Meine Ex die Spiegeltrinkerin (?)

  • Hallo Ihr lieben, danke für den Zugang. Ich hatte mich schon etwas belesen, und kam aus dem teilweise staunen gar nicht mehr raus.


    Mal schauen wie ich das niederschreiben kann, ohne das es ausartet.


    Kurze Basics, ich 37, sie 40, seit 7 Jahren in Deutschland, über Portugal, da Brasilianerin.
    Wir haben uns über eine App kennen gelernt, und sie teilte mir mit, das sie kein Deutsch kann, keine Zeit, zu schwer etc. Aber ich fand sie auf ihre Art her sehr interessant, also hab ich es vor 10 Monaten gewagt. Sie ist ein überwiegend warmer toller und fröhlicher Mensch, der gerne "trinkt". Sie arbeitet im Herzen der Stadt in einem Cafe, wie viele andere Landsleute von ihr auch. Ergo, die überwiegend gesprochene Sprache ist Portugiesisch. Dann kommen natürlich ausbeuterische Arbeitszeiten hinzu, von morgens bis Abends, bis der Laden schließt. Im Sommer um die 14 / 15 Stunden am Tag. ( Ja, das und viele andere Dinge, die da praktiziert werden, sind gesetzlich nicht erlaubt, aber auch nicht das Thema ).


    Also sahen wir uns eigentlich immer nur Abends, wenn sie Feierabend hatte. Entweder sie kam zu mir, oder ich war bei ihr, und wir haben dann noch mit ihren Kollegen irgendwo in einer der WG´s gegessen, gesessen gechillt etc. So als einziger deutscher etwas kompliziert. :mrgreen: Nicht nur das ich der einzige war, der die Sprache nicht konnte, so war ich auch der einzige, der nicht trinkt. Der übliche Abend sah so aus, das in Gruppe gekocht und gedeckt wurde, üppiges Essen, tolle Musik, und viel Wein / Bier. La vida loca. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht. Andere Nationalitäten, andere Bräuche usw. Ich fand das jetzt auch nicht schlimm, weil es ja im Kollektiv gemacht wurde.


    Dann waren wir im Juli 1 Woche in Portugal, urlauben. Wir hatten beide gemeinsam mal frei. Und es war so typisch Urlaub. Bierchen hier und da, Cocktails, gutes Essen, Absacker. Auch ich. Urlaub ist eben Urlaub. Aber da fiel mir dann auf, das sie gut verträgt, so tagsüber. Aber hey, es ist ja Urlaub. Am letzten Tag waren wir bei Freunden von ihr zum BBQ eingeladen, und erst da fiel es mir mehr auf, ein 0,5er nach dem anderen. Sie hatte so ungefähr 6 Liter Bier weg, bis wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht haben. Sie war etwas launisch, aber ansonsten wirkte sie noch eher "normal". Im Terminal wurde sie dann giftig, weil sie Whatsapp Voice laut gehört hat, und so völlig peinlich wirkte. Auf meine Bitte hin, das nicht zu übertreiben wurde sie dann mal wieder ausfällig ( mehr dazu später nochmal ). Ich soll mich f... F... Y... bla bla bla. In diesem Moment hab ich mir das erste mal ein Loch im Boden gewünscht, mitten im Wartebereich am Flughafen.


    Sie hat, nachdem sie den Flug über geschlafen hat, sich bei mir entschuldigt, sie wisse auch nicht warum, es tue ihr leid. War nicht so gemeint. Ok Schwamm drüber. Dann holte uns der Alltag wieder ein. Sommer, heiße Temperaturen. Und plötzlich bekam sie starken Ausschlag im Gesicht, der mit keiner Creme verschwinden wollte. Sie hat erst selbst Zeit X herum experimentiert. Wir dachten es lag an den 35+ Grad Portugal, Maske, und den 14 / 15 Stunden Arbeitstagen zurück in Deutschland. Nach langem hin und her habe ich dann einen Hausarzt gefunden, der spanisch spricht, damit sie auch was versteht, was auch gar nicht so einfach war. 1. Besuch bedeutet natürlich auch, eine menge Fragen. So hatte ich also bei dem Bogen und der Alkoholfrage brav ja und täglich angekreuzt. Oh Gott, wie empört sie war, wie ich das bloß ankreuzen konnte. Hallo? Ist doch so, der Arzt braucht halt Angaben um helfen zu können. Erfreut war sie nicht. 2 Wochen später kam dann das Blutergebnis, die Leber zeige deutliche Anzeichen von Alkoholismus, und der Ausschlag im Gesicht ist wohl eine Rosacea. Blutarmut und Problem mit dem Blutdruck. Volle Programm.

  • Da fiel es mir dann wie Schuppen vor den Augen. So viele Streitereien Abends, wo es abstruse Vorwürfe hagelte. Wenn ich Abends mal nicht bei ihr bin, dann betrüge ich sie. Ich meine es nicht ernst. Ich gebe ihr nicht genug Aufmerksamkeit, und lieben würde ich sie ja auch nicht. So Sticheleien kamen zwischendurch immer. Immer im Zusammenhang, wenn sie zu viel getrunken hatte. Als Empath / Herzmensch / Co hab ich sie dann brav und geduldig beruhigt, mich ständig gerechtfertigt. Auch warum ich bei so Entgleisungen von ihr teilweise auch Nachts heim bin. Ich habe alles getan, damit sie wieder entspannt ist. Zum einen, weil sie das vielleicht "nur" missverstanden hat, wegen der Sprachbarriere, und weil sie mal wieder zu viel getrunken hat. Alle ihre "Freunde" haben immer gesagt, ärger dich nicht. Manchmal trinkt sie einfach zu viel, dann flippt die mal aus, aber weißt ja, ist ja sonst ne liebe. Ich hatte das niemals mit Alkoholismus in Verbindung gebracht, da ich zuvor wirklich nie Berührungspunkte damit hatte. So nach dem Motto, jeder hat mal einen schlechten Tag. Auch diverse male "gedeckt", wenn sie bei familiären Anlässen nicht dabei war. Ja sie muss halt arbeiten, und danach ist sie so k.o... etc...


