Zurück, vor den Anfang!

  • In der Nacht vom 25. zum 26.07. habe ich hoffentlich das letzte mal Alkohol in meinem Leben getrunken.


    Die Erkenntnis das etwas mit mir, in Verbindung mit Alkohol, nicht ganz normal ist trage ich schon an die 14 Jahre mit mir herum.
    Alkohol trinke ich seit meiner Jugendweihe, ab da sind mir unter Einfluss von Alkohol auch immer wieder unschöne Dinge passiert.
    Aber selbst so einschneidende Erlebnisse wie ein frontaler Einschlag mit 100 km/h an einen Baum mit anschließendem 2 monatigen Klinikaufenthalt,haben mich nicht zum Umdenken bezüglich des Themas Alkohol angeregt.
    Nun ist in dieser letzten feuchten Nacht eigentlich nichts weiter passiert, ich wollte an einem dringenden Projekt noch etwas Arbeiten aber ich war vorher schon ziemlich müde und so kaufte ich mir ein 0,5l Flasche Wodka, eine Cola sowie zwei Energy Getränke um mich aufzuputschen.
    Am Ende hatte ich dann ca. 30 min gearbeitet und die restlichen 5 Stunden bis früh um 3:00 gesoffen. Am nächsten Morgen habe ich dann verschlafen und bin zu spät zur Arbeit, der Stress war mal wieder vorprogrammiert. Mir ging es Kreislauf-technisch eher bescheiden und konzentrieren war auch nicht wirklich drinn.
    Ein online Restalkohol-Rechner zeigte mir an das ich am Abend gegen 17:00 Uhr wieder nüchtern sein werde.
    Da war der Tropfen, der mein Fass zum überlaufen brachte.
    Die Vorstellung den ganzen Tag auf der Arbeit unter Alkoholeinfluss zu stehen und "Normal" gab es Freitag um 13:00 Uhr schon wieder ein Feierabend- "Bierchen" :shock: in der Werkstatt.
    Wie sollte dieser Teufelskreis jemals enden ?
    Wenn ich mich nicht endlich zu meinem Problem bekenne und den Kreislauf durchbreche ?
    Die nächsten beiden Tage habe ich dann wieder viel hier im Forum gelesen. Bei einer der Lebensgeschichten fand ich besonders viele Parallelen zu meinen eigenen Problemen und es war eben auch jemand der Familie, Beruf und Fahrerlaubnis noch nicht verloren hatte und trotzdem die Reißleine gezogen hat.
    Ich dachte mir, entweder machst du das jetzt auch so, oder du machst weiter bis dir Fahrerlaubnis, Arbeitsstelle und Frau auch abhanden kommt, von der Gesundheit mal ganz zu schweigen. Dann hast aber erst recht Grund zu Saufen, weil es dir dann nämlich auch noch wirklich schlecht geht.
    Bis jetzt ist meine Welt, bis auf meine Alk-Probleme nämlich noch absolut in Ordnung.


    Am Sonntag Abend habe ich mich hier angemeldet und zum ersten mal das Wort Alkoholiker ernsthaft mit meiner Person in Verbindung gebracht.
    Ich glaube das war ein wichtiger Schritt für den Kopf, es sträubte sich in mir nämlich so einiges dagegen.


    Am Montag war ich dann, Dank helfender Leute aus dem Vorstellungsbereich des Forums, gleich früh bei meinem Hausarzt.
    Der Gedanke dort hinzugehen um mein Problem öffentlich zu machen, war für mich früher mit dem Ende meines Lebens gleichzusetzen.
    Dieses mal war es irgendwie anders, ich war zwar aufgeregt, aber ich freute mich auch darauf und sah es eher als den Anfang meines neuen Lebens.
    Ich hätte niemals gedacht das ich im Zusammenhang mit dem Thema Alkohol noch einmal Stolz empfinden werde, aber ich bin tatsächlich stolz und glücklich aus der Praxis raus.


