Carl Friedrich - Diesmal wird es klappen

  • Da lese ich, dass eine gewisse "Na....." im Alter von 60 Jahren an den Folgen ihres jahrelangen Alkoholabusus gestorben sei. Nennt sich so wertneutral "Multiorganversagen".

    Hinter so was verbirgt sich allzu oft ein elendes Verrecken.

    So traurig das Einzelschicksal auch wirkt, so sehr ist es mir Ansporn und Bestätigung zugleich, meinen Weg konsequent fortzusetzen, denn er ist für mich alternativlos. Ich habe mich damals für das Leben entschieden und genau das will ich, leben. Dem wird alles andere als minder bedeutsam untergeordnet.

    Daher gelten m.E. weiterhin 3 elementare Grundsätze:


    1. Das erste Glas stehen zu lassen.


    2. Sorgt dafür, dass es Euch gut geht.


    3. Dem Alkohol und heftig trinkenden Zeitgenossen nicht hinterherzulaufen.


    Macht was daraus.

  • Alljährlich, so auch gestern, öffnet ein Paar in der Nachbarschaft ihren Garten und empfängt die Nachbarn, die etwas zu essen und trinken mitbringen. Alles ganz nett, nach 3 Stunden, als es alkohollastiger wurde, bin ich gegangen. Mit dem Kurs komme ich prima klar, ich schließe mich nirgends aus, nur wenn es zuviel Stoff gibt, bin ich weg. Nicht weil ich für mich nach mehr als 10 Jahren eine Gefahr sehe, sondern es mir dann nicht mehr gefällt.

    Einem Neuling im ersten Jahr rate ich dagegen ausdrücklich von der Teilnahme ab. Zu groß ist das Risiko, dass plötzlich doch zugelangt oder ein Glas angeboten wird, dem dann nicht plötzlich aufgrund unseres blendenden Suchtgedächtnisses nicht widerstanden werden kann.

    Im ersten Jahr ist der Neueinsteiger gut beraten, erst mal nur auf sich zu schauen und behutsam Schritt für Schritt zu gehen und dabei alkoholischen Veranstaltungen konsequent aus dem Weg zu gehen.

  • Ich greife mal auf, was ich ab- und an hier so lese, diesmal den Begriff "Ausrutscher".

    Er wird gebraucht, um einen tatsächlichen Rückfall kleiner zu machen als er war.

    Mir ist auch klar, dass im Straßenverkehr ein Parkplatzrempler mit Beulen in Stoßstange und Kotflügel weitaus weniger gravierend als ein Frontalcrash auf der Landstraße ist.

    Aber auch der "Rempler" ist nichts anderes als ein Unfall.

    Der Ausrutscher, sprich der recht kurzzeitige Konsum von Alkohol, ohne gleich in alte und schwer saufende Verhaltensmuster zurückzufallen, mag als weniger schwer wiegend einzustufen sein.

    Jedoch sollte das Kind letztlich seinen wahren Namen behalten. Unfall = Unfall und Rückfall = Rückfall.

    Bei PKWs mit überschaubarem Sachschaden, mag eine Bagatellisierung noch angehen (sie stört mich nicht), bei einer lebensgefährlichen Erkrankung wie dem Alkoholismus sehe ich das entschieden anders.


    Ein sog "Ausrutscher" ggf. auch "Vorfall" genannt, ist für mich nichts anderes als eine Verniedlichung und Verharmlosung eines in Wahrheit gefährlichen Tuns. So manch einer hat sich schon ins Jenseits "vorgefallen"= zu Tode gesoffen, weil er vor lauter "Vorfällen" den Weg zurück nicht mehr gefunden hat. Wie heißt es so schön: "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin (womöglich) um."

    Der Begriff des "Ausrutschers", im Rheinland lässt sich daraus prima ein "Ausrutscherchen" machen, dient m.E. nur dazu, zukünftige weitere "Ausrutscher/Vorfälle" im Vorhinein schönzureden.


    Geradezu klassisch wird es, wenn dann vom Rückfälligen noch ergänzt wird: "Ein Rückfall gehört einfach dazu." Nein, dem ist nicht so. Nicht jeder Langzeitabstinente ist ein Rückfälliger. Es geht auch "ohne".


    So, genug "gemeckert". ;)

  • Da sprichst du mir voll und ganz aus dem Herzen, Carl Friedrich .