    Kurz nach der Diagnose war Sie dann wieder Abends bei mir. Ich hatte ihretwegen noch eine Menge Bier da, weil bis dato hatte ich nie tiefgründig geschaut / verstanden. Dann trank sie um die 4 / 5 Liter. Und aus dem nichts, es war eine Einladung meiner Schwägerin für uns zum Geburtstag, wurde sie aggressiv. Sie kommt nicht dahin, und Weihnachten auch nicht mit der Familie, sie sei ja nur meine "Freundin", und nicht Frau, was sie da soll etc. Ein Wort ergab das andere, weil sie plötzlich dann meinte, ich würde sie der Familie verheimlichen, leugnen. Total sprunghafte Vorwürfe. Und dann kam es, wie es kommen musste, sie versuchte mich zu verprügeln. Die kleine zierliche Frau, und ich der Bodybuilder. Ich hab sie dann von mir weggestoßen auf das Sofa, als sie es ein 2. mal versucht hat, habe ich mich auf sie gesetzt. Um ein Haar hätte sie noch meine Nase mit der Faust getroffen. Ich habe sie dann rausgeworfen. Ich war ja der böse, wie unfair und gemein ich sei, typisch Mann etc. :roll: Das volle Repertoire.
    Ich hatte dann wieder eine Woche frei, und hab mich dementsprechend nicht gemeldet. Wieso sollte ich? Sie hatte den Streit so eskalieren lassen. Sollte ich mich entschuldigen, das sie mich nicht verprügeln durfte ?


    Ich habe sie dann erstmal auf weite Distanz gehalten, Kommunikativ, keine Treffen o.ä. Ich dachte es kommt nochmal eine Entschuldigung. Stattdessen kam dann, das sie ihr Leben überdenken muss, diverse Sachen ändern muss, eine Pause besser wäre. Ich sagte ihr daraufhin, warum sie solch Themen nicht mit mir bespricht, und was das alles sollte, wie der weitere Weg aussieht usw. Aber auf meine langen Texte kam nichts zurück. Wurde einfach ignoriert. Paar Tage später kam dann, das sie traurig sei, das unsere Beziehung zu Ende sei, die doch so toll und voller Liebe war. Ja aber es war ja ihre Entscheidung. Und zudem hat sie das ganze Übel ja erst ausgelöst. Das hab ich ihr auch geschrieben, in Ich-Form, wie sehr ich leide unter den Streitereien, und der Versuch der häuslichen Gewalt mir gegenüber. Keine Reaktion.


    Ok, dann schrieb ich ihr, das ich ihre Entscheidung akzeptiere, ihre Sachen packe, und wir uns dann zeitnah treffen können, für den Austausch. Ja ja, machen wir dann. Paar Tage später, Montags, sie schrieb ob ich Zeit habe, ihr Zeug zu bringen. Konnte aber beruflich nicht. Also haben wir das dann vertagt. Aber am gleichen Tag Abends, stand sie plötzlich in meiner Wohnung, übelst alkoholisiert. ( Ja sie hatte noch mein Schlüssel ). Ich war erschrocken über ihren Zustand, und auch massiv verwundert, wie sie es so quer durch die Stadt irgendwie zu mir geschafft hat. Wenn sie sich nicht beim Schuhe ausziehen mit dem Kopf an den Schrank gelehnt hätte, die wäre umgekippt. Sie war richtig stark alkoholisiert. Sowas hab ich noch nie gesehen. Übel. Es tue ihr leid, ich sei ihr Schatz und Liebe etc. Und dann sah sie die gepackten Taschen.


    Was für ein A... ich sei, was mir einfallen würde, ich sei so ekelhaft etc. Sie ging dann wütend durch die Wohnung, um zu schauen ob noch was von ihr rumliegt. Im Bad angekommen hat sie dann das Parfüm gesehen, das sie mir geschenkt hat. Und dann fing sie an, wie eine gestörte diese Flasche in mein massives Keramik Becken zu schlagen. Junge junge, ich musste mich richtig richtig hart beherrschen. Hab mit der Polizei gedroht. " Biste jetzt zufrieden du ....."... nein, erst wenn du meine Wohnung verlässt du kaputte. Natürlich musste sie mich dann im Vollsuff noch weiter beleidigen, bis sie dann endlich die Wohnung verließ. Den Schlüssel konnte ich ihr grade noch abnehmen.


    Wir haben dann noch bei Whatsapp diskutiert. Ja ich weiß jetzt, das führt zu nichts. Aber ein Wort ergab halt das andere. Ich hab sie dann eine peinliche Alkoholikerin genannt. Sie hat mich dann tatsächlich gefragt, ob ich das wirklich nicht die ganze Zeit wusste. Nein, bis zur ärztlichen Diagnose war mir der Umfang gar nicht bewusst. Naja ich sei der schlimmste Hund, typisch Mann und dicke ... . Und ich werde noch sehen, was für eine tolle Frau ich verliere. Wie ich so blöd sein kann. Keine andere Frau will mich Verlierer nehmen. Ich hätte ja dankbar sein können, das sie es ernst meinte, sie sich erbarmt hat, mich zu nehmen .... junge junge.... :!: Gott ist groß... :roll: Hab ihr dann gesagt, sie kann ihn lieb von mir grüßen, wenn sie sich bald tot gesoffen hat.... fand sie nicht so toll.

  • Vor 3 Wochen schrieb sie mir wieder, wie sehr sie mich vermisse etc. Das hatte ich ignoriert, da war alles grade erst so herrlich eskaliert. Ich wusste einfach nicht wie zu reagieren. Wäre ja eh alles unsinnig gewesen. Oder wäre ignoriert worden. Dann hatte sie es noch neckisch versucht, hey knackiger hintern, kommst du heute bevor ich die nächsten Wochen Ferien in Portugal mache ..? Ich hab ihr dann geschrieben, das ich erstmal Abstand brauche, bei dem was alles passiert ist, und sie sich im neuen Jahr melden kann, wenn wieder die Saison beginnt, ich dann da meine Sachen hole.


