Beziehung mit einem Quartalstrinker

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo,

    Ich bin seit fast fünf Jahren mit einem quartalstrinker zusammen. Bemerkt habe ich es vor ungefähr 2 Jahren.

    Ich wusste, dass er in einer vor 20 Jahren her, sehr kurzen Beziehung, nach der Trennung getrunken hatte. Wir arbeiten im selben Betrieb und da wurde erzählt, dass er damals unentschuldigt gefehlt hatte und zum Schluss auch betrunken zur Arbeit kam.

    Wie gesagt, das war vor 20 Jahren. Er erzählte mir von der Beziehung und wie schrecklich die Frau zu ihm wohl gewesen wäre aber nicht das er nach der Trennung dem Alkohol verfallen ist.

    Da jeder von uns eine eigene Wohnung hat, habe ich sein Problem vielleicht nicht früher erkannt. Mir ist nur aufgefallen, dass er wenn wir schön Essen waren, alkoholfreies Bier bestellt hat.

    Aus einem Streit heraus ging er in seine Wohnung und meldete sich paar Tage nicht. Auf Anrufe oder Nachrichten, meldete er sich nicht.

    Nach paar Tagen meldete er sich wieder und auf meine Frage wieso er sich nicht gemeldet hat, kam ihm ging es nicht gut weil wir Streit hatten.

    Lange lange Zeit war seitdem vergangen und es kam wieder diese Situation und dann fuhr ich zu ihm. Ich klingelte lang bis er mir aufgemacht hatte. Ich traute meinen Augen nicht. Er konnte sich fast nicht auf den Beinen halten, sah verwahrlost aus. Er hatte Probleme sich mit mir zu unterhalten. Bierflaschen , Dosen lagen rum. WC voll gekotzt alles dunkel in der Wohnung. Seit dem war es dann noch 3 mal so. Das letzte mal vor 1,4 Jahren und da ging es ihm danach so schlecht das er selber Angst hatte und mich um Hilfe gebeten hat. Wir gingen zu den anonymen Alkoholiker. Drei mal waren wir da und er zählte sich nicht dazu. So ist er nicht und das schafft er ohne die, weil er ja auch ohne Alkohol sein kann, das waren seine Worte. In Therapie wollte er, bekam nicht gleich einen Platz und somit verlief es im Sand. Und ehrlich, ich dachte wirklich das er es geschafft hat. Nun hat er gerade wieder das Problem. Ich sagte beim letzten Mal zu ihm, dass wenn er das wieder tut ich mich trennen werde.

    Nun stellt er es hin als wäre nichts und ich schuldig bin das er getrunken hat. Auch hat er dich krank gemeldet. Ich weiß nicht ob ich mich trennen soll. Habe Angst das er total abstürzt. Er hatte auch bei einem der letzten male gesagt, er möchte nicht mehr leben. Mir selber geht das ganze mittlerweile an die Gesundheit.

  • Guten Morgen, und willkommen im Forum. Du solltest hier mal in allen möglichen Bereichen lesen, Co und betroffene / trockene etc. Im Idealfall die Threads, die noch komplett sind. Du wirst schnell merken das überall ein Muster, fast ähnliches System, vorliegt.


    Grundsätzlich sind es die schlechten / miesen Partner, die man sich schön ballern muss. Wenn nicht der Partner, dann das Wetter o.ä.

    Gefühlt wollen alle aufhören, säuseln dich nass voll, erzählen Dir alles wird gut. Richtige Knöpfe bei Dir aktiviert.

    Auch wollen sich viele was antun, wenn man sie verlässt. Erpressungen, um einen gewaltvoll an sich zu binden.


    Er wird so oder so abstürzen, ob Du dabei bist, oder nicht. Spielt keine Rolle. Du merkst ja jetzt schon, wie er dich eingesponnen hat. Du aus "Sorge" bei ihm bleibst. Tue Dir selbst den Gefallen, und schau nicht dabei zu. Weil das wird am Ende deine Gesundheit beeinflussen / ruinieren. Gib ihm nicht den Raum, 2 Leben zu zerstören.


    XLausi

  • Liebe Leila

    Super, dass du dich hier gemeldet hast - das ist ein gutes Zeichen. In dir regt sich dein Selbsterhaltungstrieb - weiter so!

    Suche Distanz, gehe nicht mit unter und schuldig an seiner Situation bist du schon gar nicht.


    Weiter kann ich das, was XLausi vor kurzem dir geantwortet hat voll unterstützen.


    Befreie dich von diesen heimtückischen Fesseln; bewege dich, es warten bessere Tage hinter dem Horizont. Dort gehts für dich weiter, da wo du jetzt bist wohl kaum. Du bist die wichtigste Person in deinem Leben - gib sie nicht auf.


