alvin straight - drama or not

  • liebe momo. da haben sich unsere antworten überschnitten. ich hab gerade nur auf die erste geantwortet. dein ps hab ich erst danach gesehen.

    danke dass du schreibst dass du mich verstehst! das hilft! das macht weniger einsam.

    ich werde deine Zusammenfassung aufmerksam lesen und danke dir!

    liebe Grüße

  • ich habe mir ein paar sachen vorgenommen:

    1. ich trinke erst mal bis auf weiteres selbst keinen alkohol mehr. das schadet ganz sicher nicht und wird mir gut tun. gut so!

    2. ich werd tagebuch führen. damit ich das nicht verwechsel mit diesem forum hier und ich meine gedanken erst mal in ruhe selbst ausformulieren und drehen und wenden kann.

    3.

    4.

    5.

    usw....

    .....gibt es ! die habe ich hier gerade auch schon formuliert aber die kommen erst mal ins tagebuch.

    ich werde berichten wie es so gelaufen ist damit. und erst mal hier lesen.

    liebe grüße

  • und wie haben sie das geschafft?

    "Sie" haben es erstmal gar nicht geschafft.

    Aus meiner Erfahrung war das eher bei Alkoholikern, die hier schreiben. Denn da hat es bei den meisten "klick" gemacht.

    Wenn sie sich von selbst melden und ihrer Nüchternheit die erste Priorität einräumen. Dann, wenn nicht schon alles zerbrochen ist, hat es schon einen guten Verlauf gegeben. Ich schreibe extra "Verlauf" weil, wie das "Ende" aussieht, weiß noch keiner.

    Das ist sehr individuell.

    Bei mir war es gerade andersherum. Mit klarem Verstand konnte ich meine toxische Beziehung nicht mehr aufrechterhalten.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Bei mir war es gerade andersherum. Mit klarem Verstand konnte ich meine toxische Beziehung nicht mehr aufrechterhalten.

    uh krass! aber ja ist logisch irgendwie. es gibt ja immer gründe hinter dem suff. sachen die man nicht bearbeitet( bekommt) und vor denen man ja in den rausch flieht.

    und das kann(gut) auch eine toxische beziehung sein.

    .. wie du schreibst... es geht auch andersrum.

    viel kraft dir und ein gutes leben !

  • es gibt ja immer gründe hinter dem suff

    Am Anfang habe ich Alkohol vielleicht aus irgendeinem Grund getrunken.
    Wenn es dann Sucht ist „sucht“e ich höchstens Gründe zum saufen.

    Es gibt immer Gründe. Ob ich gut, oder schlecht drauf bin.
    Der eigentliche Grund ist aber, dass ich trinken musste, weil ich abhängig geworden bin.

    Aus dem Grund kann ich jedem CO sagen. Zieht euch nicht den Schuh an für das Trinken des Anderen verantwortlich zu sein.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Welchen Grund kann es geben, sich in die Sucht zu saufen? Ich wurde ja nicht von heute auf morgen süchtig, das war ein jahrelanger Prozess, zudem ich wusste, dass ich süchtig werden kann.

    Freiwillig in die Sucht bin ich jedenfalls nicht gegangen. Das Problem war, dass ich irgendwann den Unterschied zwischen Grund und Sucht nicht mehr erkennen konnte. Oder besser gesagt, es gab nur einen Grund zu trinken, und das war die Sucht.

    Deswegen ist es für mich auch egal, wie der Anfang des Trinkens war oder was dafür verantwortlich gemacht werden könnte. Ich habe den Absprung nicht geschafft, das war alles.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Lieber Alvin,

    ich kann deine Gedanken wirklich gut verstehen. Ich habe meinen Partner sehr viele Jahre durch die Alkoholsucht begleitet. Dass es eine Sucht ist, wurde mir erst vor kurzem ganz deutlich bewusst. Ich nenne es meinen Schlüsselmoment. Lange habe ich gelitten und versucht meinen Partner vom Alkohol weg zubringen. Das hat nicht geklappt. Irgendwann hab ich gesagt, gut, dann kaufe ich dir keinen Alkohol mehr, nehme nicht mehr an so vielen Gelegenheiten Teil, bei denen Alkohol eine Rolle spielt. Das Ende vom Lied war, dass ich ein Parallelleben neben meinem Partner geführt habe, weil er natürlich nichts eingesehen und geändert hat. Selbst als ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt habe, hat es nichts gebracht. Es macht kaputt. Jeden Tag ein bisschen mehr. Ich würde auch so gerne hoffen wie du, aber wenn die Hoffnung in keinster Weise der Realität widerspiegelt, dann macht man sich etwas vor.