    Am Dienstag war ich, auf Empfehlung meines Arztes bei einer Sucht-Beratungsstelle.
    Auch hier fühlte ich mich in guten Händen, es gab ein sehr gutes und extrem aufschlussreiches Gespräch und ich habe jetzt eine Woche Zeit mir Gedanken zu machen welche Therapieform ich für mich persönlich als die Beste ansehe.


    Ich bekam den wichtigen Rat in den ersten 4 Wochen etwa so viel Flüssigkeit zu mir zu nehmen wie ich es mit Alkohol getan habe.
    Aber im Moment habe ich eh ständig einen riesen Durst, so das ich es wohl locker schaffe.


    Bisher geht es mir auch ziemlich gut, Saufdruck hatte ich bis jetzt zum Glück noch nicht.
    Aber ich kenne mich, das kommt noch, nämlich dann wenn ich körperlich und geistig wieder voll auf der Höhe bin.


    Gestern hatte ich etwas Probleme mit meinem Gedächnis. Ich war Morgens um 7:00 Uhr in der Werkstatt und habe meine Kollegen begrüßt. Als ich gegen Mittag noch mal dort war, wusste ich nicht mehr genau ob ich am Morgen die Leute begrüßt hatte, oder ob das schon am Vortag war. :roll:


    So und nun habe ich hier meinen ersten Faden eröffnet und bin seit 5 Tagen nüchtern. :D
    Ein zartes Pflänzchen,aber schon 5 Tage gewachsen :wink:


    liebe Grüße an alle Leser und besonders an alle helfenden Schreiber aus dem Vorstellungsbereich
    John

  • Heute Morgen bin ich das erste mal seit langem gut aus dem Bett gekommen, die letzten Tage war ich wirklich extrem Müde und habe viele Stunden geschlafen.
    Ich bin um 5:30 mit dem Rad zur Arbeit und habe auf dem Weg ein paar Spatzen gesehen. Ich weiß gar nicht wann ich das letzte mal bewusst die kleinen frechen Dinger wahrgenommen habe.
    Spontan fiel mir ein wie viele Spatzen es bei uns in der Stadt gab als ich Kind war.
    Der Dachboden in unserem Block war voll mit den kleinen Vögeln.
    Ich liebe Spatzen, meine Mutter hat immer geschimpft ..." die kacken mir die ganze Wäsche voll" :lol:
    Die Hänger der LPG waren auch extrem undicht und zur Erntezeit lagen die Straßenränder voller Korn. Ich habe mich schon oft gefragt warum es jetzt nicht mehr so viele Spatzen gibt. Ist es die mangelnde Nahrung oder fehlende Nistplätze da alle Dächer dicht sind?


    Diese Zeit Ende 70iger und Anfang 80iger, ist es die ich mit "vor den Anfang" meine.
    Dort hin will ich zurück ich hatte eine sehr glückliche Kindheit & Jugend, ich war mental und körperlich Gesund.
    Das Lebensgefühl will ich zurück haben und das einzige was mich daran hindert ist der Suff, der sich immer wieder in mein Leben schleicht und Besitz von mir ergreift.


    Aber das nächste mal wenn er hinter der Ecke lauert bin ich das erste mal im Leben nicht Allein :twisted: , ich kann die Therapeutin anrufen, oder hier im Forum um Hilfe bitten. Sogar meine Frau weiß jetzt um mein Problem und kann mich unterstützen.


    ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag
    LG John

  • Hallo John,
    du kümmerst dich um dein 5 Tage altes Pflänzchen, gibt immer was zu tun. :)
    Mir flog heute ein ganz junger Eichelhäher über den Weg, ich mußte so lachen, weil er sichtlich mit der Schwerkraft kämpfte. :lol: Für solche Momente lohnt es sich, sein Leben in die Hand zu nehmen. Ich habe andere Baustellen als du, aber wichtig ist, daß man aktiv wird.
    Dir noch einen schönen Abend!
    Linde

  • Hallo John,


    herzlich willkommen hier im Forum!
    Da hast Du ja schon einen guten Anfang - Arzt, Suchtberatungsstelle, Offenheit Deiner Frau gegenüber. Das sind alles sehr wichtige Punkte!
    Mir hat es geholfen, mir am Anfang nicht so viel auf einmal vorzunehmen bzw. "vorzudenken". Immer von Tag zu Tag denken und leben.
    Ich wünsch Dir hier einen guten Austausch!


