Petra 889 - Es muss sich etwas ändern

  • Oh gut dann ist das normal mit der Müdigkeit? War mir unsicher, ob mein Hirn mir einen streich spielt.

    Ja ist ein richtiger Job, bin fest angestellt, wurde aber schon ermahnt, da ich 8 Wochen krank war wegen der OP und nächsten Monat muss ich wieder operiert werden und im Januar wieder. Also ja ich hab schon bedenken, weil ich den job wirklich liebe.

    Irgendwie trau ich mich nicht raus, habe tatsächlich oft ein Bier getrunken beim spazieren gehen, weiß nicht ob es triggert. Wobei merke es schon, wenn ich nur dran denke :(

    Und danke für die Antworten, ihr helft mir grad wirklich sehr

  • Wie macht ihr das, wenn die meisten Dinge die im notkoffer stehen, bei euch mit Alkohol verbunden waren? Ich weiß gar nicht wie ich das machen soll, ohne komplett niedergeschlagen zu sein, weil etwas fehlt in meinem Kopf:(

  • Gibt es etwas, worauf du dich freuen würdest?

    - einen würzigen Tee
    - Limonade
    - etwas süßes oder salziges
    - Obst
    - würzige Suppe
    - Eis

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Die Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit hat mich am Anfang auch begleitet. Hier hilft Ablenkung mit etwas, das Dich nicht überfordert, Filme schauen, lesen, duschen, Podcasts hören…..

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Das einzige woran ich grad denke wäre ein schöner Wein und ein Bad :( vielleicht versuche ich es mit duschen und Tee. Aber es fühlt sich so falsch an. Nach dem Feierabend Tee... mit was belohnt ihr euch? Für mich war der Wein immer eine Art Belohnung, so dumm wie es nüchtern betrachtet eigentlich ist. Aber so ist es leider

  • Meine Belohnung ist mein klarer Kopf morgens. Hört sich blöd an, aber auch nach Jahren genieße ich das so sehr!

    Deine „Festplatte“ wird mit der Zeit überschrieben werden. Wo sonst Alkohol dazu gehörte, ist es irgendwann normal, dass kein Alkohol mehr dazu gehört.

  • mit was belohnt ihr euch?

    Etwas trinken ist jetzt nicht so die Belohnung für mich. Ich trinke etwas, wenn ich Durst habe.

    Anfangs habe ich aber auch literweise Tee und Wasser getrunken. Hauptsache, der Magen war voll. Bis mein Hirn gemerkt hat, das bringt nichts. Dann hat der "Durst" immer mehr nachgelassen.

    Also, wenn es eine Belohnung braucht, würde ich etwas fernab von einem Getränk suchen.

    Ich habe dann Süßes und Salziges gegessen. Abgenommen habe ich dennoch. Bier hatte ne Menge Kalorien.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Meine Belohnung ist mein klarer Kopf morgens. Hört sich blöd an, aber auch nach Jahren genieße ich das so sehr!

    Deine „Festplatte“ wird mit der Zeit überschrieben werden. Wo sonst Alkohol dazu gehörte, ist es irgendwann normal, dass kein Alkohol mehr dazu gehört.

    Ja das klingt wundervoll. Morgen früh sehe ich es bestimmt genauso, aber abends ist es hart

  • Ich fand diese Belohnungen für mich selbst immer sehr wichtig. Vielleicht war es auch manchmal nur der Wunsch nach einem schönen Tagesabschluss, den ich nach einem schönen Tag haben wollte.
    Ein duftendes Schaumbad, ein riesengroßer Eisbecher oder ein schöner Blumenstrauß auf meinem Tisch….aber die schönste Belohnung war für mich immer, wenn ich abends meine Zahl der nüchternen Tage in den Kalender malen konnte. Das habe ich zelebriert und mich jeden Abend so darüber gefreut. Die erste Woche …. die erste zweistellige Zahl ….jede Null ….so hat sich ein Tag an den anderen gereiht.

    Abends hier den Tag Revue passieren lassen, war mir ein wichtiges Ritual geworden.
    Mich abends nüchtern ins Bett legen zu können ….mit klarem Kopf wieder aufwachen….das war immer so eine tolle Belohnung, die mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist … heute noch.

    Wie macht ihr das, wenn die meisten Dinge die im notkoffer stehen, bei euch mit Alkohol verbunden waren? Ich weiß gar nicht wie ich das machen soll, ohne komplett niedergeschlagen zu sein, weil etwas fehlt in meinem Kopf:(


    Ich habe mir meine alkoholfreie Zone in meinem Kopf geschaffen. Und das schon ganz am Anfang meines nüchternen Lebens.
    Es ist ja nun mal so, dass es überall Alkohol gibt. Es ist schwer, ihm immer aus dem Weg zu gehen.
    Als ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin und dass ich das auch für immer bleiben werde, war mir auch direkt klar, dass ich die Sucht nur stoppen kann, wenn ich keinen Alkohol trinke. Und wenn ich leben will, wird das nur funktionieren, wenn ich nie wieder Alkohol trinke. Das ist so. Fertig. Da gibt es keine Alternative …also muss ich auch keine Alternative suchen.
    Im Prinzip ist der Weg vorgegeben: Das Leben funktioniert jetzt nur noch nüchtern.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Welt um mich herum nicht trockener wird, nur weil ich jetzt keinen Alkohol mehr trinke. Ich mache meine Nüchternheit nicht von irgendwas abhängig …. nur von mir selbst. Nichts und Niemand sonst wird darauf Einfluss haben.
    Es ist egal, was andere um mich herum machen oder was andere trinken. Ich bin Alkoholiker und deshalb werde ich keinen Alkohol trinken. Das ist ganz fest in meinem Kopf verankert. Da gibt es auch keine Diskussion.

