Emily13 - Hallo, ich bin neu hier - meine Freundin trinkt

  • Ich bin 28 und seit 9 Monaten mit meiner Freundin zusammen.

    Sie hat mir zu Beginn gesagt, dass sie ein Alkoholproblem hat (wohl schon seit bisschen über 2 Jahren)

    Ich habe ihr das geglaubt und ihr gesagt, dass ich für sie da sein möchte und sie unterstützen möchte.

    Um ganz ehrlich zu sein, hab ich die ersten Monate die schwere der Krankheit nicht ganz wahrgenommen. Der Alkohol wurde versteckt oder so konsumiert, dass es mir oft erst später aufgefallen ist, wenn sie spürbar betrunken war.

    Auch heute noch wird der Alkohol immer wieder versteckt oder sie lügt mich an, dass sie nichts getrunken hat.

    Wenn Sie trinkt macht sie mir oft Vorwürfe und möchte diskutieren, was meiner Meinung nach keinen Sinn macht. Da in diesem Zustand es meistens so endet, dass sie sich immer wieder wiederholt, mir Vorwürfe macht oder mich sogar beleidigt.

    Da ich auch nicht ganz frei von psychischen Problemen bin und gerade mit meinem Selbstwertgefühl zu kämpfen habe tut mir das natürlich auch extrem weh. Als Folge habe ich jetzt vor ca. 1,5 Wochen die Grenze gesetzt, dass ich mit ihr, wenn sie betrunken ist nicht diskutieren möchte.

    Diese Grenze wird nicht wirklich akzeptiert, da sie mir immer wieder schreibt wenn sie Betrunken ist und mir Vorwürfe macht. Heute kam erst wieder die Anschuldigung, dass ich an Ihrem Rückfall schuld bin…

    Ich weiß grundsätzlich, dass es nicht meine Schuld ist wenn sie trinkt. Das zu hören tut jedoch trotzdem nicht gerade gut.

    Ich bin mit der Situation im Moment sehr überfordert und weiß nicht wie ich damit umgehen soll.

    Ich liebe sie und möchte sie nicht verlassen, da wir durchaus sehr viel schönes zusammen erlebt haben (wenn sie nüchtern war oder ich ihr trinken akzeptiert hatte bzw. Noch nicht ganz wahrgenommen hatte) und uns doch auch in vielen Dingen ähnlich sind.

    Seit dem das Thema offen von mir angesprochen worden ist streiten wir leider sehr oft. Sie sagt sie mochte für mich das trinken aufhören. Aber sollte sie nicht für sich selbst das trinken aufhören wollen? Darauf kam von ihr die Antwort, dass sie es versucht hatte aber das nicht ausreicht.

    Als ich ihr vorgeschlagen habe sich professionelle Hilfe zu suchen, da ich zwar für sie da sein kann, aber keine Erfahrung darin habe jemandem professionell zu Helfen. Hatte sie die Idee erst als positiv aufgenommen als sie nüchtern war, mir jedoch dann wieder geschrieben als sie betrunken war, dass ich aufhören soll ihr das zu sagen, denn sie weiß selbst dass sie ein Problem hat, sie macht sich selbst schon genug Vorwürfe, ich solle doch aufhören ihr Vorwürfe zu machen.

    Der Vorschlag war von mir absolut nicht als Vorwurf gemeint, ich mache ihr auch keinen Vorwurf, wenn sie einen Rückfall hat…

    Ich habe oft das Gefühl, dass sie garnicht wirklich damit aufhören möchte.


    Ich bin auf einfach so überfordert, ich hoffe ich kann mich hier ein wenig austauschen und eventuell auch das ein oder andere dazu lernen.


    Danke schonmal im vorraus.

  • Emily13

    Hat den Titel des Themas von „Hallo, ich bin neu hier.“ zu „Hallo, ich bin neu hier - meine Freundin trinkt“ geändert.
  • Hallo Emily,

    herzlich Willkommen hier in der Gruppe.


    Damit wir dich fürs Forum freischalten können, folge bitte dem Bewerbungslink unten.


