Jana, Mein Mann ist Alkoholiker

  • Vielen Dank für all eure Bemühungen und Antworten. Das hat mir sehr geholfen!

    Ich habe mich entschieden, ich möchte, dass wir das einvernehmlich lösen. Die Vorstellung einen jahrelangen Rosenkrieg zu führen, tut mir gar nicht gut und löst ganz schlimme Beklemmungen aus. Ich habe ihm gerade geschrieben, dass ich versuchen möchte, das einvernehmlich zu lösen, dass er dafür aber mit mir reden muss, sonst wirds schwierig. Und nein, ich will ihn nicht mehr zurück. Auch diese Erkenntnis tut mir gut. Aber ich will, dass wir uns nach 15 Jahren noch in die Augen sehen können und uns nicht mit Anwälten zerfetzen. Der Weg, ihn doch noch zu klagen, steht mir 6 Monate ab seinem Auszug frei. Bis dorthin möchte ich versuchen andere Lösungen zu finden. Mit dieser Entscheidung fühle ich mich jetzt erstmal wohl. sollte er nicht darauf eingehen, muss ich eh was anderes tun. Aber für eine vernünftige Lösung wäre wohl auch seine Mutter zu haben, so könnte ich sie ins Boot holen. Und wenn er einen vernünftigen Moment hat, dann wird er auch einsehen, dass es so richtig ist. Darauf hoffe ich.

    Das ist jetzt mal der Plan. Haltet mir die Daumen.

  • Dann hoffe ich, dass dir dies gelingt Jana. Das ist mir über sieben Monate nicht gelungen, denn so lange habe ich gewartet, bis ich zum Anwalt bin und genau das gleiche gemacht wie du.
    Nicht das du denkst, ich möchte oberklug sein. Ich hab das ja auch gemacht und ich finde es nach wie vor noch richtig das so zu tun.
    bei mir hat es nur leider nicht funktioniert

  • Hey Jana,

    vielleicht solltest du dich vorab schon einmal informieren, innerhalb welcher Fristen du was machen musst , ich glaube, so würde ich es machen.

    Oh hast du schon gemacht, sorry, habe ich überlesen. Ich drücke die Daumen, das ihr es so klären könnt.

    LG

    Zabou

    Einmal editiert, zuletzt von Zabou54 (20. Juni 2024 um 15:50)

  • bei mir hat es nur leider nicht funktioniert

    Total schade, dass es nicht geklappt hat, ist in jedem Fall der vernünftigste Weg. Ich hoffe, dass es klappt und wenn nicht, ich darf nur die Frist nicht versäumen... jetzt schau ich mal ob er antwortet und ansonsten glaub ich, dass die Mutter dafür definitiv zu haben ist - muss ich halt den Weg gehen.

    Glaube mein Mann ist jetzt erst mal erschüttert. Denke schon, dass er dachte, er könne zurück kommen.

  • Ich gebe ihm jetzt mal 2 Wochen, ob er das unter uns regeln will, wenn er das nicht will, übergebe ich es an den Anwalt für eine einvernehmliche und wenn das auch nicht klappt, naja, dann bleibt mir eh keine Wahl... lieber wäre es mir, wenns jetzt einfach schnell geht. Ich will frei sein.

  • Hallo Jana.

    Ich will frei sein.

    Wie kannst Du da hin kommen, mal unabhängig von Deinem Mann?

    Um mal wieder auf Dich und Deine Co-Abhängigkeit zurückzukommen.

    Du bist nun frei, weil Dein Mann gegangen ist und nicht mehr zurück kam.

    Hast Du Dich schon damit beschäftigt, wie es dazu kommen konnte, dass ER die Situation beendet hat und nicht Du, obwohl Du unglücklich warst? Warum konntest Du die Grenzen nicht setzen bzw. das Ende der Situation einleiten?

    Ich will Dich mit diesem Beitrag nicht ärgern, sondern den Fokus mal auf das legen, was Dir auch zukünftig in Beziehungen zum Verhängnis werden könnte. Denn mit der Trennung, die er vollzogen hat, hat sich ja nicht Dein inneres Problem gelöst.


