Es ist ein langer Weg

  • Guten Abend an alle, die meine Gedanken lesen wollen


    ich bin ein absoluter Neuling, was Forenteilnahme betrifft. Ich übe also noch und bin gespannt, ob es klappt und wie es sich anfühlen wird.


    Ich bin Alkoholiker! Das war der Satz, der bei mir vor 6 Tagen (nach einem Absturz den Tag zuvor), bei mir im Kopf angekommen ist. Der Bauch wusste dass schon länger... Heute bin ich den 6 Tag ohne Alkohol, nüchtern. Der körperliche Entzug sollte vorbei sein... der lange Weg zum trockenen Alkoholiker liegt jetzt vor mir.


    Dazu kommt auch noch eine Tablettenabhängigkeit, die ich mir nach dem Besuch bei meinem Hausarzt vor 4 Tagen auch noch eingestehen lernen muss.


    Ich möchte mich im offenen Bereich kurz bei Euch vorstellen und dann schauen, ob es mir gut tut.


    Ich habe in den letzten Tagen ganz viel hier im Forum gelesen und bin mit vielen Infos "zugeschüttet". Jetzt möchte ich aktiv werden, na mal schauen wie sich das für mich abfühlen wird...


    Nun aber doch zu meiner Person ein paar Details. Da ich weiß, dass hier im offenen Bereich alle mitlesen können, wird es natürlich sehr allgemein sein müssen. Ob ich das hinbekomme???


    Ich habe eine ganz normale Kindheit und eine tolle Jugend mit viel Sport gehabt. Ich habe eine tolle Familie (Kinder,Schwestern, Tanten, Cousinen usw.) Ich habe eine gute Ausbildung (Abi, Ausbildung, Meisterabschluss). Ich wohne am Rande einer großen Stadt in einer wunderschönen Siedlung. Und last but not least einen Job, der mir ein gutes Einkommen sichert, mir Spaß macht und mich fordert (überfordert?). Mein soziales Umfeld ist intakt und es gibt wenige Freunde und einige Bekannte, die mir wichtig sind. Ich wohne seit einiger Zeit in einer Familien-WG. Und bin alleinerziehend seit über 17 Jahren.


    Und trotzdem stehe ich heute hier und bin Alkoholiker!


    Die Frage aller Fragen ist: Warum? Wie konnte das kommen? Was ist trotz eines rein äußerlich betrachteten normalen Leben, falsch gelaufen?


    Natürlich kann ich heute und auch an dieser Stelle nicht alle Steine aufzählen über, die gestolpert und auch gestürzt bin. Das würde ein Roman ...


    Heute stehe ich mit fast 50 Jahren an einem Punkt an dem ich mir Gedanken machen muss, was ich in diesem Leben noch möchte. Mich irgendwann tot saufen oder ein nüchternes trockenes Leben führen, dass bestimmt noch viel mit mir vor hat. Erstes ist keine Option! PUNKT!


    Aber was hat das Leben noch mit mir vor. Oder sollte ich die Frage anders herum stellen? Was habe ich in meinem Leben noch vor?


    Ich habe im Moment nichts als Fragen. Wie werden die Antworten aussehen?


    Puh!!! Das hat jetzt angestrengt und lange gedauert, die richtigen Worte zu finden. Nach dem 10 mal durchlesen und 3 Zigaretten + 2 Tassen Tee ist es aber glaube erst mal genug für den Anfang.


    Ach ja. Falls die Frage kommen sollt: Ich gehe in 10 Tagen zur stationären Entgiftung. Den Alkoholentzug habe ich ja erstmal schon gemacht rein körperlich. Ich weiß heute absolut noch nicht, was auf mich zu kommen wird. Vorgespräch in der Klinik ist erst nächste Woche.


    So! geschafft! jetzt nur noch absenden...


    Grüße
    lalu

  • Hallo Lalu,


    schön, dass du hier bist und dich hier im offenen Bereich vorgestellt hast. Ich wünsche dir gute erste Erfahrungen mit einem (diesem) Forum. Was wünscht du dir denn bzw. welche Erwartungen hast du und wie möchtest du das Forum gerne nutzen?


    Zitat

    Oder sollte ich die Frage anders herum stellen? Was habe ich in meinem Leben noch vor?