    Mein Antrieb zu gehen ist mein Kind. Weil das Kind es besser haben soll und nicht mit einem Alkoholiker aufwachsen soll. Hätte ich das nicht, würde ich vermutlich bleiben und immer mehr daran zu Grunde gehen. Ich wünsche dir, dass du den Absprung schaffst. Zu lieben und zu gehen, ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die man treffen kann. Aber zu bleiben und sein Leben aufzugeben, weil man immer mehr leider, hilft auch nicht.

    Ich glaube persönlich, dass Menschen die füreinander bestimmt sind, sich wiederfinden, auch wenn sie sich erst einmal trennen müssen. Vielleicht nicht in diesem Leben, vielleicht aber schon.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

  • Welchen Grund kann es geben, sich in die Sucht zu saufen?

    ich meinte eher einen grund zu saufen. stressoren wird das hier genannt glaube ich.

    dinge im leben die man nicht bewältigt( bekommt) und vor denen man aus lauter überforderung in den rausch flüchtet. sich einfach abschießt weil man gerade nüchtern nicht mehr klar kommt.

    das meinte ich mit gründen hinter dem suff.

    ob sie schon wirklich abhängig ist kann ich nicht wirklich einschätzen.

    ich hatte eingangs danach gefragt und die Antwort erhalten - niemand hier kann das. und das stimmt wahrscheinlich auch.

    ich hab vor mich an die suchtberatung zu wenden und dort nach einer Einschätzung zu fragen. die arbeiten mit dem thema und haben da hoffentlich einen neutraleren Blick drauf als wir alle hier.

    aber ich bin mir sicher aussagen zu können dass ich mir sicher bin dass sie ein alk problem hat.

    noch trinkt sie (glaube und hoffe ich) aus gründen und nicht aus sucht. problematisch ist es auf jeden fall.und ich sehe voll die gefahr dass sie in eine sucht abrutscht...der schleichende übergang von dem du schreibst. aber vielleicht schafft sie ja den Absprung doch noch den du wie du schreibst selber verpasst hast damals.

  • Lange habe ich gelitten und versucht meinen Partner vom Alkohol weg zubringen. Das hat nicht geklappt. Irgendwann hab ich gesagt, gut, dann kaufe ich dir keinen Alkohol mehr, nehme nicht mehr an so vielen Gelegenheiten Teil, bei denen Alkohol eine Rolle spielt. Das Ende vom Lied war, dass ich ein Parallelleben neben meinem Partner geführt habe

    liebe summer sun

    danke für deine lieben worte!

    ich höre dich und glaube dir und deswegen bricht mir das herz

  • ch meinte eher einen grund zu saufen. stressoren wird das hier genannt glaube ich.

    Wenn sie süchtig ist, gibt es nur den Grund Sucht. Die Sucht nimmt alle Anlässe, um trinken zu müssen. Oder glaubst du wirklich, dass es dann aufhört, wenn du einen Auslöser oder Stressfaktor ausgemacht hast?

    ich hab vor mich an die suchtberatung zu wenden und dort nach einer Einschätzung zu fragen. die arbeiten mit dem thema und haben da hoffentlich einen neutraleren Blick drauf als wir alle hier.

    Nun machen wir seit 20 Jahren nichts anderes, als uns mit den Auswirkungen der Sucht auf Alkoholiker und Co-Abhängige auseinanderzusetzen. Das betrifft nicht irgendetwas Neutrales, sondern den Kern des Problems.

