Vorstellung Micha (Quartalstrinker)

  • a ich bin wieder hier. Hatte Trinkpause und nun soll es für immer vorbei sein

    Servus Micha, erstmal Hut ab, dass du wieder zu uns gefunden hast.

    Bevor du hier aber quer durchs Forum springst, brauchen wir ein paar Basics von dir, sonst reden wir alle aneinander vorbei.

    Ich will einfach wissen, wann du das letzte Mal getrunken hast, ob du im Moment trocken bist und ob du entgiftet bist oder noch mittendrin.

    Schreib da bitte ein paar Sätze dazu.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich war eigentlich von Juli 24 bis Weihnachten 25 Trocken. Dann habe ich so gute Laune gehabt, war in Budapest auf Donaufahrt auf dem Schiff und habe dort leider den Begrüßungssekt angenommen. Das ist gehörig schiefgegangen. Ich bin durch Budapest nachts geirrt alleine, bin über die Schienen gestolpert und mir den Kopf brutal aufgeschlagen. Gott sei dank bin ich halbwegs gesund ins Hotel zurückgekommen.


    Nunja dachte das war ein einmaliger Ausrutscher. Habe mir dann irgendwann Anfang Februar Kassetten bestellt - so retro Style. Die Jungs wo ich die Kassetten bestellt haben, haben einen Kurzen in den Briefumschlag gesteckt. Den habe ich ausgetrunken, weil es zu schade war ihn wegzuschmeißen. Dachte 0,01 l Schaden nicht. So ein Mist. Naja dann ist es immer mehr geworden mit dem Trinken. Mal ein Bier, dann zwei im März im Urlaub und dann hatte ich 17.April und das Wochenende darauf 24.April 26 massive Abstürze und ich habe schlimme Sachen gemacht, gesagt, geschrieben. Konnte zwar Gott sei dank direkt aufhören am 25.April. Der Auslöser für diese Abstürze war das Silent Treatment meiner Fernbeziehung. Denke aber auch, dass diese Beziehung toxisch ist mittlerweile leider. Ich war frustriert und habe so versucht meine Gefühle zu betäuben und mich abzulenken. Aber wenn ich das so rekonstruiere, wäre es auch ohne irgendwann zum Exitus gekommen. Der kleine Drink war Schuld ich hätte ihn wegschmeißen sollen.

    Aber es ist klar - es muss für immer Enden. Es kann nicht sein, dass ich immer nur so Trinkpausen mache. Ich schäme mich so und sehe mich als Versagter - ich weiß es doch besser aber ich handle nicht so, wie ich denke oder rede.


    Deswegen gehe ich in 8 Tagen zum sozialpsychiatrischen Dienst in edit, Ort entfernt . Rede dort Tacheles. Bin auch bereit für ambulante Therapie, egal was. Ich will es einfach nicht mehr. Dieses mal habe ich das erste mal wirklich an Suizid gedacht - auch wenn ich Selbstmörder verachte. Aber ich wollte mich einfach am liebsten vom Balkon schmeißen. Dass ich wieder versagt habe, trotz so viel Lektüre. Trotz besserem Wissen. Ich mache es immer gleich und nach ein paar Monaten fühle ich mich wieder so sicher und alle Anker, Sicherheitsschranken vergesse ich.

    Alkohol löst Partnerschaften, Finanzen, den Arbeitsplatz, die Fahrerlaubnis auf...nur Probleme löst er nicht...

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (12. Mai 2026 um 20:49) aus folgendem Grund: Bitte keine Ortsangaben

  • Du verachtest Menschen, denen es psychisch so schlecht ging, dass sie sich das Leben genommen haben?

    Du siehst Dich wegen Deiner wiederholten Rückfälle als Versager?

    Denk da mal drüber nach.

    Und ja, Respekt auch von mir, dass Du Dich hier wieder meldest und die Abstinenz erneut angehen möchtest. Was möchtest Du denn diesmal anders machen?

    Alles Gute!