    Dass ich diese Frage jetzt zumeist genau so und nicht anders herum stellen kann, also in meinem Leben eine aktive, gestaltende Rolle einnehme, das ist eine der wichtigsten und schönsten Folgen meiner Abstinenz. :)


    Viele Grüße, und ich freu mich mehr von dir zu lesen, ob hier draußen oder auch "drinnen".


    Thalia

  • Herzlich willkommen Lalu! :D


    Das war doch eine vernünftige Vorstellung. Das Eingeständnis ein Alkoholiker zu sein, viel mir auch nicht leicht.


    Das Warum ist mMn eigentlich gar nicht so wichtig am Anfang des trockenen Lebens.
    Mein Tip: Hangel Dich erstmal von Tag zu Tag.
    Die positiven Veränderungen werden sich mit der Zeit einstellen.


    Schau Dir am besten nochmal die Grundbausteine ganz genau an, dann hast Du schonmal was, an dem Du dich orientieren kannst.


    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.


    Beste Grüße
    lT

  • Hallo Lalu,


    ja, schön, dass du hier bist.


    Mein Leben ist deinem gar nicht mal so unähnlich. :)


    Vielleicht ist es am Anfang noch nicht so klar warum du Alkoholiker wurdest.


    Solltest du jedoch durchhalten und länger oder gar für immer trocken bleiben,
    dann wirst du es früher oder später ( wenn es dich interessiert) eh herausfinden.


    Es gibt durchaus Leute, denen das Wissen der Gründe nicht so wichtig ist,
    ich gehöre auch zu der anderen Sorte.


    Liebe Grüße und alles Gute für die kommende Zeit !


    Slowly :)

  • glück auf lalu


    Zitat von lalu14

    Heute bin ich den 6 Tag ohne Alkohol

    gratulation


    Zitat von lalu14

    der lange Weg zum trockenen Alkoholiker liegt jetzt vor mir.

    dafür gibt’s n apfel (vom baum der erkenntnis).


    freu mich drauf mehr von dir zu lesen :wink:


    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo und Guten Abend,


    vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Bin erst vor einer halben Stunde vom Sportplatz gekommen, bin aber im Moment nur Begleitperson, da ich ja nicht alleine zuhause seinen möchte/darf/kann.


    @Thalia: ich werde bald "drinnen" sein, erst die Entgiftung. Hier im offenem Forum möchte ich als Forumsneuling ein wenig üben... bis ich im geschlossenen Bereich bin. Aber es ist ja auch nicht auszuschließen, dass ich auch später hier an diesem Beitrag weiterschreibe. Da bin ich ganz offen und lasse es auf mich zukommen. Hier und heute und in den nächsten Tagen (bis zum Beginn meines Klinikaufenthaltes möchte ich täglich ein paar Gedanken schreiben, vielleicht auch, wie der Tag war, was ich gemacht oder auch gelassen habe. Täglich! Das ist der Plan.


    @lt Danke für Deinen Rat. Ich versuche mich auf den Tag zu konzentrieren. Aber der Kopf arbeitet ja trotzdem. Fragen über Fragen und im Moment noch keine Antworten. Da übe ich mich mal in Geduld, was glaube nicht meine große Stärke ist, wenn es um mich geht. Mit andern Menschen habe ich sehr viel Geduld.


    Die Grundbausteine habe ich gelesen, aber dazu werde ich mir noch Gedanken machen und diese vielleicht auch hier in den nächsten Tagen äußern. Ist der Plan.


    Slowly Ich möchte schon wissen, warum ich Alkoholiker bin! Nur dann kann ich doch auch in der Zukunft die Fehler vermeiden, die ich in der Vergangenheit gemacht habe. Oder sehe ich das jetzt noch falsch?


    silberkralle DANKE! heute gut geschafft, morgen ist ein neuer trockener Tag (es soll ja auch nicht regnen :lol: ) Es gibt ja da so ein Sprichwort: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt (oder so ähnlich) Ich habe jetzt schon 6 Schritte auf diesem trockenen Weg gemacht. Und ich möchte noch viele Schritte auf diesem Weg gehen.