    Es ging dann gesamt 9 Monate zwischen uns. Immer wieder Streitereien im "Suff", die scheinbar völlig normal sind (?). Und auch die typischen Anekdoten. Findet alten Sekt im Schrank, Mittags, macht sich lustig und trinkt diesen, auch wenn er schon nicht mehr schmeckte. Oder wenn ich sie Mittags überrascht habe, wenn ich frei hatte, und sie da schon Wein offen hatte. Oder sie sich rausgeschlichen hat.
    Montag war ihr einziger freier Tag. Entweder ich musste länger arbeiten, dann wollte sie mal "raus", nicht daheim in der Bude verbringen, oder ich wäre Nachmittags daheim gewesen, aber sie musste dann natürlich was für den Chef in der Stadt erledigen. Und war dann auch nicht mehr da. Egal was von beidem, entweder sie kam spät Abends mit Fahne, oder gar nicht mehr. Sie hat bei jedem Kuss rückblickend betrachtet nach Wein geschmeckt. Ich glaube mehr Beispiele muss ich hier nicht mehr rauskramen.


    Ich hatte mich dann mit den besten Freund von ihr ausgetauscht. Er hat im medizinischen Bereich eine Ausbildung gemacht, und er sagte das dann auch schon, das sie seit vielen Jahren "nass" ist. Er kannte die Erfahrung mit Gewalt und Beleidigungen von ihr zur genüge. Er hatte gehofft das sie sich mittlerweile unter Kontrolle hat, was dafür tut. Aber nach der Geschichte mit dem Waschbecken war er sprachlos. Er glaubt nicht mehr daran das sie Einsicht hat. Er vermutet das sie eines Tages tot in der Wohnung gefunden wird, so leid es ihm auch tut. Aber sie ist absolut uneinsichtig.


    Und joar, nun bin ich wieder Single. Herz sagt, kämpfe, zeige Geduld und Liebe, vielleicht sieht sie es dann ein. Kopf sagt nach den Videos und Stories hier im Forum, nimm die Beine in die Hand und lass sie in Liebe gehen. Aber mit ihr willst du keine Familie gründen.


    Schöne Sch...okolade

  • Hallo Xlausi,


    herzlich willkommen bei uns im Forum.


    Wenn das alles mal so einfach wäre mit dem Herz und dem Kopf. Das haben hier viele erlebt. Bei Alkoholismus muß man wirklich den Verstand arbeiten lassen, aber das ist unendlich schwer.
    Eines ist ganz sicher, du kannst ihr ohne Krankheitseinsicht nicht helfen.
    Nasse Alkoholiker sind manipulativ, und wir COs sind genau dafür sehr "anfällig" uns immer wieder zu hinterfragen.
    War ich geduldig genug, habe ich doch nicht genug geliebt, hatte ich kein Verständnis usw. usw. Sicher fallen dir auch noch zig solcher Fragen ein.
    Es gilt aus diesem Karussell auszusteigen, aber auch das ist nicht einfach im Gegenteil.
    Für mich war wichtig, das ich erst einmal lernte meinen Wahrnehmungen zu vertrauen, was ich sehe ist wahr, egal was der nasse Alkoholiker mir erzählen wird.
    Nimm dich wieder wichtig, tu dir etwas gutes, und schiel nicht immer auf die ( Ex ) Freundin und darauf was sie vielleicht denken oder tun könnte, das ist schon mal der erste Punkt.
    Damit verlangsamst du das Karussell schon mal.
    Sie muß sich um ihre Krankheit kümmern, dafür trägst du keine Verantwortung und vor allem bist du nicht schuld daran, das sie trinkt.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Guten Morgen Morgenrot,


    danke für dein erstes Feedback.


    Ja diese manipulativen Vorwürfe kamen immer spät Abends, wenn der Pegel dann oben war. Und natürlich hab ich mir dann Gedanken gemacht. Ich nehme gerne Kritik an, und hinterfrage mich dann. Ich will gerne über den Teller schauen. Und habe das dann natürlich immer bewertet.
    Ich bin natürlich immer am Folgetag zu ihr Abends hin, habe mich erklärt, das sie das wohl Missverstanden hat, oder gar nicht so gemeint etc war. / sie Gespenster sieht. Unter dem Strich waren es aber alles haltlose Anschuldigungen.


    Aber ich war als Co trotzdem immer um den Frieden bemüht, weil es halt Blödsinn war, und sich dafür "zanken" unnötig war. Seitdem ich mich mit dem Thema beschäftige wird einem / mir plötzlich so viel klarer.


    Vor 2 Wochen hab ich eine SMS von Ihrem Hausarzt bekommen, Erinnerung zum Folgetermin mit Langzeit EKG. Ich hatte Ihn dann angerufen, bzw. die Sprechstundenhilfe. Ich hatte gelesen das man dem behandelnden Arzt informieren sollte (?). Dies hatte ich dann auch getan. Und ich hatte ihr dann die Situation grob erklärt und das ich nicht mehr für sie zuständig bin. Und dann sagte sie mir schonungslos, das sie das schon beim ersten Besuch geahnt hat, das sie Alkoholikerin ist. Gab halt diverse Anhaltspunkte die verdächtig waren.


    Jetzt denk ich mir natürlich auch, die Sprechstundenhilfe hat es direkt erahnt, ich hatte ja auch den Alk immer direkt vor der Nase, und immer permanent und ständig war sie was am trinken. Wie blind / ahnungslos / naiv konnte ich überhaupt sein.


    Hätte ich das wissen müssen ? Hätte ich dann irgendwo eingreifen können? Hätte ich sie auf einen anderen Weg lenken können ?


