Lavendel2024 - Ich bin EKA

  • er versteht es einfach nicht. Ich habe es ihm so oft versucht zu erklären... vergeblich.

    Wie wäre es, wenn du das so wie es ist akzeptierst und ab sofort nichts mehr erklärst.

    Viiiel früher solchen Gesprächen eine andere Wendung geben, denn du weißt ja aus zig Wiederholungen, daß sie immer gleich frustrierend ablaufen.

    Einfach mittenrein sagen: Du, war nett mit dir zu telefonieren, aber ich bin grad auf dem Sprung, bis denne.

    Gar nicht mal genau sagen, was man vor hat, was man unbedingt noch schnell erledigen muß oder womit man beschäftigt ist. Lügen holen einem irgendwann ein. Ich habe mit solchen Sätzen gute Erfahrung gemacht. Man muß nichts "wichtiges" vorliegen haben, um sowas zu sagen. Es reicht, daß ich gerade meine Wäsche aufhänge. Muß er doch gar nicht wissen. Für mich ist es jetzt dran, es ist wichtig. Aber ich brauche mich vor niemandem zu rechtfertigen. Einfach der Satz: Du, war nett, aber ich bin jetzt gerade auf dem Sprung. - Was? - Erklär ich dir ein anderes mal. (Hat sich aber nie wer dafür interessiert)

    Selbst die Dauer und das Ende des Gesprächs umsetzen, hat was von Handlungsfähigkeit.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Es ist immer das gleiche.. es nervt mich nur noch.

    Das kenne ich gut. Bei meiner Mutter ist es auch, als würde gleich nach dem Gespräch wieder der Reset-Knopf gedrückt. Alles weg.

    Da das aber schon immer so ist, liegt das nicht an irgendeiner Demenz. Sie hat sich ihr Konstrukt aufgebaut. Ihre eigene Welt. In der sie gut dasteht. Wenn sie von damals erzählt, könnte ich meinen, ich war woanders. Ihre Argumente, wieso das oder dies ok war, wurden von mir entkräftet. Aber sie bringt das nächste Mal einfach wieder die gleichen. Dabei ist sie sonst nicht so dumm.

    Ich denke es liegt an folgendem. Wenn sie sich eingestehen müsste, was wirklich war. Dann würde ihre eigene Welt ja zusammenbrechen. Damit wäre keinem geholfen.

    Im Prinzip versuche ich es nicht mehr. Es stresst mich aber ungemein, wenn ich ihr dann zuhöre. Also halte ich den Kontakt auf ein absolutes Minimum. Das rate ich Dir auch.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich denke es liegt an folgendem. Wenn sie sich eingestehen müsste, was wirklich war. Dann würde ihre eigene Welt ja zusammenbrechen. Damit wäre keinem geholfen.

    Da gebe ich dir recht. Irgendwie verständlich, sicherlich gibt niemand gerne Fehler oder schlechtes Verhalten zu, vorallem dann nicht, wenn man es selbst zum einen nicht so sieht bzw sich nicht mehr daran erinnern kann und sich das dann eingestehen muss.

    Im Prinzip versuche ich es nicht mehr. Es stresst mich aber ungemein, wenn ich ihr dann zuhöre. Also halte ich den Kontakt auf ein absolutes Minimum. Das rate ich Dir auch.

    Das kann ich so gut nachvollziehen, geht mir auch so.

    Deshalb will ich auch nicht mit ihm telefonieren oder ihn treffen. Ich kann mir das einfach nicht anhören.

    Das habe ich die letzten Jahre gemacht und schon da war ich irgendwann an einem Punkt, wo ich nicht mehr zu meinen Eltern wollte. Ich habe es nicht mehr ertragen! Dieses Gejammer, immer und immer das gleiche.

    Zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht, dass der Alkohol der Hauptauslöser war/ist. Da hieß es immer Depressionen oder Midlife Crisis oder die blutigen juckenden Stelle am Körper kommen von der Corona Impfung o.ä.

    Ich bin eigentlich ein sehr toleranter Mensch und sehe nicht gleich das schlechte im Menschen und ich brauche lange, bis jemand bei mir einen gewissen Punkt erreicht hat, wo ich nicht mehr alles gut rede.

    Zb wenn ich mich mit einer Freundin treffe und die sich verspätet, dann denke ich immer, ist nicht schlimm, sie hat viel zu tun usw. Oder wenn der Chef mal wieder ein A.. ist, dann denke ich, okay, er hat viel Stress usw.