    Viele Grüße, Sue

  • Diese Zeit Ende 70iger und Anfang 80iger, ist es die ich mit "vor den Anfang" meine.
    Dort hin will ich zurück ich hatte eine sehr glückliche Kindheit & Jugend, ich war mental und körperlich Gesund.
    Das Lebensgefühl will ich zurück haben und das einzige was mich daran hindert ist der Suff, der sich immer wieder in mein Leben schleicht und Besitz von mir ergreift.


    Hallo John!


    Betrifft dein Titel jetzt deine Mentalität oder auch den Alkohol? Letzteres wird dir nicht gelingen. Der Alkohol ist eine Art Einbahnstraße, es gibt für einen Alkoholiker kein zurück in ein früheres Stadium, z.B. in einen mäßigen und gesundheitlich unbedenklichen Konsum.


    Ansonsten hast Du schon einiges richtig gut begonnen. Weiter so.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Guten Morgen :D


    vielen Danke für Eure Antworten, gestern Abend konnte ich nicht mehr schreiben. Ich habe zu Hause nur einen Laptop und mit dem habe ich Jahrelang die Nächte in der Küche verbracht. Natürlich mit reichlich Bier dazu.
    Ich denke diese Situation würde mich stark gefährden, da ich selbst beim Vorsatz nicht am PC zu trinken am Ende immer ein Bier am Hals hatte.



    Ja, das werde ich, es sieht so aus als ob meine Pflanze Morgen das erste Blatt bekommen könnte :wink: und ja es gibt wirklich jede Menge zu tun. Gestern habe ich mein Buch-Exemplar von "ALK" bekommen.
    Der Schreibstil ist ja wirklich einmalig :D Aber so Lustig wie es ist, ich habe gemerkt das ich zwar Jahrzehntelang mit Alkohol gelebt habe, aber überhaupt keine Ahnung hatte worauf ich mich da einlasse.


    Junge Tiere können einen wirklich oft verzaubern, mein schönstes Erlebnis war mit einem jungen Dax. Ich fuhr mit meiner Frau in einer Waldgegend als ich etwas auf der Straße bemerkte. Ein uns entgegenkommendes Auto hielt auch vor dem Hindernis an. Näher dran erkannten wir einen kleinen Dax der nicht wusste wohin mit seiner ganzen Kraft. Er tanzte auf der Strasse hin und her und drohte uns in dem er sich auf die Hinterpfoten stellte und Purzelbäume schlug. Wir haben alle so gelacht über den kleinen Kerl. :D:D
    Ich wünsche dir viel Kraft für deine Baustellen, Linde




    Danke Sue, das ist ein guter Tip für mich. In meinen Trinkpausen hatte ich nach einiger Zeit immer sehr viel Energie, schnell habe ich mir dann ganz viele Dinge aufgeladen die ich schon immer erledigen wollte. Um dann am Ende vor dem Berg , den ich gar nicht mehr bewältigen konnte, zu kapitulieren. Als Trost gab es dann Alkohol.





    Nein Carl, den Alkohol betrifft das natürlich nicht. Es geht dabei um meine mentale und körperliche Gesundheit.
    Ich habe schon in meiner Jugend gesehen wie mein Onkel "Fritz" nach einer Entziehungskur "na den einen Schnaps kannste doch " getrunken hat.
    Und wie er später morgens mit zwei zitternden Händen das Glas zum Mund führen musste.
    Mir war schon früh klar, auch durch die Gespräche meiner Eltern, Alkoholiker ist man bis ans Ende seines Lebens.
    Deswegen habe ich es ja auch lange nicht wahr haben wollen das ich auch Alkoholiker bin.


    Im Moment sehe ich es fast als Glück an, Alkoholiker zu sein, ich brauche nun nicht mehr überlegen wann und wieviel ich trinken darf.
    Das Ding hat sich erledigt, ich hoffe nur meine Denke bleibt so :?:


    einen schönen Tag Euch allen :wink:
    John

  • Im Moment sehe ich es fast als Glück an, Alkoholiker zu sein, ich brauche nun nicht mehr überlegen wann und wieviel ich trinken darf.
    Das Ding hat sich erledigt, ich hoffe nur meine Denke bleibt so :?:


    Hallo!