    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch mit den anderen Betroffenen. Du bist nicht für ihren Konsum bzw. ihre Rückfälle verantwortlich. Laß dir bloß nichts einreden. Und es stimmt, sie sollte für sich selber trocken werden wollen und professionelle Hilfe suchen. Aber das ist ihr Job. Wenn sie nicht aktiv wird, dann bleiben nur Absichtserklärungen und du musst für dich schauen, was du langfristig möchtest. Denn Alkoholismus geht ungestoppt nur in eine Richtung: nach unten.


    Hier der Link:

    Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Bewerbung für die Teilnahme am Forum
    alkoholiker-forum.de


    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Elly

    Hat den Titel des Themas von „Hallo, ich bin neu hier - meine Freundin trinkt“ zu „Emily13 - Hallo, ich bin neu hier - meine Freundin trinkt“ geändert.
  • Hallo Emily,


    Deine Bewerbung ist eingegangen. Jetzt bist Du für den offenen Bereich freigeschaltet und

    hier geht es für Dich weiter.


    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch!


    Leider ist es so, dass im Laufe der Zeit der Alkoholkonsum immer mehr steigt. Und Du

    kannst tatsächlich nichts dagegen tun.


    Du musst Dich fragen, ob Du mit dieser Belastung weiter leben willst. Es ist schwer,

    aber Du bist nicht für sie verantwortlich!


    Nur sie allein kann sich entscheiden, dass sie Hilfe braucht.


    Und Du kannst entscheiden, ob Du bei diesem Drama weiterhin zusehen willst.

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo Linde,


    Danke für die schnelle Antwort.

    Ich versuche sehr stark mit das nicht einreden zu lassen. Was ich damit sagen will, rational gesehen weiß ich das auch. Es von ihr zu hören ist leider trotzdem nicht schön.


    Mit Absichtserklärungen weiß ich leider nicht genau was gemeint ist. Meinst du damit ich muss für mich Grenzen setzen, damit es mir bei dem ganzen nicht immer schlechter geht?


    Danke für deine Antwort.


    LG, Emily

  • Hallo Elly,


    Vielen Dank für das schnelle bearbeiten und die schnelle Antwort.


    Mir ist bewusst, dass ich dagegen nichts tun kann und Sie das selbst wollen und machen muss.


    Ich kann nur hoffen, dass sie den Willen und die Kraft dafür findet sich selbst Hilfe zu suchen und dagegen anzukämpfen.


    Im Moment bin ich für mich noch nicht an meine Grenzen gestoßen, dass ich sage „Ich möchte da nicht weiterhin dabei zusehen“.

    Vllt ist das auch naiv von mir, aber im Moment möchte ich hoffen, dass Sie es schafft und sich selbst Hilfe holt um sich selbst zu helfen.


    Danke für deine Antwort


    LG, Emily

  • Zitat

    Mit Absichtserklärungen weiß ich leider nicht genau was gemeint ist.

    Alkoholiker nutzen Absichtserklärungen, um den Angehörigen wieder auf Spur zu bringen. Da wird alles mögliche versprochen, da werden Schuldzuweisungen gemacht, da werden Verantwortlichkeiten auf den Angehörigen abgewälzt und es wird gelogen, daß sich die Balken biegen. All das und vieles mehr nur, um den Angehörigen einzulullen, damit der wieder Ruhe gibt. Und der Alkoholiker weiter trinken kann.


    Schau nicht darauf, was versprochen oder angekündigt wird, sondern darauf, was tatsächlich konkret gemacht wird. Hausarzt, Entgiftung, Nachsorge, Umstellungen im Alltag.... das wäre ein sinnvoller Weg für einen Alkoholiker, wenn er aufhören will. Aber du hast da null Einfluß darauf.


    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Alkoholiker nutzen Absichtserklärungen, um den Angehörigen wieder auf Spur zu bringen. Da wird alles mögliche versprochen, da werden Schuldzuweisungen gemacht, da werden Verantwortlichkeiten auf den Angehörigen abgewälzt und es wird gelogen, daß sich die Balken biegen.

    Das habe ich auch schon feststellen müssen.

