Maeron - Von der Krankheitseinsicht & meiner täglichen Abstinenz

  • Jetzt brauchst Du es erst mal keinem erzählen. Gut ist, dass Du es hier erzählt hast.

    Aber heute hast Du getrunken. Bitte melde Dich morgen wieder. Das Beste, was Du in meinen Augen jetzt machen kannst, ist schlafen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Jetzt beruhige Dich erstmal, Maeron und schlafe.

    Wir werden morgen weiter schreiben, wenn Du wieder nüchtern bist.

    Morgen ist ein neuer Tag und Du startest dann wieder durch!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Der Austausch mit jemand, der alkoholisiert ist, macht keinen Sinn, Maeron.

    Und das wollen wir auch nicht. Deswegen werde ich jetzt Deinen Thread, auch zu Deinem Schutz, erstmal sperren.

    Melde Dich morgen wieder, dann kannst Du Dich weiter austauschen und Dein Thread ist wieder freigeschaltet.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Elly 22. März 2025 um 22:17

    Hat das Thema geschlossen.
  • Gute Morgen,

    ich konnte lange nicht einschlafen und dann habe ich wild geträumt.

    Jetzt jedenfalls gehts mir besser.

    Habe meiner Frau geschrieben, dass ich ihr was berichten muss, Suchtdruck hatte es aber quasie noch mal gut gegangen ist (damit sie sich nicht sorgt). Und das ich es ihr später in Ruhe erklären kann.

    Ich bin noch entsetzt über das, was passiert ist. Ich glaube es musste passieren, damit ich verstehe, das ich wirklich nicht trinken kann. Es war ja total scheiße dabei, hatte nur negative Gedanken und wollte immer mehr. Hatte gestern dabei den Gedanken richtig los zu ziehen. Ein Glück nicht gemacht. Es wäre im Desaster geendet.

    Ich kann keinen Auslöser finden. Mir ging es gut, hatte alles geschafft an dem Tag was ich wollte. Und sogar kurz Mittagsschlaf gemacht. Ich glaube es war einfach a) das Alleine sein. Ich hatte mir vorgenommen spazieren zu gehen und wollte dann Lesen. Also eigentlich hatte ich einen Plan für den Abend. Der Mittagsschlaf war nicht eingeplant. Aber ich war so erschöpft. Vllt hatte ich mir zu wenig Pausen gegönnt. Ich weiß es nicht. Der Gedanke, das es irgendwann passieren wird, hatte sich in meinem Kopf festgesetzt. Ich konnte ihn eigentlich immer gut wegschicken. Gestern dann nicht.

    Ich war ja nicht Lebensmittel einkaufen. Sondern bin einfach wie ferngesteuert in den Supermarkt. Dort habe ich dann ein Getränk gesehen, was mich einen Urlaub erinnert hatte. Danach nach Hause. Zu Hause Skills ausgeholt. Es ging nicht weg irgendwann aufgegeben und zur Tanke. Und dann das heimlich getrunken. Bescheuert, wollte das mich keiner dabei sieht, als wäre es eine illegale Droge. Und nach dem 0,5 Bier dann los in die Bar. Usw. Nach einem kleinen Bier dort zurück gegangen und die Kurve gekriegt.

  • Ich kann keinen Auslöser finden.

    ch war ja nicht Lebensmittel einkaufen. Sondern bin einfach wie ferngesteuert in den Supermarkt.

    Ich glaube dir nicht ganz, dass es wirklich mit dem Ferngesteuerten zu tun hatte. Du warst doch schon so lange trocken und hast dich immer wieder bemüht – und dann ferngesteuert?

    Erst zum Supermarkt, dann nach Hause, dann zur Tankstelle, und sich hier nicht bei Saufdruck gemeldet?

    Vielleicht ging es darum, einfach mal auszuprobieren, wie es wäre? Oder zu testen, ob es noch immer dieselbe Wirkung hat? Das könnte ich noch nachvollziehen.

    Oder vielleicht war es ganz schlicht und einfach die alte Gewohnheit, die Sucht, die sich einen Weg gebahnt hat

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Guten Morgen Maeron,

    gut, dass Du Dich wieder gemeldet hast.

    Der Gedanke, das es irgendwann passieren wird, hatte sich in meinem Kopf festgesetzt.

    Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man das. Dein (Sucht) Hirn hat nur auf den Moment gewartet.

    Jetzt hast Du es ausgetestet und wie ist Deine Erkenntnis, brauchst Du nochmal so einen Abend?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Oder vielleicht war es ganz schlicht und einfach die alte Gewohnheit, die Sucht, die sich einen Weg gebahnt hat

    Vielleicht ging es darum, einfach mal auszuprobieren, wie es wäre?

    Dein (Sucht) Hirn hat nur auf den Moment gewartet.

    Das was ihr beide schreibt ist es glaube ich. Eine Mischung aus beiden. Der festgesetzte Gedanke, das es irgendwann passiert und ich es irgendwann ausprobieren will. Dann die Sucht die mich nicht von dem Gedanken lösen lassen konnte.

    Die Reha ist vorbei. Ich war alleine. Ich habe mich dann einfach zu sehr von der Idee leiten lassen. Und als ich dann im Supermarkt war, dann ging es nicht mehr zurück. Vorher hätte ich noch umkehren können. Aber ab dem Zeitpunkt war es für mich im Rückblick zu starkes Verlangen.