    Das wichtigste ist mir ein alkoholfreies Zuhause. Das ist der einzige Ort, an dem ich bestimmen kann, dass es keinen Alkohol gibt. Für niemanden.
    Vielleicht hilft es dir die erste Zeit, Orte zu meiden, an denen du immer getrunken hast oder Unternehmungen, bei denen du immer getrunken hast, erstmal zu lassen …. Vielleicht gibt es auch etwas, wobei du nie getrunken hast?


    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Dann muss ich noch mal Snacks auf die einkaufsliste schreiben

    Müssen, musst Du gar nichts. 8)

    Ich hatte z. B. immer Gummi-Zeugs in der Nähe.

    ich idiot

    Und zu den großen Geboten der Nüchternheit gehört, dass ich mich nicht selbst beschimpfe ;) (sollte es jedenfalls)

    Ich habe Gedanken ans Trinken, sofort unterbrochen. "Ich trinke nicht mehr, also höre ich jetzt auf, daran zu denken."

    Und dann natürlich an etwas anderes Denken. Nur "nicht denken" funktioniert nämlich nicht.

    Es wird auf alle Fälle einfacher werden. Alkohol wird unwichtig werden. Ich komme unter anderem hier her ins Forum, um nicht zu vergessen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Ich hab es geschafft nichts zu trinken. Habe aber kaum geschlafen und bin total müde.

    Ja ich versuche es so gut es geht umzusetzen. Ich danke euch. Ich schreibe mir auch jeden Morgen jetzt auf, was ich tun konnte WEIL ich nicht getrunken hab am Vortag, zum beispiel vor der Arbeit noch die Wohnung zu putzen statt im Delirium zu liegen. Das hat mich grad sehr gefreut. Aber ich denke heute Abend wird ein extrem harter Moment werden. Danke für eure Worte

  • Aber ich denke heute Abend wird ein extrem harter Moment werden.

    Hallo Petra,

    es dauert eine Weile, bis alte Gewohnheiten neu besetzt sind. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und dagegen kannst Du aber vorgehen.

    D.h. in dieser Zeit, in der Du sonst zu Alkohol gegriffen hast, anderes tun. Diese Zeit ganz anders verbringen.

    In dieser Zeit kannst Du z.B. hier im Forum lesen und schreiben.

    Am Anfang ist es schwierig, aber es lohnt sich. Bleib dran!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Dein Arzt hat Möglichkeiten, dir diese erste schwierige Zeit zu erleichtern und dass du einigermaßen schlafen kannst.
    Das kannst du mit deinem Arzt besprechen. Nimm jede Hilfe an, die dir geboten wird.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • ‚Versuchen‘ ist für mich etwas, was nie zum Erfolg geführt hat.
    Ein Versuch lässt so viel Spielraum.

    Um nüchtern zu bleiben gibt es aber keinem Spielraum, es gibt nur: keinen Alkohol. Nie …. nicht ab und zu mal…, nicht ausnahmsweise …. nicht nur ein Glas.
    Egal, was war … egal, was ist und egal, was kommen könnte.

    Das habe ich mir gleich zu Beginn meines nüchternen Lebens ganz fest in den Kopf ‚gemeiselt‘.
    Für mich gab es ab dem Zeitpunkt meines Anmeldens hier keinen Versuch mehr. Weil alle Versuche vorher gescheitert sind.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Danke Stern. Du schreibst mir aus der Seele. Bei dem Wort "versuchen" kam schon das Stirnrunzeln.

    Du bist gut gestartet, Petra. Und jetzt ziehst Du es durch.

    Sehe es mal so. Ab jetzt wird es nur noch leichter werden.

    Mir war damals auch klar. Jetzt hat es sich aus gesoffen. Da gab es für mich nicht viel zum Kämpfen. Die Option Alkohol ist für mich gestorben. Also, öffnete ich den Blick für alles andere. Und da gibt es viel. Schau nach vorne. Vor Dir liegt ein guter Weg.

    Und wenn er am Anfang etwas steinig ist. Gegen den Trampelpfad vorher ist er jetzt schon viel besser.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Ich hab dem craving Wiederstanden und mir eine leckere Nudelpfanne gemacht, habe kerzen an und schaue nun true crime :) bin so froh es geschafft zu haben. So lange wie aktuell war ich lange nicht nüchtern. Ja ihr habt recht, ich mach das einfach!

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