sogar eine innere Todessehnsucht hat ....dann ist das traurig. Es ist aber nicht mein Recht, ihn sozusagen zu zwingen, diesen Problemen ins Auge zu schauen.

    Fuer diese emotionale Distanz ist es nachrangig, ob man sich trennt, ob man zusammenwohnt oder nicht. Es ist die radikale Umsetzung des: ich bin fuer mein Leben verantwortlich, er fuer seins.

    Natuerlich ist es einfacher, wenn genuegend aeusserer Abstand dazwischen ist, sogar Kontaktsperre, es ist aber keine unumgaengliche Voraussetzung.

    Nur eins geht dann nicht: eine liebvolle Beziehung auf Augenhoehe, die auf gegenseitigkeit beruht. Das ist auch klar.

    Gruesse, Lindi

  • Hallo zusammen,
    Ist eine Partnerschaft nicht gerade dazu da, emotionale Nähe leben zu können ?
    Ohne Angst vor Verletzungen und mit Vertrauen?
    Für mich kann ich mir heute nicht mehr vorstellen, einen Menschen an mich heranzulassen, von dem ich mich gleichzeitig abgrenzen muss.
    Warum erscheint das so erstrebenswert, in so kranken Beziehungen zu leben?
    Da stimmt doch Grundsätzliches nicht.
    Realitäten anzuerkennen ist sicher schwierig, und dass es vielleicht bedeutet, nicht mehr den Alkohloliker als sein Steckenpferd zu haben, sondern die eigenen Missstände anzugucken.

    Susanne

  • Hallo Susanne,
    natuerlich hast Du Recht. Wenn ich Naehe und Vertrauensvolles oeffnen will, geht es nicht mit dem "sich abgrenzen".
    Bei den Verschiedenartigkeiten der Umstaende, der Persoenlichkeiten, ist es aber durchaus denkbar, das Jemand (ich zum Beispiel) das als nicht so wichtig erachtet.
    Meine "Baustellen" sind andere. Und ja, da muss ich hingucken. Die haben aber mit XY mal so rein gar nichts zu tun.
    Ich habe mich auf der "Liebesebene" von ihm getrennt. Auch materiell und Zivilrechtlich ist alles soweit auseinanderdividiert. Raeumlich noch nicht....da spielen gaaanz andere Faktoren eine Rolle.
    Als Partnerschaft wuerde ich das auch nicht bezeichnen wollen. Eher als WG.
    Und als WG belastet mich das nicht. Und DANN kann ich gucken, meinen eigenen "Kram" zu sortieren.
    DAs mag das Pferd von hinten aufgezaeumt sein.....ist aber aufgrund der Umstaende der fuer mich einzig gangbare Weg.
    Die raeumliche Trennung wird in meinem FAll die Konsequenz sein, nicht die Bedingung.
    Es gibt schon laenger keine akuten "Jammerposts" mehr von mir. Wenn mein WG-Genosse auf Tour ist, kratzt mich das nicht. Den einzigen Punkt, der mich auf die Palme brachte, war mein Auto. Ich habe es ihm geschenkt, unter der Bedingung, es auf seinen Namen zuzulassen und zu versichern....
    Ich bin kein Monster, natuerlich wuensche ich ihm nicht, dass er einen Unfall hat, er oder andere dabei toedlich verungluecken. Aber ich kanns auch nicht verhindern. Dann will ich wenigstens nicht rechtlich involviert sein.
    Ich will auch Niemand nahelegen, diesen Weg so zu gehen. Aber es ist mein Weg. Mag er nun Sucht-Theorie-Konform sein, oder nicht.
    Lindi

  • Hallo,

    hier war ja mächtig was los.

    Leider zwischendurch auch Beiträge, die ich nicht passend finde und die auch nichts in dem Sinne mit dem Thema zu tun haben, wie ich es meinte. Hier soll keine persönliche Abrechnung oder Gegenrechnung stattfinden, sondern ein Nachdenken, eine Sammlung auch von Erfahrungen.

    Mit dem "es" im Titel des Fädchens, also "geht es nur..." meinte ich, geht das Leben, Weiterleben nur mit oder auch ohne Trennung, das Leben zusammen mit einem nassen Alkoholiker bzw. Abhängigen. Es gibt ja nicht nur Alkohol als Droge, sondern oft sind da auch noch andere Substanzen im Spiel. Es geht nicht jetzt um die Drogen, übrigens. Sondern um's Zusammenleben.