    Herzliche Grüße Ste

  • Wir haben telefoniert. Er sagte, es war letzte Woche ein Ausrutscher und das letzte mal wo er sich so abgeschossen hat liege schließlich 1,4 Jahre her. Also hätte er mir ja bewiesen, daß er es nicht brauch. Zeitgleich sagte er, er würde jeden Abend jetzt wo er zuhause ist, nur ein Bier trinken. Ich fragte ob er sich nicht in Therapie begeben möchte, NEIN DAS BRAUCHT ER NICHT!!!Er hat kein Problem mit dem Alkohol, ich sollte mich mal hinterfragen ob ich nicht Schuld daran wäre. Wenn ich ein bisschen auf ihn eingehen würde, wäre alles okay. Ich meinte zu ihm, ich möchte nicht, dass er durch sein Alkoholproblem auch mich zerstört und unter den Umständen und ohne Therapie das beenden möchte. Er sagte nur, dann tu es. Mein letzter Satz war noch, ich werde im Betrieb nicht weiter für dich lügen. Daraufhin sagte er, ob ich nun dreckige Wäsche waschen möchte und wenn ja er mal die Bombe platzen lassen wird. Was er damit meint, ich weiß es nicht.

    Nun ist in mir ein großes Loch im Magen, bin traurig das das alles so enden musste. Gerade vor einer Woche ist meine letzte Tochter von dreien, zuhause ausgezogen. Ich habe mich daran noch nicht gewöhnt, hab damit noch zu tun und nun das noch. Die Pandemie macht das ganze, nun noch schwerer raus zu gehen.

  • Liebe Leila,


    Ich fühle mit dir. Mein Bauch schmerzt auch und ich kann nichts essen. Meine Geschichte findest du im Forum für Co Abhängige wenn es dich interessiert. Es war interessant deine Erzählungen zu lesen, grade in Bezug auf das abgedunkelten Zimmer. Heftig, hab mich immer gewundert das meiner immer im dustern liegt während der Phase, und sei es das er mit alufolie das Fenster zu tapeziert. Das scheint dann ja auch etwas normales zu sein. Ich lerne offensichtlich nie ganz aus. Und dieser Verwahrlosung Zustand ist mir auch gleich als parallele aufgefallen. Ich finde dich sehr stark dass du die getrennt hast. ich habe das vor und hoffe das mich die Kraft nicht verlässt wenn er mal irgendwann wieder nüchtern wird

    Es grüßt blume

  • Somit hat er seine Entscheidung getroffen... Und Du deine hoffentlich auch. Und wieder das Totschlagargument #1, er trinkt natürlich wegen Dir... <X

    Kannst Du dich auf der Arbeit einem Vorgesetzten anvertrauen, offen darüber reden? Also bevor es eskaliert und er dich meuchelt ? Du solltest Dich absichern, wenn möglich :thumbup:

  • Liebe Leila


    Wenn er in dieser Situation so locker sagen kann, dann tu es - beende es - wird das Ganze sehr einseitig - zu deinen Lasten.


    Es kommt, wie so oft, alles auf einmal zusammen. Halte durch - es werden bessere Tage folgen.


    Herzliche Grüße Ste

  • Vielen Dank für eure Nachrichten.

    Das ist gut, dass man nicht alleine ist. Es tut gut, von euch zu lesen. Das stärkt mich in meiner Entscheidung.

    Gerade habe ich seine Sachen gepackt die er bei mir schon hatte. Eigentlich mehr an Kleidung als er zuhause hat.

    Ich muss immer an ihn denken. Was er nun tut, ob er sich daraufhin noch Nachschub an der Tanke kauft??? Ob er nächste Woche zur Arbeit kommt. Wie es ihm geht.......

    Ja, stark sein, musste ich schon sehr oft im Leben. Ich hoffe, dass mein Chef es nicht weiter plaudert.

  • Hallo Leila,


    erst 1x Herzlich Willkommen im Forum! :)


    Einiges kann ich ja anmerken, habe ich doch schon so manche Geschichte gelesen, & das Grundmuster ist fast immer dasselbe.


    Es ist typisch für einen Alkoholiker, dass er die Ursache & Schuld für seine Trinkerei bei anderen sucht, bevorzugt beim Partner.


    Ich finde es gut & richtig, wenn du ihm keine Sachen abnimmst, für die er alleine zuständig & verantwortlich ist.

    Damit meine ich das Entschuldigen im Betrieb. Ganz einfach: Wenn jemand die Folgen seines Handelns abgenommen bekommt, entsteht beim Betreffenden auch kein Änderungswunsch. Läuft ja alles --> also weiter saufen


    Die schmutzige Wäsche, die er da andeutet, soll er doch in der Öffentlichkeit waschen. Ich vermute, das wird ähnlich abgehen wie über die Beziehung vor 20 Jahren, die er da hatte. Im Zweifel macht er sich nur vor den Kollegen unmöglich.