    LG Cadda

  • Genau das ist der Schlüssel zum Glück. Aber das ist ein Prozess dahin zu kommen. Ich habe ihn mittlerweile geschafft und ich denke du hast auch diesen Prozess durchlaufen. Das muss man allen Cos die erst aufgewacht sind möglichen und darf das nicht angreifen in meinen Augen

    Das hast du ganz lieb geschrieben und ich fühle mich damit ganz wunderbar: Endlich aufgewacht zu sein! Danach Step by Step.

    Ich muss mich auch noch über meinen Mann aufregen können. Nirgendwo habe ich das bisher getan, ich stehe halt noch ganz am Anfang. Und es tut mir gut, seine negativen Eigenschaften anzumerken. Ich sehe noch zu oft die guten und habe Angst mich wieder in mein Dornröschenschlaf zu verkriechen, weil die Hoffnung doch überhand nimmt.

    Vielleicht geht es ja Jana ähnlich wie mir…

  • Du bist nun frei, weil Dein Mann gegangen ist und nicht mehr zurück kam.

    Nein, ich bin erst dabei frei zu werden, weil ich versuche ihn loszulassen und ihn nicht mehr zurücknehme, auch wenn er das möchte! Also ich war die letzten Wochen null frei und mit der heutigen Entscheidung für mich habe ich erst den ersten Schritt gemacht, aber ich glaube es ist ein guter Schritt, dass ich die Entscheidung für mich getroffen habe und nicht für ihn.

    Hast Du Dich schon damit beschäftigt, wie es dazu kommen konnte, dass ER die Situation beendet hat

    Ja, definitiv! Zu viele Verluste (Todesfälle) in den letzten Jahren, Bequemlichkeit, Komfortzone, Hoffnung auf bessere Zeiten,... ich hätte definitiv noch länger gebraucht....

    Ich fühle mich nicht geärgert, ich bin dankbar für die Anregungen! Danke!

  • Nein, ich bin erst dabei frei zu werden, weil ich versuche ihn loszulassen und ihn nicht mehr zurücknehme, auch wenn er das möchte!

    Die Beziehung ist beendet, alles andere machen die Anwälte. Er hat dich heraus gekickt und nun seine Ruhe weiter zu saufen. Also alles gut. Wenn er etwas anderes möchte, ist doch dann wurscht. Alles nimmt seinen Lauf und du kannst dich ohne Wenn und Aber nur auf dich konzentrieren. So weit wie ich es überflogen habe, sind auch keine Kinder da. Oder? Berichtige, mich.

    Denn solange du ihn in deine Entscheidungen einbeziehst, so lange hältst du dich an der Co-Abhängigkeit fest.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • In dem Zusammenhang war das „frei“ falsch gewählt. Man könnte sagen, Du bist aus der Situation heraus, weil er gegangen ist.

    Frei von Deiner Co-Abhängigkeit kannst Du natürlich nicht sein, deshalb auch meine Anfangsfrage, wie Du da hinkommen könntest (frei zu sein).

    ich hätte definitiv noch länger gebraucht....

    Genau das solltest Du auf dem Schirm behalten, damit Du Dich zukünftig nicht wieder in ähnlichen Situationen wiederfindest, die Du aushältst, bis jemand anderes die Situation auflöst.

  • Ja, so wie Hartmut sehe ich das auch.

    Du hast entschieden, dass du mit ihm reden willst, aber er hat vorher schon entschieden, dass er das nicht will. So what? Für mich ist das eine klare Ansage und die hast du zu akzeptieren. Kannst du aber nicht und das ist der Punkt um den du dich drehst und windest.

  • Die Beziehung ist beendet, alles andere machen die Anwälte. Er hat dich heraus gekickt und nun seine Ruhe weiter zu saufen. Also alles gut. Wenn er etwas anderes möchte, ist doch dann wurscht. Alles nimmt seinen Lauf und du kannst dich ohne Wenn und Aber nur auf dich konzentrieren. So weit wie ich es überflogen habe, sind auch keine Kinder da. Oder? Berichtige, mich.

    Denn solange du ihn in deine Entscheidungen einbeziehst, so lange hältst du dich an der Co-Abhängigkeit fest.