    Erst gestern hat sie mir geschrieben, dass sie aufhören wird zu trinken.

    Denn sie möchte durchaus beruflich weiterkommen und mich nicht verlieren.

    Ich kann in dem Moment leider nur vermuten, dass sie direkt danach wieder getrunken hat. Denn einige Stunden später kam eine Sprachnachricht in der sie mir weinend erklärte, dass sie es ihrer Mutter geschrieben hat und Angst vor der Reaktion hat.

    Ich habe ihr gesagt, dass ich den Schritt gut finde, denn das Thema zu verschweigen bringt meiner Ansicht nach nichts und dass es vermutlich nicht leicht war/ ist es aber vermutlich so besser ist.

    Kurz darauf kamen mir gegenüber wieder Vorwürfe ich hätte ihr doch am Dienstag den sehr guten Tag versaut. Kurz dazu: mir ging es am Dienstag nicht gut und hatte sehr schwer mit meinen Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen. Das führte dazu, dass ich nicht so auf ihren guten Tag reagiert habe, wie sie es gerne gehabt hätte.

    Das hat sie mir gestern erneut in einer Nachricht vorgeworfen.

    Außerdem meinte Sie ich würde es nicht verstehen, denn der Alkohol ist überall, sie könne ja nichteinmal einkaufen gehen oder zur Tankstelle gehen ohne dort mit Alkohol konfrontiert zu werden. Auch sonst sagt sie sehr oft „du verstehst es einfach nicht, du wirst es nie verstehen“.

    Darauf kommt mir jedoch der Gedanke, dass ich sehr wohl weiß wie viel Platz Alkohol in unserer Gesellschaft hat, wie leicht es ist an diese Droge zu kommen oder auch wie sehr Alkohol in unserer Gesellschaft akzeptiert wird.

    Ja ich kann nicht zu 100% nachvollziehen, wie es ist Alkoholkrank zu sein, weil ich selbst es nicht bin. Aber was hat das denn mit der Situation zu tun?


    Ich würde ihr gerne sagen, dass ich sehr wohl weiß dass Alkohol überall ist und das ganze nicht gerade leichter macht. Ich jedoch gerade über ihr Thema mit ihrer Mutter mit ihr geredet habe um da auf sie einzugehen, das aber schwierig ist, wenn Sie mir dann Vorwürfe über ein ganz anderes Thema macht.

    Allerdings habe ich auf so vielen Seiten inzwischen gelesen, dass man alkoholkranken keine Vorwürfe machen soll da dies das ganze natürlich nochmal erschweren würde und traue mich deshalb nicht ihr zu Antworten und habe bis jetzt nicht drauf reagiert.

    Vor allem weil ich auch denke, dass es zusätzlich keinen Sinn macht, wenn sie eventuell noch oder wieder betrunken ist…

    Es ist wirklich nicht leicht.

    Ich bin heute echt froh, dass mich eine gute Freundin nachher abholen wird, damit wir was schönes gemeinsam Unternehmen.

  • Es ich noch vergessen hatte zu erwähnen, was mich durchaus auch etwas erschrocken hat. Sie meinte in der Früh ja noch, sie würde gerne im Beruf etwas aufsteigen.

    Als sie was getrunken hatte, hat sie geschrieben, dass es ihr egal wäre wenn Sie ihr kündigen würden…

    Das war für mich schon ein sehr starker Kontrast.

  • Das habe ich auch schon feststellen Auch sonst sagt sie sehr oft „du verstehst es einfach nicht, du wirst es nie verstehen“.

    Darauf kommt mir jedoch der Gedanke, dass ich sehr wohl weiß wie viel Platz Alkohol in unserer Gesellschaft hat, wie leicht es ist an diese Droge zu kommen oder auch wie sehr Alkohol in unserer Gesellschaft akzeptiert wird.

    Ja ich kann nicht zu 100% nachvollziehen, wie es ist Alkoholkrank zu sein, weil ich selbst es nicht bin. Aber was hat das denn mit der Situation zu tun?

    Hi Emily!

    In ihren Augen alles.