    Für mich ist ein Rückfall ein Rückfall und gehört keineswegs ‚dazu‘.
    Ich möchte mir diese Einstellung auch bewahren, denn ein Rückfall kann auch sehr schnell das Todesurteil bedeuten.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich greife mal auf, was ich ab- und an hier so lese, diesmal den Begriff "Ausrutscher".

    Da sind wir doch immer wieder beim Thema: Je mehr Begriffe für etwas gesucht werden, das eigentlich klar und deutlich ist, desto mehr herrschen Beschönigungen statt Klartext.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Da gehe ich heute morgen einkaufen und stehe an der Kasse. Mein Blick fällt auf einen Verkaufskasten mit blauen Dosen. In den gleichen beiden Blautönen wie eine sehr bekannte Haferflockenmarke aus SH. Ich denke: "Ach ein neuer Haferdrink in Dosen." Ich nehme so ein Teil mal in die Hand und lese noch 5.0. Erst bei näherer Betrachtung bemerke ich: Wodka-Mischgetränk. Was es nicht alles gibt. Ich wäre wegen der verwendeten Farben nie auf die Idee gegommen, dass es sich um Alk handelt. Wenn ich die einfach so mal mitgenommen hätte, wäre die Überraschung daheim groß gewesen. Und dann noch Wodka. Das Alkoholikergesöff schlechthin.

    Na ja, mir ist es wurscht.


    Dies als Hinweis an die Neulinge: Augen auf beim Einkaufen.

  • Un noch ein Nachschlag:

    Thema Weihnachtsfeier/-essen:

    Diese Woche kam bei uns das Thema auf. Da es den Beteiligten letztes Jahr so gut gefallen hat, soll es wieder in ein großes Brauhaus gehen. Ich habe mich nicht angemeldet.


    Auch nach mehr als 10 Jahren ist ein Brauhaus mit großen dekorativen Braukesseln für mich der falsche Ort.


    Rückfragen gab es keine.

    Auch bezüglich dieses heiklen Themas sei das nötige Fingerspitzengefühl dringend angeraten. Ein "Neuling" der Abstinenz hat m.E. auf solchen Feiern exakt gar nichts verloren. Sicherheit geht vor.

  • Augen auf beim Einkauf. Und die älteren Semester dürfen ruhig mal die Brille auf die Nase setzen, ich hatte meine Lesebrille nicht dabei.

    Heute nachmittag ging ich nach dem Training noch mal schnell in den Supermarkt und packte spontan ein Dessert Tartufo ein. Nach dem Abendessen wollte ich es servieren. Erst beim Öffnen der Verpackung stand außen im unteren Bereich: "Enthält Alkohol." Ich habe es erst mal meiner Frau gegeben, die probierte es und meinte schon "nee." Ich hatte nicht vor, es zu essen, ohne es vorher sicher zu wissen, welche Art von Alkohol dort verbaut war. Habe mal die KI angeworfen und die meinte: Lebensmittelalkohol = Ethanol und zwar als Geschmacksverstärker. Ethanol ist selbstverständlich in Bier, Wein und Sekt enthalten.


    Es gibt noch mehrwertigen Alkohol, der etwas anderes ist, nämlich ein kalorienarmes Süßungsmittel. Damit habe ich keine Probleme, denn er hat mit dem Trinkalkohol nicht gemein, außer dem Namen.

    Also lieber auf Nummer sicher gehen. Selbst "Trockenprofis" wie mir kann es passieren, dass sie versehentlich richtigen Alkohol anschleppen. Allerdings weiß ich, was dann zu tun ist, nämlich mich im Konsumverzicht zu üben.

  • Da stolpere ich über eine Veröffentlichung des Public-Helth-Index des AOK Bundesverbandes in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszemtrum:

    Deutschland macht zu wenig gegen Alkohol- und Tabakkonsum. In anderen Ländern kostet Alkohol mehr, Hersteller zahlen Abgaben auf gesüßte Lebensmittel.

    Kritik: Alkohol ist rund um die Uhr verfügbar und vergleichsweise günstig. Es gibt begleitetes Trinken ab 14 Jahren.

    Da der Nachwuchs bereits etwas älter als 14 J. ist, spielt die Altersfrage bei uns keine Rolle. Was mir jedoch auffällt: Ich lebe jetzt seit mehr als 10 Jahren alkoholfrei und der Stoff ist in der ganzen Dekade nicht teurer geworden. Gehe ich in den Getränkemarkt, nehme ich ab- und an die Bierangebote optisch wahr. Kein Unterschied zu früher. Wo ist die Inflation geblieben? Nicht bei Bier und Schnaps.