  • Und ja, Respekt auch von mir, dass Du Dich hier wieder meldest und die Abstinenz erneut angehen möchtest. Was möchtest Du denn diesmal anders machen

    Das ist eine wirklich starke Frage. Ich muss zugeben ich habe keine wirkliche Antwort darauf. Ich meide ja schon alle Trigger. Die beiden letzten Rückfälle sind ja passiert als etwas unerwartetes eingetroffen ist :

    In Budapest bieten die mir auf dem Schiff Sekt an. Geben es mir selbstverständlich in die Hand.

    Der letzte Rückfall : In der Post befindet sich ein kleiner Schluck.


    Alles andere hatte ich soweit im Griff. Es sind diese unerwarteten Situationen.


    Aber danke für die Frage. Sonst würde ich vielleicht gar nicht an diesen Ansatz denken.


    Ich werde mit der Psychotherapeutin darüber sprechen. Egal wann egal wie ich muss es ablehnen.


    Ich werde hier jetzt öfters aktiv sein und das als neues "Hobby" verankern. Hier aktiv zu sein und aktiv im Kampf gegen Alkohol. Ich muss mich anscheinend mein ganzes Leben mit dem Alkohol beschäftigen um nicht wieder an ihn zu fallen.

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  • Hallo Hope81

    Gut das du die Kurve bekommen hast.

    Den Begriff "Quartalssäufer"solltest du umbenennen, nur für dich,beim Denken und Reden. Alkoholiker ist das richtige Wort.

    Könnte helfen keine leichtsinnigen Zugriffe mehr zuzulassen.

    Konfrontiert wird man ja öfter, ungeplant und unverhofft, aber als innerlich bekennender Alkoholiker fällt es leichter zu sagen, nein danke,für mich nicht.!!

    Bleib dran, es lohnt sich.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Danke. Habe mir alles durchgelesen. Teilweise ist es mir peinlich immer wieder neue Startversuche. Habe es aber ja schon anderthalb Jahre ohne geschafft. Ich werde ab jetzt hier aktiv sein, auch anderen versuchen zu helfen. Anscheinend muss ich mich regelmäßig mit diesem Thema befassen um nicht zu vergessen, dass ich Alkoholkrank bin.

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  • Ja. Das stimmt. Ich bin Alkoholiker. Ich habe das nur hier zum Verständnis geschrieben. Und habe mich entshieden Abstinent zu Leben um zu überleben.

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  • Du verachtest Menschen, denen es psychisch so schlecht ging, dass sie sich das Leben genommen haben?

    Du siehst Dich wegen Deiner wiederholten Rückfälle als Versager?

    Denk da mal drüber nach.

    Stimmt. Da habe ich mich blöd ausgedrückt. Ich meinte ich betrachte Selbstmord. Es kommt für mich nicht in Frage.


    Und das andere. Ja irgendwo schon. Seit 2021 schon so viele Anläufe. So viele Versprechungen, die ich abgeben. Aber ich kriege es nicht hin. Anderthalb Jahre war das meiste und dann bin ich doch wieder reingefallen. Jetzt bin ich sogar bereit eine ambulante Therapie zu machen. Ich schaue was mir die Therapeutin empfiehlt und mache es dann.

    Alkohol löst Partnerschaften, Finanzen, den Arbeitsplatz, die Fahrerlaubnis auf...nur Probleme löst er nicht...

  • Hallo Hope,

    vielen Dank für deinen Beitrag! Er hilft mir und sicher vielen anderen, zu begreifen, dass man einfach achtsam bleiben muss und sich auch nach eineinhalb Jahren nicht zu sicher fühlen darf.

    Jetzt aus der Ferne kann ich leicht sagen, dass mir das mit dem Glas Sekt nicht passiert wäre, aber das ist halt wie mit Günther Jauch, vom Sofa aus hat man leicht reden. Wäre ich in dieser Sekunde hellwach gewesen, trotz Urlaubsstimmung, Sonnenschein etc.? Hoffentlich, aber beschwören würde ich es nicht.

    Vielen Dank nochmal und viel Kraft für den Neustart!

    VG Soapstar

    Einmal editiert, zuletzt von Soapstar (13. Mai 2026 um 05:54) aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Anscheinend muss ich mich regelmäßig mit diesem Thema befassen um nicht zu vergessen, dass ich Alkoholkrank bin.