    Lieben Gruß
    Xlausi :)

  • Guten Morgen Xlausi,


    das war Alles wirklich sehr spannend und interessant zu lesen. Leider auch einfach typisch. So typisch das Verhalten Deiner Ex Freundin, typisch nasse Alkoholikerin. Daran gibt es schon mal keinen Zweifel. Nicht nur vom Alkoholkonsum her, sondern auch, wie sie sich Dir gegenüber verhält.


    Ich würde so gern weiter ausholen, auch ein wenig von meinen Erfahrungen schreiben. Ich sehe es aus beiden Perspektiven, denn ich bin inzwischen trockene Alkoholikerin und war ebenso Jahre lang co.abhängig. Nur leider hat mein Laptop heute früh den Geist aufgegeben. Sch.... okolade :-D


    Ich kann Dir nur den Rat geben, auf Deinen Verstand zu hören!! Ich weiß, das ist als Gefühlsmensch, der sich viele Gedanken macht und Mitgefühl hat und an das Gute glaubt (und so scheinst Du zu sein) sehr schwer!! Aber glaub mir, egal wie Du es angehst, Du wirst gegen die Sucht nicht gegenan kommen. Denn selbst wenn sie es wollen würde, was zur Zeit ja nicht mal danach aussieht, ist nicht einmal gesagt, dass sie selbst gegen ihre Sucht ankommt. Wie sollst Du es dann schaffen??


    Mein letzter Satz an meinen Ex Partner, mit dem
    ich Jahre zusammen gelebt habe und bei dem ich überzeugt war, dass er meine große Liebe ist:
    In Liebe loslassen...


    Um das vielleicht besser zu verstehen und durchzuhalten, war es ein guter Schritt hier her ins Forum!


    Einen schönen Sonntag erstmal.


    Cadda

  • Jetzt lese ich gerade Deinen letzten Beitrag und möchte was dazu sagen:


    Sie wird wissen, dass sie Alkoholikerin ist. Das muss einem nicht erst der Arzt sagen. Man ahnt nicht, dass man ein Alkoholproblem hat. Man weiß das!


    Du hättest nichts tun können. Niemand kann jemanden, der süchtig ist, in eine andere Richtung bringen. Nur sich selbst kann man helfen.


    Harmoniebedürftigkeit ist schön und gut. Bin ich auch. Leider führt diese dazu, dass man sich viel zu viel gefallen lässt. Man sieht die Sorgen der Anderen und übersieht dabei, sich selbst gerade zu machen. Ein großer Fehler, denn man fühlt sich dann selbst immer kleiner.


    Seit dem ich selbst nicht mehr trinke, gebe ich mir große Mühe, nicht wieder in die Falle zu tappen, immer die Sorgen des Anderen zu sehen und Verständnis zu haben. Es gelingt mir seit dem besser, aber ich muss auch auf mich aufpassen.


    Aktuelles Beispiel: Mein Freund, mit dem ich erst seit einem Jahr zusammen bin (und für den Alkohol glücklicherweise überhaupt keine Rolle spielt, anders würde es bei mir auch nicht funktionieren) verhält sich mir gegenüber gerade wegen persönlicher/gesundheitlicher Probleme abweisend. Nicht nur mir gegenüber, sondern er hat sich von Allem sehr zurückgezogen.


    Ich neige trotz meiner eigenen Unzufriedenheit darüber nun dazu, Verständnis zu haben. Auch in seine Lage zu versetzen, mir Sorgen zu machen, das zu akzeptieren. Ist ja auch ne wichtige Eigenschaft, wie ich finde.


    Dennoch bin ich gerade an einem Punkt, wo ich mir sage: Halt! Stop! Ich bin auch ich da! Ich habe gerade eigene Sorgen und hätte gerade jetzt vielleicht Nähe gebrauchen können. Ich bin gekränkt über diesen Rückzug. Das darf nicht in den Hintergrund geraten. Die eigenen Bedürfnisse und Empfindungen sind auch wichtig und nur, weil jemand Sorgen hat (egal, ob durch Alkoholprobleme oder andere Probleme ausgelöst) muss ich mich nicht ständig anpassen und mein Leid unter das Leid des Anderen stellen.
    So ist es bei Dir erst Recht, denn ein Alkoholproblem löst sich nicht so schnell in Luft auf, wie manch andere Sorgen.


    So, nun ist die Zeit aber gerannt, durch das blöde Getippe auf dem Handy (ich will meinen Laptop zurück!!). Wollte noch laufen, solange hier noch die Sonne scheint! Also ich bin erstmal weg....

  • Heyhey, Ich hoffe Du konntest noch die Sonnenstrahlen nutzen und laufen / joggen (?).


    Und ja, ich bin ein Gefühlsmensch. Ich hatte die letzten Jahre etwas mehr gelesen bzgl. Stahl und DS Thematik. Ich bin einfach ein Herzmensch. Viele finden sie toll, ich selbst empfinde das teilweise als Fluch :mrgreen: Aber wenn man sich und seine Umwelt besser versteht, kann man schon viel beeinflussen. Ich muss halt lernen mehr den Kopf zu aktivieren. Aber wenn die tobenden wilden inneren Sonnenkinder Liebe in die Welt tragen wollen, muss man sich irgendwie bremsen können.


    Wenn sie ihre "Attacken" hatte, immer Nachts bei einem gewissen Pegel, konnte ich mich mittlerweile gut genug abgrenzen. Ich bin dann eiskalt heim. Lieber nur 4 Stunden schlafen, als bei ihr 5 oder 6, mit komischen Gefühl. Einfach raus aus der negativen Situation. Zu oft werden Dinge gesagt, die man nicht zurücknehmen kann. Also ich für mein Teil. Es kamen die wildesten Nachrichten auf dem Heimweg, ich sei wäre bin usw. Aber das war mir dann tatsächlich weitestgehend egal. Vor paar Jahren kaum vorstellbar, schlechtes Gewissen, die inneren Kinder etc. Du kennst das sicherlich selbst.