    Tabak: Eine weitere Baustelle, es darf an viel zu vielen Stellen gequalmt werden. Das geht auch besser.

    Gesüßte Lebensmittel: Warum gibt es keine Zuckerampel auf Lebensmitteln, da kann der Verbraucher sofort sehen, was z.B. Cola für ein Dreck ist.

    Was könnte getan werden? Steuern rauf. Auf Alk und Tabak erst mal verzehnfachen und dann jedes Jahr ggf. nachsteuern. Der Deutsche wird bekanntlich nur über den Geldbeutel erzogen.


    Leider wird es so nicht kommen, dafür ist die einschlägige Lobby viel zu stark.

    Na ja, mir soll es egal sein, ich konsumiere und kaufe das Zeug nicht.

  • schön, wieder jemand der gern erziehungsarbeit über den geldbeutel steuern möchte:roll:

    du musst nicht von dir auf andere schliessen. eigenverantwortung ist ein begriff?

    mal abgesehen davon, schon mal die tabakpreise der letzten jahre verglichen?die gehen durch die decke und überall rauchen halt ich für ein gerücht. typisch für leute die selber mal konsumiert haben und dann allen ihre lebensweise überhelfen wollen... nee danke Carl Friedrich

    gruss

  • du musst nicht von dir auf andere schliessen. eigenverantwortung ist ein begriff?

    Aha, da fühlt sich jemand "angefasst". Ich habe aus freien Stücken vor ca. 14 Jahren, die Qualmerei ad acta gelegt, da hat mich niemand zu gezwungen. Ich hatte es einfach satt.


    Beim Suff gab es anfangs dezenten Druck der Familie, aber auch dieser Druck hat gefruchtet.

    allen ihre lebensweise überhelfen wollen... nee danke Carl Friedrich

    Ich stülpe niemand irgendetwas über. Ich habe im Gegensatz zu Dir wenigstens sachlich einen Lösungsansatz aufgezeigt, Du hast die Ebene der Sachlichkeit schnell verlassen und bist sogleich persönlich geworden.:wink:

    überall rauchen halt ich für ein gerücht.

    Nur mal nachmittags mit offenen Augen und Nase durch die Innenstadt laufen reicht schon.

    So, dann hoffe ich mal auf steigende Drogenpreise, auch wenn es hier nicht jedem gefällt.

  • Was mir jedoch auffällt: Ich lebe jetzt seit mehr als 10 Jahren alkoholfrei und der Stoff ist in der ganzen Dekade nicht teurer geworden. Gehe ich in den Getränkemarkt, nehme ich ab- und an die Bierangebote optisch wahr. Kein Unterschied zu früher. Wo ist die Inflation geblieben? Nicht bei Bier und Schnaps.

    Hi Carl Friedrich,

    ich kann Dich insofern "beruhigen", dass Bier die letzten Jahre doch auch deutlich teurer geworden ist.

    Bei uns im Getränkemarkt gibt's keine Kiste mehr unter 20€, wenn man nicht die letzte Plörre trinken möchte.

    Bei mir spielt aber der finanzielle Aspekt im Gegensatz zu ganz am Anfang meiner Abstinenz gar keine Rolle mehr, weder positiv (im Sinne von "Juhuu ich spare was") noch negativ (im Sinne von "Scheiße, ich hab ein halbes Einfamilienhaus versoffen").

    Als ich früher noch eher bescheiden verdient habe, habe ich zum Ende des Monats immer gerechnet, wie viel Geld ich jetzt noch sparen kann und wie viel ich für zwei Abende in der Kneipe übrig habe und wenn mich das Ergebnis in puncto Kneipe nicht überzeugt hat, wurde halt weniger gespart. Also die Erziehung über den Geldbeutel hat bei mir nicht funktioniert.

    War ich früher ein Fan von bestimmten Marken, was Klamotten und Schuhe betrifft, hab ich irgendwann zu edit gewechselt, aber in der Kneipe weiterhin mit Geld um mich geschmissen. Total erbärmlich, aber das ist zum Glück für mich abgehakt und jetzt gibt's wenigstens wieder ordentliche Sneaker. 👟

    Ein weiterer, positiver Aspekt der Abstinenz: Ich bemitleide mich nicht mehr dauernd selbst, dass ich ja ach so wenig verdiene, obwohl ich doch so viel arbeite. Ich verdiene eigtl gar nicht sooo wenig und ich arbeite auch gar nicht sooo viel, es war verkatert nur immer so viel anstrengender als jetzt :D

    VG Soapstar

    Einmal editiert, zuletzt von Hartmut (8. Dezember 2025 um 17:14) aus folgendem Grund: Bitte keine Firmennamen nennen, danke.