    Hallo Hartmut,
    ich hätte mal eine Frage an dich: ich verstehe es eigentlich so, dass bei der Trennung jeder seine Verantwortung übernimmt, besonders wenn Kinder in die Trennung mit einbezogen sind und Haus und Hof, und auch noch ein Hund.
    meinst du ein Alkoholiker kann das nicht oder möchte es nicht?
    mein Mann war jetzt acht Wochen in einer Entzugsklinik und hat dort nicht getrunken sonst hätten sie ihn ja hinaus geworfen. Hat er dann schon trockenes Denken? Weil nun wird er eigentlich erst richtig blöde mir gegenüber und böse…. Eigentlich müsste er ist doch klar sehen oder genügen die acht Wochen dazu nicht?

    Diese Fragen beschäftigen mich gerade

  • Das ist mir über sieben Monate nicht gelungen, denn so lange habe ich gewartet, bis ich zum Anwalt bin und genau das gleiche gemacht wie du.

    Lolli, wenn ich deinen Faden richtig im Kopf habe, meine ich mich zu erinnern dass du einen Anwalt aufgesucht hast während dein Mann in der Entzugsklinik und trocken war. Jana hat aufgrund einiger Beiträge in Erwägung gezogen die Trennung ohne Rosenkrieg zu gehen. Das hatte ich dir auch mal vorgeschlagen. Du schreibst gerne bei anderen COs in den Beiträgen wie ähnlich deine Situation ist. Suchst du über die Spiegelung deine Bestätigung? Ja, man kann als Co eine Liste mit allen negativen Eigenschaften des Alkoholiker Partners erstellen. Aber es gibt vielleicht auch eine Liste über einen selbst. Darüber sollten manche Cos einmal nachdenken. Und dass die Familie deines Mannes auf seiner Seite ist? Willst du auch von denen die Bestätigung dass du das Opfer bist? Es ist doch o.k. wenn sie hinter ihm stehen, egal ob gerechtfertigt oder nicht. Es ist seine Familie. Und deine Kinder? Ziehst du sie nicht selbst mit in eure Problem mit rein. Dein Sohn ist erwachsen und deine Tochter auch bald. Sie können sich selbst positionieren, vielleicht solltest du ihnen diesen Raum lassen.

  • Genau das solltest Du auf dem Schirm behalten, damit Du Dich zukünftig nicht wieder in ähnlichen Situationen wiederfindest, die Du aushältst, bis jemand anderes die Situation auflöst.

    ja, danke, ich werde aufpassen - glaube, dass es viele Gründe gibt, warum ich das getan habe, aber keiner ist wohl wichtig genug! Noch bin ich nicht frei, aber mit der heutigen Entscheidung wie ich mir die Scheidung vorstelle, gehts mir besser. Und auch mit der Entscheidung, dass es für ihn keinen Weg zurück mehr gibt.

  • Denn solange du ihn in deine Entscheidungen einbeziehst, so lange hältst du dich an der Co-Abhängigkeit fest.

    Es klingt als würde ich ihn einbeziehen und in gewisser Weise ist es so, weil ich das im EInvernehmen lösen will, weil es die unkomplizierteste Variante ist. Aber es müsste zu meinen Bedingungen sein, ich stelle aber nciht viele, weil ich das schnell beenden will. Sonst müssen das Anwälte lösen, da hast du recht. Und erfahrungsgemäß dauert es dann länger und wird teuer. Aber notfalls, ja.

  • Für mich ist das eine klare Ansage und die hast du zu akzeptieren.

    Denn dass die Anwälte das alleine regeln und mich am Ende ein Vermögen kosten, damit bin ich nicht einverstanden.

    Über die Scheidung wird man halt mal reden müssen...

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (20. Juni 2024 um 22:24) aus folgendem Grund: Deinen Satz aus Sares Zitat herausgeholt

  • glaube, dass es viele Gründe gibt, warum ich das getan habe, aber keiner ist wohl wichtig genug!

    Für co-abhängiges Verhalten gibt es keinen einzigen Grund, über die eigenen Grenzen gehen zu lassen

    Genau so wenig, wie es keinen einzigen Grund für einen Alkoholiker gibt, zu saufen.

    Kein Schicksalsschlag, keine Unbequemlichkeit, keine beruflichen Schwierigkeiten, einfach nichts.

    Es gibt unzählige Menschen, die all diese „Gründe“ auch hätten und sich trotzdem nicht co-abhängig verhalten.

    Meist kommt so ein Verhalten auch nicht von heute auf morgen in nur einer bestimmten Lebensphase. Das zieht sich oft schon vorher durchs Leben.

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