    Bei vielen hier, auch bei mir, hat es viele, viele Jahre gedauert, bis eine Kosequenz stattfinden konnte, bis ich so weit war, die für mich richtigen Schritte zu machen. Vorher habe ich gejammert und geklagt. So wie das eben sehr viele machen, wenn sie hier ankommen. Da wurde bei mir geeiert und immer wieder Ausreden erfunden, warum es unter gar keinen Umständen möglich war, meinen Exmann zu verlassen. Es gab eine Zeit, da hätte ich meine Lieblingsfreundin zum Mond schießen können, wenn sie das Thema "Trennung" ansprach! Ich wollte doch Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten von ihr, keine knallharten Worte... Ich wollte von meinem Umfeld das, was ich am meisten brauchte und in meiner Ehe nicht bekam:
    Aufmerksamkeit
    Streicheleinheiten
    Anerkennung
    Mitgefühl, wobei mir Mitleid im Prinzip wichtiger war als Mitgefühl, denn das sind 2 verschiedene Dinge...
    Ich wollte hören: wie bist du doch stark, wie bist du doch toll, wie bist du doch zuverlässig für ihn da, weil er alleine ja nicht klarkommen kann. Wie bist du doch die beste aller besten Frauen, für ihn.

    Das sind alles Dinge, die ich für mein Selbstwertgefühl brauchte, denn ich hatte kein Selbstwertgefühl. Menschen, die sich selbst was wert sind, verharren nicht Ewigkeiten in solcher Situation, in der ich war!

    Ich habe durchaus auch einen Nutzen aus dem Leben mit meinem alkoholabhängigen Exmann gehabt. Und zwar eben bezogen auf das, was ich vom Leben erwartete. Da könnte ich jetzt das Fädchen von Morgenrot sehen, das sie letztens hier hatte, ob Coabhängigkeit eine Folge der Erziehung ist oder des Lebensumfeldes, in dem ich aufwachse.

    Meine Dinge, die ich als Prägung vom Elternhaus mitbrachte, passten genau zu dem Leben, was ich mit dem Ex führte...

    Die Trennung war ein für mich sehr , sehr schwieriger Schritt. Verbunden mit Schuld und Scham, Angst. Als ich es geschafft hatte, blieben auch Schuld und Scham und Angst, aber nebenher wuchs noch was anderes. Nämlich das Gefühl, es richtig gemacht zu haben. Endlich mich selbst ernst und wahrgenommen zu haben. All sowas. Weil mein Exmann nüchtern wurde mit der Trennung, dauerte es aber nochmal ca 1 Jahr, bis ich da endgültig einen Schlussstrich ziehen konnte.

    Für mich ist es so. Für mich gab es nur die Trennung vom Abhängigen, um ein lebenswertes, selbstbestimmtes Leben führen zu können. Mit ihm zusammen ging es für mich immer nur weiter abwärts. Im Strudel der Sucht rissen wir uns wohl gegenseitig immer tiefer. Das Leben wurde immer schlimmer, denn aus dem anfänglich gemütlichen Säufer, der einschlief, wenn er genug hatte, der ja nüchtern ein soooo lieber war, wurde immer mehr ein aggressiver Mensch, der mir seine Verachtung entgegenschrie. Und ich ihm dann auch.

    So sieht für mich keine Partnerschaft aus. Es gab damals nur noch Verachtung, Hass, Wut. Ich fand ihn ekelig, abstoßend, selbst wenn er nüchtern war. Dann verachtete ich ihn ja auch, weil er so jämmerlich rummaulte, wie schlecht es ihm ging. Und weil er immer wieder Dinge versprach, die er nicht halten konnte. Weil er unzuverlässig war. Weil ich im Prinzip alleine da stand, mit all den Lebensdingen, die er garnicht mehr in der Lage war zu bewältigen. Ich konnte irgendwann erkennen, dass so nicht das Leben aussehen sollte, was ich in meinen Lebensjahren der Zukunft noch haben wollte. Denn Partnerschaft ist für mich was anderes.

    Und so war ich dann endlich in der Lage, Sorgen, Ängste und Zwänge soweit im Zaum halten zu können, dass ich den für mich wichtigsten Schritt machen konnte.

    Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein genussvolles, lebenswertes Zusammenleben mit einem Abhängigen, einem nassen Alkoholiker nicht möglich ist. Das ist meine Meinung. Und es ist meine Erfahrung, die ich auch in meinem Umfeld oft gemacht habe. Also gesehen, erlebt habe. Ich kann mich da z.B. an Susannes Beitrag anschließen. Und an einige andere hier.

    Denn so habe ich es erfahren, für mich. Und das war auch ursprünglich die Frage, die ich hatte. Ist es möglich oder nicht, mit einem Abhängigen zusammen zu leben.

    Für alle anderen Dinge, die daraus resultieren, kann es gerne neue Themen geben. Und eben die vielen Fädchen hier, in denen noch immer gerungen und geredet wird, auch gejammert und gehadert. Dafür sehe ich eine SHG an. Dass durch einen respektvollen Austausch mit klaren Worten Wege aufgezeigt werden können, Denkanstöße gegeben werden. Und dass daraus schlussendlich für denjenigen was passieren kann, dass eine Aktivität entsteht, ein Weitergehen. Ein Nachdenken und Überdenken. Ein Erkennen und ehrliches Handeln. Aber dafür ist niemand anderes zuständig als derjenige selbst. Ich kann einen Trinker nicht trocken streicheln. Diese Erfahrung habe ich gemacht, in meiner ersten Ehe. Wenn das so einfach ginge, gäbe es das ganze Thema ja garnicht. Und genau so wenig konnte ich freigehätschelt werden. Ich musste diesen Weg alleine gehen. Aber ich durfte mir dabei sämtliche Hilfe holen, die ich brauchte.

    Dabei geht es ein wenig anders zu als bei den Alkoholikern, denn diese emotionalen Dinge finde ich einfach schwieriger zu händeln. Meine Meinung. Ich empfinde es als eine andere Sache, den Alkohol zu meiden als einen Partner, wenn z.B. noch gemeinsame Dinge zu regeln sind. Die Konsequenz ist die gleiche, im Endeffekt. Es geht darum, ein lebenswertes Leben zu erlangen, ein zufriedenes, lebenswertes Leben. Es geht darum, Eigenverantwortung zu übernehmen und ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen.

    Puh, das war mein Wort zum heutigen Tag...

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Aurora
    In ganz vielem gebe ich dir recht und erkenne auch mich darin wieder.
    Meinen ersten Mann verlies ich nach genau so einem Weg wie du ihn hattest,nach 13 Jahren Ehe ,mit 2 kleinen Kindern.

    Beim xy dachte ich ne Zeitlang der hat das im Griff mit dem Alkohol,hatte er aber dann doch nicht ,also Trennung nach ca.7 Jahren.

    Er ist in zwischen in Therapie unsd seit einigen Wochen trocken.

    Mein erster Mann starb im Febuar(22 jahre nach unserer Trennung) an den Fogen des Alkohols mit nur 59 jahren qualvoll.

    Ich bin davon überzeugt das es ohne ,,innere,, Trennung nicht geht ,ob man dazu auch die räumliche Trennung braucht kann ich nicht beurteilen ,vermute aber das es schwieriger ist sich auf sich selbst zu konzentrieren wenn der ,,Trinkeralltag ,,paralel weitergeht,das zehrt doch an den Kräften und läßt einen je nach Stimmung (oder Alkoholpegel) immer wieder zögern/relativieren.
    LG R..

  • Hallo!

    Was ich mich frage ist, wann aus "Meiner Meinung" eigentlich Wissen, bzw. Erkenntnis wird.
    Wenn 99 von 100 Menschen die mit einem nassen Alkoholiker leben unglücklich sind?
    Wenn 99 von 100 Kindern die mit einem nassen Alkoholiker im Haus aufwachsen später an den Folgeschäden leiden?
    Oder ist das dann einer zu wenig?

    Ich glaube nicht, dass man jemandem die Zeit vorschreiben kann, zumindest nicht genau, die er braucht um zu einer Erkenntnis zu gelangen.
    Allerdings kennt man den Inhalt dieser Erkenntnis:

    Das Zusammenleben mit einem nassen Alkoholiker macht auf Dauer unglücklich und krank.

    Das kann man mithilfe von Erfahrungen, Statistiken und was es sonst noch gibt belegen.

    Also ist es mehr als nur "meine Meinung".

    Es ist mit am Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Wahrheit.

    LG

  • Hallo Schnuffig,


    da gebe ich Dir vollkommen recht. Nur wenn Liebe im Spiel ist, haben Statistiken keinen Wert.