  • Hallöle Karl Friedrich,

    spätestens wenn die Zigaretten bei uns so viel wie in Australien kosten (zwischen 22 - 28€ die Schachtel) höre ich auf zu Rauchen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Aha, da fühlt sich jemand "angefasst". Ich habe aus freien Stücken vor ca. 14 Jahren, die Qualmerei ad acta gelegt, da hat mich niemand zu gezwungen. Ich hatte es einfach satt.

    "angefasst" juckt mich nicht, ich hab polen um die ecke;)und wieder von sich auf andere schliessen. schön das du auf deine gesundheit bedacht bist und vor 14 jahren aufgehört hast. glückwunsch ganz ehrlich und was können da mio. andere für? es ist dein leben oder lässt du dich gern bevormunden? ich hab auch mit dem saufen aufgehört, aber renn drum nicht in der gegend rum, andere vom trocken sein zu überzeugen. moralapostel?

    Ich stülpe niemand irgendetwas über. Ich habe im Gegensatz zu Dir wenigstens sachlich einen Lösungsansatz aufgezeigt, Du hast die Ebene der Sachlichkeit schnell verlassen und bist sogleich persönlich geworden.:wink:

    aha ein sachlicher ansatz einfach mal alles teuerer machen als es ohnehin schon ist. mal genauer lesen was ich schreib, extra nochmal für dich "eigenverantwortung":idea: och und persönlich werd ich nicht, dass nennt sich diskussion oder auch debatte. meist kommt sowas wenn die argumente ausgehn;) ich bin da die ruhe selbst, weil du auch nicht der erste bist in dieser hinsicht.

    Nur mal nachmittags mit offenen Augen und Nase durch die Innenstadt laufen reicht schon.

    So, dann hoffe ich mal auf steigende Drogenpreise, auch wenn es hier nicht jedem gefällt.

    ich besuche nicht unsere innenstadt, zu laut zu dreckig, zuviele menschen:mrgreen: und weil es mir völlig egal ist was andere konsumieren.

    mal abgesehen davon hinkt dein vergleich mit anderen ländern gewaltig. dort blüht die schwarzbrennerei und im zweifel musst du nicht jahre konsumieren sondern liegst nach einmaligen gebrauch 1,80 tief. nur mal so angemerkt...

  • Wir sind ein Alkoholiker-Forum, also breche ich es mal für mich runter.

    Studien, politische Programme oder irgendwelche neuen Verordnungen ändern nichts an der Realität der Sucht. Als ich noch gesoffen und geraucht habe, hat mich das alles nicht im Geringsten interessiert. Ich habe auch mit 13 angefangen , weder Preise noch Verfügbarkeit noch das allgegenwärtige Rauchen haben mich gestört.

    Warum auch? Ich war Teil des Problems.

    Die eigentliche Frage ist für mich: Warum stört es mich heute? Weil ich es nicht mehr kann? Oder weil ich andere vor dem bewahren will, was ich selbst durchgemacht habe? Beides ist menschlich, aber keins davon verändert die Fakten. Kein Süchtiger hört wegen höherer Preise auf, keiner bleibt wegen Steuern trocken. Politik, Verbote, Steuern , das geht komplett am Kern der Sucht vorbei.

    Zumindest meiner persönlichen Einschätzung nach sitzt es nicht im Geldbeutel und auch nicht im Gesetzbuch, sondern im Kopf.
    Wenn ich irgendwo wirklich etwas bewirken will, dann muss ich in die Köpfe rein. Nicht mit Streicheleinheiten, sondern mit Klartext. Alles andere ist Schönschreiberei.

    Und wenn ich als Alkoholiker meine eigene Selbsthilfe in eine Art Aufklärungsarbeit umwandle, dann geht das nur über Ehrlichkeit und deutliche Worte. Das sind die einzigen Hebel, die ich zumindest habe und selbst die wirken nur begrenzt.

    Denn kein Jugendlicher in seiner Sturm-und-Drang-Phase denkt nachhaltig. Das ist einfach die Realität.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!