    Die Alkoholsucht beeinflusst jede einzelne Sekunde des Alkoholikerlebens und das Verhalten des Süchtigen. Jeden Tag, manchmal Jahrzehnte oder sogar ein ganzes Leben lang.

    Der Alk kommt IMMER an erster Stelle.

    Das bedeutet diese Krankheit.

    Nur, damit du diese Sichtweise für's Verständnis hast.


    Lieber Gruß,

    Hera, Alkoholikerin, nüchtern seit 9 Monaten

  • In ihren Augen alles.

    Die Alkoholsucht beeinflusst jede einzelne Sekunde des Alkoholikerlebens und das Verhalten des Süchtigen. Jeden Tag, manchmal Jahrzehnte oder sogar ein ganzes Leben lang.

    Der Alk kommt IMMER an erster Stelle.

    Das bedeutet diese Krankheit.

    Nur, damit du diese Sichtweise für's Verständnis hast.

    Hallo Hera,


    Danke für das darstellen der Sichtweise.

    Das klingt für mich gerade sehr hart vermutlich genau deshalb, weil ich weiß dass du recht hast.


    Darf ich nach deiner Meinung fragen, ob du es für sinnvoll halten würdest mit ihr im Moment darüber zu reden? Bzw. Ihr zu sagen, dass man gerne mit ihr Reden würde, wenn sie nüchtern ist?


    Danke nochmal fürs darstellen der Sichtweise.


    Gruß, Emily

  • Hallo Emily,


    sobald Alkohol getrunken ist, ist jegliche Diskussion überflüssig.


    So gesehen ist derzeit, solange sie trinkt, es völlig nutzlos, mit ihr über irgendetwas

    zu sprechen.


    Sie hat es im nächsten Moment schon wieder vergessen oder dreht alles so wie sie es braucht.


    Im Grunde hat sie immer einen gewissen Pegel. Auch wenn sie nüchtern wirkt. So ist es leider!

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Darf ich nach deiner Meinung fragen, ob du es für sinnvoll halten würdest mit ihr im Moment darüber zu reden? Bzw. Ihr zu sagen, dass man gerne mit ihr Reden würde, wenn sie nüchtern ist?

    Meine Erfahrung:

    Rede mit ihr, nüchtern, betrunken, wie auch immer, entscheide/ bemerke selbst, ob es Sinn macht oder nicht.

    Ich habe Jahre mit "meinem" Alkoholiker geredet, gebettelt, geflucht und gedroht.

    Das war alles für die Katz' , er soff fleißig weiter und ich wurde immer verzweifelter.


    Das ist ein Irrglaube: Die Hoffnung stribt zu letzt.


    Außer man stirbt vor der Hoffnung, dann macht der Satz wieder einen Sinn.

  • hallo und willkommen

    ich bin Alkoholicker

    der Gedanke, auf den Alkohol zu verzichten, war für mich undenkbar....und das hatte nix mit Logik zu tun....ich war da so festgefahren, dass ich selbst bereit war, auf meine Famielie mit Kindern zu verlieren....es ist so schwer die Entscheidung zu treffen damit aufzuhören....und nach der Entscheidung, hat es auch noch 2 Jahre....mit Rückfällen usw, gedauert, bis ich das Zeug wirklich los war...das ist nicht nur deine Freundin, sondern auch die Sucht die da schreibt oder spricht ....ich bin der Meinung, reden im nüchternen Zustand kann schon hilfreich sein...(auch für dich) und jetzt nicht vorsichtig oder Therapeutisch, was man irgendwo gelesen hat....sondern wirklich ehrlich....und du solltest auch für dich rausfinden ob du das wirklich willst und/oder schaffst....die Gefahr einer Co-Abhängigkeit ist immer da....sie kommt da wahrscheinlich nur mit professioneller Hilfe raus...wenn überhaupt...gib die Verantwortung ab...ich würde von ihr verlangen, sich Hilfe zu suchen...alleine wird es schwer ....ich weiß garnicht, ob das überhaupt funktioniert....

    irgendwie musst du ja reagieren

    wenn das Gespräch negativ ausgeht, weißt du wenigstens Bescheid und steckst nicht in dieser unangenehmen Situation fest...

    jeder muss halt irgendwie seinen eigenen Weg rausfinden und gehen

    ich wünsche dir viel Kraft

    Lieben Gruß

    mexico

  • Hallo Elly,


    Ja, dass es sinnlos ist mir ihr über etwas zu sprechen, wenn sie getrunken hat habe ich inzwischen auch schon auf die harte Tour feststellen müssen.