    Ein paar kleine Gedanken zum Schluss: Ich bin ein wenig beunruhigt, dass es mir scheinbar leicht fällt, auf den Alkohol zu verzichten. Ja, schon die Tablette, die ich nehme "helfen" mir sicherlich, die körperlichen Entzugserscheinungen zu mildern/zu unterdrücken. Aber heute auf dem Sportplatz haben sich alle nach dem Training noch eine halbe Stunde zusammengesetzt, draußen, es ist ja schönes Wetter. Mir wurde auch ein Bier angeboten. Ich habe freundlich nein gesagt, dass fiel mir leicht. Es hat mich aber auch nicht gestört, dass ein Teil der Gruppe in Ruhe ein Bier getrunken hat. Ich habe immer auf ein schlechtes/negatives Gefühl in mir gewartet. Da war aber nichts...kein Bedauern, kein Verzichtsgefühl, nichts. Fragen über Fragen...


    So nun aber noch ein wenig hier im Forum bei den anderen lesen, ich kann ja morgen ausschlafen. Am WE liegt zuhause so garnichts an. Kein Besuch (das ist selten) keine dringenden Sachen, die repariert oder gerichtet werden müssen. Und da ich ja krangeschrieben bin geht das ja noch ein paar Tage so weiter. Ich finde es irgendwie entspannend...


    lalu

  • Zitat von lalu14

    Mir wurde auch ein Bier angeboten. Ich habe freundlich nein gesagt, dass fiel mir leicht. Es hat mich aber auch nicht gestört, dass ein Teil der Gruppe in Ruhe ein Bier getrunken hat. Ich habe immer auf ein schlechtes/negatives Gefühl in mir gewartet. Da war aber nichts...kein Bedauern, kein Verzichtsgefühl, nichts. Fragen über Fragen...
    lalu


    Hallo lalu,
    schön, dass du bei uns bist!


    Blöde Situation da am Sportplatz. Schließlich warst du ja dort, um das Risiko kleiner zu machen. Gut, wenn die Situation unproblematisch war. Laut gesammeltem Wissen kann sowas aber Tage später noch Druck verursachen. Nach meiner letzten Dummheit (kein Rückfall, ich hatte mich aber unnötig einer Feiersituation bis spät in die Nachtstunden ausgesetzt) hatte ich in der Folgewoche 3 Alk(p)träume. Vorher hatte ich ca 3 solcher sehr unangenehmer Träume in 2 Monaten. Jeder reagiert anders. Auf jeden Fall bringt es dir nix, wenn du eine Mutprobe bestehst und dann halt eine Woche später aus dem Nichts vor Saufdruck nachts die Tankstelle stürmst. Pass auf dich auf!


    Viele Grüße
    brass

  • Hallo und einen Schönen Abend an alle,


    1 Woche ohne Alkohol ist geschafft. Ich bin dankbar, dass die körperlichen Entzugserscheinungen klein oder fast gar nicht vorhanden waren /sind. Aber da ich ja offensichtlich auch tablettenabhängig bin, ist das wohl der Grund. Erst nach dem Tablettenentzug (stationär ) werde ich klarer sehen. Den körperlichen Entzug vom Alkohol dürfte ich ja nach 7 Tagen geschafft haben. Gerade habe ich in einem andern Beitrag gelesen, dass ich nicht trocken bin, sondern "nur" nicht trinke. Hm? Wann ist man/frau den trocken?

    Heute war hier bei uns ein schöner Sommertag, vormittags ein wenig im Garten gesessen und nichts getan. Bin dann mittags wieder in mein Bett verschwunden und habe im Forum gelesen. Wollte dann schlafen (da ich im Moment nachts nur 5-6 Stunden schlafe) und bekomme plötzlich eine Angstattacke. Warum weiß ich, aber warum meine Tabletten nicht gewirkt haben, das weiß ich nicht. Habe dann mit ein, zwei erlernten Techniken das ganze wieder in den Griff bekommen und auch 2 Stunden geschlafen. Nach dem Aufstehen war ich wie gerädert... also wieder erst mal in den Garten gesetzt, einen leckeren smoothie getrunken und dann wurde ich langsam wieder. Habe dann ein wenig im Garten was gemacht, aber es war so warm, dass ich nach 15-20 min wieder aufgehört habe. Irgendwie war es dann doch 18 Uhr und noch nichts gemacht den lieben langen Tag...
    Ich kann schwer damit umgehen, den Tag so zu vergammeln. Ich hätte soviel zu tun, was ich auch gerne tun würde, aber es fehlt mir irgendwie der Antrieb. Das macht mich irgendwie unzufrieden, oder Schuldgefühle, ich fühle mich mit meiner Passivität nicht wohl.


