Naira - ich stelle mich vor

  • Hallo

    Ich bin Naira. Das bedeutet Mut. Und den brauche ich momentan dringend.

    Seit 62 Tagen bin ich nüchtern. Die ersten Tage war es sehr schlimm. Ich entschloss mich spontan nach einem Wochenende mit viel Alkohol damit ganz aufzuhören. Seit vielen Jahren führe ich mit dem Alkohol eine On-Off-Beziehung. Die meiste Zeit nutzte ich Alkohol um abends zu entspannen, für Geselligkeit mit meinem Mann, zum Feiern und auch einfach so. Immer nur abends, aber da schon zwischen 2 Glas Wein und einer Flasche plus Cognac oder so. Dann gab es seit einigen Jahren immer wieder Phasen, in denen ich gar nichts trank. Das war so zwischen zwei Wochen und einem halben Jahr vor einigen Jahren. Ich bin jedesmal wieder reingerutscht. Zuerst wenig, dann nach und nach immer mehr.

    Vor einigen Tagen waren wir im Urlaub. Dort begann es wieder sehr schlimm zu werden bis hin zu Panikattacken. Seitdem ist wieder jeder Abend ein Kampf. Keine Ahnung, warum das nach 2 Monaten plötzlich wieder so schwierig ist. Da ich in meinem Umfeld nicht so gut mit jemandem sprechen kann, habe ich mich hier angemeldet. Ich wäre froh um Unterstützung. Von Personen, die das Ganze nicht runterspielen, sondern verstehen.

    Ich wünsche allen einen schönen Abend!

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Guten Abend Naira,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Es war gut, dass Du so mutig warst und Dich hier bei uns gemeldet hast!

    Sehr gut, dass Du vor 2 Monaten aufgehört hast Alkohol zu trinken.

    Hast Du eine ärztlich begleitete Entgiftung durchgezogen?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Nein, meine Entgiftung war nicht ärztlich begleitet. Ich habe einfach aufgehört. War denke ich keine so gute Idee. Denn ich hatte schon Symptome wie Zittern, Schwächegefühl, Übelkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

    Mein Arzt ist aber informiert und ich bin ambulant in Behandlung.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Wir raten, wegen der hohen Risiken immer zu einer ärztlich begleiteten Entgiftung. Du selbst hast auch gespürt, dass der kalte Entzug seelisch und körperlich eine grosse Gefahr war.

    Aber das liegt jetzt hinter Dir. Und es ist so, wie wir oft schreiben, nur nicht trinken reicht nicht. Man muss schon einiges anderes im Leben verändern, damit man zufrieden leben kann.

    Siehst Du Dich als Alkoholikerin und willst eine lebenslange Abstinenz, Naira?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich fühle mich gerade ziemlich angegriffen.

    Ich bin alkoholabhängig, süchtig, alkoholkrank. Aber ich mag das abwertende Wort Alkoholiker nicht. Ich möchte nie mehr Alkohol trinken, sondern nüchtern leben. Und hatte gehofft, dafür hier Unterstützung zu finden. Nicht indem man mich abwertet, unter Druck setzt- sondern positiv darin unterstützt, dass mein Weg, nüchtern zu leben, der richtige ist und dass ich das schaffen werde- weil es viele andere auch geschafft haben.

    PS: Körperlich habe ich keine Folgeerscheinungen, das ist schon abgeklärt.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Du hast Dich in einem Alkoholiker-Forum angemeldet, Naira.

    Niemand greift Dich hier an, wieso auch?

    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz wollen.

    Und hier finden Alkoholiker die Unterstützung und den Austausch für eine zufriedene, lebenslange Abstinenz.

    Ich bin seit über 11 Jahre trockene Alkoholikerin. Und ich wusste schon zu meinen nassen Zeiten, dass ich Alkoholikerin bin.

    Damit habe ich mich selbst nicht abgewertet, sondern klar gewusst, dass ich alkoholkrank bin.

    Und diese Alkoholkrankheit bedeutet, dass man Alkoholiker ist. Da muss man, gerade hier, nicht drumherum schreiben.