    Häufig wird auf 3 Stadien in der Abstinenz hingewiesen:


    1.) Zu Beginn darf man nichts trinken.


    2.) Später will man nichts trinken.


    3.) Zum Schluss braucht man nicht mehr trinken.


    Da ist was dran, zumindest für mich.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo John!
    Dieses Glück hab ich auch gespürt. Mich sicher fühlend in Trockenheit sah ich auch viele Vorteile durch die Krankheit, z.B. dass ich nun viel bewusster lebe. Allerdings gab es zwei Rückfälle bei mir. Da habe ich die Krankheit verflucht. Heute habe ich Respekt und weiß, dass es keine absolute Sicherheit gibt.
    Viele Grüße
    Calida

  • Hallo und guten Tag,


    heute bin ich seit 10 Tagen ohne Alkohol unterwegs. Es geht mir ziemlich gut, obwohl ich am Wochenende etwas mit Sodbrennen zu tun hatte.
    Normal war das eigentlich immer kurz nach dem Trinken. Am Samstag hatte ich Kopfschmerzen da ich vergessen hatte genug Wasser zu trinken.
    Das war aber nach reichlich Flüssigkeitszufuhr dann schnell behoben.
    Gar nicht so leicht an alles zu denken. Freitag hatte ich die ersten "Probleme" mit meinem besten Kollegen. Mein Kollege wollte mit mir ein Feierabend Bier trinken. Ich habe als offizielle Version erst einmal Magenprobleme angeführt, da ich aber ein schlechter Lügner bin wollte mir mein Kollege das nicht abnehmen. Er dachte ich hätte Stress mit meiner Frau wegen dem Bier auf der Arbeit. Ich blieb natürlich Standhaft aber eine Dauerlösung ist das nicht. Muss mal überlegen was ich hier auf der Arbeit mache.
    Vielleicht warte ich auch mit der Entscheidung bis ich in einer realen Gruppe über diese Problematik gesprochen habe.
    Ansonsten bin ich immer noch extrem Müde, ich hatte in den Phasen wo ich mal weniger getrunken habe immer diese Müdigkeit, aber ich hätte gedacht das man nach 10 Tagen mal irgendwann ausgeschlafen ist.
    Ja wenn ich mal nicht grad einschlafe lese ich mein neues Buch ALK weiter und bilde mich in diesem Punkt erst einmal auf minimal Wissen.
    Am Samstag und Sonntag war ich mit Frau und unseren Hunden unterwegs, ich habe da echt Glück, bei diesem Hobby gibt es so gut wie keinen Alkohol. Da alle irgendwie immer am Ende der Veranstaltung nach Hause fahren müssen. Früher habe ich da am Ende noch schnell ein Radler gekippt.
    Dabei habe ich mich aber schon immer wie ein Alien gefühlt, da ich oft der einzige mit einem alkoholischen Getränk war.
    Es gab da auch schon mal verwunderte Fragen, übernachtest du hier? Musst du gar nicht fahren? War mir immer ziemlich unangenehm.
    Dieses mal brauchte ich keine Fragen scheuen, allerdings kenne ich mich mit alkoholfreien Getränken kaum aus. Habe dann Bio...de probiert ;-)
    War ganz lecker....


    @ Carl & Calida78 ich antworte später, muss erstmal los


    ich wünsche allen Lesern einen schönen Start in die neue Woche
    LG John

  • Hallo John,
    zuerst mal herzliches Willkommen.
    Toll dass du dich zum Alki bekennst und somit den wichtigsten Schritt getan hast.
    Es wird immer mal wieder gefährliche Situationen geben doch wenn du weiter so
    gut Herr deiner Sinne bist, meisterst du sie.
    Das Buch ALK habe ich auch gelesen und es ist ein sehr gutes Buch.