    Aber heute, nach 3 Wochen 0 Kontakt, kommt einfach wieder das Herz. Angst vor Ablehnung, sich nicht verstanden fühlen. Alkohol ist doch ihre Nr. 1. Und dann funkt das Herz, hättest Du nicht dieses und jenes so machen können, mehr davon, mehr Verständnis, mehr Empathie. Vielleicht hätte sie dann gesagt, Alkohol wird nur die Nr. 2. Aber der Kopf weiß, das ist alles nur ein Trugschluss.


    Es macht mich trotzdem traurig, einfach 3 Wochen nichts zu hören. Als hätte es mich niemals gegeben. Als wäre ich nur eine Randnotiz gewesen. Schöne Erinnerung, Lippenbekenntnisse, als hätte das nie stattgefunden. Das wurmt mich grade. Leider. Und man kann nichts machen. Das Ruder hält leider jemand anderes in der Hand.


    Gruß
    Xlausi

  • Hallo nochmal,


    ja, ich war erst eine Runde Joggen und danach im Ruheforst, Wahnsinn was da heute los war, so viele Leute. Tat jedenfalls gut, die Bewegung und frische Luft.


    Also: Als Alkoholikerin hat man keine Wahl, etwas zur Nr. 1 oder Nr. 2 zu machen. Ich habe zwei Teenager-Kinder, die zu meinen Saufzeiten noch klein waren. Ich hätte sie immer als Nummer 1 genannt. Dennoch war ich süchtig und habe gesoffen, obwohl ich ihnen damit geschadet habe. Ich könnte heulen, wenn ich dran denke...


    Es braucht so viel Zeit, wenn man denn überhaupt aufhört. Ich habe hier im Forum schon etliche Jahre gelesen, mit dem Wissen, dass ich abhängig bin. Ich wusste, ich werde irgendwann aufhören. Trotzdem dauerte es ewig, bis endlich mein Zeitpunkt gekommen war.


    Bei Deiner Freundin ist ja nicht mal die Rede davon, dass sie trocken werden möchte. Von daher: Worauf willst Du warten? Du machst Dir im Grunde selbst das Leben schwer.


    Mein Ex-Partner hatte damals Einsicht und wollte aufhören und trotzdem hat es nicht funktioniert. Er säuft immer noch. Ich find es manchmal immer noch traurig, aber ich bin drüber weg, obwohl ich nicht gedacht hätte, dass das mal passiert. Ich hab ihn lange nicht gesehen und vor einiger Zeit auch blockiert bei whats App. Vorhin hab ich hier seit langem über ihn geschrieben und schwups.... kam er mir vorhin beim Laufen zu Fuß entgegen. Was für ein Zufall... das ist dann komisch und dadurch kreisen natürlich ein wenig die Gedanken. Aber das gibt sich wieder. Ich bin nach wie vor froh, ihn los zu sein (natürlich erst im Nachhinein gesehen), denn Alkoholismus bringt Kummer und Leid mit sich.


    Es ist leichter gesagt, als getan, aber ich würde versuchen, mich abzulenken, auf andere positive Dinge zu konzentrieren und bei der Trennung zu bleiben. Sie wird Dir auch zukünftig nicht gut tun und helfen kannst Du auf keinen Fall. Nur Dir selbst.


    Cadda

  • Hallo Cadda,


    freut mich zu hören dass das noch geklappt hat. Und ich weiß das sehr zu schätzen, das Du dich hier mit mir austauschst. :oops:


    Nachdem ich die DS Thematik gelesen hatte, denk ich mir, das es keine Zufälle mehr gibt. Das Universum will uns immer irgendwie testen. Haben wir alle brav unsere Übungen gemacht, und auch dazu gelernt bei der persönlichen Entwicklung? Sehr spannend. :)


    Es sind einfach die gesprochenen Säte wie, du bist was besonderes, anders als alle anderen, wir gehen gemeinsam noch einen langen Weg. Usw.
    Und dann kommt einfach gar nichts mehr. So absolut 0. Und man macht sich automatisch die Gedanken diesbezüglich. Hat sie es nur leer daher gesagt, war das nie so gemeint etc. Oder andersrum, wenn es ehrlich war, wieso spornt sie das nicht an, der Klick im Kopf etc. Aber das ist dann vermutlich zu einfach von mir gedacht.


    Ich glaube der einfachere Weg wird das altbekannte bleiben, seine Gewohnheiten beibehalten, nur auf seinem persönlichen Teller starren. Das ist einfach so unfassbar traurig. Aber wie du schon fragst, auf was will ich warten. Sie ist 40, nass und nicht einsichtig. Will aber eine Familie und Mutter werden. Aber aktuell in dem Zustand, bei der Problematik ? Selbst wenn sie jetzt den Absprung schafft, an sich arbeitet, ist es ein langer Weg bis hin zur Familie. Hmpf...


    Vielleicht kannst Du mir gleich mal dein Thread hier verlinken, das ich den mal lesen kann :) Sofern er öffentlich genug für mich ist.


    Ich könnte heulen, wenn ich dran denke...
    Aber Du kannst umso mehr "lachen" und stolz auf Dich sein, das Du den Weg bisher so gut gegangen bist. Besser spät, als nie. Daumen hoch !


    Trotzdem dauerte es ewig, bis endlich mein Zeitpunkt gekommen war.
    Vielleicht kannst mir vorab sagen, an welchem Punkt genau deine "Reise" begann? :)


    Aber dein Thread würde ich gerne mal lesen :)


    Lieben Gruß
    Xlausi

  • Hallo Xlausi,


    ich tausche mich gern aus. In letzter Zeit etwas weniger, aber das ist immer so phasenweise, einem selbst tut das Schreiben ja auch gut. Das ist das Tolle an dem Forum. Selbst wenn man sich Gedanken über diejenigen macht, denen man gerade schreibt, landet man eben gedanklich auch dadurch automatisch bei sich selbst. Das hilft also in jedem Fall weiter, nicht nur dem Anderen, auch einem selbst.


    Ich schreibe ehrlich gesagt mehr im geschlossenen Bereich. Da ist es doch nochmal etwas Anderes. Dort ist halt etwas mehr los. Ich werde aber auch hier im offenen Bereich immer mal was schreiben, so wie auch einige Andere, aber da kann ich noch zuverlässiger/öfter schreiben.