    Gerade dieses „im nächsten Moment schon wieder vergessen“ oder „es sich so drehen wie sie es braucht“ ist mir schon aufgefallen.


    Das würde im Moment als Konzequenz dann bedeuten mit ihr eigentlich keinen Kontakt mehr zu haben. Denn von Ihren Verhalten her wirkt sie eigentlich seit ca. 2 Wochen dauernd betrunken.

    Mit vllt mal kurzen Momenten nach dem Aufstehen in denen sie zwar noch nen Pegel hat aber noch nicht komplett „weg“ ist.


    Also sollte ich mich um mich kümmern und hoffen, dass sie „aufwacht“?

  • Danke für das mitteilen deiner Erfahrung.

    Ich weiß nicht wieso ich so sehr hoffe, dass sie es schafft. Vermutlich weil ich mir es für Sie so sehr wünschen würde und natürlich auch für mich.

    Weil es unfassbar weh tut der Person die man liebt dabei zuzusehen wie sie daran kaputt geht…

    Reden scheint im Moment zwecklos zu sein. Ich werde versuchen, dass es mir besser geht, dass ich auf mich achte.

    Ich denke was anderes bleibt mir wohl eh nicht übrig.

  • Hallo Mexico,


    Danke für deine Rückmeldung und für das darstellen deiner Sichtweise.

    Ich glaube die Gefahr der Co-Abhängigkeit ist wirklich immer da und ich gehe auch inzwischen davon aus, dass ich es schon bin.

    Ich versuche die Verantwortung abzugeben indem ich nichts für sie rechtfertige und keine Schuld annehme die sie mir geben möchte.

    Im Moment scheitert gerade sehr viel an einem nüchternen Gespräch, da sie wohl seit ca. 2 Wochen jeden Tag durchgehend betrunken ist. Denn ja ich würde gerne ehrlich mit ihr reden.

    Ich habe ihr inzwischen schon mehrmals gesagt, dass sie sich professionelle Hilfe holen sollte damit sie das schaffen kann. Denn ich denke selbst, wenn man es alleine schaffen könnte wäre es mit professioneller Hilfe besser.

    Wenn Sie das schafft und den Weg geht wird es sicherlich alles andere als leicht, wie du es auch kurz beschrieben hast.

    Ich hoffe Sie kann sich wirklich dazu entscheiden und einen ähnlichen Weg wie du gehen.


    Danke

    Gruß, Emily

  • Ich versuche die Verantwortung abzugeben indem ich nichts für sie rechtfertige und keine Schuld annehme ...

    Hallo Emily13,


    du hast weder Verantwortung noch Schuld. Also kannst du auch nichts abgeben!

    Du bietest Hilfe an, die wird abgeleht bzw. ignoriert. Was kannst du ändern?


    Mal ganz böse gesagt: mit deiner "Fürsorge", ständigen Anwesenheit/ Aufmerksamkeit gibst du deiner Freundin immer wieder die Möglichkeit von sich, ihrem Problem abzulenken, dir irgendwelche Schuld einzureden, dich für ihr Desaster verantwortlich zu machen.

    Ein vortreffliches Fressen für den Alkoholiker, ein Grund, um sich in seinem Elend zu baden.


    Wohnt ihr zusammen?


    Wenn nicht, mache dich mal eine oder zwei Wochen völlig rar, kein Kontakt per Telefon, kein Besuch, nichts.


    Dann wirst du (vielleicht) bemerken, wer schuld ist, die Verantwortung trägt. Ob es Sinn macht, ob du überhaupt da bist oder nicht.