    Wenn nicht hier, wo denn dann?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich bevorzuge einfach die wertneutralen Bezeichnungen wie Alkoholkranke oder Alkoholabhängige. Das ändert ja an der Krankheit und an der eigenen Akzeptanz der Abhängigkeit nichts, oder? Ich benutze auch sonst keine abwertenden Bezeichnungen, auch nicht bei körperlichen Einschränkungen beispielsweise. Ihr könnt euch ja so nennen, wenn euch das etwas bringt. Aber ich werde das Wort weder bei mir noch bei anderen benutzen. Ist das ein Problem?

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Hallo Naira,

    Damit ich Dich verstehe: Was ist an der Bezeichnung „Alkoholiker“ nicht wertneutral?

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Naira,

    herzlich Willkommen erstmal, also keiner hat sich ( soweit ich weiss :mrgreen: ) das "böse Wort" auf die Stirn tätowieren lassen. Wichtig ist ja, das Du Dir über die Alkoholkrankheit im Klaren bist.

    Diese Krankheit ist unheilbar und bleibt immer im Körper/Gehirn und kann nur durch Abstinenz gestoppt werden, in ein zwei Jahren wieder "ein Glas" funktioniert nicht. Bist Du schon soweit in Deiner Krankheitseinsicht?

    Mein Arzt ist aber informiert und ich bin ambulant in Behandlung.

    Was hast Du da genau am Start mit Arzt und Behandlung? Hast Du etwas in Deinem Umfeld geändert vor 2 Monaten um Deinen Entschluss zu festigen? Alkoholfreies Umfeld, Freundeskreis und was sonst noch wichtig ist um dem Alkohol fernzubleiben?

    Wie bist Du abstinent durch die Zeit gekommen?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Ich habe einiges in meinem Leben geändert und einiges wird sich noch ändern. Ich möchte mir nicht Zuviel in einem völlig öffentlichen Forum dazu schreiben…

    Freunde habe ich ohnehin nicht viele. Aber die ich habe nehmen entweder Rücksicht oder trinken selbst nichts.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Ist Naira Dein richtiger Name oder nur ein Pseudonym ?

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Guten Morgen Naira,

    einiges wird sich noch ändern.

    vieles ändert sich auch ganz von selbst. Bei manchen musste ich nachhelfen. Ich wollte Dir den Link für die Grundbausteine dalassen.

    Für mich sind und waren sie eine gute Anleitung, wie es funktioniert.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40
    VG

    Alex

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich bevorzuge einfach die wertneutralen Bezeichnungen wie Alkoholkranke oder Alkoholabhängige. Das ändert ja an der Krankheit und an der eigenen Akzeptanz der Abhängigkeit nichts, oder? Ich benutze auch sonst keine abwertenden Bezeichnungen, auch nicht bei körperlichen Einschränkungen beispielsweise. Ihr könnt euch ja so nennen, wenn euch das etwas bringt. Aber ich werde das Wort weder bei mir noch bei anderen benutzen. Ist das ein Problem?

    Nee, nur unnötig drumherum formuliert.

  • Hallo und willkommen. Ein paar klare Worte dazu.

    Ich bin alkoholabhängig, süchtig, alkoholkrank. Aber ich mag das abwertende Wort Alkoholiker nicht

    Es ist gleichgültig, wie du dich selbst siehst; im Forum steht groß "Alkoholiker" drüber , und das ist nun einmal so. Es ist ist auch die Eintrittskarte für dieses Forum.

    Ich selbst verstehe die Diskussion um irgendein Zipperlein, die fernab des Grundes der Anmeldung ist, nicht. Es geht docj darum, die Sucht zu stoppen und einen Weg zu finden, trocken zu bleiben. Oder was war dein Grund hier?

    Ich möchte mir nicht Zuviel in einem völlig öffentlichen Forum dazu schreiben…

    Wie stellst du dir das vor? Es ist ein öffentliches Forum, das von jedem einsehbar ist. Viele schreiben hier etwas neutraler, um den Wiedererkennungswert zu mindern. Jedoch zu 100 % ist hier kleiner sicher.