    Was nun aber ganz wichtig ist: Die Sauferei passt nicht zu dir & nicht zu den Erwartungen, die du an eine Partnerschaft hast.

    & genau das ist aber der Maßstab. Es macht doch keinen Sinn, eine Beziehung zu führen, in der mensch sich unwohl fühlt.

    Dass ihr getrennte Wohnungen habt, ist bei dieser Angelegenheit ein ganz großer Vorteil!



    Ich selbst gehöre ja zu den Alkoholikern in diesem Forum. Sicherlich wird dir noch jemand aus der Co-Gruppe schreiben.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hallo Ste55,


    du bist fleißig hier beim Schreiben & es ist ja auch löblich, wenn du anderen helfen willst.


    Aber habe doch bitte die Freundlichkeit & stelle dich erst 1x selbst vor. Du bist ja auch noch "ganz frisch".

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  • Liebe Leila


    Mit - zu deinen Lasten - meine ich folgendes:


    Eine Partnerschaft basiert u.a. auf Dialog, gegenseitigen Respekt und Zuneigung - Beide müssen kontinuierlich etwas dafür tun. Bei dir scheint mir, dass - aus seiner Sicht - du für ein weiteres Miteinander möglichst alles von ihm gefallen lassen solltest. Das wird auf Dauer eine Last, die kaum zu tragen ist.


    Alles klar? Herzlich Grüsse Ste

  • Lieber Dante


    du hast natürlich recht - ich werde mich möglichst heute noch vorstellen. Ich wollte eigentlich nur im Forum stöbern, als ich darüber "gestolpert" bin ... aber jetzt ist es nötig, wenn ich selbst schreibe. Ein Stück weit habe ich schon bei meiner ersten Antwort zu Blume52 von mir geschrieben - aber ich hole es noch richtig nach - SORRY.


    Herzliche Grüsse Ste

  • Hallo,

    Ich habe gestern seine Schwester angeschrieben das sie bitte nach ihm schauen soll und ihr geschrieben, dass ihr Bruder ein Alkoholproblem hat. Ich habe lange überlegt ob ich das tun soll. Da die Geschwister sowie die Mutter nichts über ihn wissen und denken es ist alles schön was er tut, dachte ich sie soll wissen was ihr Bruder so macht. In der Familie wird nicht geredet. Keiner weiß über den anderen was. Sie streiten oder diskutieren nie, klar wo nicht geredet wird ist das auch so. Sie hatte mir abends zurück geschrieben, sie hätte ihn angerufen und stehe nun in Kontakt mit ihm. Ich war beruhigt, da sie nun Bescheid weiß und nach ihm schaut. Abends bekam ich von ihm die erste Nachricht , GUTE NACHT schrieb er. Hat sich nicht beschwert, daß ich seine Schwester über das informiert habe. Heute schrieb er, ob wir nicht nochmal reden wollen und das er mir Morgen meine Schlüssel geben würde. Morgen sehen wir uns das erste Mal wieder im Betrieb. Das wird nicht so toll für mich, ich bin dann total aufgeregt bekomme nicht richtig Luft und hab einen hohen Blutdruck. So geht es mir seit einem Jahr, wenn wir Streit haben. Ich möchte noch nicht mit ihm reden, es wühlt mich noch zu sehr auf. Das hatte ich ihm auch geantwortet. Er zeigt Verständnis und wartet bis ich reden möchte. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er sein Problem in den Griff bekommt und weiß auch nicht, welchen Weg er gehen muss um sich richtig helfen zu lassen. Ich weiß aber, so mit mir nicht.

  • Ich wüsste auch nicht, was du ihm sagen könntest.

    Zur Therapie mahnen? Er ist der Überzeugung, das alleine zu schaffen oder gar nicht nötig zu haben.

    Ihn nach irgendwohin Begleitung anbieten? Nein! Er weiß selbst, wo er hin gehen kann & muss nicht dorthin getragen werden.

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  • Unter kaltem Entzug versteht man die körperliche Entgiftung von einem Suchtstoff ohne medizinische Begleitung.


    Die Auswirkungen eines kalten Entzugs sind zum einen vom Suchtstoff abhängig, zum anderen von der entziehenden Person.


    Bei Alkohol ist ein kalter Entzug ziemlich risikobehaftet.

    Er kann zu Delirium Tremens, zu Muskel- & Atemlähmungen, zur Psychose führen - oder nur zu einigen schlecht geschlafenen Nächten & längerer Zeit kalter, aber immer geschwitzter Hände.

    Dabei ist die die Länge des Missbrauchs oder die zum Schluss übliche Trinkmenge nicht unbedingt ausschlaggebend.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
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