    Verlinken und zitieren hab ich immer noch nicht drauf, aber der Thread heißt „Hintertürchen geschlossen, auf geht’s nach vorne“ im Alkoholikerbereich. Ich lese schon etliche Jahre hier und wusste in der Theorie schon ganz gut, wie ich alles am besten meistern sollte, dank der ganzen Geschichten hier.


    Ich bin jetzt gute 3 Jahre trocken. Kurz nach meinem 39. Geburtstag hab ich aufgehört, den 40. „durfte“ ich nüchtern feiern. Ich glaub das erste Mal seit meiner Jugend :-D

  • Ach, Du meinst bestimmt den Thread aus Deiner Sicht gesehen, also hier im Co.Bereich, fällt mir gerade ein. Cadda- In Liebe loslassen. Aber da hab ich ewig Bucht geschrieben. Weil das Thema durch ist.


    Ach so, noch was: Wenn es keine Zufälle gibt, will mich das Universum wirklich SEHR oft prüfen :mrgreen:

  • Hallo Ihr beiden,


    wie geht es Euch? Danke für den Link, den kann ich erst öffnen, sollte ich mich zukünftig für die kostenpflichtige Version entscheiden.
    Aber die Hintertür hab ich schon etwas gelesen. Dafür schon mal die Daumen hoch, auch für den weiteren Weg.


    Mir geht es aktuell nicht sonderlich gut. Mein Ego ist stark lädiert, die inneren Kinder sind traurig.
    Seit 3 1/2 Wochen herrscht absolute Funkstille, total ungewohnt, wo wir so unzertrennlich waren. Ich weiß das ich um Abstand gebeten hatte. Aber es kommt weder eine Erklärung, Einsicht noch Entschuldigung. Das sitzt extrem tief. Alle Bekundungen, Liebesschwüre und Visionen, total wertlos.
    Wie kann diese Krankheit bloß so gleichgültig machen, als wäre ich eine flüchtige Bekanntschaft gewesen, mit der man nichts mehr zutun haben will. :/
    Und ich hab gedacht ich habe ihr mehr bedeutet, und unsere Situation würde bewirken, ihr Leben und die Sucht zu überdenken. Da hab ich wohl ( als sonniger Empath ) zu naiv gedacht. Was für eine Sch...okolade.... : (((

  • Hallo Xlausi,


    das kann man nicht sagen, dass die Krankheit gleichgültig macht. Ich denke, das Verhalten ist weniger auf den Alkohol, als auf ihre Gefühle oder Charaktereigenschaften zurückzuführen. Mich hat das Saufen jedenfalls nie gleichgültig in solchen Situationen gemacht. Im Gegenteil, ich wollte immer Nähe, Frieden und hab mich in meine Gefühle meinem Partner gegenüber sogar noch mehr reingesteigert, als nüchtern.


    Aber denk doch den Gedanken mal weiter. Was würde denn passieren, wenn sie sich meldet, sich entschuldigt und ihr Euch vertragt? Wie würde es danach weitergehen?


    LG Cadda

  • Hey Cadda :)


    Gleichgültigkeit, weil so gar nichts kommt. Ich bin vielleicht Oldschool eingestellt, aber wenn ich mal groben Unfug gemacht habe, war ich erwachsen genug zu sagen, joar war ich, hab ich etc. Aber sie ist 40, und hat dennoch Familienwünsche. Sie muss ja nur unseren Chat lesen. Erst schreibt sie, ich bin von allen Männer der schlimmste Hund, der ekligste etc, und 4 Nachrichten später, vermisst sie mich soooo dolle und schrecklich, ob ich vorbeikommen will. Sie muss den Verlauf ja nur morgens lesen, wenn der Pegel am niedrigsten ist. Hmpf. Mein armer Kopf versteht das nicht so, wie er sollte, scheinbar


    Was passieren würde? Vermutlich alles wie immer. Man genießt wieder Zeit X, warm und liebevoll, und kaum ein Tropfen zu viel, Eskalation. Und rückblickend betrachtet wurde die Spirale immer tiefer. Von Vorwürfen, ich liebe sie nicht, bis hin das ich sie betrüge, zum Urlaub, wo ich mich f.... sollte, häusliche Gewalt, und als das gescheitert ist, dann die blinde Zerstörungswut. Was kommt als nächstes? Vermutlich muss ich mich wirklich ehrlich fragen, ob sie nicht vielleicht impulsiv beim nächsten mal ein Messer in der Hand halten könnte....?

  • Hallo Xlausi,


    ich habe dieses Drama mit Deiner Säuferin hier mitgelesen.
    Es ist leider keine Ausnahme, das sich Alkoholiker/innen derart unlogisch, unfair, verletzend, brüskierend, eifersüchtig, beschimpfend und dann wieder heulend und um Mitleid winselnd, aufführen.
    Einiges davon habe ich selbst praktiziert, das meisste kam von der Sauferei, die hat mein Wesen sehr zum Nachteil verändert.
    Heute kann ich einiges davon nicht mehr nachvollziehen.
    Ich war beispielsweise sehr eifersüchtig, als ich noch gesoffen habe, worunter mein Partner leiden musste.
    Es kam daher, weil ich mich selbst so schrecklich fand mit meiner Sauferei, so unliebenswert, und auch so übergewichtig, was auch saufbedingt war.
    Ich fand mich häßlich und furchtbar...und dachte, wer will denn so eine Frau haben?
    Mein Mann hat nie etwas getan, was mich hätte eifersüchtig machen können, aber ich habe ihm trotzdem Untreue unterstellt.
    Das nur mal als kleines Beispiel von vielen anderen Fehlverhaltens meinerseits.