    Tja, ansonsten habe ich ja eine ganze Woche ohne Alkohol hinter mir und ganz viel Zeit zum Kopfkino. Da laufen gerade ganz viele Filme gleichzeitig. Was war, was ist und vor allem was wird sein! Oh man!


    Ich habe viele Fragen, und ja ich habe auch wenige Antworten. Aber denen traue ich nicht über den Weg. Da muss ich jetzt ganz geduldig mit mir selbst sein und mich mit Hilfe von außen an die Fragen heranmachen und lernen, die Antworten zu finden, die mir wirklich aus meiner Abhängigkeit helfen bzw. wie ich mit meiner Krankheit in Zukunft leben werde.


    An dieser Stelle soll es für heute genug sein. Ich könnte jetzt zwar noch viel schreiben (mir von der Seele schreiben). Aber ich denke, dass wird im geschlossenem Forum sicherer aufgehoben sein.


    Jetzt lese ich hier noch ein wenig im Forum und dann werde ich wohl wieder vor dem Fernseher einschlafen :D Sehr schlechte Angewohnheit :oops:


    lalu

  • Hallo Lalu,


    du schreibst:


    Zitat


    Ich kann schwer damit umgehen, den Tag so zu vergammeln. Ich hätte soviel zu tun, was ich auch gerne tun würde, aber es fehlt mir irgendwie der Antrieb. Das macht mich irgendwie unzufrieden, oder Schuldgefühle, ich fühle mich mit meiner Passivität nicht wohl.


    Das ging mir ähnlich in den ersten.. zwei-drei Wochen. Ich hab meine Zeit im Büro abgerissen und dabei vor allem im Forum gelesen/ war einfach nur anwesend und hab nur dads bearbeitet, was dringend war. Ansonsten hab ich mich in mein Schneckenhaus zurückgezogen, fern gesehen und sehr viel Süßkram gefuttert. Und ich hatte überhaupt kein schlechtes Gewissen. Wir sind alkoholkrank. Das ist eine tödlich verlaufende Krankheit. Wenn wir uns dem Problem stellen, ist es nur fair, mal ein paar Wochen lang auf 60% zu laufen. Es ist ok.


    Schönen (Gammel?)Sonntag!


    Brass

  • Hallo Lalu
    Du schreibst ...( das mit dem Zitat bekomme ich nicht hin, aber kopieren ging :) )



    Ich kann schwer damit umgehen, den Tag so zu vergammeln. Ich hätte soviel zu tun, was ich auch gerne tun würde, aber es fehlt mir irgendwie der Antrieb. Das macht mich irgendwie unzufrieden, oder Schuldgefühle, ich fühle mich mit meiner Passivität nicht wohl.


    So geht es mir jetzt schon einige Zeit, aber ich habe gelernt das so anzunehmen. Bin immer 100 % gelaufen , Leistungen erbracht, für alles und jeden da gewesen und......
    Und Abends dann das gemacht, was niemand auch nur erahnt hat.


    Ich glaube das dieses " ausruhen" gut für unseren Körper ist.


    Sich mal Zeit für Sich selber nehmen.


    Schönen Sonntag noch :)

  • Hallo an alle Mitleser und Interessierten an meinem "Geschreibsel" ,


    @heaven: das mit den 100% kenne ich sehr, sehr gut. Mir ging es jahrelang auch so. Ein wenig Ruhe ist aber im letzten Jahr eingetreten, da sich meine Wohnsituation so entwickelt hat, wie ich es schon als Kind mir immer erträumt habe. Wir wohnen jetzt in einem schönen Haus mit Garten in einer wundervollen Siedlung.


    __________


    Jetzt bin ich krankgeschrieben und auch nicht alleine zuhause. Man passt auf mich auf. Darum habe ich die Familie und Freunde gebeten. Risikominimierung? Und ich verbringe viel Zeit mit "nichts tun" z. B. viel hier im Forum lesen. Ich habe seit Montag drei lange Theards gelesen, der erste war der von Lena40, dann den von Bernd und jetzt bin ich mit dem von George66 auch fast durch. Und auch immer die gerade aktuellen Theards. Da geht viel Zeit drauf, aber die nehme ich mir gerne. Leider kann ich mit dem Computer nicht draußen sitzen bei dem schönen aber zu heißem Wetter. Und am Tablet... da sieht man draußen so gut wie nichts. Also ist im Garten nur rumgammeln und schwatzen angesagt (und 3x am Tag in den Pool hopsen 8) )