    Übrigens, der Außenstehende kann einschätzen, was er will – es ist immer der Betroffene, der es einschätzen muss. Macht er es nicht, kannst du alles in die Tonne hauen.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich möchte auch noch kurz meine 5 Cent dazu geben. Am Ende des Tages ist es für Dich egal, ob sie süchtig ist oder nicht. Es gibt einen Grund warum Du Dich hier für Dich angemeldet hast. Du hast Schwierigkeiten mit Ihrem Alkoholkonsum. Die Frage ist doch, was Du für Dich tust.

  • Hallo alvin straight

    Habe grade Deinen Faden gelesen und musste an meine Anfangszeit hier denken...sehr abgeschreckt durch all die Trennungen, von denen man hier liest, denn das war ja gerade das was ich überhaupt nicht wollte. Ich wollte unsere Beziehung ja retten und habe dafür Hilfe gesucht, nicht für die Trennung. War dann auch sehr auf der Suche nach Positiv-Geschichten! Habe einmal gefragt, ob denn niemand eine Idee hat, wie ich unsere kleine Familie retten kann. Da kam eine Antwort so sinngemäß: wenn Dein Partner Deine Ängste und Sorgen herunterspielt und Dich damit nicht ernst nimmst...zählt er sich dann überhaupt noch zu dieser "kleinen Familie"? Ist seine eigentliche Partnerin dann nicht die Flasche?

    Das und vieles andere hier hat mir SEHR zu denken gegeben. Trotzdem habe ich noch mehrere Jahre gebraucht um mi diese Wahrheit wirklich ganz einzugestehen.

    Ich wünsche Dir einen guten Weg und viel Geduld mit allen Fragen, Erkenntnissen, Zweifeln, Wut aufs Forum, Dank ans Forum und was da vllt alles noch so kommt.

    Schön, dass Du dabei bist!

  • guten morgen ihr lieben.

    ich habe lange nicht mehr geschrieben und mich nicht gemeldet und nun ist es an der zeit euch zu berichten. als ich mich im november hier angemeldet habe war ich wirklich ratlos und verzweifelt und ihr wart mir in diesem moment die nötige stütze ohne die ich es vermutlich nicht geschaft hätte nicht durchzudrehen und bin euch sehr sehr dankbar dafür.

    damals habe ich verzweifelt nach einem positiv beispiel gesucht und es gab so richtig keins -

    nun bei mir / sieht es inzwischen gut aus und ich will hier davon erzählen - dass bin ich euch schuldig

    ich war wirklich verzweifelt und ratlos als ich mich hier angemeldet habe.. hab meine storry aufgeschrieben... was mir sehr geholfen hat das ganze mal zu benennen, zu sortieren ,und mir die realistische situation überhaupt erst mal einzugestehen. ich habe viel support bekommen von leuten hier und das hat mir das gefühl gegebn gesehen zu werden und zu sortieren was gedankenschleifen sind und was davon stimmen kann und wo ich mir wahrscheinlich was einbilde und wo nur der wunsch der vater des gedanken ist.

    ich habe auch viel gelesen von anderen und das hat mir geholfen einzuschätzen was realistisch möglich ist oder nicht.

    die überwiegende meinung auf die ich damals hier gestossen bin war eigentlich hoffnungslos.... man kann niemanden trocken lieben .... ich habe es jahrelang versucht meinen partner von der sucht loszukriegen - das hat leider nicht funktioniert.... take your life and run - there is no other way ...

    das war der überwiegende konsens hier - support hab ich dennoch erfahren von euch .. halt nur nicht für die aussicht auf rettung der beziehung.

    ich habe mich dann hingestellt und gesagt... glaube ich euch alles und danke für alles... aber ich will nicht kampflos aufgeben.

    nun ja das scheint ( zumindest sieht es jetzt so aus ) gut gegangen zu sein.

    und nun ich will berichten wie es gelaufen ist bei mir

  • ich habe mir damals ein paar sachen vorgenommen und für mich aufgeschrieben.. hier der text dazu.. war eigentlich fürs forum gedacht aber ich habe es dann doch erst mal nicht gepostet.. bis der zeitpunkt gekommen ist und jetzt fühlt sich so an .

    hier meine aufzeichnungen aus dem november:

    ich möchte kurz festhalten und hier berichten wo ich gerade stehe in meinen gedanken und auf meinem weg an dessen anfang ich jetzt stehe. damit es sich später nachvollziehen lässt - für mich und für andere

    ich habe mir ein paar sachen vorgenommen:

    1. ich trinke erst mal bis auf weiteres selbst keinen alkohol mehr. das schadet ganz sicher nicht und wird mir gut tun. ausserdem finde ich es wie viele andere coAs hier einfach nur widerlich gerade. gut so!