    Wer verlässt schon denjenigen den er liebt freiwillig aufgrund einer Statistik. Das ist das Problem an der ganzen Sache auch wenn Du wie gesagt, absolut Recht hast.


    LG Maik

  • Hi Maik!

    Ich wollte damit sagen, dass es legitim sein muss, vor dem Hintergrund des vorliegenden Sachverhaltes plus der eigenen Erfahrung zu argumentieren, ohne deswegen runtergebremst zu werden.
    Nicht mit: Schau bei dir selber
    Nicht mit: so kenn ich dich aber gar nicht
    Nicht mit: Deiner Meinung nach
    Nicht mit: Es gibt so viele Wahrheiten wie Menschen

    LG

  • Hallo Maik und Schnuffig
    Zitat von Maik:da gebe ich Dir vollkommen recht. Nur wenn Liebe im Spiel ist, haben Statistiken keinen Wert.

    Wer verlässt schon denjenigen den er liebt freiwillig aufgrund einer Statistik. Das ist das Problem an der ganzen Sache auch wenn Du wie gesagt, absolut Recht hast.


    Stimmt schon irgendwie maik,aber die Leute (wir ) sind hier weil es uns schlecht geht mit der Situation,wir kommen und fragen um Rat und bitten um Hilfe etc da meinte ich es müßte erlaubt sein auch mal unangenehmes zu schreiben und nicht nur bei Kerzenschein hinzuschauen sondern auch das volle Licht anzumachen ,Aber das ist unbequem und scheinbar auch unerwünscht weil es weh tut, das ganze Ausmaß (die ganze Wahrheit) zeigt?

    LG R..

  • Zitat von schnuffig

    Hi Maik!

    Ich wollte damit sagen, dass es legitim sein muss, vor dem Hintergrund des vorliegenden Sachverhaltes plus der eigenen Erfahrung zu argumentieren, ohne deswegen runtergebremst zu werden.
    Nicht mit: Schau bei dir selber
    Nicht mit: so kenn ich dich aber gar nicht
    Nicht mit: Deiner Meinung nach
    Nicht mit: Es gibt so viele Wahrheiten wie Menschen

    LG

    Ich gebe dir vollkommen recht und natürlich schreibe ich keinem vor wie er (sie) zu handeln hat.
    Ich bin meinen Weg gegangen und bin noch dabei,weiß also wovon ich schreibe.
    Ich war gerade nochmal bei Time zum lesen(obwohl ich das eigentlich nichtmehr wollte) und es verfestigt sich mein Eindruck das sie das unangenehme (den Alkohol) nicht anspricht und damit meint sie wäre nicht Co ,denn nur ein Co schreibt seinem Partner den Alkoholkonsum vor,oder fragt mal genauer nach.
    Das ist doch am Thema vorbei oder irre ich mich da?
    Alkohol war der Grund sich hier anzumelden.
    Die Sucht war der Grund warum man sich schlecht fühlte und vom ignorieren geht das nicht einfach so weg.
    Aber jeder wie er mag.
    Ich habe bei Time nur nochmal reingelesen um zu schauen ob ich möglicherweise falsch oder zu krass reagiert habe,denn dann hätte ich mich auch entschuldigt.
    Aber wie gesagt in ihrem letzten Eintrag bestätig sie es nochmal.Sie liebt ihren Alki,nimmt bei Treffen nur das schöne mit,verschiebt ihre privaten Partner- Kinderwunsch und wartet worauf auch immer,ich denke sie verhindert damit auch seine Heilung,ob sie sich dessen bewußt ist?
    Also bitte jeder wie er möchte.

    LG R
    Ich stelle mich und mein Tun nun auch nicht weiter zur Diskussion.
    Ich halte mich da zukünftig raus

  • Hallo,

    wie definiert ihr denn Liebe?
    Die Liebe wird doch nur als Ausrede genommen, nichts zu ändern.

    Vielleicht sollten die, die aus " Liebe" sich nicht trennen, mal all die Beiträge der Kinder lesen, die unter dieser "Liebe" mitleiden.

    Und auch, wenn es kinderlose Beziehungen sind, sollte sich jeder mal über die Definition von Liebe Gedanken machen.

    Die Beziehungen, in denen es hier zumeist geht, sind Abhängigkeitsverhältnisse, keine Liebesbeziehungen.