    Aber wie ich gestern schon schrieb, ganz wohl fühle ich mich nicht ganz damit... aber ich werde daran arbeiten müssen. Die erste "Maßnahme" heute war, dass ich gleich ganz früh in meinem Garten mich um die Beete und Blumen gekümmert habe, da liegen diese alle noch im Schatten. (Sonst habe ich das immer erst Nachmittags/abends gemacht, nach dem einem oder anderen Bier... ) Heute also in der früh, ordentlich geschwitzt dabei und mich nach einer Stunde super gefühlt. Es geht auch ohne Alk und es geht auch früh. Und ich hatte den ganzen Tag das gute Gefühl, schon etwas getan zu haben. (Wäsche und ein wenig aufräumen läuft ja ehe so nebenbei :D ) Und da ich mich nicht ums Essen kümmern muss (Gott sei dank!) bleibt mir die Küchenarbeit zur Zeit komplett erspart.


    Wie geht es mir sonst nach einer Woche alkoholfrei? Ich bin täglich dankbar, dass ich den körperlichen Entzug so gut schaffe.(Bitte nicht vergessen, dass das vermutlich an den Tabletten liegt, die ich nehme, tablettenabhängig bin ich ja offensichtlich auch). Ich fühle mich heute ganz fit, aber nicht sehr energiegeladen. Nur heute früh (6:00) als ich auf unserer Terrasse beim ersten Cappu saß, zuckten mir die Beine und ich währe um ein Haar in meine Joggingschuhe geschlüpft und eine Runde ums Haus gelaufen. Ich habe immer viel Sport gemacht, dass aber in den letzten Jahren völlig vernachlässigt. Außer die Fahrt mit dem Fahrrad täglich 2x6km zur Arbeit und zurück(Sommer, wie Winter). Und auch das erst seit einem knappen Jahr, nach unserm Umzug ins Haus.


    Sport ist dass, was ich vermisse und so schnell wie möglich wieder aufnehmen möchte. Aber erst die Entgiftung und dann werden Pläne gemacht.


    Ich werde mich in den nächsten Tagen weiter mit den Grundbausteinen auseinander setzen. Ich glaube, dass ist super wichtig. Nach allem, was ich in den Theards so gelesen habe. Dann steht diese Woche auch das Vorgespräch in der Klinik an. Und jeder Tag den ich ohne Alkohol schaffen werde, wird ein toller sein.


    Euch allen eine geruhsame Nacht
    lalu

  • Einen schönen Abend an alle Mitleser,


    heute habe ich das "Experiment" von gestern wiederholt und mich gleich früh um meine Bette gekümmert. War nicht so lange und soviel, aber hat wieder gut getan. Es geht doch... :-)
    Und nachmittags auch noch Rasen gemäht... ich verwöhne meinen Garten und somit auch mich.


    Ich hatte mir letzte Woche schon ein Tagebuch gekauft, um täglich am Abend den Tag zu erinnern. Ich hatte ja vielleicht schon erwähnt, dass ich in den letzten Monaten Gedächtnisschwierigkeiten hatte, vergesslich war. Warum weiß ich heute auch und doch ist eine Unsicherheit da, das es mehr sein könnte, als meine Suchtauswirkungen. Eine Bekannte von mir hatte das vor Jahren auch (ohne Alkohol usw.). Dann kamen Sprachstörungen dazu und nach der Diagnose Tumor im Kopf hatte sie leider nur noch 1 Jahr zu leben.


    Jedenfalls sitze ich jetzt immer abends und lasse den Tag Revue passieren und versuch alles aufzuschreiben, was ich den lieben, langen Tag gemacht habe. Nur die Fakten, ohne Wertungen und wie es mir geht körperlich und psychisch. Das hebe ich mir dann für mein virtuelles Tagebuch auf, später dann. Außerdem möchte ich auch gerne hier jeden Abend ein paar Gedanken lassen, die mich so umtreiben.


    Ich lese jeden Tag hier die Beiträge und bin nach Bernd nun im langen Beitrag von Correns. Ich lese und lese und fühle mich bei allen diesen langen Threads wie in einem Roman, wenn ihr versteht, was ich meine. Ich fiebere mit den Schreibenden mit und freue mich über jeden Fortschritt, den jeder einzelne macht. Auch wenn ich weiß, dass alles ist ja schon in der Vergangenheit passiert ist und die Foristen heute immer noch trocken sind.
    Ich habe mir mein Tagebuch danebengelegt und auf den letzten Seiten dieses Buches notiere ich Worte und Sätze, die mich besonders ansprechen.
    Ich schreibe hier mal einige rein, ich hoffe ich darf das, wegen dem Copyright.


