Joryn77 - Hallo Freiheit

  • Hallo ich (w) bin Joryn,47 Jahre alt,Mutter von zwei fast Teenager-Kids,liiert mit dem Vater und halbtags am arbeiten in einem sozialen Beruf.Wir leben ländlich in einem Haus,ich habe ein erfüllendes Hobby,betreue und reite,seit 4 Jahren ein tolles Islandpferd mit dem ich durch die Wälder streife...also eigentlich alles richtig gut...

    Das ich mit Alkohol nicht wirklich umgehen kann, ist mir damals schon klar geworden.Ich fing erst relativ spät an etwas zu trinken,so mit Anfang 20.Da war es nur das Partysaufen am Wochenende, auch nicht jedes aber oft schon mit Aussetzern.Früh merkte ich,dass ich nicht mein Limit kannte,wo andere einfach aufhörten,machte ich weiter.Zahlreiche sinnlose One-Night-Stands mit irgendwelchen Typen,betrunken nach Hause wanken,irgendwo in der Wohnung einpennen...Filmrisse halt.Das war nicht jedes Wochenende, aber es häufte sich leider immer mehr.Irgendwann Anfang der 30ger begann es,dass ich anfing auch alleine zu Hause zu trinken, meistens ab Freitag ,früh am Abend,oder am Samstag,wenn ich nicht wegging.Ich lebte da noch alleine.Dann lernte ich meinen jetzigen Partner kennen,kurz darauf war ich schwanger,dann der Umzug und absolut keinen Alkohol.Meine Kinder waren noch sehr klein ,da begann es wieder schleichend.Zum Essen gehen ein Glas Wein ,mal wieder weggehen ,meistens aber abends zu Hause. Kontinuierlicher wurde es, als sie in den Kindergarten kamen.Es kam vor,dass ich sogar mal vormittags trank,Wein oder Sekt.Dann Wiedereinstieg in den Beruf,das "Glas"Wein wurde abendlich zum festen Bestandteil.Dann die letzten 3 Jahre fast täglich Dosensekt(den konnte man so gut verstecken) und abends offiziell das Glas Wein, wo ich die Weinflasche immer wieder aufgefüllt habe,damit es nicht auffällt.So heftig,ich war kreativ ohne Ende,das musste man mir lassen. =O

    Ich funktionierte reibungslos, arbeiten,Essen für die Kids und Partner, Hausaufgabenbetreuung,Haushalt,einkaufen,immer frisch kochen usw.Ich war immer tiptop gepflegt und gut gelaunt,auf der Arbeit =der Fels in der Brandung,zu Hause alle Feuer gelöscht. Alkohol war meine Belohnung,mein Tröster,mein Flucht.Ich bin auch ab und an alkoholisiert Auto gefahren,ich schäme mich so unglaublich und kann nur dankbar sein,dass ich nie ein Unfall gebaut oder jemanden gefährdet habe8|

    Ich bin sogar schon angetrunken ausgeritten,das darf man eigentlich keinem erzählen.

    Selten war ich total sturzbetrunken,steuerte halt nur auf diesen leicht berauschten Zustand an.Mit Sekt mittags,so 50ml, a zwei Dosen und abends Wein,oder weiter Sekt,aber heimlich. Meinem Partner ist es nur ganz selten aufgefallen, da hat er es aber angesprochen,ob es heute denn schon wieder Wein sein muss.Dann wurde ich wieder vorsichtiger.

    Es kam plötzlch...an einem Morgen mit dem typische Rauschen im Kopf,dem Schwindelgefühl,dem schlechtem Gewissen,diese innerliche Erkenntnis,jetzt hörst du einfach auf,oder du bist für immer verloren.Ich stand später mit dem Auto nach der Arbeit auf einem x-beliebigen Supermarktparkplatz und rief bei einer örtlichen Suchtberatung an.Ich brauchte Hilfe!!!!Ein sehr kompetenter,freundlicher Mensch,hörte zu,das erste Mal,das ich es jemanden erzählte.Ich heulte dabei.Ein Stein fiel mir vom Herzen.Am übernächsten Morgen hatte ich persönlich eine Termin bei ihm und bin nun alle zwei Woche da,um zu sprechen und um mir weiter Unterstützung und Zuspruc zu holen. Seit diesem Jahr, genau am 15 Oktober, habe ich keinen Tropfen mehr getrunken.Ich bin psychisch abhängig und hatte keine körperlichen Entzugserscheinungen.Verrückterweise ging es auch vom Kopf her,viel besser als ich gedacht habe.Ich kann ohne Probleme einkaufen und bekomme jetzt schon eine eiskalte Gänsehaut,wenn ich an der Alkabteilung vorbei gehe.Ich war vorhin noch auf dem Weihnachtsmarkt,ohne Saufdruck und habe meinen alkoholfreien Punch getrunken, ohne Neid auf die Glühweintrinker,ich fange nicht an zu missionieren, denn das ist mein persönliche Problem.Ich habe erkannt, bei mir geht nur ganz oder gar nicht,der Schalter ist erstmal umgelegt.Falls der Saufdruck doch aufkommt, lenke ich mich ab,gehe spazieren, spiele Gitarre oder albere mit meinen Kindern.Und es klappt

    Ich bin Alkoholikerin!I

    Ich kann mit dem Zeug nicht umgehen und ein bisschen trinken funktioniert nicht bei mir,das ist mir jetzt völlig klar.