    Solche Sachen muss aber niemand mitmachen!
    Du kannst jederzeit gehen. Also was gibt DIR die ganze Sache, das Du noch da bist, noch erreichbar für sie bist??
    Denn in solchen Abhängigkeitsbeziehungen haben fast immer BEIDE was davon!
    Da ist nicht einer nur "Täter" und der andere nur "Opfer".
    Lebst Du ein Helfersyndrom aus? Möchtest vielleicht der rettende Prinz sein, der die Trinkerin aus ihren Saäuferelend befreit und fortan glücklich auf seinem Schloß mit ihr wohnt?


    Zitat

    Wie kann diese Krankheit bloß so gleichgültig machen, als wäre ich eine flüchtige Bekanntschaft gewesen, mit der man nichts mehr zutun haben will. :/


    Tja, diese Krankheit ist ebenso. Völlig unlogisch, nicht nachvollziehbar für einen Außenstehenden.
    Nur die Pulle ist noch wichtig, wenn man so tief drin hängt. Der Partner nicht mehr, der kommt erst laaaange danach, wenn man sich mal wieder an ihn erinnert.
    Es gab Zeiten, da war mir der Alk wichtiger als alles andere, natürlich auch wichtiger als der Partner.
    Habe ich aber alles mir so hingedreht, wie es am besten passte... der andere war schuld, das ich trinken musste, das ja sowieso :roll:
    Und wenn ich ihm so nicht passe, dann soll er doch gehen.
    Das meinte ich wirklich ernst. Man man man...


    Ich möchte Dir nun hier auch nicht lange die Alkoholkrankheit erklären, aber Deine Säuferin benimmt sich typisch und ich sehe auch keinerlei Einsicht, also wird sie noch lange weiter saufen. Vielleicht sich sogar unter die Erde saufen...
    Möchtest Du dabei zuschauen, dabei sein, Dir das ganze Elend anschauen und Dich derweil weiter beleidigen und erniedrigen lassen?
    Und dabei selbst krank werden? Nicht selten bekommen CO-Abhängige psychosomatische Beschwerden, die zu schwerwiegenden Krankheiten führen können.
    Wenn das alles für Dich okay ist, wenn Du meinst, Dich für jemanden aufopfern zu müssen und dabei mit Füßen getreten zu werden, denn bleib und mach weiter so.
    Dann heul weiter rum, wie böse diese schreckliche Frau ist...und wie schön es doch mal war... eure große Liebe und so... und pipapo...
    Aber das ist lange Vergangenheit und das bekommst Du auch nie wieder... nicht mal, wenn sie trocken werden sollte...
    Davon kann allerdings wohl keine Rede sein.


    Zitat

    Und ich hab gedacht ich habe ihr mehr bedeutet, und unsere Situation würde bewirken, ihr Leben und die Sucht zu überdenken. Da hab ich wohl ( als sonniger Empath ) zu naiv gedacht.


    Wenn man trinken will, wird einem NICHTS UND NIEMAND zu einem "überdenken der Situation" bringen, das ist einfach so.
    Wie gesagt, Menschen sind dann nicht mehr wichtig, nur noch die Pulle... so läufts nun mal, egal ob Du das bedauerst, es Dich traurig macht, oder auch wütend... die Alkoholkrankheit hat ihre eigenen Regeln und dabei ist es egal, ob Dir oder einem anderen das missfällt.
    Zu naiv gedacht?
    Och, das würde ich so nicht sagen, ich würde mal sagen, Du wusstest ja erst nicht genau, auf was Du Dich da einlässt. Bist da eher reingerutscht, und da bist Du sicher nicht der Erste und auch nicht der Letzte, dem das passiert ist.
    Eine gewisse Affinität wird aber sicher vorhanden sein, sonst wäre Dir das nicht passiert.
    Nun wird es Zeit, da auch wieder "rauszurutschen", denn alles andere bedeutet auch immer wieder neues Leid, das wird nicht einfach so besser.


    Was ist denn ein sonniger Empath? Was meinst Du damit genau?


    Ich bin auch sehr empathisch, ich empfinde das einerseits als Gabe, weil ich so oft schon vorher weiß, wie bestimmte Menschen reagieren werden, was sie als nächstes tun werden... etc.
    Und ich kann mich in andere Menschen gut hineinfühlen.
    Andererseits emfinde ich meine Empathie aber auch als Belastung, weil sich auf mich leicht Stimmungen übertragen, ergo auch schlechte Stimmungen und Schwingungen.
    Da muss ich mich dann von abgrenzen, damit es mir nicht selbst auch schlecht geht.
    Kann man aber lernen. Indem man immer früher erkennt, wenn einen was mit runter zieht und so die Situationen dann auch eher verlässt.
    Am besten ist es natürlich, das es erst gar nicht so weit kommt. Aber das ist schwer für so empfindsame Menschen, glaube ich, mir gelingt das nicht immer. Aber oftmals doch :)


    Dir, lieber Xlausi, kann ich nur raten, lauf was das Zeug hält und vermeide jeden weiteren Kontakt zu Deiner alkoholkranken Bekannten.
    Sperr sie auf WA, ändere evtl. Deine Telefonnummer, damit Du nicht mehr erreichbar bist, schmeiss die alte Sim-karte weg, sperr sie für e-mails, wenn ihr das auch genutzt habt, geh nicht ans Telefon, wenn sie anruft, macht Dich selbst unerreichbar.
    Meide den gemeinsamen Freundeskreis, am besten erstmal alle gemeinsamen Kontakte abbrechen, um auch nichts mehr über andere über sie erfahren zu können.
    Zu Deinem eigenen Schutz, halt um nicht rückfällig zu werden.


    Es ist erst sehr schwer, so etwas zu beenden, weil man als CO selbst auf Entzug kommt, denn es handelt sich letztendlich bei einer Trinkerin und einem CO um eine Abhängigkeitbeziehung, auch wenn es einem wie eine Liebesbeziehung vorkommt.
    Also wird auch der CO Entzugserscheinungen bekommen, wenn man ihm "sein" Suchtmittel "wegnimmt", also die Trinkerin.
    Oder sie Dich in den Allerwertesten tritt...wie ja schon mehrmals geschehen!
    Du bist gerade mittem im Entzug, wie ich deutlich herauslese.
    Wenn Dir Dein Leben lieb ist, dann halte das besser durch...lass los... das darf man auch in Liebe tun !
    Es wird mit der Zeit leichter...