    2. ich werd tagebuch führen. damit ich das nicht verwechsel mit diesem forum hier und ich meine gedanken in ruhe ausformulieren und drehen und wenden kann ohne dass sie von irgendwem beurteilt oder kommentiert werden

    3. ich werde in ihrer gegenwart keinen alkohol trinken. und wenn sie was trinken will und sei es nur das eine glas wein am abend - dass das bei ihr stattfindet und nicht in meiner wohnung. dann kann ich einfach gehen wenns mir zu blöd wird

    3. ich will versuchen ohne dass alkohol dabei ist soviel schöne zeit mit ihr zu verbringen und soviele schöne gemeinsame sachen zu machen wie nur geht. damit sie eine motivation hat nichts anzurühren und unsere beziehung schön ist und ich das von ihr habe was ich so liebe an ihr und ihrer gesellschaft.

    4. ich werd sie knallhart sitzen lassen in ihrem elend wenn sie säuft. auf dem weg zu ihrem persönlichen tiefpunkt will ich keine bremse sein. und ich selbst will mich mit dem von ihr selbstgewählten und selbstbestimmten elend nicht mehr belasten.

    5. ich werd sie nicht mehr decken und schützen mit ihrem alkproblem.

    ich werde das jetzt nicht in die welt hinausposaunen aber auch nicht für sie verheimlichen sondern offen darüber reden wenn es angebracht ist. auch gegen ihren willen. meine position ist meine position und ihre ist ihre.

    6. ich werd versuchen mich generell aus meiner kümmererrolle und aus der emotionalen abhängigkeit zu arbeiten

    es liegen ja gründe hinter dem suchtdruck. ganz persönliche sachen die sie eigentlich bearbeiten muss und vor denen sie in den rausch flüchtet.

  • alles davon habe ich im groben und ganzen auch so gemacht.

    das wichtigste für die beziehung und den umgang mit dem thema alkohol war erst mal selbst komplett aufzuhören. absolut zero auch wenn sie nicht dabei war. und das halt auch konsequent durchzuziehen und ihr klar machen dass sie mich nur nüchtern sehen kann oder gar nicht. und dass es ihre eigene entscheidung ist und ich nicht dafür verantwortlich bin.

    sauf wenn du willst. aber ohne mich - ich bin da raus.

    das war für mich selbst der wichtigste schritt... zu begreifen dass das nicht meine sucht ist. wenn sie untergehen will ist das ihr gutes recht. also investier nur soviel dass keine erwartungen daraus entstehen und du easy damit klar kommst wenn alles an mühe umsonst war. und auch die verantwortung von mir weg zu schieben. nicht zu gucken wieviele leere flaschen im altglas sind etc.

    dass ich selber konsequent aufgehört habe hat geholfen. ich hab versucht den alltag schön zu machen und normal weiter laufen zu lassen. wenn wir verabredet waren bin ich hin gegangen ganz normal... und hab halt einfach alk freies bier mitgebracht. oder alkfreien sekt. so dass sich das möglichst völlig normal anfühlt. wenn sie dann für sich alk ausgepackt hat hab ich ihr 1-2 mal sagen müssen - wenn du einen Tropfen trinkst gehe ich. no Diskussion- ich hab da gar keinen bock drauf.

    klar war das auch für mich nicht immer einfach.. so am freitag abend nach einer harten woche... aber dann konnten wir drüber reden dass das schwer ist... beide gemeinsam.

    das hat mich glaube ich viel glaubhafter gemacht

  • Du schriebst von diesen Abstürzen so ca. einmal im Quartal. Ist seit November vielleicht noch etwas früh, etwas dazu zu sagen, aber hat es das seitdem nicht wieder gegeben? Oder hast Du es geschafft, Dich innerlich von der Sorge darum tatsächlich zu befreien?

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