    Bei Fragen warum ich nichts trinke ist meine Antwort "jeder Mensch hat eine bestimmte Ration im Leben, meine ist aufgebraucht"


    Ich wünsche dir weitere trockene Stunden, Monate, Jahre.

  • Guten Morgen,



    Danke für diese klaren 3.Punkte Carl , dass hört sich für mich sehr schlüssig und der Punkt 3 sehr erstrebenswert an.
    Einen ähnlichen Verlauf gab es bei mir vor vielen Jahren beim Thema Rauchen.
    Ich habe das Rauchen irgendwann genauso gehasst wie das Trinken jetzt, ich wurde immer von der Sucht gezwungen zu rauchen.
    Als Beispiel, wenn ich im Winter gemütlich auf der Couch lag meldete sich plötzlich mein Suchtgedächnis und ich musste raus auf den Balkon um die Sucht zu befriedigen, da ich aber so schnell wie möglich zurück auf meine warme Couch wollte habe ich die Zigarette gefressen, danach war mir dann immer ziemlich übel.
    Irgendwann hat es mir gereicht und ich bin zu einer Therapie, die mir super geholfen hat, nach ein paar Jahren war es tatsächlich so als hätte ich nie geraucht.
    Ich habe jetzt sogar den gleichen Reflex das Atmen zu stoppen wie ich ihn früher hatte, wenn ich als Kind in die Rauchschwaden meines Vaters gerannt bin.
    Punkt 3 war erreicht, ich war(bin) frei und brauche endlich nicht mehr rauchen. Meine Frau hat es auch versucht aber leider nicht geschafft, es tut mir immer unendlich leid wenn ich sehe wie sie rauchen muss und es sich aber selbst als etwas schönes verkauft. :cry:
    Die Therapie beinhaltete damals auch eine Hypnose, die bei mir sehr starke Wirkung gezeigt hat.
    Ich habe den Therapeut seiner Zeit auf diese krasse Wirkung bei mir angesprochen und er meinte das ca. 15% der Menschen so intensiv auf Hypnose ansprechen und ich mich, sollte ich mal irgendwelche Probleme bekommen immer erkundigen solle ob es in dem Bereich auch eine Therapie mit Hypnose gäbe.
    Ich habe den Therapeuten, der auch parallel in einer Suchtklinik tätig ist, vor zwei Jahren angeschrieben weil ich hoffte er könne mir auch bei meinem Alkoholproblem helfen. Er antwortete mir das Hypnose bei Alkohol nicht funktioniert und ich eine Verhaltenstherapie machen müsste.
    Ich habe damals gemeint das er sich evtl. irrt und habe trotzdem eine Behandlung mit Hypnose angefangen.
    Er hatte Recht.


    Es wird einem beim Alkohol also scheinbar mehr aktives Handeln abverlangt als beim Rauchen.
    Aber auch da Punkt 3 und die Freiheit zu erreichen, nicht mehr trinken zu müssen ist ja schon ein Ziel für das es lohnt sich ins Zeug zu legen.


    LG John


  • Hallo John!
    Dieses Glück hab ich auch gespürt. Mich sicher fühlend in Trockenheit sah ich auch viele Vorteile durch die Krankheit, z.B. dass ich nun viel bewusster lebe. Allerdings gab es zwei Rückfälle bei mir. Da habe ich die Krankheit verflucht. Heute habe ich Respekt und weiß, dass es keine absolute Sicherheit gibt.
    Viele Grüße
    Calida