    Du versteckst dich hinter dem Wort Alkoholiker, nennst es anders und möchtest du nicht so viel Preis geben. Es klingt, als würde man versuchen, sich aus der Sucht herauszuschleichen: Verheimlichen, beschönigen und verstecken kenne ich noch aus der aktiven, nassen Phase.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hier herrscht ein ziemlich harter Umgangston. Ihr kennt mich nicht mal und verurteilt mich schon. Ich habe so schon sehr wenig Selbstbewusstsein. Ich weiss nicht, ob das in meiner jetzigen Situation (Alkohol ist nicht das einzige Problem in meinem Leben) das Richtige für mich ist.

    Und tatsächlich muss nicht jeder Mensch in meinem Arbeitsleben von meiner Krankheit wissen...

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Hast du dich mal ein bisschen umgesehen und eingelesen? Hier herrscht ein ehrlicher und höflicher Umgangston. Am Wichtigsten, gerade zu Beginn, ist erst einmal die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Gute Weggefährten findest du hier mit Sicherheit.

    LG, Hera, Alkoholikerin

  • Hier herrscht ein ziemlich harter Umgangston

    Es hängt nun vom Empfänger der Nachrichten ab, was er damit anfängt. Ich lese hier nur Klartext und User, die sich bemühen, mit dir über deine Sucht zu sprechen und sich auszutauschen.

    Ich weiss nicht, ob das in meiner jetzigen Situation (Alkohol ist nicht das einzige Problem in meinem Leben) das Richtige für mich ist.

    Es ist nicht jedermanns Sache, sich je nach eigener emotionaler Verfassung darauf einzulassen. Bitte sieh es dir genau an und teile uns mit, ob du bleiben möchtest oder nicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ein direkter und höflicher Umgangston würde ich sagen, Naira.

    Es nützt ja nichts, um den heißen Brei herumzureden.

    Bei mir weiß nicht jeder Mensch in der Firma, dass ich trockene Alkoholikerin bin. Das ist auch nicht nötig. Und es ist auch Deine Sache, wem Du was erzählst.

    Aber hier bist Du in einem Alkoholiker-Forum und hier geht es um das Thema und darum zufrieden trocken zu bleiben und ein gutes Leben zu haben.

    Es verurteilt Dich niemand, ich weiß nicht, wie Du darauf kommst. Hier treffen Alkoholiker aufeinander und unterstützen sich gegenseitig.

    Du kannst Dich gerne bei den anderen, trockenen Alkoholikerin im Forum einlesen, vielleicht siehst Du dann einiges im anderen Licht.

    Erste Schritte für Alkoholiker - Alkoholiker Forum (alkoholiker-forum.de)

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hier herrscht ein ziemlich harter Umgangston. Ihr kennt mich nicht mal und verurteilt mich schon.

    Das ist bei jedem, der hier schreibt, ein bisschen unterschiedlich. Hartmut zum Beispiel habe ich auch als "hart" empfunden, aber wenn man ein bisschen zur Ruhe kommt und über seine Kommentare nachdenkt, merkt man ziemlich schnell, dass er einfach den Finger in die Wunde legt. Das regt vielleicht besser zum Nachdenken an als zuviel Drumherum.

  • Hier herrscht ein ziemlich harter Umgangston.

    Das ist ein offenes Forum für Alkoholiker, wir kennen Dich nicht, warum sollte Dich jemand verurteilen.
    Am Anfang habe ich das Forum auch als sehr fordernd empfunden.
    Die Kommentare, die mich am meisten angepickst haben, waren oft auch die, aus denen ich bei nachdenken am meisten mitnehmen konnte. Ich habe gelernt, die Reaktionen für mich einzuordnen. Passt es, dann mach ich was draus. Passt es nicht, dann lege ich es beiseite. Wenn etwas passt, dann war es meistens für meine Selbsthilfe wichtig und nützlich.

    Du brauchst Dich auch nicht zu rechtfertigen, wenn etwas nicht passt und wenn Du das nicht möchtest.

    Es geht um Dein ernstes Thema mit Alkohol und die Alkoholiker hier haben alle ihr ernstes Thema mit Alkohol.
    Da macht es gerade am Anfang keinen Sinn, dass wir uns Nettigkeiten austauschen, denn die helfen nicht um trocken zu werden oder zu bleiben.

    Nimm Dir Zeit und lese Dich ein, dann wirst Du sehen, wie das Forum tickt, so war es bei mir.

    Viele Grüsse
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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