    Susanne

  • Hallo Klick.
    Da gebe ich dir völlig Recht.
    Als ich hier ankam ,las ich recht bald jede Menge Beiträge in denen Alkoholikern die Liebesfähigkeit abgesprochen wurde,oft fiel der Satz ,,alles nasses Geschwätz,, die sind viel zusehr mit sich beschäftigt als überhaupt noch was außer dem Alkohol wahrzunehmen (zu fühlen/lieben)

    Mein xy ist seit einigen Wochen trocken und er sagt dasselbe wie vorher,nämlich das er mich liebt!
    Ich denke es gilt auch das zu trennen.

    Die meisten kommen in einer Situation voller Hilflosigkeit und Schmerz hier an,klammern sich an dieses ,,ich liebe Dich,, ,,benutzen es um nicht handeln zu müssen.

    Ich denke es geht trotz ,,Liebe,, hier nich in erster Linie darum, sondern um Grenzen die überschritten wurden,von beiden Seiten.
    Der Alkohol ist eine schleichende Krankheit und ebenso schleichen sich Mechanismen in die Beziehung ein(Grenzüberschreitungen)

    Ich erklärs mal so,ich liebe meine Kinder sehr und doch brauchte ihr wachsen ,,Regeln,, ohne wäre alles in alle Richtungen ausgeufert und sicher wäre ein ,,Nichtregeln ,,des Zusammenlebens, kein Zeichen von Liebe gewesen ,oder???

    Eher hätte ich ihnen und mir damit geschadet,der Mensch braucht halt Regeln und Grenzen ,denn sie geben auch Halt und Schutz.

    LG R...

  • glück auf

    @ klick - du bist mal n gutes beispiel, für das was ich meine (ohne wertung)

    Zitat von Klick

    ... Er muß ja dann wissen, wie wichtig ich ihm bin.

    das ^ is genau s gegenteil, von dem was aurora geschrieben hat (bzw. wie ich s verstanden hab).
    s kommt drauf an "wie wichtig ich mir bin"

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Wie soll man selbst gesund sein bzw. gesund werden wenn es im Grunde doch nur um den einen (den Partner) geht. In Liebe loslassen bedeutet eben auch sich selbst wieder in den Fokus stellen.

    Auch in der Beziehung gilt, dass frau/mann nicht alles ertragen muss, wie das vielleicht in der Elterngeneration noch vorgelebt wurde. Manchmal ist eine Trennung der für beide Seiten bessere Weg gerade dann wenn ein Partner (Suchtkrank) nicht mehr in der Lage ist eine gleichberechtigte Beziehung zu führen.
    Da trägt dann ein jeder auch für sich selbst die Verantwortung und sollte so vernünftig sein schlechte Faktoren (einen uneinsichtigen Nassen) sich selbst zu überlassen.
    M. E. nach kann man aneinander nicht gesunden sondern nur mit der nötigen Distanz.

    Matthias bringt es in der Tat auf den Punkt. :wink:

  • Ich denke auch, es geht nicht ohne Trennung.
    Aber die Frage, die hier immer wieder im Raume steht, ist doch: wie gehen die anderen Forenteilnehmer mit jemandem um, dessen Leidensdruck offensichtlich noch nicht groß genug ist, um diesen Schritt zu gehen.

    Wenn man den Süchtigen mit Statistiken von seinem Suchtmittel abbringen könnte, gäbe es sicher weniger Süchtige.
    So einfach ist es aber weder im einen noch im anderen Fall.
    Was wir aber wahrscheinlich auch alle am eigenen Leib erfahren haben: der Leidensdruck wird irgendwann so groß, dass man sich bewegen muss.

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Hallo,

    liebe inbetween, das finde ich wichtig

    Zitat

    der Leidensdruck wird irgendwann so groß, dass man sich bewegen muss


    Theoretisch wird es so sein, irgendwann ist der Leidensdruck so groß, dass ich weiß, ich müsste was tun. Mich bewegen.

    Aber leider sieht es so aus, dass das nicht immer klappt. Mit dem Bewegen. Egal, wie jetzt dieses Bewegen aussieht. Das kann eben eine räumliche Trennung sein, aber auch eine emotionale. Also ein Abgrenzen auch ohne Trennung. Wobei ich das sehr schwer finde, also für mich ging das nicht, damals. Ich kenne aber auch Leute, da funktioniert das. Das ist dann aber ein Nebenherleben, kein Zusammenleben in dem Sinne, wie ich es verstehe.