    Hallo Calida,


    auch Dir vielen Dank für deine Antwort. Für mich war in den ersten Tagen das Thema Rückfall ein riesiges Schreckgespenst.
    Da halfen mir etwas die Worte der Therapeutin beim ersten Termin. Sie meinte wenn man sich sofort nach einem Rückfall wieder in ärztliche Behandlung begebe sind sie Folgen nicht so gravierend. Zieht man allerdings ein zwei Wochen voll durch ist man ruck zuck wieder am Anfang.
    Also habe ich für mich erstmal im Kopf verankert, sollte es mir irgendwann einmal die Füße weghauen muss ich nicht jammern und weiter saufen,
    sondern handeln und sofort Hilfe suchen.
    Ich hoffe natürlich sehr davon verschont zu bleiben, aber wie Du schon schreibst, es gibt keine Sicherheit. Und ich bin extrem unerfahren was die Gefahren angeht und kann mir wahrscheinlich gar nicht vorstellen wo es mich überall treffen kann. Bis heute habe ich zwar den absoluten Willen nie wieder Alkohol zu konsumieren aber es sind ja noch nicht mal 2 Wochen um.
    Dabei fällt mir ein, meine Frau bot mir gestern Abend an, Weißwürste für mich zu machen. Ich überlegte kurz und sagte ihr das ich wahrscheinlich für eine sehr lange Zeit keine Weißwurst mehr essen werde. Bei denen habe ich eine zu starke Verbindung zum Alkohol. Wenn die auf dem Speiseplan standen bin ich sogar extra los und habe mir das passende alkoholische Getränk besorgt. Und da ich gelesen habe durch die sogenannten "Alkoholfreien Varianten werden extrem viele Leute wieder rückfällig habe ich lieber die Weißwürste bis auf weiteres von meinem Teller verbannt.


    Herzliche Grüße
    John


  • Hallo Kloane,


    vielen Dank für Deine Willkommensgrüße.
    Ja das Bekenntnis Alki zu sein ist wahrscheinlich der Schritt überhaupt. Ich muss gestehen, daß ich das Namenschild " Alkoholiker " bisher nur zu Hause , beim Arzt , beim Therapeuten und bei Mutti :lol: ausgepackt habe. Sonst trage ich es immer noch schön versteckt unter dem Hemd.
    Aber deine Antwort Kloane, die finde ich große Klasse. Darf ich mir die ausleihen? :wink:
    Mein Kollege fragte mich Gestern was im Herbst zu meinem 50igsten für eine mega Party steigt? Ich sagte ihm das es gar keine Party geben wird.
    Nun aber ein paar Bier werden wir doch trinken, ich antwortete. Ich habe jetzt bis zu meinem 50-igsten Lebensjahr gesoffen.
    Ab da ist es vorbei damit! :shock: Dazu hätte Deine Antwort mit der aufgebrauchten Ration natürlich herrlich gepasst.


    Kloane, ich wünsche Dir ebenfalls eine glückliche und immer trockene Zeit :D

  • 11 Tage 11 Stunden keinen Alkohol


    Mein Körper fühlt sich langsam besser an, ich hatte in den letzten Woche durch Hitze, Schlafmangel und Alkohol ziemlich starke
    Wasserablagerungen in den Beinen. Das ist schon fast Weg. Auch das Gefühl und der Geschmack im Mund sind besser geworden.
    Irgendwie hatte ich in letzter Zeit immer den Eindruck, dass die bakterielle Zusammensetzung im Mund Rachenbereich auch irgendwie aus dem Gleichgewicht geraten ist.
    Meine Haut wirkt wieder aktiver, mein Körper freut sich bestimmt wie Bolle das er jetzt nicht mehr ständig Alkohol verarbeiten muss.
    In den ersten Tagen war ich ziemlich schnell gereizt, das hat sich zum Glück gelegt. Aber irgendwie bin ich jetzt kritischer und offener gehe Konflikten im Gespräch nicht mehr aus dem Weg. Das fällt mir aber meistens erst an der Reaktion meines Gegenüber auf.
    Hoffentlich entwickle ich mich nicht noch zum Klugscheisser ;-)
    Ja und meine Ernährung ist auch wesentlich gesünder geworden, früher habe ich nur zu Abend eine richtige Mahlzeit gegessen, dann gesoffen und am Tag darauf erst zum Mittag irgendwas rein, was so rumlag. Ich hätte mich mal wiegen sollen vor 11 Tagen. :lol:


  • Hallo John,


    ich finde, Du machst das richtig klasse!! Du hast sehr gute Gedanken zum Thema, das wird Dir ganz sicher helfen!


    Weiter so!