    Hallo Hope,

    von mir auch ein Willkommen zurück.
    Ich bin jeden Tag im Forum und 1x wöchentlich in der SHG. Ich denke, ohne dem wäre ich wieder fahrlässig geworden - geht ja auch ohne- aber die Erfahrung anderer zeigen mir, dass es halt nicht funktioniert, kontrolliert zu trinken.
    Erst gestern hatten wir jemanden in der Gruppe, die eine Weile nicht kam. Dann wurde sie rückfällig, weil sie sich einsam fühlte.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich schäme mich so und sehe mich als Versagter

    Das kenne ich zu gut. Die Sucht ist immer noch da und war gar nicht abgeneigt wieder Alkohol zu bekommen. Das Suchtgedächtnis wurde wieder gefüttert und aus 1 Mal wurden wieder mehrere.

    So war es bei mir schon oft- leider. 1x getrunken und das Spiel ging wieder Jahre.

    Jetzt will ich NIE WIEDER, auch um das Saufhirn nicht zu wecken

    Heute trinke ich nicht

  • In Budapest bieten die mir auf dem Schiff Sekt an. Geben es mir selbstverständlich in die Hand

    Ich mache es so: Irgendwo Alkohol- ich bin WEG, sofort. Sagen Nein danke und in eine andere Ecke des Schiffs

    Anscheinend muss ich mich regelmäßig mit diesem Thema befassen um nicht zu vergessen, dass ich Alkoholkrank bin.

    Da die Sucht für immer bleibt muss man auch immer dranbleiben

    Seit 2021 schon so viele Anläufe. So viele Versprechungen, die ich abgeben. Aber ich kriege es nicht hin. Anderthalb Jahre war das meiste und dann bin ich doch wieder reingefallen.

    Bei mir das selbe. Unzählige Versuche. Bin zu dem Entschluss gekommen, Aufgeben ist keine Option. Saufe ich weiter, ist bald Schluss!! Das Forum hat mir sehr geholfen. Ich dachte immer ich will jetzt Saufen, aber das Saufhirn, die Sucht wollte Saufen.

    Seit ich das verstanden habe, sage ich dem Saufhirn du willst Saufen, ich bin trocken, nein, nein, nein, es gibt nichts. Hau ab. Mir geht es danach saudreckig. Es geht mir nicht besser.

    Lerne gerade das ein Spaziergang, ablenken, zocken mir hilft wenn es mir schlecht geht.

    Es geht wieder bergauf, wenn man abstinent ist und bleibt, auch bei dir!!!!

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Hope,

    von mir auch ein Willkommen zurück.
    Ich bin jeden Tag im Forum und 1x wöchentlich in der SHG. Ich denke, ohne dem wäre ich wieder fahrlässig geworden - geht ja auch ohne- aber die Erfahrung anderer zeigen mir, dass es halt nicht funktioniert, kontrolliert zu trinken.
    Erst gestern hatten wir jemanden in der Gruppe, die eine Weile nicht kam. Dann wurde sie rückfällig, weil sie sich einsam fühlte.

    Ja das stimmt. Ich werde das jetzt auch so machen. Heute bin ich wieder beim blauen Kreuz. Einsamkeit, Langweile kann auch echt gefährlich sein.

    Alkohol löst Partnerschaften, Finanzen, den Arbeitsplatz, die Fahrerlaubnis auf...nur Probleme löst er nicht...

  • Das kenne ich zu gut. Die Sucht ist immer noch da und war gar nicht abgeneigt wieder Alkohol zu bekommen. Das Suchtgedächtnis wurde wieder gefüttert und aus 1 Mal wurden wieder mehrere.

    So war es bei mir schon oft- leider. 1x getrunken und das Spiel ging wieder Jahre.

    Jetzt will ich NIE WIEDER, auch um das Saufhirn nicht zu wecken

    Ich mache es so: Irgendwo Alkohol- ich bin WEG, sofort. Sagen Nein danke und in eine andere Ecke des Schiffs


    Du sagst es. Das erste Glas muss abgelehnt und stehen gelassen werden. Am besten sich davor fern halten. Wie lange bist du denn nun wieder trocken ?

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