    Ja, aber das Bewegen, das Aktivwerden, das ist ja das Schwierige an allem, oder?

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Zitat von Klick

    Ich finde das sehr individuell, was für einen persönlich der schwierige Punkt ist.

    Wenn man erst ziemlich frisch zusammen ist, ist das sicherlich was ganz anderes als wenn man seit vielen Jahren vielleicht sogar seit Jahrzehnten zusammen ist.
    Wir setzen uns in unserer Beziehung z.B. ständig auseinander und verbringen sehr viel Zeit damit miteinander über "UNS" zu sprechen und sind diesbezüglich ständig in Bewegung.
    Und für mich ist es eher mal etwas besonderes, mich auf eine Beziehung einzulassen und nicht vorschnell einen Schlußstrich zu ziehen, weil mal wieder irgendetwas nicht passt.

    Ich reite keinen toten Gaul...ganz sicher nicht, aber ich verlasse auch nicht gleich das sinkende Schiff, weil ich in dem Schiff mit drin sitze und dort auch gerade mein "emotionales Hab und Gut" mit vertaut ist.

    .

    Hallo Klick,

    eine Trennung kann bei einer frischen Beziehung genauso schwer sein wie bei einer alten. Bei der neuen kommen oft noch starke Verliebtheitsgefühle hinzu - bei der alten kann auch sehr viel Routine enthalten sein.
    Scheinbar ist ein gehen für manche (damit meine ich dich nicht persönlich Klick!) hier so schwer das sie sogar den eigenen Tiefpunkt nicht mehr richtig wahrnehmen und noch immer Liebe mit Abhängigkeit verwechseln.

    Als ich mich hier angemeldet habe war es mein Ziel meine Situation zu verbessern. Den Punkt Trennung / Abgrenzung habe ich bestimmt 4-5 Monate ausgeblendet. Nur mit Liebe heilt der Suchtkranke leider nicht das hatte ich mir damals auch so gewünscht (wenn ich genug liebe wird er es schaffen) - heute empfinde ich das als Realitätsfremd.
    Grauselig waren auch immer die Gespräche in denen mir mein Ex immer Signalisierte er hätte verstanden. Am Ende bin ich trotz Gefühle gegangen weil er immer neue Gründe fand die Entgiftung nicht zu machen. Ich selbst hatte bis dahin schon eine ganze Weile hier gelesen und bereits Hilfe in Anspruch genommen.

    Keiner verlässt seinen Partner sofort ... bei den meisten sind bereits viele Tage des Haderns vergangen und die Situation nicht mehr tragbar. Man sollte für sich erkennen können wann es Zeit ist die Titanic 2 zu verlassen. :wink:
    Wenn man für sich die Situation als ok betrachtet braucht man sich nicht trennen allerdings sollte man dann aber auch damit klarkommen das getrunken wird! Ich persönlich könnte das für mich nicht mehr akzeptieren und würde sofort gehen.

    LG

    Sarawen

  • Zitat von Klick


    Er hatte dann sein Kommunikationsverhalten deutlich geändert und gibt sich viel Mühe, im Gespräch auf mich einzugehen.
    Aber ich bin nicht verheiratet und wir leben nicht zusammen. ich kann jederzeit gehen, darin bin ich frei. Und das nutze ich dann eben auch. Er muß ja dann wissen, wie wichtig ich ihm bin.

    Wenn ich wirklich anerkenne, dass Alkoholsucht eine Krankheit ist, dann unterstelle ich ihm nicht, dass ich ihm unwichtig bin, wenn er weitertrinkt.
    Sonst klingt es so, als ob ich ihn erziehen möchte.

    Ich lese Matthias' Postings schon seit langem, kenne seine Geschichte und bin davon überzeugt, dass er verstanden hat, was Co-Abhängigkeit bedeutet. Darum mache ich mir keine Gedanken.

    Was er meint: solange ich MIR wichtig bin, ist mir egal, ob ich ihm wichtig bin. In einer gesunden Beziehung setze ich das voraus, ja. ABER in einer Beziehung mit einem Abhängigen mache ich ihm das nicht zum Vorwurf, mache ihm damit keinen Druck- sondern ziehe daraus die Konsequenzen, wenn ich meinen Wert nicht aus seinem Verhalten abhängig mache, sondern ihn in mir drin finde.

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