    So war das anfangs bei meinem Papa auch, ich habe versucht sein Verhalten zu rechtfertigen... Wahrscheinlich in dieser Konstellation ein eindeutiges Co Verhalten.

    Aber wenn man immer öfter enttäuscht wir, dann kam ich an den Punkt, wo ich keine Lust mehr hatte. Ich akzeptiere jetzt seine Entscheidung bzw muss ich dies, was anderes kann ich nicht tun. Auch wenn es schwer fällt, vorallem, da man ja ein tolles Jahr nach dem Entzug und Reha hatte. Aber es war tatsächlich keine so große Überraschung, da ich irgendwie immer damit gerechnet habe. Eigentlich traurig bzw ist das alles sehr traurig! Akzeptanz ist glaube das Zauberwort.

  • ich habe versucht sein Verhalten zu rechtfertigen

    Das kann ich jetzt wieder so gut nachvollziehen. Ich habe das dann später auf Beziehungen übertragen.

    Es hing dann alles von ihrem Befinden ab. Aus dem Grund habe ich ständig versucht, alles richtigzumachen.

    Das Ende vom Lied war, dass ich selbst nicht richtig existent war. Und das will dann auch wieder niemand.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo

    Ich wollte mich auch mal wieder melden und mir was von der Seele schreiben.

    Aktuelle Situation: Weiterhin kein Kontakt bzw kommen ab und an Nachrichten von meinem Papa ua. heute.

    Teilweise reagiere ich nicht, auf normale Fragen antworte ich.

    Vor kurzem wurde meine Oma (93 Jahre) ins Heim gebracht, nachdem sie zuhause gestürzt war. Es ist die Mutter meines Vaters. Er hat sich seit seiner wieder nassen Zeit nicht bei ihr blicken lassen und sie war darüber sehr traurig, mein Onkel sagte ihr nur immer, dass er krank sei und nicht kommen kann.

    Heute schreibt mein Vater mir, erstmal wieder auf die Tour emotionale Erpressung, er hätte mir doch kochen beigebracht usw. Also nichts mit Hallo und wie geht's. Nachdem wir fast einen Monat keinen Kontakt hatten.

    Habe darauf nicht reagiert, weil das keinen Sinn macht. Er ist mein Vater, dass sind alles seine Aufgaben gewesen, sich um mich zu kümmern.

    Nunja, dann fing er an, dass er mit meinem Onkel die Wohnung von Oma durchgehen will und ob wir etwas haben wollen. Daraufhin habe ich geantwortet, dass wir nichts brauchen und alles haben.

    Dann kam wieder die emotionale Erpressung, sie wird bald sterben und hat sich doch auch immer um mich gekümmert.

    Also ich weiß nicht, was er damit immer bezwecken will. Klar hat sie das und ich habe sie in letzter Zeit auch nochmal besucht zuhause. Aber muss ich den jetzt irgendwas aus der Wohnung nehmen, nur weil es meine Oma ist? Wir haben hier nicht so viel Platz, ich brauche nicht noch drei Vasen oder sowas. Seh ich das falsch?

    Tatsächlich mach ich mir jetzt auch schon Gedanken um die -hoffentlich noch nicht allzu balde Beerdigung-, weil ich ihn da ja antreffen werde. Wir haben uns jetzt ein dreiviertel Jahr nicht gesehen. Da bekomm ich schon Bauchweh, bei dem Gedanken.

    Ich trau es mich gar nicht zu schreiben, aber manchmal wünsche ich, dass mit ihm eher was passiert. Damit das alles ein Ende hat... ist das zu hart, sowas über seinen Vater zu denken?

    Wir haben von einem Dritten erfahren, dass er auch schon wieder ein Veilchen im Gesicht hat, ne große Schnittwunde an der Hand und gefühlt nur noch 50kg wiegt.

    Wenn er mir nicht schreibt, dann ist das gut für mich. Ich denke trotzdem täglich an ihn und die ganze Situation.

    Diese Aussagen von anderen "hättet ihr mal eher mit ihm gesprochen usw, dann wäre es nicht so schlimm geworden".

    Teilweise verunsichern sie mich aber dann denke ich mir, NEIN. Das ist ein Erwachsener Mann, er hat sich entschieden und da hätten wir auch nichts tun können. Er hat ja schon im trockenen Zustand gesagt, dass er nicht nochmal zum Entzug geht. Was wahrscheinlich eher so gemeint war, dass es nicht nochmal so weit kommt aber gut, dass hat ja nicht geklappt.