    Jetzt hast Du es ausgetestet und wie ist Deine Erkenntnis, brauchst Du nochmal so einen Abend?

    Um Gottes Willen, nein.

  • Ich hatte den Gedanken früher hier zu schreiben. Warum habe ich es nicht getan? Weiß ich nicht. Ich hätte gewusst, das ihr mich abhaltet und ij dem Moment wollte ich nicht mehr abgehalten werden, denke ich. Zumindest nicht von anderen.

  • Ich bin noch entsetzt über das, was passiert ist. Ich glaube es musste passieren, damit ich verstehe, das ich wirklich nicht trinken kann

    Guten Morgen Maeron

    Das könnte eine Möglichkeit sein. Sozusagen eine sich selbst erfüllenende prophezeiung. Wenn es oft genug gedacht wird,stürzt sich die Sucht drauf und übernimmt.

    Mir ist das auch schon passiert,schon lange her, aber unvergessen auch kurz vor der 2 Jahres Grenze.Deshalb finde ich auch die Aussage, ein Rückfall gehört dazu sehr bedenklich. Den Gedanken schon.

    Du beginnst ja nicht mehr von vorne, der Zähler steht jetzt wieder auf 1.

    Die nächste Zeit wird das suchtgedächtnis sich mehr melden, vielleicht heftiger,aber es wird schnell besser. Reset und Neustart.

    Du bist nicht alleine, diese Erfahrung kann dir helfen die Krankheit sehr ernst zu nehmen und auch wenns dir gutgeht äußerst achtsam zu bleiben.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Zumindest nicht von anderen

    Ich glaube das ist ein wichtiger Punkt. Dieses ‚das schaffe ich alleine‘ ist nicht hilfreich.

    Also: zum Werkzeugkasten gehört auch, sich bei Suchtdruck mitzuteilen. Mir hilft das zumindest sehr. Und auch wie hier schon geschrieben wurde: Sich vorzustellen, wie man dann den Rückfall hier beichtet und wie schrecklich man sich dabei fühlt.

    Gut, dass du das sofort gemacht hast, auch wenn DAVOR natürlich der richtige Weg gewesen wäre.

  • Der festgesetzte Gedanke, das es irgendwann passiert und ich es irgendwann ausprobieren will.

    Ich hatte den Gedanken früher hier zu schreiben. Warum habe ich es nicht getan? Weiß ich nicht. Ich hätte gewusst, das ihr mich abhaltet und ij dem Moment wollte ich nicht mehr abgehalten werden, denke ich.

    Gut, dass Du das hier so ungeschönt mitteilst, Maeron. Mit dieser Ehrlichkeit, vor allem dir selbst gegenüber, kannst Du jetzt erneut, und hoffentlich aus eigener Erfahrung klug geworden, in die Abstinenz starten.

    Und immerhin hast Du Dich noch am gleichen Abend bei uns gemeldet und Dich nicht nach dem Motto "jetzt ist sowieso alles egal" in den Totalabsturz gesoffen und verkrochen, das ist doch schon mal gut, denke ich (als naive?) Anfängerin.

    Auf jeden Fall danke fürs Aufschreiben, das gibt mir in Bezug auf meine Abstinenz auch noch mal ordentlich zu denken.

  • Also: zum Werkzeugkasten gehört auch, sich bei Suchtdruck mitzuteilen. Mir hilft das zumindest sehr. Und auch wie hier schon geschrieben wurde: Sich vorzustellen, wie man dann den Rückfall hier beichtet und wie schrecklich man sich dabei fühlt.

    Ich werde meinen Werkzeugkasten nochmal besser gestalten und das auch mit aufnehmen.


    Du bist nicht alleine, diese Erfahrung kann dir helfen die Krankheit sehr ernst zu nehmen und auch wenns dir gutgeht äußerst achtsam zu bleiben.

    Danke und ja das stimmt.

  • Kleiner Tipp: Vernachlässige Dein Abstienztraining nicht. Schau hier am besten jeden Tag mal rein. Allein das Aufrufen des Forums und das Lesen einiger Beiträge hält Dir das Problem wieder undd wieder vor Augen. Mir hilft es, hier regelmäßig, nicht unbedingt täglich, rein zu gucken.

    In der Anfangszeit, so die ersten 3 Jahre hat mir geholfen, mich bei Auftauchen von Trinkgedanken sofort selbst zur Ordnung zu rufen: "Halt! Stopp! Ich will trinken, da stimmt etwas nicht." Dazu die Mitteilung an Vertrauenspersonen, den Partner, einen Freund, dieses Forum. Allein das Aussprechen oder Schreiben von Trinkgedanken können eine heilsame Wirkung entfalten und den Griff zur Flasche unterbinden.


    Und jetzt steck den Kopf nicht in den Sand. Es war hoffentlich ein heilsamer Schock, das schlimme Ende eines Besäufnisses nebst Fortsetzung am heutigen und den nächsten Tagen ist aus geblieben. Verglichen mit dem Straßenverkehr hast Du einen kleinen Parkplatzrempler hingelegt, der zwar ärgerlich, aber auch nicht gravierend ist. Daraus gilt es für die Zukunft zu lernen.


    In diesem Sinne alles Gute

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