    Das verblüffende ist,es geht mir richtig gut.Ich schlafe besser, bin morgens fitter,kein Kopfweh oder Schwindel.Ich fühle mich befreit.Und das obwohl ich gerade richtig viel um die Ohren habe. Schwieriges Mutterverhältnis(auch Alkoholikerin bis heute)sie ist dazu schwer krebskrank,Personalmangel auf der Arbeit, heißt Ü-Stunden,ich mache zusätzlich eine Fortbildung über 2 Jahre und ein krankes Haustier.Dazu existenzielle Ängste,durch die Weltlage und die Zukunft meiner Kinder.Auf allem drauf meine Abstinenz, aber genau das ist jetzt meine Prüfung, wenn ich es jetzt schaffe, dann katapultiert mich die nächste Krise auch nicht in den Alk zurück,das hoffe ich ganz stark und glaube auch dran.Und jeder freie Tag macht mich stolz auf mich.Trotz allem fühle ich mich befreit von dem Mistzeug,einfach frei!

    Jetzt wollte ich mich hier auch mal melden, und allen,die den selben richtigen Weg gehen viel Kraft wünschen....und entschuldigt die sehr lange Lektüre^^

    Liebe Grüße Joryn

  • Hallo Joryn77,

    erstmal Glückwunsch, dass Du den ersten Schritt gegangen bist. Vom kalten Entzug möchten wir hir nicht lesen, da er lebensgefährlich ist.

    Jetzt ist das aber durch.

    Ich war vorhin noch auf dem Weihnachtsmarkt,ohne Saufdruck und habe meinen alkoholfreien Punch getrunken,

    Ich sehe schon, dass es hier sicher noch einige Dinge geben wird, die Dir auf dem Weg zur Trockenheit helfen können.

    Du siehst Dich als Alkoholikerin, habe ich gelesen. Noch einmal zur Sicherheit. Du strebst lebenslange Abstinenz an, richtig?

    Viele Grüße

    Alex

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ja, mit allem anderen bin ich durch.Nur am Wochenende, nur wenn ich weggehe...glaube ich bin da reflektiert, das geht bei mir nicht.Den Kick den ich jetzt erreichen möchte, ist nüchtern und pur das Leben fühlen,in guten und schlechten Zeiten

  • das geht bei mir nicht.

    Das geht bei keinem Alkoholiker. Kontrollverlust ist ein Merkmal der Krankheit.

    Es ist gut und wichtig, dass Du erkannt hast, dass das bei Dir nicht geht.

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo ich bin Joryn, w,47 Jahre alt,Mutter von 2 Teenager-Kids und liiert mit dem Vater.Ich bin halbtags berufstätig in einem sozialen Beruf.Wir leben ländlich und mein Hobby ist das Freizeitreiten.

    Seit 4-5 Jahren manifestierte sich meine Alkoholsucht sehr schleichend.Vom abendlichen Glas Wein zum ersten Sekt am Nachmittag.Ich funktionierte einwandfrei Beruf,Kids,Haushalt alles im Griff,immer ein gepflegtes,adrettes Auftreten,immer gut gelaunt und der Lila-Launebär.Niemand hätte mir ein Alkoholproblem zugetraut.Habe ich aber!Ich trank zwar die letzten Jahre nie bis zum Kontrollverlust,aber immer um den leichten Rausch,die Betäubung zu haben,um meinen oft stressigen Alltag zu ertränken.Meistens mit Sekt,dann immer wieder Wasser zwischendurch, dann auch Wein.Schnaps/Liköre und so etwas habe ich noch nie gemocht.Natürlich wurde die Alkoholmenge auch stetig höher, um den gewünschten Effekt zu bekommen.Weinflaschen wurden heimlich aufgefüllt,um den Konsum zu verbergen vor den Partner.Der bemerkte es ab und an,machte mich darauf aufmerksam und ich wurde vorsichtiger.

    Die Erkenntnis kam nach Recherche im Netz,Abläufe verstehen,wie Alkohol den Körper vergiftet,was er im Gehirn anstellt.Dann eines Morgens mein Entschluss, jetzt ist einfach genug.Bisher hat es geklappt, bin in Kontakt mit einer Suchtberatung und habe dort regelmäßig Gespräche.

    Ich fühle mich aber wirklich gut,einfach befreit.Allein mit jemandem darüber zu sprechen, auch hier,das erleichtert so.

    Trotz sehr heftigen Lebensumständen (Mutter schwer krank, Beruf belastet mich wegen Personalmangel, Haustier krank...) möchte ich es gerade jetzt schaffen und habe mir vielleicht extra diese harte Zeit zusätzlich als Beginn meiner Abstinenz ausgesucht.Wenn nicht jetzt,wann denn dann?....