    Es ist jetzt halt wie es ist, es macht mich trotzdem immer noch traurig, er ist ja immer noch irgendwie mein Papa und war ein toller Vater! Der ein super Opa gewesen wäre..


    Nunja, da kam ja jetzt einiges zusammen. Sorry für den langen Text und danke, wenn du ihn bis hier hin gelesen hast 😉

  • Hallo Lavendel,

    nur ganz kurz. Du musst überhaupt nichts aus der Wohnung deiner Oma nehmen und du musst dort auch nichtbhingehen wenn du das nicht möchtest. Warum denn auch? Da kann dich niemand zwingen. Der Oma ist sicher auch mehr damit geholfen, wenn du sie besuchst(falls du das möchtest).

    Diese Aussagen von anderen "hättet ihr mal eher mit ihm gesprochen usw, dann wäre es nicht so schlimm geworden".

    Der Spruch hätte ähnlich von mir kommen können in meiner Jugend. Da hatte ich absolut keine Ahnung von der Sucht. Mein Onkel hat sich totgesoffen, konnte seine Kinder nie verstehen warum sie nicht geholfen haben. Heute sehe ich das natürlich anders. Solche Sprüche können nur von Menschen kommen, die in der Thematik nicht drin sind. Zieh dir diesen Schih bitte nicht an, du hättest rein gar nichts ändern können!

  • Warum denn auch? Da kann dich niemand zwingen. Der Oma ist sicher auch mehr damit geholfen, wenn du sie besuchst(falls du das möchtest).

    Er denkt wahrscheinlich, dass sich das so gehört, dass man da was nimmt. Aber warum.. also so persönliche Sachen versteh ich ja zb Fotos usw aber das kann ja erstmal an die Söhne gehen.

    Besuchen würde ich sie, muss mal fragen, ob und wann das geht.

    Solche Sprüche können nur von Menschen kommen, die in der Thematik nicht drin sind. Zieh dir diesen Schih bitte nicht an, du hättest rein gar nichts ändern können!

    Das denke ich mit dann auch immer, ihr wisst doch gar nicht wie es die ganzen Jahre vorher war. Irgendwann kann man sich das nicht mehr geben.

    Danke für deine Antwort :)

  • Hi Lavendel,


    lass Dich nicht kirre machen, Du bist zu gar nichts verpflichtet. Die Verhaltensweisen, die Du beschreibst, scheinen typisch für eine Suchterkrankung zu sein. Ein Tiefpunkt in der Beziehung zu meinem Vater war, als er mal wieder eine geplante Reise mit meiner Mutter nach Spanien torpediert hat (angeblich, weil er psychisch am Ende ist) und mich dann überzeugen wollte, meine Mutter zu überreden, dass sie nicht ohne ihn fährt, also bei ihm daheim bleibt. Das ist natürlich brutal manipulativ. Scheinbar ist Gesellschaft erforderlich, um weitertrinken zu können. Was ich sagen will: Lass Dich nicht von Deinem Weg abbringen, vor allem mach nur das, was Dir gut tut.

    Liebe Grüße


    Seb

  • es gibt für mich 2 grundsätze. ich verdanke meinen vorfahren mein leben, ich schulde es ihnen nicht. und wenn die menschen über mich reden wollen werden sie es tun. wer gründe sucht findet sie. egal was ich tue, und ich bin nicht auf der welt um zu sein wie andere mich gern hätte-

    behalte deine abstand bei, sonst gehst du in dem kranken kreislauf der sucht unter. du bist nicht verpflichtet da irgend etwas zu tun, was eh nichts bringt.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Habe gerade deinen Faden gelesen. Du musst dir keine Vorwürfe machen. Sein Leben = Seine Verantwortung


    Den Kontakt wieder aufleben zu lassen würde ich auch lassen. Du merkst doch, dass es dir nicht gut tut, wieso tust du es dir dann an?

    Ich bin in einer ähnlichen Situation, habe keinen Kontakt zu meiner Mutter. Habe ihr aber letzte Woche einen kurzen Brief geschrieben und heute kam eine Antwort. Ich hab mich über den Brief gefreut, was drin stand hat die Freude wieder zunichte gemacht. Fazit: Keinen Schritt zurück zu ihr.

    Ich hatte die gleichen Gedanken mit meinem Papa „wenn er doch einfach erlöst werden würde von seiner Sucht“ und nicht mehr da wäre. Schlimme Gedanken. Und trotzdem waren die Gedanken da und hatten ihre Berechtigung, denn er hat mir lange sehr weh getan und das kann ich nicht vergessen.