    Viel Kraft für die folgende Zeit
    wünscht Dir
    Sunshine (trockene Alkoholikerin)

  • Hallo Sunshine,


    danke für die Rückmeldung <3 Ich hatte dies die Tage schon gelesen, wollte mir aber die Zeit zum Antworten nehmen.
    Ich hoffe das zitieren klappt, wie ich mir das vorstelle.



    Ja ich denke ich bin ein wenig vorbelastet, was das helfen betrifft. Das innere Kind will aktiv eingreifen und die Welt retten. Manchmal / meistens ein Fluch. Ich finde es total schrecklich tatenlos zuzusehen, wie sie sich unter die Erde trinken will / muss. Das Herz leidet am meisten darunter. Und dann hat man die Gewissheit, das alles einfach nichts hilft, und man sich schlussendlich nur selber retten kann. Und das schmerzt :(
    Du und Dein Mann, seid ihr noch zusammen? Wie habt ihr das dann durchgestanden? Was war dein persönlicher Klickmoment, wenn ich hier fragen darf.



    Desto mehr Zeit verstreicht, desto mehr sehe ich den Kampf gegen die Windmühlen. Ich weiß, wie oben schon angedeutet, dass das ein eigener Kampf bzgl. der inneren Kinder ist. Und ich merke jetzt schon, wie das an die Substanz ist, das meiste dreht sich um sie. Gedanken, Emotionen und co. Der eigene Antrieb leidet aktuell sehr darunter. Ich hoffe dass das bald nachlässt, und ich wieder meinem Leben nachgehen kann. Aber Emotionen verarbeiten braucht halt leider Zeit. Manchmal wünsche ich mir einen Schalter.



    Genau das trifft auch auf mich zu. Das meinte ich mit sonnigem Empath. Alles und jeden retten, Sorgen abnehmen, und Liebe in der Welt verbreiten. Aber ich versuche mich immer mehr von negativen Menschen fernzuhalten, was wie bei Dir, auch nicht immer klappt. Ein sensibles Thema sind halt die eigenen Grenzen. Die sind noch sehr weit gesteckt. Ich denke hier bin ich noch am Anfang meiner Reise, weil ich relativ spät die Stahl-Lektüre gelesen habe, und bis dato einfach immer gelebt habe, ohne Gedanken zu machen.



    Dir, lieber Xlausi, kann ich nur raten, lauf was das Zeug hält und vermeide jeden weiteren Kontakt zu Deiner alkoholkranken Bekannten.
    Sperr sie auf WA, ändere evtl. Deine Telefonnummer, damit Du nicht mehr erreichbar bist, schmeiss die alte Sim-karte weg, sperr sie für e-mails, wenn ihr das auch genutzt habt, geh nicht ans Telefon, wenn sie anruft, macht Dich selbst unerreichbar.
    Meide den gemeinsamen Freundeskreis, am besten erstmal alle gemeinsamen Kontakte abbrechen, um auch nichts mehr über andere über sie erfahren zu können.
    Zu Deinem eigenen Schutz, halt um nicht rückfällig zu werden.


    Langsam kommt die Erkenntnis, das alles eine Illusion war, leider. Das Herz erinnert sich an die überwiegend tolle, warme und liebevolle Zeit. Unsere Ideen, Ziele und Wünsche haben sehr harmoniert. Das ist das, was mich noch an sie "bindet", eine utopische Vision. Es waren ja "nur" alle paar Wochen mal vereinzelt Eskapaden. Da konnte man ahnungslos, wie ich war, drüberstehen. Mann muss halt nicht immer alles zu persönlich nehmen. Bergab ging es erst mit der offiziellen Diagnose vom Arzt, als es wirklich schlimm wurde. Aber mir erschleicht sich der Gedanke, das die ganzen Monate nur super diszipliniert geschauspielert wurde. Das sie (un)bewusst wusste, welche Knöpfe sie bei mir betätigen muss.


    Ich : du bist eine peinliche Alkoholikerin
    ....
    Sie : Wusstest du nichts?


    Wie gesagt, ich wusste es nicht. Aber scheinbar sie selbst. Und als der Arzt dann mir die Augen öffnete, musste sie sich nicht mehr verstecken, sondern konnte ungehemmt ( saufen und ) alles, im wahrsten Sinne, im Suff zerstören / kaputt schlagen. Oh Mann ... Wie konnte ich nur so naiv, blind und blöde sein? Es gibt absolut kein pro mehr, egal welchen Punkt man nimmt, der für mich sprechen sollte. Nur noch Contra contra contra...
    :(


    Ich muss dringend mehr an mir und meiner Wahrnehmung arbeiten.


    Gruß Xlausi

  • N´Abend ihr Lieben, hoffe Ihr habt alle den 1. Advent gut verbracht.
    Ich hab eben Sport gemacht, und lese jetzt eifrig hier weiter die Geschichten.


    Es ist so erschreckend wie viele leidvollen Geschichten gleich / ähnlich klingen :(


    Ich muss dich mal aus einem anderen Thread zitieren Sunshine_33



    100% sie. Ich musste grade an die 1000e Vorwürfe denken. Ich sei der schlimmste und ekligste Mann von allen, der letzte Hund, und sie ist die gute und aufrichtige, der wahre "Freund". Ich werde mich umschauen wenn sie weg ist. Keine andere Frau würde sich mit einem Versager wie mir abgeben. Ich könnte ja froh sein, das sie so ein großes Herz hat, und sich mit MIR abgeben will. Mich nicht im Stich lässt, weil ich ja sonst alleine bleibe.... :-| Ich würde grade am liebsten im Strahl.... Naja lassen wir das mal lieber.


    Wollte ich nur mal am Rande hier anmerken und von der Seele schreiben... :(


    Lieben Gruß
    Xlausi

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