… und war das für Deine Frau nicht unangenehm, dass Du oft eine Fahne hattest oder hat sie sich nicht Sorgen um Dich gemacht und Dich deshalb gebeten, mit dem Trinken aufzuhören oder es zumindest gehofft?
Ich habe eben mal meine Frau gefragt. Sie sagte, das ihr selten etwas aufgefallen ist. Sie hat sich schon mal über meine Trinkerei aufgeregt, vor allem nach langen Wochenenden, wenn sie das viele Leergut gesehen hat. Ich habe nie etwas versteckt. In der Regel hat sie mich aber in Ruhe gelassen. Ihr ist das, laut ihrer Aussage, nie so aufgefallen, wie viel ich getrunken habe. Den Wein habe ich schließlich mit Wasser verdünnt und als Schorle getrunken. Ich wollte ja auch gar nicht so viel trinken. Zum Schluss musste ich aber sonst wären die Entzugserscheinungen wieder losgegangen.
Diese Sucht ist schon wirklich schlimm und zermürbend. Ich bekam jeden Tag tagsüber immer heftiger Entzugserscheinungen. Eines Samstags, wir wollten Fahrrad fahren, kam mir die Idee, einen tiefen Schluck Wein zu trinken damit ich wenigstens mal einen Tag halbwegs genießen konnte. Meine Frau stellte gerade die Fahrräder raus als ich zum Kühlschrank ging und einem Schluck nahm. Ich war schon auf den Weg nach draußen als ich dachte: komm, noch ein Schluck, dann hast Du den Tag Ruhe. Prompt kam meine Frau um die Ecke, als ich die Flasche am Hals hatte. Sie war entsetzt und wollte wissen, was das soll. Mir war klar, daß ich aus der Nummer nicht mehr raus komme und habe ihr ehrlich gesagt, was mit mir los ist. Ich versprach ihr, mir Hilfe zu suchen. Ich konnte da eh fast nicht mehr. Es hat dann noch 3 Monate gedauert, bis es so weit war, Hilfe anzunehmen.
Es war gut und für mich überlebenswichtig, das sie mich erwischt hat. Sie hat das einzig richtige gemacht, es nicht unter den Teppisch zu kehren. Hätte ich angefangen auch tagsüber zu trinken... oh weia... das währe ich wahrscheinlich heute nicht hier.