  • Hallo.

    Ein neuer Albtraum ist eingetroffen.

    Letzte Woche habe ich von meiner Tante erfahren, dass es meinem Papa gesundheitlich nicht so gut geht, er sei schlecht zu Fuß usw. Er hat meinem Onkel (sein Bruder) mitten in der Nacht eine Nachricht geschrieben und Selbstmord Gedanken geäußert. Da sie ihn den ganzen Tag nicht erreicht haben, rief meine Tante mich ca 17 Uhr an, um mir das mitzuteilen. So nach dem Motto, dann kümmer dich mal. Hab dann bei Facebook gesehen, dass er online ist und sie haben ihn dann auch erreicht.

    Gestern habe ich und auch meine Mutti festgestellt, dass er eine sehr lange Zeit nicht online war und haben angefangen uns Sorgen zu machen.

    Heute früh hat meine Mutti die Polizei gerufen. Wir haben bereits mit dem schlimmsten gerechnet...

    Sie haben ihn dann hinter der Wohnungstür auf dem Boden liegend LEBEND gefunden. Er wurde mit ins KH genommen.

    Das ganze Haus ist total versüfft. Überall erbrochenes, Kot und Urin. Dreckige Klamotten und verschimmeltes Essen.

    Ich habe ihr verboten dort sauber zu machen!

    Meine Mutti hat dann meinen Onkel informiert, er gibt uns jetzt die Schuld, dass es seinem Bruder so schlecht geht. Meine Mutti hätte eine Vollmacht und er hätte schon eher in die geschlossene. Sie sehen nicht, dass er Alkoholiker ist.

    Das macht mich unglaublich wütend! Meine Mutti hat mir das unter Tränen erzählt, weil sie es nicht fassen konnte. Er wird sich auch nicht um seinen Bruder kümmern, das ist ihm egal und hat aufgelegt.

    Dann haben wir herausgefunden, dass mein Papa total pleite ist und schon eine Pfändung laufen hat. Er bekommt kein Arbeitslosengeld mehr und ist damit auch nicht krankenversichert.

    Es wird immer schlimmer... Ich bin gerade mehr wütend auf meinen Papa und meinen Onkel, als das ich traurig bin.

    Wie sein Gesundheitszustand ist, wissen wir noch nicht.

    Weiß jemand, wie das jetzt laufen könnte, zwecks Betreuer oder so.

  • Nachdem meine Mutti im KH angerufen hat, um zu erfahren wie es ihm geht, wurde ihr mitgeteilt, dass er nicht möchte, dass sie was erfährt.

    Daraufhin habe ich mich dort erkundigt und habe die gleiche Antwort erhalten.

    Habe gebeten, ihm ausrichten zu lassen, dass sein Bruder auch kein Interesse hat ihn zu Besuchen. Er ist jetzt alleine.

    Wann endet so ein Alptraum?!

    Meine Arme Mutti, jetzt muss sie das finanziell alles alleine Stemmen bzw muss seinen Mist mit ausbaden.

  • Hallo Lavendel,

    Du fragst nach einem Betreuer.

    Das kommt zuerst mal darauf an, ob Dein Vater einen Betreuer will und der Betreuung zustimmt oder nicht.

    Wenn dein Vater das nicht will, muss darüber ein Familienrichter entscheiden. Bei uns hier dauert das etwa ein halbes Jahr.
    Es wird ein meidizinischer Gutachter dazugezogen, der entscheiden muss, wie weit Dein Vater noch geschäftsfähig ist und seine Angelegenheiten noch selbst erledigen kann.
    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, wenn er noch weiss, wie er heisst, wo er wohnt und welcher Wochentag ist, dann gilt er voraussichtlich noch als orientiert.

    Dazu möchte ich sagen, es gibt richterliche Entscheidungen, dass Sucht und Verwahrlosung kein Grund für eine Zwangsbetreuung sind. Denn das darf man. Jeder darf sich entscheiden, ob er im Elend leben will oder nicht. Von der Rechtslage her.
    Da müssen schwerere Gründe vorliegen, das entscheidet dann aber das Gericht.

    Im Wesentlichen ist es so, dass Dein Vater so leben darf, wie er will, ob Dir das gefällt oder nicht. Du bist erwachsen, da hat er gegenüber Dir keine Verpflichtungen mehr. Du ihm gegenüber aber auch nicht.

    Der Alptraum endet, wenn Du aufwachst. Und das heisst im Prinzip, Du brichst den Kontakt wieder ab, wenn er Dir nicht gut tut.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Es ist furchtbar zu sehen, wo die Sauferei hinführt.