    Was sollte schon Schlimmes passieren?

    Der Co.-Abhängige leidet doch an der Illusion, etwas verändern zu können.


    Rede mit ihr, so oft und so lange du es kannst, immer wieder, bis du (!) es nicht mehr ertragen kannst - mehr kannst du nicht tun.

    Wenn das nicht fruchtet, mache dich rar, sei eben nicht mehr (immer) verfügbar, aufmerksam und für sie da.

    ... vielleicht fehlt ihr ja was, nach 14 Tagen? Und sie wird "wach" und ringt sich zu einer Entscheidung durch??

    Alle hoffen immer auf professionelle Hilfe und Überredungskunst, wenn der Alkoholiker es nicht will oder sich (nur) nötigen lässt, ist das zwar ein netter Versuch und gut gemeint, doch ändert es etwas?


    Man kann vom Alkohol loskommen, aber nur wenn man es will!


    Schönes Wochenende.

  • Mit vllt mal kurzen Momenten nach dem Aufstehen in denen sie zwar noch nen Pegel hat aber noch nicht komplett „weg“ ist.


    Also sollte ich mich um mich kümmern und hoffen, dass sie „aufwacht“?

    Emily, sie hat schon bevor sie mit Dir eine Beziehung einging, zuviel Alkohol getrunken.


    Durch Eure Beziehung hat sie Dich in ihre Probleme mit hineingezogen. Und sie ändert nichts.

    Wie Du schreibst, ist sie seit 2 Wochen dauerbetrunken.


    Meine Meinung beschreibt ein Sprichwort sehr gut, das so in der Art geht: Eine Beziehung

    sollte ein ruhiger und sicherer Hafen sein, und kein weiterer Kampf, den Du führen musst.


    Ihr seid gerade mal 9 Monate zusammen und es häufen sich die Probleme. Du fühlst Dich

    nicht glücklich... Du kannst die Reißleine für Dich ziehen und aussteigen!


    Pass auf Dich auf!

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo Achelias,


    Danke für deine ausführliche Antwort.

    Ich hab mal ein paar Punkte Dauerausstellung zitiert auf die ich eingehen möchte.


    Danke, erstmal ich weiß, dass ich für ihr trinken nicht verantwortlich oder Schuld bin.


    Ich ziehe mich nun seit 3 Wochen zurück,

    Und versuche ihr auf übers Telefon kaum Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn Die mir die Schuld geben möchte weise ich die ganz klar ab.


    Nein, wir wohnen nicht zusammen, und im Moment muss ich dazu auch echt sagen, dass ich darüber auch grad sehr froh bin. Denn das ermöglicht mir ihr aus dem Weg zu gehen, wenn Sie getrunken hat und gleichzeitig auch etwas auf mich selbst zu achten.


    Ich habe vor zwei Tagen mit Ihr mal einigermaßen vernünftig reden können, sie kann das ganze auch verstehen und meint Sie möchte aufhören.

    Allerdings bin ich im Moment an dem Punkt angekommen, dass ich das auch sehen möchte und nicht nur hören.


    Im Moment habe ich durchaus noch sehr viel Hoffnung, dass sie es schaffen kann, wenn sie es dann auch wirklich will.


    Ich werde einfach noch eine Weile hoffen, dass sie es wirklich will und dabei auf mich selbst schauen wie es mir geht.


    Der Austausch hier hat mir durchaus schon ein wenig geholfen. Also Danke an alle hier.


    Gruß, Emily

  • Hallo Elly,


    Danke für deine ehrlichen Worte, mein Verstand weiß genau, dass du recht hast. Mein Herz ist fürs Reißleine Ziehen im Moment zumindest noch nicht bereit. Auch wenn wir nicht lange zusammen sind und keine gemeinsamen Kinder oder Wohnung haben. Das mag vllt naiv oder dumm sein, gerade weil ich im Moment mit der Situation alles andere als glücklich bin.

    Ich versuche so gut es geht auf mich aufzupassen und werden versuchen mich auf mich zu konzentrieren.


    Danke für die ehrlichen Worte und den Austausch.


    Gruß, Emily

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