    - nicht euphorisch, sondern Respekt
    - ich habe keine Lösungen, aber ich nehme teil
    - Trockenblumen (für jeden Tag eine, dass wird ein schöner großer Strauß)
    - ich warte auf etwas, anstatt zu leben
    - Worte an den Suchtteufel "Danke, dass Du mich erinnerst, nicht zu trinken"
    - zerbrechlich und einsturzgefärdet
    - Trockensein ist etwas Besonderes
    - geht es langsam an und seit wachsam


    Für mich sind das Erfahrungen der Langzeittrockenen, die ich in mich aufnehmen möchte um meinen Weg mit Hilfe auch von außen zu finden. Ich habe von Tag zu Tag mehr Respekt vor denen, die es schon zu einer langen und jetzt zufriedenen Trockenheit geschafft haben. Auch ihr Anfang war schwer und voller Stolpersteine und Fallen. Aber sie teilen uns ihre Erfahrungen mit, denen die wie ich noch ganz am Anfang stehen.


    Ich bin immer noch beim "arbeiten" an den Grundbausteinen... heute kann ich mich dazu noch nicht äußern. Ich muss noch viel darüber nachdenken.


    Für heute soll es genug sein.


    Viele Grüße sendet Euch lalu


    :D Ich freue mich, dass schon so viele Aufrufe zu meinem Thread erfolgt sind. :D

  • Hallo heaven,


    habe Dir ja schon in Deinen Thread geschrieben.


    Hallo ans Forum,


    Heute ist der 11 Tag ohne Alkohol, im Kopf war mir irgendwie die 9 hängengeblieben. Jetzt habe ich in meinem realem Tagebuch die Tage gezählt und dann gleich noch nummeriert... :)


    Gestern habe ich ja geschrieben, dass ich mich freue, dass mein Thread schon so viele Aufrufe hat. Dann habe ich abends im Bett gelegen und mich dann über mich geärgert. Warum? Nun ich war ein wenig traurig/verwundert/erstaunt, dass viele lesen aber nur wenige bei mir schreiben. Und das ich das gestern nicht auch so geschrieben habe.
    Heute habe ich mir die Threads, die ich selber täglich lese mal genauer angeschaut. Und siehe da, es ist völlig normal, dass nicht immer sofort und manchmal erst nach Tagen auf einen Beitrag geantwortet wird... Jetzt war und bin ich froh, dass ich mich gestern nicht dazu geäußert habe, sondern eine Nacht geschlafen und nochmal genau hingesehen habe. Das war definitiv besser. Wenn ich nicht nüchtern gewesen wäre hätte ich drauflosgepoltert. Ein kleiner Gewinn, ein kleiner Schritt auf meinem Weg.


    Ich habe so viele Sachen, die mir im Moment durch den nüchternen und fast klaren Kopf gehen, dass ich nicht weiß, welches Thema ich heute hier "verarbeiten" möchte. Also gehe ich jetzt erst mal eine Zigarette rauchen und werde mich entscheiden... bis gleich


    Da bin ich wieder :)
    Also Thema ist entschieden: Was habe ich bis zum heutigen 11. Tag meiner Nüchternheit gemacht/getan, um keinen Alkohol zu trinken.


