Hallo, habe mich entschlossen, mich hier anzumelden, da ich schon einige Zeit hier mitgelesen habe, und dabei immer wieder vieles wiedererkannt habe.
Mein Mann trinkt gerne und manchmal auch recht viel.
Ich kenne ihn, seitdem ich 16 bin und bei mir war es damals Liebe auf den ersten Blick.
Wir waren allerdings immer nur befreundet, da ich mich nie getraut habe, ihn darauf anzusprechen.
Bei uns in der Clique wurde schon immer viel getrunken.
Teilweise in den Freistunden und natürlich auf Partys.
Mittlerweile sind seit dem Abi fast 30 Jahre vergangen.
Vor 8 Jahren hab ich für ihn meinen damaligen Mann und den Vater meiner beiden Kinder verlassen.
Ich konnte ihn nie vergessen.
Ich hatte vor der Trennung einige Schicksalsschläge. Der schlimmste war der meines depressiven Vaters.
Ich hatte wohl das Bedürfnis, wieder die Leichtigkeit meiner Jugend zu empfinden, auf jeden Fall, dachte ich, dass dieser Mann die Lösung meiner Probleme sein wird.
Mittlerweile weiß ich, dass man seine Probleme selbst lösen muss und dass das kein Partner für einen übernehmen kann…
Nun, die Beziehung ging da weiter, wo wir früher aufgehört hatte, nämlich gerne mal hier und da ein Gläschen bzw. eine Flasche Wein oder auch mal ein oder zwei leckere Cocktails.
Unsere regelmäßigen Streits gingen durch die Decke, von Gläser zerbrechen bis übelste Beschimpfungen, es war alles dabei, von beiden Seiten.
Ich habe mit der Zeit immer weniger getrunken und das auch problemlos geschafft und ich habe versucht , sein Trinkverhalten auch zu kontrollieren , um die schlimmen Streits und Eskalationen zu vermeiden.
Das ging natürlich schief und er begann heimlich zu trinken.
Und mich anzulügen, wenn ich ihn darauf angesprochen habe.
In der Garage habe ich dann immer mal wieder leere Weinflaschen entdeckt und die Schnapsflaschen aus der Cocktailbar wurden auch auf wundersame Weise immer leerer.
Wir haben uns dann irgendwann und irgendwie, nach unzähligen Streits geeinigt, dass er nur noch am Wochenende trinkt und dann gemäßigt.
Das hat oft geklappt, und immer öfter nicht.
Mein Angstradar ging immer an, wenn er bei Freunden immer noch und noch ein Glas genommen hat.
Und am nächsten Tag war er dann meist aggressiv, schlecht gelaunt wenn ich keine Lust auf Sex hatte und schnell gereizt, wenn er sich eingeengt oder bevormundet gefühlt hat.
Ich muss sagen, er war all die Jahre, bevor wir zusammenkamen , ungebunden und frei, ohne jegliche Verantwortung in seinem Leben, er hat sogar noch bei seinen Eltern im Haus gewohnt.
Das fand er nie schlimm, da sie ja separate Eingangstüren hatten….
Blöderweise hatte ich trotz alledem nicht die Kraft, mich von ihm zu trennen und wir haben sogar geheiratet vor zwei Jahren und haben auch noch ein Haus gekauft, dass wir gemeinsam abbezahlen.
Nun wird die Trennung immer schwerer , denn erst jetzt ist mir diese ungute Co Abhängigkeit aufgefallen und seine offensichtliche Sucht, als er wieder begonnen hat, heimlich mehr zu trinken.
Er streitet natürlich alles ab, er hat kein Problem, er findet ein Leben ohne Alkohol eben langweilig und ein gutes Essen ohne Wein fast ungenießbar.
Was meint ihr dazu?
Ich beginne immer wieder zu zweifeln und ihm zu glauben, dass ich übertreibe und mir alles nur einbilde!
Oh je, ich würde mich so gerne trennen, habe aber die Hoffnung, dass alles gut werden könnte, wenn er nur aufhören würde zu trinken, denn abstinent ist er fast der liebste Mensch, den ich kenne…![]()