    Hut ab vor deiner Reaktion. Klar tut das alles sehr weh und macht wütend gleichzeitig.

    Im Krankenhaus kann es sein, daß sie den sozialpsychiatrischen Dienst hinzu nehmen. Eventuell kann eine Pflege beantragt werden. Aber wenn er nix annimmt... hm. :?

    Die "geschlossene", was dein Onkel angesprochen hat, ist kein Allheilmittel. Zum einen sind die Hürden zum Glück sehr hoch, bis jemand gegen seinen Willen eingeliefert wird und zum anderen findet ein Alkoholiker immer wieder Möglichkeiten zu trinken - und sei es am Tag seiner Entlassung.

    Zieh dir den Schuh nicht an.

    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde


  • Dazu möchte ich sagen, es gibt richterliche Entscheidungen, dass Sucht und Verwahrlosung kein Grund für eine Zwangsbetreuung sind. Denn das darf man. Jeder darf sich entscheiden, ob er im Elend leben will oder nicht. Von der Rechtslage her.
    Da müssen schwerere Gründe vorliegen, das entscheidet dann aber das Gericht.

    Im Wesentlichen ist es so, dass Dein Vater so leben darf, wie er will,

    Ist das wirklich so? Ich finde das sehr krass. Wie sieht es denn aus, wenn so jemand zur Miete wohnt, die Wohnung völlig verwahrlosen lässt und wahrscheinlich irgendwann die Miete nicht mehr zahlt?

    Dann haben die Vermieter Pech und bleiben uU auf zigtausend Euro Kosten sitzen?

  • So lange er noch Nein sagen kann und seinen Willen glaubhaft artikulieren kann, keine Chance.

    Fällt mir noch dazu ein:

    Ein Betreuer muss immer erst vom Gericht befugt werden.

    Lavendel,

    Du schreibst aber auch, dass Deine Mutter eine Vollmacht hat. Ist das eine Betreuungsvollmacht oder eine Vorsorgevollmacht?
    Die muss dann Dein Vater unterschrieben haben, und dann kommt es darauf an, wofür alles er unterschrieben hat.

    Ich hatte das bei meinem Vater.
    Erst hatte ich nur die Betreuungsvollmcht, die bedeutet aber nur, dass ein Richter mich zum Betreuer hätte machen müssen, weil es der Wunsch meines Vaters war.
    Die Gerichtsentscheidung blieb mir erspart, weil er vorher gestorben ist.
    Seine Finanzen konnte ich mit der Betreuungsvollmacht nicht regeln. Seine Bank gab mir damit keinen Zugriff auf sein Konto.

    Es hat mir dann nach längerem Zureden noch eine Vorsorgevollmacht unterschrieben. Aber das auch nur, weil ich ihm gesagt hatte, dass sonst eben ein Richter über ihn entscheidet. Was für ihn nicht akzeptabel war.
    Und bei der Vorsorgevollmacht hatte ich ausgewählt, was ich brauche, um handlungsfähig zu sein, er hat das dann alles unterschrieben. Und zum Glück kam es nicht dazu, dass ich strittige Entscheidungen fällen musste, vor allem was sein Haus betraf, denn dann hätte ich wieder erst vor Gericht damit müssen.

    Das sind so im Groben meine Erfahrungen.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Lavendel,


    viel kann man nicht machen, ist echt eine fiese Situation. Was die Betreuung angeht, stimmt im Großen und Ganzen, was Lebenskünstler geschrieben hat. Solange der Betroffene noch im Ansatz in der Lage ist, seine eigenen Angelegenheiten zu regeln, ist für eine Betreuung meist kein Raum.

    Aber es ist schon so, dass im Krankenhaus unter Umständen Schritte eingeleitet werden, wenn Anhaltspunkte für Eigen- oder Fremdgefährdung vorhanden sind. Allein eine Verwahrlosung reicht hierfür aber nicht aus, so unverständlich das vielleicht manchmal von außen ist.


    Für Dich und Deine Mutter gilt, dass das Leben Deines Vaters und vor allem seine Entscheidungen nicht in Eurer Verantwortung liegen. Und dass müsst Ihr Euch auch von niemanden einreden lassen. So wie sich Dein Onkel verhält, ist das natürlich bequem. Schön die Verantwortung von sich weisen, formale Argumente (Vorsorgevollmacht) vorschieben und sich dann vom Acker machen. Zieht Euch den Schuh nicht an.


    Viele Grüße

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