    Liebe Grüße Joryn

  • Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Joryn77!

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Für Dich lasse ich unsere Grundbausteine zum Lesen und Anklicken da, falls Du sie noch nicht gefunden hast:

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Deine Themen habe ich zusammengefasst, Joryn.

    Bitte eröffne keinen weiteren Thread für Dich, sondern schreibe hier unten einfach weiter.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo und willkommen Joryn,

    Ich stand später mit dem Auto nach der Arbeit auf einem x-beliebigen Supermarktparkplatz und rief bei einer örtlichen Suchtberatung an.Ich brauchte Hilfe!!!!

    Das finde ich ein ziemlich „starkes Stück“ von Dir (positiv gemeint).

    Weiß dein Mann Bescheid? Hast du ein alkoholfreies Zuhause?

    Du wirst sehen, dass Du Dich hier gut aufgehoben fühlen kannst.
    Ich wünsche Dir einen guten Austausch.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Joryn, auch von mir ein herzliches Willkommen.

    Trotz sehr heftigen Lebensumständen (Mutter schwer krank, Beruf belastet mich wegen Personalmangel, Haustier krank...) möchte ich es gerade jetzt schaffen und habe mir vielleicht extra diese harte Zeit zusätzlich als Beginn meiner Abstinenz ausgesucht.Wenn nicht jetzt,wann denn dann?....

    bald wirst Du feststellen, dass Du abstinent lebend mit allen Widrigkeiten des Lebens viel besser umgehen kannst, Du eine viel größere Resilenz einwickelst.
    Liebe Grüße Rina

  • Guten Morgen Joryn,

    auch von mir herzlich willkommen und toll dass du hergefunden hast. Ich habe auch trotz Alkohol im Alltag mit Job und zwei Kindern gut funktioniert und in einer sehr belastenden Lebenssituation aufgehört. Jetzt bin ich seit etwas mehr als 6 Monaten nüchtern und die Klarheit hilft auch meine Probleme strukturierter anzugehen.

    Obwohl man es dir im Alltag nicht offensichtlich angemerkt hat, wirst du sehen, dass deine Kinder mit ihren feinen Antennen nach und nach einen Unterschied merken werden. Das ist eine der vielen schönen Auswirkungen deiner Nüchternheit.

    Am Anfang meiner Nüchternheit habe ich noch viele Fehler gemacht - z.B. war ich noch auf Veranstaltungen wo Alkohol im Fokus stand und habe einfach das übliche Bier durch alkoholfreies ersetzt, was für mich als Alkoholikerin gar nicht geht.

    Hier hat man mir geholfen umzudenken. Es geht nicht darum den Alkohol einfach zu ersetzen sondern das Verhalten wirklich zu verändern. War schwer für mich, weil ich dachte ‚ich mach doch schon alles und jetzt warnen die hier rum‘, aber recht hatten sie- na klar, sind ja auch erfolgreich trocken geblieben- manche schon Jahrzehnte.

    Warum ich dir das schreibe? Weil dein Punsch auf dem Weihnachtsmarkt mich an mein alkoholfreies Bier zu Beginn erinnert hat. Solche Ersatzgetränke, die alkoholischen Getränken in Geschmack und Aussehen ähneln, dann noch in einer Runde getrunken, in der alle das ‚Original‘ in der Hand halten, macht was mit unseren Sucht-Hirnen- auch wenn man das zunächst vielleicht gar nicht bewusst wahrnimmt und erst mal der Stolz, nicht das ‚Original‘ zu trinken überwiegt.

    Deshalb: Grundbausteine lesen und wirklich zu Herzen nehmen.

    Schön dass du da bist!

    Deine Anna

  • Hallo Joryn,

    Herzlich Willkommen und Glückwunsch zu Deiner Entscheidung den Alkohol aus Deinem Leben zu verbannen.

    Ich versuche gerade zu verstehen was ich da lese. Du scheinst eine taffe Frau zu sein, welche vor den Problemen im Leben nicht davonläuft sondern sich dagegen aufstellt und kämpft.

    Der Alkohol hat Dich jetzt über 20 Jahre lang anfangs zumindest missbräuchlich begleitet und einen festen Platz in Deinem Leben eingenommen. Dann hast Du vermutlich aus einem inneren Leidensdruck heraus entschieden das damit Schluss sein muss und hast Dir Hilfe gesucht.

    aber genau das ist jetzt meine Prüfung, wenn ich es jetzt schaffe, dann katapultiert mich die nächste Krise auch nicht in den Alk zurück,das hoffe ich ganz stark und glaube auch dran.

    möchte ich es gerade jetzt schaffen und habe mir vielleicht extra diese harte Zeit zusätzlich als Beginn meiner Abstinenz ausgesucht.

    Es liest sich als ob Du einen Federhandschuh aufgenommen hast und in den Kampf gezogen bist. Kampf würde bedeuten: Sieg oder Niederlage.

    Wie sieht das bei Dir aus? Könntest Du Dich mit einem Gedanken an eine Kapitulation anfreunden?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

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