    Dankeschön Cadda, dein Lob bedeutet mir sehr sehr viel.
    Man bekommt ja nun mal im realen Leben und aus seinem Umfeld nur von denen Lob die es Wissen.
    Und bei denen ist das ja nicht unbedingt eine große Sache.
    Meine Frau z.B. ist so drauf, aaach das schaffst du schon. Als ob ich ab Morgen keine Milch mehr trinken wollte.
    Aber sie hilft mir auch sehr, sie hat den ganzen Alkohol aus unserem Heim entsorgt und alle meine Bier und Schnapsgläser gleich mit. :!:
    :D

  • Es wird einem beim Alkohol also scheinbar mehr aktives Handeln abverlangt als beim Rauchen.
    Aber auch da Punkt 3 und die Freiheit zu erreichen, nicht mehr trinken zu müssen ist ja schon ein Ziel für das es lohnt sich ins Zeug zu legen.


    1.) Ja, es war für mich deutlich schwerer mit dem Saufen aufzuhören als mit der Qualmerei.


    2.) Ja, es ist schon ein Stück weit harte Arbeit an sich selbst und an der Krankheit und ihren Facetten, die mir abverlangt wurde.


    Das dritte Stadium zu erreichen, das dauerte jedoch. Bei mir mehr locker 3 - 4 Jahre.


    Daher setzte dir keine zu engen zeitlichen Ziele. Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt und dann folgen viele, viele kleine Schritte. Und irgendwann bist Du am Ziel. Vorausgesetzt, Du stehst rückhaltlos zu deiner Abstinenz und bist bereit, ihr wirklich alles unterzuordnen.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • „Als ob ich ab morgen keine Milch mehr trinken wollte“ :mrgreen: Sehr gut beschrieben :lol:


    Aber ich find es klasse, dass sie da so mitzieht. Ist ja auch nicht immer der Fall.


    Es ist zwar so, dass viele Menschen sich nicht vorstellen können, wie es einem geht. Aber Du wirst sehen, wenn Du offen mit dem Thema umgehst, wird es auch Leute geben, die Dich loben.


    Zumindest bei mir war das so. Und ist es auch heute noch. Ich war zum Beispiel heute Nachmittag bei einem Freund. Wir waren vor einiger Zeit sehr lange zusammen und haben noch einen guten Draht zusammen, weil meine Kinder und ich vier Jahre zusammen gelebt haben. Er hat damals ja schon gesehen, dass ich gern und viel trinke. Nicht so, wie die letzten Jahre, aber auch diese Jahre hat er mich ja als guter Freund miterlebt.


    Gerade vorhin ergab es sich, dass er mir sagte, wie toll er es findet, dass ich diesen Weg gegangen bin und meinte, er hätte großen Respekt. Fühlte sich gut an, das zu hören.
    Ich kann Lob inzwischen gut annehmen. Früher war mir das immer peinlich, wenn ich mal gelobt wurde für etwas anderes. Weil ich mich immer schlecht fühlte, da ich gesoffen habe. Heute kann ich Komplimente besser annehmen, weil ich selbst auf mich wieder stolz sein kann. Das war so unendlich viele Jahre nicht mehr der Fall. Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt mal so war. Schließlich hab ich ja schon in der Jugend oftmals zu viel getrunken, dass ich Filmriss hatte und das ging auf die Psyche.


    Heute find ich mich endlich mal selbst gut. Allein dafür hat es sich gelohnt.

  • Hallo liebes Forum,


    seit ltzdem WE habe ich nun ein Jahr ohne einen Schluck Alkohol gelebt. Und das Wort gelebt trifft es wirklich auf den Punkt. Eigentlich hatte ich ja vor hier regelmäßig zu schreiben und zu lesen aber im real Live ,wie man so schön sagt , war einfach zu viel los.
    Das Leben hat getobt ... es ist phantastsich... das einzige das ich bedaure ist , daß meine Erkenntnis so spät erst eingesetzt hat... Also alle die wie ich damals am Anfang stehen und das hier lesen... euer Leben ohne Alkohol wird phantastisch sein... holt euch zurück was der Alkohol euch geraubt hat.


    liebe Grüße an alle da Draußen ich wünsche euch gutes Gelingen

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