    - ich bin zum Arzt gegangen und habe die Karten auf den Tisch gelegt
    - ich habe dafür gesorgt, dass ich die gesamte Zeit unter "Aufsicht" bin, es ist zu jeder Tag und Nachtzeit jemand in meiner Nähe
    - ich habe mich hier im Forum angemeldet
    - ich lese täglich, früh, mittags, abends im Forum (keine Zeit mehr für andere Lektüre :D es ist sooo spannend hier)
    - ich schreibe täglich hier in meinem Thread
    - ich schreibe täglich in mein reales Tagebuch (frich gekauft + Füllfederhalter)
    - im gesamten Haus gibt es sichtbar keinen Alkohol, der vorhanden ist hinter einer stabilen Tür verschlossen (selbst wenn ich wollte, die bekomme ich nicht aufgebrochen)
    - ich habe einen festen Termin für meine Entgiftung in der Klinik gemacht
    - ich gehe den Tag ganz bewusst langsam an und nehme mir nicht viel vor
    - ich erledige nur das, was ich auch möchte (an der Stelle sei gesagt, dass mir das besonders schwer fällt, ich hätte ja soviel zu tun und zu erledigen)
    - ich trinke am Tag mindesten 5 Liter Wasser, Tee, Cappu
    - ich ernähre mich gesund ( wie ich an anderer Stelle schon sagte, ich werde bekocht, da ist das einfach)
    - ich verzichte ganz bewusst auf Suchtverlagerung Richtung Süßigkeiten (funktioniert fast)
    - ich schreibe ganz ohne Prioritäten auf, was ich in meinem nüchternem Leben noch machen und erleben möchte.
    - ich analysiere/diagnostiziere mich nicht selbst, dass möchte ich mit den Experten machen (geht ja nächste Woche ja los)
    - ich habe mir ein Fitnessarmband gekauft. 1. weil mir seit drei Tagen die Füße zucken und rufen leise "laufen, wir wollen laufe" 2. Belohnung, für meinen Entscheidung nüchtern zu leben


    Puhhh! Fünf Mal durchgelesen, ob ich was wichtiges fehlt... heute nicht.


    Dann wünsche ich allen für heute eine gute Nacht und morgen einen friedlichen Tag


    lalu
    (die jetzt minütlich auf ihr neues Armband schaut :D )

  • Hallo Lalu,


    du klingst gut gelaunt- ich freu mich für dich :-) Und super, dass du den Termin gemacht hast. So machst du dir nach und nach Hintertürchen zu.


    Es gibt übrigens auch sehr viel gedruckte Literatur- ich habe beim Lesen von Borowskis 'Alk' nochmal eine Menge verstanden und hier und da auch herzlich gelacht.


    Das mit den Klicks sagt nicht so sehr viel aus- es sind immer eine Menge Gäste online, die dürfen hier nicht schreiben.


    Alles Gute für die nächsten Tage!


    Viele Grüße
    brass

  • Hallo Lalu,


    ich bin auch eine von denen, die zwar lesen, aber weniger schreiben... :wink:


    Wirklich viel kann ich Dir auch nicht helfen - ich komme von der Co-Seite, aber wie Du das hier angehst und was Du schreibst, hört sich für mich nach einem richtigen Weg an.


    Mach weiter so, lass Dich nicht unterkriegen und pass auf Dich auf :)

  • Hallo lalu,


    11 Tage sind schon mal ein guter Anfang. Mach weiter so!


    Auf deine Liste kannst du stolz sein. Ich fand es am Anfang auch sehr wichtig alles aufzuschreiben, ich hatte ein Excel-Tagebuch geführt.
    Auch schon in den letzten Wochen vor der Abstinenz habe ich meinen Konsum und die Beweggründe schonungslos notiert, sozusagen visualisiertes Trinken. Erschreckend, was da so zusammen kam und was für fadenscheinige Gründe ich zum Trinken fand.


    Das mit der Vergesslichkeit kannte ich auch, auch ich hatte Sorgen an früher Demenz o.ä. erkrankt zu sein.
    Mittlerweile hat sich alles wieder normalisiert.
    Ich vergesse nix mehr! Zum Leid meiner Kinder. :D


    Genieße deine gute Laune/euphorische Stimmung, sieh es aber nicht als Niederlage wenn die Laune mal sinkt.
    Ich kann mich an heftige Stimmungsachterbahnfahrten am Anfang meiner Trockenheit erinnern. Unter denen hat mein Mann ordentlich gelitten.


    Gruß
    step

  • Hallo an alle,


    ich werde mich jetzt erst mal meinem realen Tagebuch widmen. Ich erinnere den Tag und hoffe, dass ich nichts vergesse habe... hatte ich ja schon geschrieben, dass ich diese tägliche Übung mache, um mein Gedächtnis (vor allem das Kurzzeitgedächtnis) trainieren will. Hatte ja so meine Blackouts in den letzten Monaten :oops:


    Bis gleich oder nachher


    lalu

  • Hallo lalu,
    auch ich finde, du gehst einen guten Weg! Weiter so!
    Ganz wichtig finde ich den Hinweis von step, sich nicht von
    negativen Gefühlen runterziehen zu lassen. Das Suchtgedächtnis
    schlägt erbarmungslos zu!
    Alles Gute
    Seidenraupe

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